Immun gegen Stromausfall? Das leisten große Powerstations mit Photovoltaik

Zendure Superbase V 6400

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Bei einem Stromausfall können Solargeneratoren mit einer großen Speicherkapazität zumindest für einige Stunden die wichtigsten Verbraucher mit Strom versorgen.

Da eine Versorgungsunterbrechung von Strom in Deutschland im Jahresdurchschnitt nur etwa 10 Minuten dauert, erscheint die Vorbereitung auf einen Stromausfall für viele als etwas übertrieben. Doch der erste Eindruck könnte täuschen. Die Stabilität des Stromnetzes ist von zahlreichen Faktoren abhängig.

Versicherungen registrieren seit Jahren einen Anstieg von Naturkatastrophen, die in den betroffenen Gebieten zum Teil für deutlich längere Stromausfälle sorgten. Und letztes Jahr schrammte Europa laut Ingenieur.de nur knapp an einem Blackout (Ratgeber) vorbei.

Auch technische Mängel können zu einer Unterbrechung der elektrischen Energieversorgung führen. Erst kürzlich haben in München etwa 3000 Haushalte erfahren, was es bedeutet, wenn kein Strom aus der Steckdose kommt. Immerhin konnte die Störung nach 1,5 Stunden behoben werden.

Etwas länger können Stromausfälle dauern, wenn sie durch eine Mangellage entstehen. Und diese Gefahr besteht in ganz Europa derzeit aufgrund der knappen Gasversorgung. Ende Juni hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Täglich berichtet die Bundesnetzagentur über den aktuellen Gasfüllstand der Speicher und veröffentlicht Prognosen über die zukünftige Entwicklung. Für die Stabilität des Stromnetzes ist Gas deshalb so bedeutend, weil der Anteil von Gaskraftwerken an der Stromproduktion in den letzten Jahren zwischen 15 bis knapp 17 Prozent betrug. Fallen die Gaskraftwerke komplett aus, wird es dunkel in Deutschland. „Die Lage ist angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden“, teilt die Bundesnetzagentur mit.

Noch ist es aber nicht so weit. Immerhin ist der Anteil von Gas an der Stromproduktion im ersten Halbjahr 2022 auf knapp 12 Prozent zurückgegangen, ohne dass es deswegen zu Stromausfällen gekommen ist. Zudem hat die Bundesregierung die Laufzeit für die noch in Betrieb befindlichen drei Atomkraftwerke bis zum April 2023 verlängert. Damit ist die Gefahr von Stromausfällen im kommenden Winter jedoch noch nicht gebannt. Der im Sommer dieses Jahres durchgeführte Stresstest der Netzbetreiber kommt zu folgendem Ergebnis: „Eine stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem im Winter 22/23 ist zwar sehr unwahrscheinlich, kann aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.“

In den drei untersuchten Szenarien ist die Versorgungssicherheit in Deutschland allerdings abhängig von ausländischen Stromproduzenten. „In allen drei betrachteten Szenarien zeigt sich die Versorgungssituation im kommenden Winterhalbjahr äußerst angespannt – in Europa kann im Strommarkt die Last nicht vollständig gedeckt werden. In den beiden kritischeren Szenarien (++, +++) treten in einigen Stunden Lastunterdeckungen auch in Deutschland auf. Zum Management von Netzengpässen reichen die inländischen Redispatch-Potenziale in keinem der drei Szenarien aus. Es wird mindestens 5,8 GW gesichertes Potenzial im Ausland benötigt.“

Es gibt also gute Gründe, sich für den kommenden Winter auf Stromausfälle vorzubereiten. Während Besitzer von Photovoltaikanlagen ihre Anlage mit einer Not- respektive Ersatzstromfunktion (Ratgeber) ausstatten können, um sich somit gegenüber einem Stromausfall zu schützen, sind die Möglichkeiten für den Rest der Bevölkerung eingeschränkt.

Viele greifen zu einem mit Benzin oder Diesel betriebenen Notstromaggregat. Die Geräte sind inzwischen so populär, dass sie selbst von Discountern wie Aldi verkauft werden. Und das mit großem Erfolg: Der Notstromgenerator Ferrex von Aldi (Testbericht) ist bereits vergriffen. Allerdings ist der Strom aus Notstromaggregaten kostspielig. Bei einem Literpreis für Benzin von zwei Euro, kostet eine Kilowattstunde Strom bei einem typischen Verbrauch von 1,25 Liter pro Stunde bei einem 2000-Watt-Gerät etwa 1,25 Euro. Zudem können die Geräte auch nicht im Innenraum betrieben werden. Und die maximale Lagermenge von Treibstoff ist außerdem begrenzt (10 kg Benzin, entsprechen etwa 13,3 Liter; 20 kg Diesel, entsprechend etwa 23,8 Liter)

Powerstations mit Photovoltaik, sogenannte Solargeneratoren (Bestenliste), können mithilfe eines Solarpanels von der Sonne aufgeladen werden. Im Winter ist allerdings die Ausbeute bei der Energieernte begrenzt. Dabei ist nicht nur die verkürzte Sonnenscheindauer ein Problem, sondern die in dieser Jahreszeit häufig auftretenden wenig sonnenreichen Wetterlagen. Zudem hat nicht jeder genügend Platz, um etwa ein sehr großes 400-Watt-Panel auf dem Balkon optimal aufzustellen. Oft können Solarpanels deshalb nur flach aufgelegt werden, sodass die Energieausbeute nur etwas mehr als die Hälfte beträgt.

Im Test mit der Zendure Superbase V 6400 mit 6,4 kWh liefert das 2,3 × 1 Meter große 400-Watt-Solarpanel im Oktober am Standort München flach aufgelegt maximal 228 Watt. Zudem erreicht das Panel diesen Wert an einem sonnigen Tag nur während der Mittagsstunden. Insgesamt kann das Solarpanel an sonnigen Tagen den 6,4 kWh großen Batteriespeicher der Powerstation zum Testzeitpunkt im Oktober nur zwischen 7 und 10 Prozent aufladen. Und bei bewölktem Himmel sind es nur 2 bis 3 Prozent, während bei starker Bewölkung so gut wie kein Sonnenlicht in Energie umgewandelt wird. In den Wintermonaten sollte man also nicht nur auf die Sonne als Energielieferant für die Powerstation setzen.

Doch das muss auch nicht unbedingt sein. Sollte es lediglich zu Stromausfällen von wenigen Stunden kommen, wie sie etwa in der Schweiz im Notfall geplant sind, kann man die Zendure-Powerstation dank Schnellladefunktion mit 2900 Watt über AC schnell aufladen. Doch hierfür müssen auch die Steckdosen ausgelegt sein. Sind sie nur mit 10 Ampere abgesichert, leisten sie nur 2300 Watt und nicht 3680 Watt mit 16 Ampere. Somit dauert das komplette Laden des 6,4 kWh großen Akkus der Zendure-Powerstation knapp drei Stunden. Mit 2900 Watt erreicht sie bereits eine halbe Stunde früher 100 Prozent.

Auch die Ecoflow Delta Pro (Testbericht) mit 3,6 kWh beherrscht das Schnellladen mit bis zu 2900 Watt. Und die Bluetti EP500 Pro bietet 3000 Watt Eingangsleistung. Mit maximal 3 kW können die Zendure-Modelle Superbase 6400 und die Superbase V 4600 über den PV-Eingang geladen werden. Die Bluetti EP500 Pro bietet maximal 2,4 kW über den Solareingang, während die Ecoflow Delta maximal nur 1,6 kW unterstützt.

Wie lange eine Powerstation elektrische Verbraucher mit Energie versorgen kann, ist von Nutzungsdauer und Leistungsaufnahme der Geräte abhängig. Die für den Test herangezogene Kühl-/Gefrierkombination mit einer Leistungsaufnahme pro Tag etwa 0,75 kWh kann mit der Zendure-Powerstation Superbase V 6400 etwa 8,5 Tage betrieben werden. Fällt die Kapazität wie bei der Ecoflow Delta Pro (Testbericht) mit 3,6 kWh niedriger aus, verkürzt sich die Energieversorgung der Kühl-/Gefrierkombination auf knapp 5 Tage.

Die Superbase V 6400 bietet mit 6,4 kWh derzeit die größte Batteriekapazität. Sie verwendet Semi-Solid-State-Akkus und kann mit bis zu vier zusätzlichen Batterien mit je 6,4 kWh auf eine Kapazität von 32 kWh erweitert werden. Es lassen sich auch zwei Modelle koppeln, sodass der maximale Speicherausbau 64 kWh beträgt. Die Superbase V 4600 mit LiFePO4-Akkus bietet eine Kapazität von 4,6 kWh. Sie lässt sich auf bis zu 23 kWh erweitern. Kommen zwei Varianten zum Einsatz, beträgt die maximale Ausbaustufe bis zu 46 kWh.

Die Ecoflow Delta Pro verfügt über eine 3,6 kWh großen Stromspeicher, der auf bis zu 25 kWh erweitert werden kann. Bei der Bluetti EP500 Pro beträgt die Kapazität 5,1 kWh. Die Powerstation ist mit zwei Batterien vom Typ B300 auf bis zu 11 kWh erweiterbar. Die erst gegen Jahresende erhältliche Bluetti AC500, die in Kombination mit der Batterie B300S betrieben wird, bietet eine Kapazität von 3 kWh. Sie lässt sich auf bis zu 18 kWh ausbauen.

Die hier vorgestellten Powerstations bieten nicht nur eine große Batteriekapazität, sondern können auch Geräte mit einer hohen Leistungsaufnahme versorgen. In der geringsten Ausbaustufe bieten sie eine Dauerleistung von mindestens 3 kW (Bluetti), 3,6 kWh (Ecoflow Delta Pro) sowie 3,8 kW (Zendure). Wird die Bluetti AC500 mit zwei Batterieeinheiten vom Typ B300S kombiniert, leistet sie sogar 5 kW.

Somit können Wasserkocher, Heißluftfritteuse, Klimaanlage, Elektrogrill und Föhn von den Powerstations mit Energie versorgt werden. Allerdings immer nur einzeln. Denn bereits zwei Heißluftfritteusen mit je 1,6 kW überfordern etwa die Powerstations von Bluetti. Und einen Elektroherd mit Starkstromanschluss können die Solargeneratoren ohnehin nicht versorgen.

Powerstations mit einer Kapazität ab 3 kWh
Modell Bluetti AC500 + B300S Bluetti EP500 Pro Ecoflow Delta Pro Zendure Superbase V 6400 Zendure Superbase V 4600
Kapazität (Ausbau) 3,0 kWh (18 kWh) 5,1 kWh (11 kWh) 3,6 kWh (25 kWh) 6,4 kW (32 kWh) 4,6 kWh (23 kWh)
Maximale Leistung 3 kWh (5 kWh) 3,0 kW 3,6 kW 3,8 kW 3,8 kW
AC-Eingang 5 kWh 3,0 kW 2,9 kW 2,9 kW 2,9 kW
Solar-Eingang 3 kW 2,4 kW 1,6 kW 3 kW 3 kW
Battertyp LiFePO4 LiFePO4 LiFePO4 Semi Solid State LiFePO4
Zyklen (80 %) 3500 3500 3500 3000 6000
Garantie 3 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 10 Jahre 8 Jahre
Gewicht 66 kg 83 kg 45 kg 59 kg 55 kg
Preis 3981 Euro 5350 Euro 3900 Euro 4244 Euro 2902 Euro
Preis pro 100 Wh 132,70 € 104,90 € 108,33 € 66,31 € 63,09 €
Preis mit Solarpanel 4749 Euro (420 Watt) 6250 Euro (350 Watt) 4890 Euro (400 Watt) 5134 Euro (400 Watt) 3795 Euro (400 Watt)

Von den hier vorgestellten Powerstations mit einer Kapazität von mindestens 3 kWh sind die Modelle Bluetti EP500 Pro und Ecoflow Delta Pro (Testbericht) regulär erhältlich. Die Zendure-Varianten Superbase V 6400 und Superbase V 4600 gibt es derzeit im Vorverkauf auf Kickstarter. Die Bluetti AC500 mit der Batterieeinheit B300S kann derzeit nur über Indiegogo erworben werden. Zendure und Superbase planen die Auslieferung ihrer Produkte, die Kunden über Kickstarter und Indiegogo bestellt haben, für November (Zendure) respektive Dezember. Im regulären Handel dürften sie erst Anfang 2023 erhältlich sein.

In jedem Fall ist eine Notstromversorgung mit großen Powerstations kein billiges Vergnügen. Am günstigsten ist derzeit die Superbase V 4600 von Zendure, die etwa 40 Prozent unter dem regulären Preis derzeit auf Kickstarter für etwa 2900 Euro angeboten wird. Mit 400-Watt-Solarpanel kostet das Modell knapp 3800 Euro.

Das zweite Zendure-Modell Superbase V 6400 mit 6,4 kWh kostet in der Standardausführung 4244 Euro. Mit einem 400-Watt-Solarpanel sind 5134 Euro fällig. Die Ecoflow Delta Pro mit 3,6 kWh kostet 3900 Euro, mit Solarpanel verteuert sich die Rechnung um fast 1000 Euro. Für die EP500 Pro mit 5,1 kWh verlangt Hersteller Bluetti 5350 Euro, mit einem 350-Watt-Solarpanel sind es 6250 Euro. Die neue auf Indiegogo angeboten Lösung aus Wechselrichter (AC500) und Batterieeinheit (B300S) ist mit 3 kWh für 3981 Euro erhältlich. Mit 420-Watt-Solarpanel verteuert sich die Rechnung auf 4749 Euro.

Setzt man den Preis ins Verhältnis zur gebotenen Kapazität, sind die Modelle von Zendure mit Preisen ab 63,09 Euro für die Superbase V 4600 pro 100 Wh und 66,31 Euro pro 100 Wh für die Superbase V 6400 am günstigsten.

Wer eine Powerstation als Notstromversorgung einsetzen will, benötigt Varianten, die eine große Kapazität sowie eine hohe Ausgangsleistung bieten. Nur damit lassen sich bei einem Stromausfall sämtliche Verbraucher (Ausnahme Elektroherd) in einem Haushalt über mehrere Stunden versorgen. Eine Schnellladefunktion sollten die Geräte auch bieten, damit man sie, sollte Strom nur stundenweise zur Verfügung steht, zügig aufladen kann. Die hier vorgestellten Modelle von Bluetti, Ecoflow und Zendure erfüllen diese Anforderungen. Allerdings sind die Modelle nicht gerade ein Schnäppchen. Ob sich die Investition lohnt, muss jeder selbst entscheiden.

Weitere Informationen zum Thema bietet auch unsere Top 10 Powerstation-Bestenliste. Hilfreiche Tipps für einen Stromausfall bietet außerdem unser Ratgeber Blackout-Ratgeber: Diese Tools helfen bei Stromausfall.

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