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iRobot und Co: Vier Wischroboter im Vergleichstest

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Wischen lassen statt selber schrubben: Wir testen vier Roboter, die feucht durchwischen, drei davon saugen gleich noch Staub. Im Vergleichstest zeigen wir unsere Favoriten.

Saugen und Wischen sind Haushaltsaktivitäten, die viel Zeit kosten und auf die wir gerne verzichten würden. Praktisch also, dass inzwischen verschiedene Roboter auf dem Markt sind, die uns diese unliebsamen Aufgaben abnehmen. Gerade wer Laminat, Parkett, Fliesen, Naturstein oder andere glatte Materialien in seiner Wohnung hat, kann mit einem Wischroboter oder einem Kombigerät für Sauberkeit sorgen.

In unserem Test treten diese vier verschiedenen Modelle aus unterschiedlichen Preisklassen gegeneinander an:

Das Design ist Geschmackssache, alle Robotermodelle sind auf ihre eigene Art und Weise nett anzusehen. Wichtiger ist die Verarbeitung und die war bei allen vier Testmodellen sehr gut. Unterschiede gibt es vor allem bei den Maßen, dem Gewicht und dem Funktionsumfang.

So ist der iRobot Jet der kleinste und wendigste Roboter im Test, er bewegt sich auch unter Stühlen hindurch. Größer und schwerer sind die Kombimodelle von Ecovacs, Sichler und iLife, die nicht nur wischen, sondern auch Staubsaugen. Die Funktion erkaufen sie sich durch ihre Größe, so dass sie nicht mehr unter Möbel oder zwischen Stuhlbeine durchpassen. Auch der Braava Jet ist zu hoch, um unter den meisten Sofas wischen zu können.

Der iLife V80 (Testbericht) wischt nebelfeucht und ist deshalb für alle Hartböden geeignet. Damit beim Wischen alles funktioniert, dürfen im Gebiet keine Teppiche herumliegen, da diese sonst mitgewischt werden. Eine App zur Steuerung gibt es nicht, dafür eine Fernbedienung. Bei Bedarf kann ein Timer eingestellt werden, sodass der Roboter täglich von allein seine Runden dreht. Das ist aber nur im Saugmodus möglich, nicht im Wischmodus. In letzterem gibt der Roboter kontinuierlich Wasser ins Mopptuch ab, hier würden es sonst zu Wasserlachen am Boden kommen.

Der Sichler PCR-2000 (Testbericht) ist im Saugmodus für alle glatten Böden geeignet. Die Wischfunktion sollte nur auf versiegelten Böden zum Einsatz kommen. Unbehandelte Flächen wie Echtholzböden sind nicht geeignet. Herumliegende Teppiche werden nicht automatisch erkannt und müssen vor dem Wischeinsatz weggeräumt werden. Per App oder direkt am Gerät kann ein Zeitplan erstellt werden, sodass der PCR-2000 selbstständig reinigt. Dem Roboter liegen zwei magnetische Bänder bei, mit denen sich das Putzgebiet begrenzen lässt. Das ist besonders praktisch, wenn Spielzeug im Wohnzimmer aufgebaut ist, das der Roboter in seinem automatischen Zeitplanmodus nicht kaputtfahren soll.

Der Ecovacs Deebot Ozmo 930 (Testbericht) funktioniert auf allen Hartböden. Falls ein Teppich ausliegt, kann ihn der Ozmo 930 selbstständig erkennen. Dann erhöht er die Saugleistung beziehungsweise stellt die Wischfunktion ein. Der Ozmo 930 zeichnet per Laser Distance Sensor (LDS)eine Karte vom zu reinigenden Gebiet. Per App wird dieses in Bereiche geteilt, sodass die Räume auch unabhängig einzeln für die Reinigung angesteuert werden können. Außerdem lassen sich virtuelle Grenzen einzeichnen, die ähnlich wie die Magnetbänder beim Sichler-Roboter funktionieren und den Roboter etwa vom Überfahren des Spielzeugs im Wohnzimmer abhalten. Doch hier werden diese Grenzen einfach als Linien im Grundriss der App gezogen. Hier ist auch ein detaillierter Zeitplan möglich, anhand dessen der Ozmo selbstständig mit der Reinigung beginnt. Bei Bedarf wird der Deebot per IFTTT oder Amazon Alexa integriert und per Sprachbefehl gestartet.

Der iRobot Braava Jet (Testbericht) kann jeweils mit einem spezifischen Tuch auf glatten Böden (z.B. Hartholz, Fliesen oder Stein, versiegelte Böden) verwendet werden. Auf Holzdielen würden wir ihn nicht noch einmal verwenden, da das Wasser stark in die Zwischenräume läuft. Teppiche werden nicht wirklich erkannt. Sind sie aber hoch genug, springt der Hindernissensor an und der Jet dreht um. Darauf verlassen kann man sich nicht, Teppiche sollten entsprechend zur Seite gelegt werden. Per App lässt sich der Roboter steuern, allerdings gibt es nur einen großen Startknopf. Während die Staubsaugergeräte von iRobot schon per Amazon Alexa ins Smart Home integriert werden können, klappt das bei den Wischrobotern noch nicht. Ein automatisches Losschicken per Zeitplan ist bei diesem Modell nicht vorgesehen.

Drei der Geräte sind Kombiroboter, die sowohl saugen als auch wischen können. Das ist praktisch, da wir diese zuerst als Sauger losschicken, um Haare, Krümel und Dreck zu entfernen. Das Umbauen zum Wischer geht schnell und mit wenigen Handgriffen. Und wenn die Wohnung oder der zu reinigende Bereich nicht allzu groß ist, reicht eine Akkuladung, damit der Roboter im Anschluss ans Saugen die gleiche Fläche nochmal als Wischer abfahren kann.

Beim iRobot Braava Jet ist das etwas anders. Er hat zwar ein Trockenwischtuch im Sortiment, das Staub und Haare anzieht, doch ist diese Vorreinigung nicht mit gründlichem Saugen vergleichbar sodass sich eine Vorbehandlung des Bereichs mit einem Staubsauger lohnt. Außerdem wäre das insgesamt auf Dauer recht preisintensiv, da ein Trockenwischtuch genau wie ein Nass- oder Feuchtwischtuch etwa einen Euro kostet.

Bei jedem der Roboter sollte die Wohnung vor dem Wischen gesaugt sein. In den Wassertank der Geräte sollte laut Herstellerangaben nur Wasser eingefüllt werden. Wer mit einem Putzmittel wischen möchte, kann dieses beim iLife V80 und dem Sichler PCR-2000 lediglich in verdünnter Form auf das Mopptuch geben. Der Braava Jet von iRobot hat in seinen Einwegtüchern ein integriertes Reinigungsmittel, das durch Wasser aktiviert wird. Beim Ecovacs Deebot Ozmo 930 kann das hauseigene Reinigungsmittel (20 Euro) in den Tank gefüllt werden.

Die beste Sauberkeit erzielten wir im Test mit dem iRobot Braava Jet. Küche und Bad (Fliesen) sahen aus wie von Hand gewischt und in Schlaf- und Wohnzimmer (Laminat) lag kein Staubkorn mehr. Dafür hat das Wischen länger gedauert. Am effizientesten geht der Deebot Ozmo 930 von Ecovacs vor. Er hat die Zimmer mit Abstand am schnellsten und dabei dennoch sehr gut gereinigt. In Küche und Bad musste ich nur sehr wenig bei hartnäckigen Flecken von Hand nachbessern, die Laminatfußböden waren optimal gesäubert. Der iLife V80 macht seine Sache auch gut. Besser wurde es, als wir mit der Fernbedienung hinterherliefen und an manchen Stellen manuell die Spot-Reinigung oder den Powermodus aktivierten. Beim Sichler PCR-2000 merkt man, dass er nur nebelfeucht wischt. Das ist für Laminat und Co ausreichend, doch die Fliesen in der Küche werden dadurch nicht optimal sauber.

Nach jeder Reinigung ist jeder Staubbehälter zu leeren und auch der Wassertank vom Restwasser zu befreien. Bei allen Geräten sind diese Bauteile einfach zu erreichen und zu entnehmen beziehungsweise anzubringen. Das Leeren funktioniert bei jedem Gerät etwas anstrengend. Vor allem die Staubtanks lassen sich insgesamt weniger gut leeren. Da sich die Klappen nicht optimal öffnen lassen, staubt es oder wir müssen man am Ende immer mit den Fingern hineingreifen, um beim Leeren nachzuhelfen. Beim Sichler- und auch beim Ecovacs-Roboter können die Staubtanks mit Wasser ausgespült werden, was den Reinigungsvorgang erleichtert. Beim iLife V80 ist das wegen verbauter Elektronik leider nicht möglich. Filter und Bürsten müssen bei den Kombigeräten mit Staubsaugfunktion etwa gleich häufig gewechselt werden. Hier unterschieden sich die Komponenten hauptsächlich im Preis.

iLife V80

iLife V80

Sichler PCR-2000 (NX6738)

Sichler PCR-2000

Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 930

Deebot Ozmo 930

iRobot Braava Jet 240 Wischroboter

iRobot Braava Jet

Der Gesamttestsieger ist das Kombigerät von Ecovacs. Der Deebot Ozmo 930 überzeugte im Test durch seine einfache, aber umfangreiche Bedienung und durch ein gutes Reinigungsergebnis. Die Zeitplanung funktioniert zuverlässig und auch die Handhabung beziehungsweise das Umbauen von Staubsauger- zu Wischroboter geht schnell. Insgesamt ist dieser Roboter die bequemste Lösung. Er kommt als 2-in-1-Gerät mit unserem Alltag am besten klar, erkennt Teppiche von alleine, arbeitet schnell und dennoch effizient.

Als Preis/Leistungssieger geht der iRobot Braava Jet hervor, der durch seine kleine kompakte Größe auch in Ecken und unter Stühlen hindurch fährt und die beste Wischleistung an den Tag legte. Durch die unterschiedlichen Reinigungstücher weiß der Roboter automatisch, wie er sich auf dem Untergrund verhalten soll und lieferte in jedem Szenario optimale Ergebnisse. Allerdings muss vor dem Wischen entweder gesaugt oder der Roboter mit einem Trockenwischtuch losgeschickt werden, um Haare und Schmutz zu entfernen. Dann braucht es einen zweiten Akku für das nass- oder feuchtwischen.

Übersicht
Produkt V80 PCR-2000 Deebot Ozmo 930 Braava Jet
Hersteller iLife Sichler Ecovacs iRobot
Saugen / Wischen ✔ / ✔ ✔ / ✔ ✔ / ✔ - / ✔
Zeitplan -
App - ✔, minimal
Erkennt Teppiche - -
Begrenzung - per Magnetband per App -
Raumkartierung Nein Nein Ja Nein
Staubbehälter auswaschbar - n.v.
Note 3 3 1 1

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