Hightech beim Wandern: Navigation mit Smartphone, Sportuhr und GPS-Gerät

Navigation beim Wandern mit dem GPS-Gerät Garmin GPSMAP 66i

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Mit Outdoor-Handy, smarter Sportuhr oder GPS-Gerät begeben wir uns auf Wanderschaft. TechStage zeigt smarte Navigationsgeräte sowie sinnvolle Gadget für die Tour in die Berge.

Die Zeiten, in denen man mit einem Kompass und einer Landkarte im Outdoor-Bereich unterwegs war, sind vorbei. Dank Smartphones und entsprechender Navigations-Apps sollten Wanderer bei Outdoor-Aktivitäten wie einem Ausflug in die Berge oder Wälder nicht verloren gehen. Wir stellen in diesem Ratgeber Outdoor-Handys, smarte Sportuhren sowie Navigationsgeräte für digitale Karten mit Global Positioning System für Profis und weitere nützliche Gadgets für die nächste Wanderung oder Skitour vor. Diese Geräte eignen sich zudem zum Geocaching.

Für weniger anspruchsvolle Wandertouren reicht in der Regel ein Smartphone zum Navigieren. Empfehlenswert ist hier die Nutzung einer guten Navigations-App, denn mit den Angaben von Google Maps kommt abseits von Wohngebieten nicht so weit. Dafür eignen sich spezielle Wander-Apps besser. Zu den beliebtesten Vertretern für Android oder iOS gehören Komoot, Outdooractive, Alltrails und Bergfex. Die Nutzung des vollen Funktionsumfangs zieht allerdings Abogebühren nach sich.

Eine kostenfreie Alternative sind Apps, die auf das Kartenmaterial von OpenStreetMap (OSM) zurückgreifen. Dabei handelt es sich um ein freies Projekt, das mit Unterstützung einer Community frei nutzbare Geodaten sammelt, strukturiert und diese für jedermann in einer Datenbank sammelt. Wir haben selbst gute Erfahrungen mit der kostenlosen tschechischen Smartphone-App Mapy gemacht. In den OSM-Karten sind selbst die kleinsten Wanderpfade zu finden. Bevor es auf Tour geht, sollte man das benötigte Kartenmaterial zur Offline-Nutzung auf das Handy herunterladen. Häufig ist in der Wildnis zumindest in Deutschland nicht mit ausreichend Mobilfunkempfang zu rechnen.

Um gegen Nässe bei jedem Wetter geschützt zu sein, bietet sich insbesondere ein Outdoor-Smartphone zum Wandern an. Mit einer Zertifizierung mindestens nach IP68 sind solche Geräte ausreichend gegen Schmutz oder Wasser geschützt und überstehen dank eines verstärkten Gehäuses in der Regel auch einen Sturz auf eine harte Oberfläche. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist neben der Robustheit eine gute Akkulaufzeit. Nutzt man über einen längeren Zeitraum hinweg das Handy zur GPS-Ortung, erschöpft das schneller den Akku.

Ein preiswerter Tipp für ein Outdoor-Smartphone wäre das Gigaset GX290 Plus (Testbericht). In unserem Test hielt das wasserdichte und stabile Handy gut 17 Stunden durch. Ebenfalls für weniger als 300 Euro und einer langen Akkulaufzeit gibt es das Motorola Defy (Testbericht). Das Nokia XR20 (Testbericht) geht zudem als solides Mittelklasse-Handy unter den Outdoor-Geräten durch, kostet aber gut 450 Euro.

Zusätzlich raten wir dazu, eine Powerbank mitzunehmen. Diese lädt bei Bedarf unterwegs das Handy wieder auf. Auch hier bietet sich eine stoßgeschützte und wetterfeste Outdoor-Powerbank an. Häufig bieten diese nützlichen Zusatzfunktionen wie eine integrierte LED-Taschenlampe.

Einen Nachteil bringt ein Mobiltelefon beim Wandern mit sich: Man muss es stets griffbereit bei sich tragen. Nutzt man es, hat man eine Hand nicht frei. Eine Alternative wären hier Smartwatches mit GPS-Empfänger, die man am Handgelenk trägt. Damit blieben beide Hände frei für Wanderstöcke oder zum Klettern.

Die praktische Alternative in den Bergen ist eine vollwertige und smarte Sportuhr mit GPS und Kompass. Diese kombiniert die Vorteile einer Smartwatch, eines Fitness-Trackers und einer GPS-Navigation in einem Gerät. Das bietet den Vorteil, dass es unabhängig vom Handy beim Navigieren hilft. Diese Uhren bieten Zugriff auf das GPS-System Navstar, Glonass oder Galileo. Ein barometrischer Höhenmesser gehört ebenfalls zum Funktionsumfang und gibt dem Wanderer Auskunft darüber, auf welcher Höhe er sich derzeit befindet. Der Nachteil solcher GPS-Uhren: Sie sind teuer, die günstigsten Modelle fangen bei 120 Euro an.

In unseren Tests überzeugte uns die Garmin Fenix 6s (Testbericht) als Sportuhr mit Navigationsmöglichkeiten durch vorinstallierte topografische Karten. Eine gute Alternative ist die Polar Grit X (Testbericht), die Karten aus der App Komoot wiedergeben kann. Ein Höhenbarometer mit Unwetterwarnungen sowie GPS-Antenne bietet zudem die Suunto 9 Baro (Testbericht). Weiter Smartwatches für sportliche Naturen zeigen wir in unserer Bestenliste Sportuhren: Top 10 der Multisportuhren im Vergleich.

Neben der Nutzung von GPS und Kartenmaterial ist eine lange Akkulaufzeit essenziell für eine Tour durch die Berge oder Wildnis. Große Ausdauer beweist etwa die hochpreisige Garmin Enduro (Testbericht). Welche Uhren noch lange durchhalten, zeigen wir im Ratgeber Smartwatches, Fitness-Tracker und Sportuhren mit der längsten Akkulaufzeit.

Wer lieber über das größere Handy-Display navigiert, kann beim Wandern dennoch von einem Fitness-Tracker mit GPS profitieren. Dieser zeichnet dann die zurückgelegte Strecke auf und informiert den Wanderer schnell darüber, wie viele Kilometer bereits zurückgelegt wurden. Für dieses Szenario muss es keine teure Smartwatch sein. Eine günstige Alternative ist etwa die Amazfit Stratos (Testbericht) sowie die Amazfit T-Rex Pro (Testbericht). Weitere preiswerte Uhren mit Tracking-Funktion zeigen wir im Ratgeber Elf Sportuhren im Vergleich: Das können Garmin, Fitbit & Co.

Auch wenn ein Outdoor-Handy oder eine smarte Sportuhr mit GPS eine große Hilfe bei einer Wandertour sein können, haben sie Grenzen. Etwa eine begrenzte Akkudauer oder die Abhängigkeit von Mobilfunknetzen. Eine Alternative für anspruchsvolle Wanderer für mehrtägige Touren ist ein GPS-Navigationsgerät. Die Vorteile solcher hochpreisiger Navigationshilfen kommen vorwiegend in unbewohnten Gegenden zum Tragen.

Der Vorteil bei einem GPS-Gerät dieser Art liegt in der Robustheit. Die Akkudauer ist für eine längere Zeit ausgelegt als bei einem Mobiltelefon. Die Displays der GPS-Handgeräte reflektieren das Sonnenlicht nicht so stark, damit man sie besser ablesen kann. Zudem funktionieren die Geräte unabhängig von Mobilfunknetzen und orten die Position über GPS-Daten. Sehr spannend sind zudem Notruffunktionen über das Satellitennetzwerk, mit denen man auch dann Hilfe bekommt, wenn es kein Mobilfunknetz gibt.

Wir haben uns das Garmin GPSMAP 66i näher angesehen. Das neueste Modell der 60er-Reihe kombiniert als Besonderheit die GPS-Navigation mit einer Notruffunktion per Iridium-Satellitenfunk. Die SOS-Taste befindet sich auf der linken Seite. Für die Nutzung dieses Features ist eine Registrierung für die gebührenpflichtigen InReach-Dienste nötig. Die Kosten betragen bei einem Jahresvertrag 15 Euro im Monat, im monatlich kündbaren Freedom-Vertrag sind es 20 Euro. Mit dem GPSMAP 66i kann man zudem Textnachrichten per GPS-Satelliten versenden und empfangen.

Optisch erinnert das GPS-Gerät ein wenig an ein älteres Handy wie das Nokia 5110. Die Verarbeitung ist äußerst solide und hinterlässt einen sehr robusten Eindruck. Die Schutzart ist nach IPX7 zertifiziert. Das erlaubt ein zeitweiliges Untertauchen bis maximal 1 Meter Tiefe für höchstens 30 Minuten. Mobiltelefone mit IP68 sind allerdings noch besser geschützt gegen Wasser. Mit Abmessungen von 163 x 66 Millimetern ist es etwas kleiner als ein modernes Smartphone – außer bei der Bautiefe, die mit 35 Millimeter mehr als dreimal so groß ist wie bei einem Handy. Mit einem Gewicht von rund 240 Gramm wiegt es nur minimal mehr als ein Outdoor-Smartphone. An einer Klemme an der Rückseite befestigt man zudem eine Schlaufe mit einem Karabinerhaken.

Die Navigation erfolgt über GPS-Satelliten wie Navstar, Glonass oder Galileo, OSM-Karten für Europa sind bereits vorinstalliert. Der interne Speicher beim Garmin GPSMAP 66i beträgt 16 GByte, davon steht etwa die Hälfte für zusätzliches Kartenmaterial und Tracks zur Verfügung. Einen Slot für Micro-SD-Karten bis 32 GByte gibt es ebenfalls. Live-Tracking ist nur mit einer aktiven InReach-Mitgliedschaft möglich.

Das Garmin GPSMAP 66i erlaubt zudem die Eingabe von exakten GPS-Koordinaten, was es zu einem guten Hilfsmittel für das Geocaching macht. Bei dieser Form der Schnitzeljagd suchen Teilnehmer nach verborgenen Objekten oder Hinweisen anhand von GPS-Daten. Die Bedingung erfolgt über den mittigen Steuerknopf. Ein Touchscreen-Display gibt es nicht. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, erlaubt aber das sichere und einhändige Bedienen auch mit dicken Handschuhen.

Die Akkulaufzeit ist abhängig von der Nutzung und der damit verbunden Abfrage der Koordinaten. Aktiviert man den speziellen Expeditionsmodus, soll der Akku des Navigationsgeräts etwa eine Woche durchhalten. Im Expeditionsmodus schaltet das GPS-Gerät das Display aus und trennt alle Bluetooth-Verbindungen. Die Häufigkeit und Genauigkeit von Positionsaufzeichnung wird zum Stromsparen minimiert. Aufgeladen wird das Navi per Micro-USB-Kabel. Das Gerät unterstützt zudem drahtlose Verbindungen über Bluetooth und WLAN.

Zu den weiten Features des Garmin GPSMAP 66i gehören ein barometrischer Höhenmesser und ein digitaler Kompass. Kleiner Anwendungen wie ein Uhr mit Wecker, ein Kalender sowie Angaben zu Sonnenaufgang und Untergang und Mondphasen oder eine LED-Taschenlampe runden die Funktionen auf dem Niveau eines Feature Phones ab. Für Wanderer sehr interessant ist die Wetterfunktion mit aktiven und aktuellen Daten. Für Unwetterwarnungen über das Iridium-Satellitennetzwerk ist ein Abo für InReach nötig.

Mit einem Preis von fast 550 Euro gehört das Garmin GPSMAP 66i zu den Premium-Navigationsgeräten. Ähnliche Features, aber ohne SOS-Notruf über GPS-Satelliten bieten die beliebten Modelle Garmin GPSMAP 64s, Garmin Montana 700 sowie Garmin Oregon 700 oder das kompakte Garmin eTrex Touch 35. Die einfachsten und preiswertesten Outdoor-GPS-Geräte von Garmin fangen bei knapp 90 Euro an. Weitere Hersteller für GPS-Navis sind TwoNav und Falk.

Neben einer guten Ausstattung für die Navigation, warmer Kleidung, Wanderstöcken und genügend Wasser gibt es noch weiteres Zubehör, dass eine sinnvolle Ergänzung zu jeder Wanderung ist. Man sollte an ein Taschenmesser mit nützlichen Werkzeugen denken. Nicht fehlen darf Verbandsmaterial. Eine Stirnlampe ist gerade bei Dunkelheit essenziell. Mehr dazu zeigen wir in unserem Ratgeber Brutal hell und trotzdem günstig: Leuchten für Schulweg, Sport und Spaziergang.

Praktisch sind zudem Gadgets mit Solarstrom: Panels, Powerbanks und Rucksäcke (Ratgeber), um ein Handy oder die Powerbank mit Sonnenlicht aufzuladen. Es gibt sogar Rucksäcke mit eingebauten Solarpaneelen. Für die Mitnahme des Mobilgeräts bietet sich eine wasserfeste Gürteltasche an.

Bereits handelsübliche Smartphones bis 150 Euro (Bestenliste) erfüllen die nötigen Anforderungen, um sich mit Navigations-Apps und GPS beim Wandern zurechtzufinden. Wer besser gegen jedes Wetter geschützt sein will, greift zum Outdoor-Smartphone (Ratgeber). Für eine eintägige Wanderung reicht das im Regelfall aus.

Eine GPS-Sportuhr (Bestenliste) ist zudem eine gute Ergänzung zum Handy. Über das Handgelenk ist sie schnell abzulesen, ohne dass man jedes Mal das Handy zücken muss. Wer über einen längeren Zeitraum oder in Gebieten ohne Mobilfunknetz wandert, kann über die Anschaffung eines GPS-Gerätes nachdenken mit integrierter Notruffunktion über das Satellitennetzwerk.

Abgerundet ist die Ausstattung zum Wandern mit passender und warmer Kleidung, Wanderstöcken sowie praktischen Gadgets wie Multitools, Taschenmesser oder Stirnlampen.

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