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GPS Tracker
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GPS-Tracker helfen beim Aufspüren entlaufener Haustiere. TechStage hat sich vier Produkte zwischen 10 und 50 Euro angesehen und zeigt, was sie können.

Wenn die Katze vom Freigang nicht nachhause kommt, sind die Sorgen groß. Wer sein Tier mit einem GPS-Tracker ausstattet, kann es Tag und Nacht überwachen. Damit weiß der Nutzer zwar noch nicht gleich, wie es dem Tier geht, aber er kann es bei Bedarf wenigstens finden. TechStage hat vier Tracker für Hund, Katze & Co. zwischen 10 und 50 Euro ausprobiert und zeigt im Beitrag, was sie leisten.

Wer statt Haustier sein Fahrrad tracken will, findet im Beitrag: GPS-Tracker für das Fahrrad eine Übersicht.

Über 80.000 Haustiere gehen im Schnitt pro Jahr in Deutschland verloren, berichtet der Verein Tasso (Link zur Meldung). Dabei empfehlen die Autoren ganz klar, Haustiere zu chippen. So können sie dem Besitzer zugeordnet werden, wenn Dritte sie wieder finden.

Wer wissen will, wo sich die Katze oder der Hund tagesaktuell herumtreibt, kommt mit einem RFID-Chip allerdings nicht weit. Dieser sendet zwar auf nächste Distanz Informationen zu Tier und Besitzer, allerdings keine Daten an den Eigentümer.

Hier bieten sich GPS-Tracker als Alternative an. Sie zeigen, wo sich das Haustier befindet und schlagen Alarm, wenn es einen vorher festgelegten Radius ums Eigenheim verlässt. Über dieses sogenannte Geofencing richten Nutzer Zonen ein. Verlässt das Tier einen solchen Bereich, warnt eine App den Besitzer, wenn sich beispielsweise die Katze nahe einer Autobahn befindet oder der Hund ausbüxt und sich im Nachbarsgarten mit der läufigen Hündin vergnügt.

TechStage hat vier Tracker bis 50 Euro ausprobiert. Alle Modelle weisen laut Hersteller einen unbedenklichen SAR-Wert (unter 2W) in Hinblick auf elektromagnetische Strahlung aus (Link zum Bundesamt für Strahlenschutz). Zudem funktioniert bei allen Modellen mindestens die Ortung innerhalb Deutschlands.

Update [19.02.2021]: Wir danken unserem Leser Markus für seine Aufmerksamkeit. Das Modell "GF-07" ist kein GPS-Tracker, sondern eine Mogelpackung mit GSM-Modul. Sprich: Die Positionsbestimmung erfolgt ausschließlich über das Handy-Netz, so wie beim allerersten iPhone. Damit ist eine grobe Ortung möglich, etwa nach Stadtteilen oder Ortschaften. Das reicht aus, um herauszufinden, ob man seinen Rucksack beim Kumpel oder in der Uni hat liegen lassen, aber es ist absolut unbrauchbar, um die genaue Position eines entlaufenden Hundes oder geklauten Fahrrads zu ermitteln.

Die vier Tracker im Test von TechStage tragen die Bezeichnung Prothelis Greta, Tractive GPS-Tracker, Vodafone Curve und „No-Name“ GPS GF-07, dass es unter anderem bei Shops wie Banggood oder Amazon gibt. Beim GF-07 muss man allerdings beachten, dass es sich nicht um einen GPS-Tracker, sondern um einen Fake mit GSM-Modul handelt. Das funktioniert in der Praxis gut, wie wir weiter unten zeigen, die Begrifflichkeit "GPS-Tracker" stimmt dennoch nicht. Die technischen Spezifikationen haben wir in der Übersicht zusammengestellt.

Die Produkte sind laut Herstellern alle für Hunde und Katzen gleichermaßen geeignet, allerdings stellt sich die Frage, ob die Größe der Tracker für ein kleines Tier wie eine Katze nicht hinderlich ist.

GPS GF-07
(no-name)
Prothelis GretaTractive GPS-TrackerVodafone Corve
Benötigte Temperatur-20 bis +55 Grad-20 bis +60 Gradn/a-20 bis +45 Grad
Wasserfestigkeitn/aIP67iPX7IP67
Gewicht17,7g35,9g40,1g27,1g
Maße (l, b, h)4x2,3x1,4cm6x2,5x1,5cm7x4x2cm4x4x1,5cm
FunkstandardGSM 850/900/1800/1900GSM 900/1800GSM 850/900/1800/1900GSM 850/900/1800/1900 
Appneinjajaja
Geofencingneinjajaja
Automatische Benachrichtigungen (App/SMS)neinjajaja
SIM integriertneinjajaja
Verpflichtendes Aboneinjajaja
Akkulaufzeitbis 6 Tagebis 5 Tagebis 6 Tagebis 7 Tage
Preisab 10 Euroab 48 Euroab 34 Euroab 40 Euro

Alle Produkte erfordern eine Anmeldung mit personenspezifischen Daten. Diese dürfen die Anbieter nach Telekommunikationsgesetz (TKG) §111 erheben. Tractive und Prothelis wollen den vollen Namen, Anschrift und Geburtsdatum wissen. Vodafone verlangt sogar eine Kopie des Personalausweises. Auch für den Budget-Tracker aus China ist eine Prüfung indirekt notwendig. Denn dieser arbeitet als einziges Modell mit einer SIM-Karte, die sich der Käufer separat zulegen muss. Bei den anderen Modellen ist die SIM bereits integriert; für den zugehörigen Service verlangen die Anbieter aber natürlich Geld.

Sparfüchse kommen beim GF-07 somit im Zweifelsfall günstiger weg. Denn das Modell sendet Standortdaten via SMS an den Eigentümer. Wer sich eine Zweitkarte zu einem bestehenden Mobilfunktarif mit SMS-Flat holt, hat keine Extrakosten. Wer keine Zweit-SIM zur Hand hat, findet in unserem Beitrag: Monatlich kündbare Tarife bis 5 Euro eine Übersicht zu günstigen Angeboten.

Bei allen Modellen, mit Ausnahme des No-Name-Produktes, erfolgt die Anmeldung und Überwachung in einer App. Dort sehen Nutzer den Live-Standort des Trackers, legen Geofences fest und können die zurückgelegte Strecke des Haustiers auf einer Landkarte verfolgen. Alle Apps benachrichtigen, wenn der Akku der Tracker geladen werden muss oder das Tier eine festgelegte Zone verlässt. Die Apps aller Anbieter sind gut bedienbar, wobei sich Prothelis beim Design am wenigsten Mühe gegeben hat. Die Optik wirkt veraltet und unstrukturiert. Die Lösung von Vodafone zeigt den Standort und bietet Geofences, hat aber sonst keine weiteren nennenswerten Funktionen.

Die GPS-Tracker von Tractive und Prothelis bieten mehr Funktionen. Unter anderem können Nutzer bei Prothelis und Tractive nicht nur eine Zone im Umkreis von einigen Kilometern festlegen, sondern auch ganz individuelle virtuelle Zäune als Polygone frei mit dem Finger zeichnen. Somit kann man beispielsweise angrenzende Bundesstraßen exakt aus einer Zone ausschließen. Darüber hinaus dient die Tractive-App als eine Art Fitness-Tracker für Hund und Katze. Sie zeigt, wie viel das Tier läuft, schätzt, wie viele Kalorien es verbrennt und wie lange es ruht, also an einer Stelle bleibt. Damit diese Funktionen sauber arbeiten, muss der Besitzer vorab ein Profil des Tieres mit Name, Gewicht und Größe erstellen. Zusätzlich zeigt die Tractive-App nicht nur den Standort des Tiers, sondern hilft mit Signalton und kleiner LED im Tracker beim Auffinden des Haustiers.

Der Prothelis Greta warnt bei einer gewissen Temperatur oder Geschwindigkeit oder, wenn sich das Tier länger nicht bewegt. Ab welcher Temperatur oder Geschwindigkeit (in km/h) der Alarm anschlagen soll, entscheidet der Eigentümer. Der China-Tracker gibt nur Informationen über den aktuellen Standort. Funktionen wie Geofencing oder die Darstellung von Bewegungsverläufen hat er nicht. Hier ermittelt der Nutzer den Standort über SMS an den Tracker beziehungsweise die darin eingelegte SIM-Karte. Mit der SMS „777“ sendet der Tracker etwa den Standort als Google-Maps-Link. Einen Status zum Akkustand kann man nicht per SMS abfragen.

Die Modelle von Prothelis und Vodafone sind vollständig gegen Staub und Wasser geschützt (IP67), der Tracker von Tractive ist nur wassergeschützt (IPX7). Das China-Modell verzichtet auf Angaben und sieht auch nicht so aus, als ob er im Regen überlebt. Wer ihn nicht in einem Plastikbeutel ans Halsband hängen will, sollte diesen Tracker eher für die Überwachung eines Autos nehmen; oder einen anderen trockenen Ort wählen. Als Tier-Tracker fällt er somit allerdings durch.

Für unseren Test durchliefen alle Tracker das gleiche Verfahren: Wir haben Sie auf einer Strecke von 5 Kilometern mitgenommen, um das Tracking zu verfolgen. Zudem haben wir die Produkte an einer festen Position abgelegt, um die Ortung zu bestimmen. Bei der Standortgenauigkeit hat der Vodafone Curve die Nase vorn. Das Modell zeigt den exakten Standort; das schlechteste Ergebnis mit 20 Metern Differenz haben wir bei Tractive festgestellt. Die Modelle von Prothelis und ins unserem Fall sogar der GSM-Tracker GF-07 sind auf unter 20 Meter genau und liegen damit im Mittelfeld.

Die Akkus der Tracker halten laut den Herstellern zwischen vier und sieben Tagen. Diese Angaben hängen aber natürlich mit dem Nutzungsverhalten zusammen. Wer – wie bei Prothelis möglich – alle 10 Sekunden ein Update will, verkürzt die Akkulaufzeit deutlich um bis zu ein bis zwei Tage. Mit Standortaktualisierungen alle 60 Minuten kommt man hingegen auf die angegebenen Werte. Nur Prothelis bietet noch spezifischere Aktualisierungszyklen. So können Nutzer den Standort etwa nur alle 24 Stunden oder nur auf Anfrage abfragen. Letzteres verlängert die Akkulaufzeit natürlich spürbar um mehrere Tage. Das Modell von Tractive ist bei Nutzung seiner vielen Zusatzfunktionen am schnellsten leer.

Zum Laden liegen den Geräten entsprechende Ladekabel bei. Beim GF-07-Tracker ist dies ein Micro-USB-Kabel. Prothelis, Tractive und Vodafone setzen auf proprietäre Anschlüsse. Ersatzkabel sind erhältlich, bei Prothelis ist es mit 15 Euro allerdings am teuersten.

In puncto Anbringung passen alle Tracker an Halsbänder von Hunden und Katzen. Allerdings bieten nur Tractive und Prothelis spezielle Silikontaschen für Halsbänder im Lieferumfang. Das sind allerdings auch die Modelle, die mit einer Länge von 6 bis 7 cm und einer Höhe von bis zu 4 cm am dicksten auftragen. Bei größeren Tieren ist es entsprechend egal, für welchen Tracker sich der Besitzer entscheidet. Wer allerdings die Bewegung kleinerer Haustiere – etwa die einer Katze oder eines Chihuahuas – tracken will, sollte wohl zum Curve greifen. Auch beim Gewicht liegt er unter den brauchbaren Modellen vorne. Mit 27 Gramm liegt er unter dem Greta (35 Gramm) und Tractive (40 Gramm). Der nicht wasserdichte GF-07 kommt auf 18 Gramm.

GF-07
(no-name)
Prothelis GretaTractive GPS-TrackerVodafone Corve
Pro+ sehr günstig+ viele Zusatzfunktionen+ günstig+ Standorterkennung sehr genau
+ leicht & klein+ Laden per Micro-USB+ wasserfest+ ansprechende App
+ Laden per Micro-USB+ viele Zusatzfunktionen+ günstiges Abo
+ ansprechende App
Contra- keine App- App optisch nicht ansprechend- Standorterkennung nicht genau- keine Zusatzfunktionen
- keine automatische Benachrichtigung- teures Abo- teures Abo- proprietäres Ladekabel
- nicht wasserfest- proprietäres Ladekabel
- kein GPS

Der Prothelis Greta kostet einmalig ab 47 Euro, Tractive liegt bei einmalig 34 und Vodafone Curve bei 40 Euro. Zusätzlich kommen aber noch Gebühren für die App-Nutzung hinzu. Wer den Curve-Tracker gleich mit Service für 24 Monate zusammen kauft, zahlt bei preisboerse24.de einmalig 90 Euro. Einzeln, also ohne Tarif, gibt es den Tracker bei Amazon für aktuell 30 Euro. Die weiteren Abo-Preise zu den jeweils günstigsten Konditionen hier in der Übersicht:

GF-07
(no-name)
Prothelis GretaTractive GPS-TrackerVodafone Corve
Kosten bei monatlicher Zahlung
(monatlich)
separate SIM-Karte notwendig5 Euro8 Euro3 Euro
Kosten bei 24 Monaten Laufzeit (gesamt)separate SIM-Karte notwendig91 Euro100 Euro48 Euro

Der China-Tracker GF-07 kostet bei Banggood beispielsweise einmalig 9 Euro mit Code BGGF074 und braucht eine SIM-Karte. Wer nicht gerade eine Zweit-SIM zur Hand hat, findet in unserem Beitrag: Monatlich kündbare Tarife bis 5 Euro eine Übersicht zu günstigen Angeboten.

Der GF-07 ist kein GPS-Tracker und daher für die meisten Einsatzzwecke ungeeignet. Noch dazu ist das Gerät nicht wasserdicht. Sobald ein Tracker aber nass wird, was bei Haustieren nun mal die Regel ist, sollten Interessenten zu den Modellen von Prothelis, Tractive oder Vodafone greifen. Die meisten Funktionen gibt es bei Tractive und Prothelis, die höchste Standortgenauigkeit bietet Curve. Auch beim Preis hat der Vodafone-Tracker die Nase vorn. Er kostet einmalig 40 Euro und mit 24-Monats-Abo 2 Euro monatlich.

Wer statt Haustier sein Fahrrad tracken will, findet im Beitrag: GPS-Tracker für das Fahrrad eine Übersicht.

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