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Kaufberatung: E-Book-Reader für den Urlaub

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E-Book-Reader sind nicht nur im Urlaub, sondern auch für die Ferienzeit und im Lockdown eine perfekte Möglichkeit, Bücher digital zu lesen. A ber welcher E-Reader ist der Richtige?

Sie sind leicht, kompakt, bieten eine lange Akkulaufzeit und Platz für mehr Bücher, als man tragen kann: Diese Punkte gelten für so gut wie alle aktuellen E-Book-Reader. Aber es gibt auch Merkmale, die einige E-Book-Reader-Modelle besser für den Einsatz im Urlaub und während des Lockdowns qualifizieren als andere. Welche das sind und worauf man ganz allgemein beim Einsatz eine E-Readers achten sollte, zeigt diese Kaufberatung. Dazu empfehlen wir auch unseren Vergleichstest E-Reader: Tolino vs Paperwhite vs Pocketbook .

Folgende E-Reader haben wir bereits einzeln getestet:

Das E-Ink-Display ist die große Stärke der E-Book-Reader. Denn es lässt sich zum einen auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut lesen. Zum anderen benötigt es nur beim Wechseln der Anzeige Energie, was zu einer sehr langen Akkulaufzeit führt.

Bei der Wahl des Geräts mit meist 6 Zoll (ca. 15 cm) großem Bildschirm empfehlen wir auf eine Auflösung von mindestens 1448 × 1072 Pixeln zu setzen, wie sie die meisten Mittelklasse-E-Reader bieten. Beim an sich guten und mit 70 Euro auch sehr günstigen Amazon Kindle 2019 (Testbericht) franst die Schrift aufgrund der geringen Auflösung von 800 × 600 Pixeln aus. Wir empfinden das als störend. Allerdings gibt es Nutzer, die das anders sehen.

Mit dem Pocketbook Color (Testbericht) gibt es einen E-Reader mit Farb-Display. Sein Bildschirm besteht aus einer klassischen E-Ink-Carta-Schicht mit einer Darstellungstiefe von 16 Graustufen und einer Auflösung von 300 ppi. Darüber liegt die halbtransparente Schicht CFA (Color Filter Array), welche 4096 Farben darstellen kann, aber nur eine Auflösung von 100 ppi bietet. Die Kombination der beiden Schichten nennt E-Ink Kaleido.

Das Zusammenspiel von hochauflösender Graustufendarstellung und niedrigauflösender Farbdarstellung erreicht in der Praxis Ergebnisse, die schärfer wirken, als es die 100 ppi der Farbschicht vermuten lassen. Gerade bei rein schwarzem Text auf hellem Hintergrund ist bezüglich der Schärfe kaum ein Unterschied zu Modellen mit dem bewährten E-Ink-Carta-Displays zu sehen. Die Schärfe ist vergleichbar mit dem Premium-Modell Kindle Oasis 2019 (Testbericht) und deutlich besser als etwa beim Kindle 2019.

Bei Comics wirken die Farben am besten, da sie häufig von Haus aus eher übersättigt daherkommen. Grafiken stellt das E-Ink-Kaleido gut dar, auch wenn farbige Ränder häufig ausgefranst wirken. Bei Fotos fällt die Qualität ab. Sie sind häufig unruhig mit unsauberen Farbverläufen. Dennoch ist die farbige Darstellung auf einem E-Book-Reader ein Segen.

Als sehr wichtig stufen wir eine Hintergrundbeleuchtung ein. Mit ihr wird das Lesen abends auf dem Balkon deutlich komfortabler, als wenn zusätzlich ein Licht angeschaltet werden muss. Auch der eventuell schon neben einem im Bett schlafende Partner wird es zu schätzen wissen, wenn eben kein zusätzlichen Licht angeschaltet werden muss. Mittlerweile bieten einige E-Book-Reader verschiedene Farbtemperaturen der Beleuchtung an – kühlblaues Licht soll dabei helfen, sich zu konzentrieren, warmweißes Licht soll entspannen.

Der Amazon Kindle 2019 (Testbericht) für 70 Euro ist der günstigste E-Reader mit Hintergrundbeleuchtung. Der Tolino Shine 2 HD und der Pocketbook Basic Lux 2 sind mit je etwa 85 Euro nicht viel teurer.

Immer mehr E-Book-Reader unterstützen auch Hörbücher. Hier gilt zu beachten, dass Hörbücher zum einen ordentlich Speicher brauchen, zum anderen die E-Reader in der Regel keinen eigenen Lautsprecher besitzen und via Bluetooth entsprechende Boxen Kopfhörer ansteuern. Hierzu empfehlen wir unsere Beiträge Testsieger: Diese Kopfhörer sind die Besten ihrer Klasse und Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro .

Wieder ist der Amazon Kindle 2019 (Testbericht) für 70 Euro der günstigste E-Book-Reader mit diesem Feature. Auch der zweitgünstigste E-Reader mit Bluetooth kommt mit dem Kindle Paperwhite aus dem Hause Amazon und kostet bereits mindestens 120 Euro. Der Pocketbook Touch HD 3 (Testbericht) kostet knapp 150 Euro.

Wer einen Kindle-E-Reader kauft, entscheidet sich gleichzeitig für Amazon und gegen DRM-geschütze Bücher anderer Buchhändler. Dabei bietet Amazon ein gut funktionierendes Ökosystem mit einer sehr großen Buchauswahl. Gerade im Bereich der Indie-Bücher sucht die Vielfalt ihresgleichen. Preislich macht das ohnehin keinen Unterschied, da auch E-Books der Buchpreisbindung unterliegen und bei allen Händlern gleich viel kosten.

Die Mitnahme der gekauften E-Books zu einem alternativen E-Reader ist jedoch mit Aufwand verbunden. Die Dateien müssen aus der Kindle-Bibliothek heruntergeladen und zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm Calibre in ein freies Format konvertiert werden, bevor sie für andere E-Reader lesbar sind. Achtung: Nur bei kopierschutzfreien E-Books ist das legal.

Bei den E-Book-Readern von Tolino und Pocketbook sind in der Regel Shops vorinstalliert, diese lassen sich jedoch ohne großen Aufwand wechseln. Synchronisierte Smartphone- und Tablet-Apps haben sie alle drei.

Amazon bietet jedoch Flatrate-Angebote, die sich für Vielleser lohnen können. Für knapp 10 Euro pro Monat gibt es monatlich ein frei wählbares Hörbuch und unzählige Podcasts. Ebenfalls 10 Euro pro Monat will Amazon für Kindle Unlimited. Hier stehen über 1,5 Millionen Bücher bereit, von denen die allermeisten jedoch Indie-Bücher sind. Romane großer Verlage sind nur wenige dabei.

Auf der Gegenseite unterstützen die E-Reader von Pocketbook und Tolino das Onleihe-Angebot der deutschen Bibliotheken. Hier sind viele bekannte Werke vertreten. Wer sie ausleihen will, muss jedoch häufig mit Wartezeiten rechnen.

Wer das E-Book zu Hause im WLAN nutzt, hat keine Probleme mit dem Herunterladen von E-Books. Im Urlaub muss man sich dafür in öffentlichen WLANs oder in WLANs von Hotels oder Gaststätten einloggen. Neben Kapazitäts- und Reichweitenproblemen bei Hotel-WLANs unterscheidet sich die Netzwerk-Technik meist stark von privaten WLANs; nicht immer klappt der Login. Zur Not hilft der WLAN-Hotspot des Smartphones weiter. Das kann im Ausland je nach Roaming-Tarif zu zusätzlichen Gebühren führen, auch wenn E-Books üblicherweise kleine Dateien sind.

Alternativ bieten die Amazon-Kindle-Geräte eine Mobilfunkoption, mit der ortsunabhängig E-Books ihren Weg auf den Reader finden. Außer einem einmaligen Aufpreis beim Kauf kommen keine weiteren Kosten auf den Käufer zu. Voraussetzung: Am Nutzungsort gibt es eine stabile Mobilfunkverbindung. Aktuell gibt es zwei Modelle mit integriertem Mobilfunkmodul. Der Amazon Kindle Oasis kostet mit 32 GByte Speicher regulär 260 Euro, gegen einen Aufpreis von 60 Euro gibt’s 3G dazu. Der Amazon Kindle Paperwhite (Testbericht) kostet mit 32 GByte und ohne Werbung 170 Euro, für ebenfalls 60 Euro mehr integriert Amazon ein 4G-Modul.

Nicht nur für die Nutzung am Strand sollte der E-Book-Reader gegen das Eindringen von Wasser geschützt sein. Auch zu Hause bietet es sich etwa an, den E-Reader mit in die Badewanne zu nehmen. Mittlerweile ist eine IP-zertifizierte Staub- und Wasserdichtigkeit bereits bei E-Readern um die 100 Euro zu finden. Der aktuell günstigste wasserdichte E-Book-Reader ist der Tolino Vision 2 für 95 Euro, direkt gefolgt vom Amazon Kindle Paperwhite (Testbericht) für 110 Euro und dem Tolino Vision 3 HD für 123 Euro. Der günstigste E-Reader mit Wasserschutz außerhalb von Amazon und Tolino ist der Pocketbook Touch HD 3 (Testbericht) für 145 Euro.

Trotz IP-Zertifizierung sollte man diese Geräte nicht mit ins Wasser nehmen. Denn die Wasserdichtigkeit wurde unter Laborbedingungen mit destilliertem Wasser getestet. Gegen salziges Meerwasser sind sie genauso wenig gefeit wie gegen gechlortes Poolwasser oder seifiges Badewannenwasser. Ein kurzes Untertauchen sollte jedoch nach anschließender Reinigung mit sauberem Wasser kein Problem darstellen.

Ein E-Book-Reader muss einiges aushalten. Er wird in Koffer gequetscht, fliegt im Rucksack umher oder muss im Extremfall in der Gesäßtasche der Jeans die Kräfte zwischen Stuhl und Hintern ertragen. Aber auch zu Hause sollte er Stürze auf das Parkett überleben.

Damit das empfindliche Display nicht zerkratzt oder bricht, sollte man es schützen. In den meisten Fällen hilft eine Klapphülle, die im geschlossenen Zustand sowohl Bildschirm als auch Rückseite und Rahmen einfassen. Dabei gibt es Hüllen für fast alle digitalen Lesegeräte ab etwa 10 Euro.

Wer nicht will, dass zum Beispiel Kinder mit dem eigenen E-Book herumspielen, sollte es mit einem Passwort oder Zahlencode schützen. Das funktioniert ähnlich einfach wie beim Smartphone. Das geht in leichten Variationen bei allen Readern mit aktueller Firmware der drei großen Marken Kindle, Tolino und Pocketbook.

Allen, die gerne lesen und nicht emotional an Papier und Druckerschwärze hängen, sei die Nutzung eines E-Book-Readers wärmstens ans Herz gelegt. Auf die digitalen Lesegeräte passen unzählige Bücher und gleichzeitig dennoch auch in die kleinste Schublade.

Dabei empfehlen wir auf ein Mittelklassemodell zu setzen. Es sollte nicht zu teuer sein, damit es im Falle eines Schadens nicht sehr schmerzt. Gleichzeitig sollte es je nach Nutzungstyp einige wichtige Funktionen unterstützen: Wer es in der Badewanne nutzt, braucht eine Wasserdichtigkeit. Wer auch mal im Dämmerlicht lesen will, braucht eine Hintergrundbeleuchtung. Wer nicht an Amazon gebunden sein will, sollte Kindles meiden.

Im Amazon-Ökossystem empfehlen wir den Kindle Paperwhite (Testbericht) für 110 Euro. Der Amazon Kindle 2019 (Testbericht) ist zwar mit 70 Euro deutlich günstiger und bietet viel, hat jedoch ein gering auflösendes Display und ist nicht wasserdicht. Der Kindle Oasis 2019 (Testbericht) ist ein fantastischer E-Reader. Mit 230 bis 320 Euro aber deutlich zu teuer.

Gute E-Reader gibt es auch außerhalb von Amazon. Hier muss man in der Regel aber ein paar Euro drauflegen. So bietet der Pocketbook Touch HD 3 (Testbericht) für knapp 150 Euro ein gutes Gesamtpaket. Preislich vergleichbar und ebenfalls gut: der Tolino Vision 5. Wer gerne Comics liest, sollte sich den Pocketbook Color (Testbericht) genauer anschauen. Er bietet neben seinem Farbdisplay viele Premium-Features und kostet mit 170 Euro auch nicht viel mehr als vergleichbare E-Reader mit Monochrom-Display.

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