Flashforge Adventurer 3

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Sündhaft teuer oder nerviger Bastelkram? Das war einmal. Inzwischen gibt es für faires Geld gute 3D-Drucker für Modellbauer, Anfänger und den Hobbybereich.

Wer denkt, 3D-Druck funktioniert wie die Drucken-Funktion in Word, ist der Zeit voraus. Aktuell ist es noch ein komplexes Thema, den passenden Drucker zu finden, Modelle zu suchen oder zu gestalten und sie so aufzubereiten, dass ein hübsches – oder zumindest brauchbares – Ergebnis dabei herauskommt.

Dieser Artikel erscheint in unserer Themenwelt 3D-Drucker. Dort finden sich Einzeltests von Geräten wie dem Einsteiger-Drucker Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) oder dem günstigen Harz-Drucker Creality Halot One (Testbericht). Beide Drucker haben uns bei den Tests mit sehr guten Preis-Leistungsverhältnis überrascht. Außerdem finden sich dort Ratgeber wie Die 15 günstigsten 3D-Drucker oder unser Vergleichstest von 5 Rainbow-Filamenten (PLA).

In diesem Beitrag gehen wir ganz allgemein auf die wichtigsten Grundlagen und Drucktechniken ein und zeigen, was für ein erfolgreiches Druckergebnis nötig ist.

Alle 3D-Drucker für den Privatgebrauch bauen Objekte schichtweise auf. Der Ablauf beginnt immer mit dem eigentlichen 3D-Modell, der Druckvorlage. Diese üblicherweise im STL-Format vorliegende Datei zeichnet man entweder selbst mit einem CAD-Programm oder lädt sie aus einer der zahllosen Online-Datenbanken herunter.

Einfaches Ausdrucken eines Objekts geht leider nicht. Die Drucker erwarten, dass man die Modelle mit einer Slicing-Software vorab bearbeitet. Dabei werden sie in dünne, aufeinandergestapelte, zweidimensionale Schichten (Layer) unterteilt. Je nach Einstellung ist die Auflösung des Drucks besser oder schlechter, davon hängt auch die Druckgeschwindigkeit ab. Was schön sein soll, dauert länger; versteckte Funktionsteile gehen schneller. Je nach Material und Anforderung muss man die passenden Einstellungen treffen. Daraus entsteht der Druckauftrag in einer Maschinensprache (GCode), mit der der Drucker etwas anfangen kann. Die Übertragung erfolgt per WLAN, USB-Kabel, USB-Stick oder Speicherkarte.

Die meisten günstigen 3D-Drucker – übrigens auf die ersten – arbeiten nach dem FDM-Verfahren (Fused Deposition Modeling). Dabei wird Kunststoff-Filament geschmolzen und auf der Druckplattform aufeinandergeschichtet. Aus den einzelnen Schichten entsteht dann das gewünschte Objekt. Im Gegendsatz dazu arbeiteh DLP- oder Resin-Drucker mit flüssigem Kunstharz, welches unter UV-Licht schichtweise aushärtet. Mittels eines LCD-Panels oder DLP-Chips wird nur der Bereich belichtet, der für die aktuelle Schicht gerade passend ist. Auch hier geht nichts ohne Software: Ob ein Objekt massiv, halbmassiv oder ausgehöhlt gedruckt wird, wierum es entstehen soll oder wie groß es ist, wird vorher eingestellt und dann wieder an den Drucker übertragen. Hier wie dort gilt, dass falsche Einstellungen zu katastrophalen Druckergebnissen führen können. Man sollte also vorher wissen, dass man sich in das Thema hereinfuchsen muss, bis man es wirklich beherrscht – wenngleich einige moderne und bezahlbare Drucker auch mit Standard-Einstellungen inzwischen durchaus vorzeigbare Ergebnisse bringen.

Der Zeitaufwand ist bei beiden Verfahrensarten hoch. Ein Druckvorgang dauert problemlos mehrere Stunden. Während nur wenige Zentimeter große Drucke nach ein bis vier Stunden fertig sind, brauchen große Objekte durchaus auch mal mehrere Tage – um so ärgerlicher ist es, wenn dann aufgrund falscher Einstellungen etwas schief geht.

Neben den Abmessungen spielen bei der Dauer auch das verwendete Material und die Druckauflösung eine große Rolle. Einen Unterschied gibt es hier aber zu erwähnen. Bei Resin-Druckern ist die Druckdauer lediglich von der Höhe des Objektes abhängig. Die Abmessungen auf x- und Y-Achse sind unerheblich. So ist es egal, ob beispielsweise nur eine Schachfigur oder ob die komplette Druckplatte mit identischen oder verschiedenen Figuren gefüllt wird. Bei FDM-Druckern beeinflussen alle drei Achsen die Druckdauer. In der Praxis heißt das, dass vier Schachfiguren auch etwa viermal länger brauchen als eine.

FDM-Drucker sind insgesamt günstiger, weiter verbreitet und erlauben größere Druckobjekte. Die übliche Schichtdicke, mit der die Drucke aufgebaut werden, beträgt 0,1 mm bis 0,4 mm – je mehr, um so niedriger die Auflösung; man sieht die Schichten dann mit bloßem Auge. Der Bauraum misst bei den meisten Fertigmodellen zwischen 20 x 20 x 20 und 30 x 30 x 40 cm; es gibt aber auch kleinere und größere Modelle. Wenn die Mechanik der Drucker ordentlich durchdacht und aufgebaut ist, sind zwischen den Druckvorgängen nur regelmäßige Kalibrierungen der Druckplattform nötig. Die Druckerzeugnisse sind nach dem Abkühlen voll belastbar. Diese Drucker gibt es fertig aufgebaut, wie den Qidi X-Plus (Testbericht) oder als Bausatz. Während einige dieser Bausätze – wie der Tronxy x5SA Pro (Testbericht) – aus sehr vielen Einzelteilen bestehen, kommen andere Modelle, wie der Anet ET5 Pro (Testbericht) , weitgehend vormontiert zum Kunden.

DLP-Drucker arbeiten mit Schichtdicken zwischen 0,01 und 0,05 mm deutlich genauer, sind dafür auch teurer – sowohl in der Anschaffung als auch beim Verbrauchsmaterial. Die maximale Druckabmessungen betragen bei Druckern wie den Elegoo Mars (Testbericht) lediglich 12 x 16 x 7 cm. Auch wenn es mittlerweile DLP-Drucker mit größerem Bauraum gibt, sind sie im Vergleich zu FDM-Druckern deutlich kleiner. Dafür kommen die Resin-Drucker allesamt vormontiert und bereit für den ersten Einsatz zum Käufer. Ein wichtiger Aspekt beim Druck mit flüssigem Harz ist der insgesamt größere Arbeitsaufwand. So müssen die Druckerzeugnisse nach dem Druckvorgang aufwendig gereinigt und nachgehärtet werden. Außerdem ist das Tragen von Handschuhen und Atemschutzmaske Pflicht, da die zum Einsatz kommenden Chemikalien nicht ganz unproblematisch sind. Spezielle Wasch- und UV-Härtekammern wie die Wash&Cure-Station von Anycubic (Testbericht) erleichtern die Nachbearbeitung.

Beide Druckverfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Wer beispielsweise große Modelle am Stück drucken möchte, kommt um einen FDM-Drucker nicht herum. Geht es hingegen um maximale Präzision und kaum erkennbare Schichtdicke, sind DLP-Drucker der richtige Weg. Genauere Details erklären wir im Artikel UV-Harz oder Kunststoff-Filament: 3D-Drucker im Vergleich. Bei beiden Verfahren gilt: Ansehnliche Ergebnisse gibt es nur mit den richtigen Druckeinstellungen und einer exakt kalibrierten Druckplattform.

Resin-Drucker unterscheiden sich in erster Linie durch die unterschiedlich großen Bauräume und die Art der Belichtung. Zum Aushärten kommt grundsätzlich eine starke UV-Lichtquelle zum Einsatz. Um zu bestimmen, an welchen Stellen die Belichtung stattfindet, sitzen zwischen Resin-Tank und Lichtquelle Displays mit hoher Auflösung. Zur Verwendung kommen RGB- oder Monochrom-Displays. Etwas teurer ist die Variante mit Monochrom-Display, wie etwa beim Anycubic Mono X (Testbericht) oder dem Einsteigergerät Creality Halot One (Testbericht). Diese ist dafür um ein Vielfaches langlebiger und erlaubt deutlich kürzere Belichtungszeiten. Die günstigsten Modelle, wie etwa der Anycubic Photon (Testbericht), setzen alle auf die billigeren Farbdisplays. Recht neu am Markt – und bislang nur in homöopathischen Dosen verfügbar – sind echte DLP-Drucker, bei denen das UV-Licht über zigtausende winzige Spiegel genau auf die gewünschte Stelle gelenkt wird, an der das Harz dann aushärtet. In diesem Jahr erwarten wir hier ein paar bezahlbare Produkte, die vermutlich schneller sind als Geräte mit LCD-Panel, weniger Energie brauchen, leiser sind und weniger Gestank erzeugen.

Neben der Bauraumgröße unterscheiden sich die Filament-Drucker vor allem durch Sonderausstattung wie ein geschlossenes Gehäuse oder zusätzliche Sensoren (etwa zur Filament-Erkennung) und durch den Grundaufbau des Druckers. Am verbreitetsten sind hier kartesische 3D-Drucker, die sogenannten Bettschubser wie der Artillery Hornet (Testbericht) und die Geräte in XY-Core-Bauweise. Erstere heißen so, weil sich das Druckbett entlang der y-Achse bewegt, während der Druckkopf für Bewegungen auf x- und z-Achse zuständig ist. Etwas stabiler, dafür teurer und größer sind die XY-Core-Drucker, wie der Creality Ender 5 Pro (Testbericht). Hier bewegt sich der Druckkopf auf x- und y-Achse. Für die Bewegungen in der Höhe, auf der z-Achse, ist das Druckbett zuständig.

Doch welche Bauweise schneidet im unteren Preissegment besser ab? Dafür vergleichen wir zwei preistechnische Leichtgewichte, die wir erst kürzlich getestet haben. Den Artillery Hornet (Testbericht) mit seiner neuartigen Kabel- und Filament-Führung und den Creality Ender 5 Pro (Testbericht), den großen Bruder eines der erfolgreichsten und am weitesten verbreiteten 3D-Drucker überhaupt, den Ender 3 (Testbericht).

Der kompakte Artillery Hornet kommt mit einen Druckraum von 220 x 220 x 250 mm. Der Hersteller gibt eine Druckgeschwindigkeit von 100 mm /s an, empfiehlt aber 30 bis 60 mm/s. Kaufen kann man das Gerät für zwischen 150 und 180 Euro. Der insgesamt deutlich größere Ender 5 Pro hat einen Druckraum von 220 x 220 x 300 mm. Creality gibt eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 180 mm/s an, empfiehlt aber 60 bis 80 mm/s. Im Preisvergleich kostet der XY-Core etwa 285 €.

Bei unserem ersten Vergleichstest haben wir die gesamte Druckhöhe von beiden Druckern komplett ausgereizt und sind mit der Geschwindigkeit ans Limit gegangen. Der Artillery hat bei 100 mm/s sehr gute Ergebnisse erzielt. Auch hat sich der Drucker akustisch nicht so angehört, als wäre er an seiner Belastungsgrenze. Mit einer Firmware-Modifikation wäre da bestimmt noch mehr rauszuholen.

Der Ender 5 Pro hat sich bei 180 mm/s wirklich schwergetan, Der Druck ist entsprechend nur mäßig bis gut geworden. An Außenseiten der Druckobjekte gab es starken Verzug und eine sehr unsaubere Oberfläche. Die Fehlstellen waren besonders an der gegenüberliegenden Seite der z-Aufhängung und an der Seite der Bauteilkühlung zu erkennen. Wahrscheinlich sind die Vibrationen dort zu hoch für die schnellen Geschwindigkeiten. Grund hierfür ist die fehlende zweite z-Spindel des Druckbetts. Diese kann bei Bedarf aber selbst nachgerüstet werden. Mehr Informationen zu dem Mod gibt es etwa auf Youtube.

Bei einem zweiten Test haben wir fünf Lithophane bei 60 mm/s gedruckt. Dabei handelt es sich um den 3D-Druck von Fotos, welche dann von hinten beleuchtet werden. Mehr Informationen, Tutorials und ein Onlinetool zur Erstellung aus Fotos im JPG-Format gibt es etwa auf der Seite Itslitho. Der Artillery Hornet überraschte uns hier plötzlich mit einem Thermal Runaway. Es gab einen an Feuermelder angelehnten Signalton und der Druck stoppte. Was erstmal unerfreulich scheint, ist auch positiv zu werten, da diese Funktion in der Firmware defekte Thermistoren, Kabelbrüche und schmorende Leitungen erkennt und den Drucker runterfährt und somit schlimmeres verhindert. Unser konkretes Problem war lediglich die neuartige Filament-Führung zum Hotend. Der Ringschraubverschluss hat sich bei den vorherigen Druckvorgängen durch den starren Schlauch gelockert und hatte schlussendlich keinen Kontakt mehr zur Hotend-Elektronik. Wir haben das provisorisch mit einem Teflon-Band gut in den Griff bekommen. Außerdem hat der Drucker Probleme bei stark geknicktem Filament-Schlauch. Das Problem tritt baubedingt am rechten Rand des Druckbettes auf. Dieses Phänomen stach vor allem bei großen Lithophanen ins Auge.

Der Ender 5 Pro druckte hingegen alle Lithophane problemlos und sehr sauber. Doch wir hatten zweimal eine Verstopfung in der Düse. Einmal war dies auf eine zu fest angezogene Extruderführung zurückzuführen. Die zweite Verstopfung irritiert uns noch immer ein wenig. Wir vermuten, dass die konstruktionsbedingte starke Krümmung des Bowden-Schlauchs und unsere nicht angepassten Retract Einstellungen zu dem Nozzle-Clocking führen. Hier noch ein Link zur Hotend Reinigung und richtigem Zusammenbau, damit sowas nicht zu oft passiert.

Nun zu unserem Vergleichs-Fazit. Der Artillery kann bei der richtigen Geschwindigkeit genauso gut drucken wie der Ender 5 Pro, hat 50 mm weniger Bauraumhöhe und kostet 120 Euro weniger. Der Artillery erscheint uns außerdem einen Ideechen wartungsärmer, da die verstopften Düsen vom Ender 5 Pro schon sehr viel Zeit gekostet haben. Der Ender 5 Pro kann dafür nach einem Stromausfall den Druck wieder aufnehmen, schneller arbeiten und hat etwas mehr Bauraum.

Bei den günstigen 3D-Druckern tendieren wir mit einem Preisunterschied von über 100 Euro und einem insgesamt problemloseren Druckvorgang und Zusammenbau eher zu dem kartesischen 3D-Druckersystem – also zu den Bettschubsern.

Das kann in der preislichen Mittelklasse mit größeren Bauräumen von 300 x 300 x 400 mm schon ganz anders aussehen. Dort erwarten wir dann durch die größere Höhe eine positive Tendenz zu den teureren, aber stabileren XY-Core-Druckern. Im günstigen Segment haben aktuell aber die Bettschubser die Nase vorn. Praktische Vergleichstests zu größeren Druckern folgen.

Wer sein Druckteil von Grund auf selbst Zeichnen möchte, braucht eine CAD-Software wie beispielsweise das kostenlose FreeCAD oder das zumindest teilweise kostenlos benutzbare Fusion360 oder das Online-Tool Thinkercad. Das fertige Modell wird dann als STL-Datei exportiert, um weiterverarbeitet werden zu können. Die Bedienung dieser technischen Zeichenprogramme ist allerdings nicht trivial und kostet viel Einarbeitungszeit.

Für den Einstieg ins Thema 3D-Druck bieten sich deshalb die zahllosen kostenlosen Druckvorlagen aus Online-Datenbanken wie Thingiverse oder Myminifactory an. Neben kreativen Arbeiten finden sich hier zahllose sinnvolle Funktionsteile für Heim und Hobby. Vom Ersatzteil für den PKW, Handyhalterungen, über Tür-Stopper bis hin zum kompletten Actioncam-Zubehörpaket ist hier fast alles zu finden. Darüber hinaus gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, per Online-Konfigurator gewisse Dinge selbst zu individualisieren. So sind neben dem personalisierten Namensschild auch komplexere Dinge, wie selbstgestaltete Lampenschirme in Minuten umsetzbar – auch für absolute Laien. Die Objekte müssen nun nur noch vorbereitet werden. Konkrete Links zu solchen Angeboten, zeigen wir im Ratgeber STL-Dateien gratis: Kostenlose Vorlagen für den 3D-Drucker.

Die Slicing-Software, die zur Verarbeitung der 3D-Daten notwendig ist, hängt vom genutzten Drucker ab. Während einige wenige Hersteller, wie beispielsweise xyz-Printing oder Nova3d, auf eigene Software und Dateiformate setzen, arbeiten die allermeisten Geräte mit kostenlos erhältlicher Free- oder Open-Source-Software und Standard-Formaten. Einige Hersteller wie Tronxy oder Flashforge haben zwar eine eigene Slicing-Software, sind aber voll zu anderen Programmen kompatibel. Im Bereich FDM-Druckverfahren ist hier Cura am weitesten verbreitet; bei den Resin-Druckern heißt die bekannteste Lösung Chitubox. Die größten Vorteile dieser beiden kostenlosen Programme sind die jeweils riesige Community und die gute Funktionalität in Verbindung mit einer riesigen Auswahl an Einstellungen.

Die folgende Bilderstrecke zeigt beispielhaft die Umwandlung einer STL-Datei in ein Drucker-konformes Format.

Sowohl für FDM-Drucker als auch für DLP-Drucker gibt es in verschiedene Druckmaterialien – letztlich handelt es sich immer um irgendeine Form von Kunststoffverbindung. Diese verschiedenen Materialien haben nicht nur unterschiedliche Eigenschaften in Sachen Stabilität, Gewicht und Hitzebeständigkeit, sie benötigen auch unterschiedliche Settings in der Slicing-Software.

Bei FDM-Druckern ist die Auswahl in Sachen Verbrauchsmaterial sehr groß – insbesondere Mischformen mit Stein-, Holz- oder Karbonanteil sind für spezielle Anwendungen extrem praktisch. Während der Verarbeitung unterscheiden sich die Filamente insbesondere durch die benötigten Temperaturen für Druckkopf und Druckbett. Während einige Filament-Sorten wie PLA oder Holz-Filament verhältnismäßig einfach zu handhaben sind, ist bei anderen Stoffen wie ABS oder Nylon deutlich mehr Feingefühl und Erfahrung nötig, um ein ordentliches Ergebnis zu erzielen. Mehr dazu in unseren Ratgebern 3D-Drucker: Welches Filament für welchen Einsatzzweck und Stein, Metall, leitend: Exotische Filamente für 3D-Drucker.

Bei DLP-Druckern unterscheidet sich in erster Linie die Belichtungszeit des Harzes – auch in Abhängigkeit der jeweiligen Farben und Transparenz. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unser Resin-Vergleich: Fünf Harze für SLA-Drucker im Test.

Die Auswahl an Herstellern ist zwar groß, die Vielfalt an unterschiedlichen Arten ist aber deutlich geringer als beim Filament. Allerdings gibt es auch hier Sonderformen wie beispielsweise flexibles Resin (Ratgeber), mit dem sich gummiartige Struckturen drucken lassen. Letztlich ist die Handhabung immer die gleiche – hier unterscheidet sich nur die Druckzeit. Mehr dazu im Ratgeber Resin für den 3D-Drucker: Flexibel, extra stabil oder abwaschbar.

Bei beiden Druckverfahren sollte ein geeigneter Raum zur Verfügung stehen. Dieser sollte über eine Belüftungsmöglichkeit verfügen und über eine durchschnittliche Raumtemperatur verfügen (ca. 20 bis 26 Grad). Beim FDM-Druck ist das Hauptproblem die teils hohe Geräuschentwicklung der Lüfter. Einige Materialien, wie ABS, können zudem unangenehm riechen. Bei der Arbeit mit Resin-Druckern ist nicht die Lautstärke, sondern der Geruch problematisch. Außerdem darf es nicht zu kalt sein, da beim Druck mit Harz sonst zu Problemen kommt. Wohnzimmer- oder Bürotauglich sind beide Technologien nicht, schließlich können Druckvorgänge mehrere Tage dauern und akustisch wie olfaktorisch nerven.

Für FDM-Drucke ist außer Drucker, Filament und Slicing-Software kein weiteres Zubehör nötig. Zwar ist es sinnvoll, eine Spachtel zum Lösen des fertigen Objektes vom Druckbett zu haben, diese gehört aber üblicherweise zum Lieferumfang. Das benötigte Werkzeug für Wartung und Instandhaltung (Festziehen von Schrauben) ist in der Regel ebenfalls beigepackt.

Die folgende Bilderstrecke zeigt den Zusammenbau des FDM-Druckers Tronxy x5SA Pro.

Für die Arbeit mit einem Resin-Drucker sind neben Verbrauchsmaterial und Computer mit Slicing-Software noch weitere Dinge nötig. Neben Spachtel und Werkzeug für die Ausrichtung der Druckplattform gehören üblicherweise auch einige Sätze Schutzausrüstung zum Lieferumfang. Atemschutzmaske und Einmal-Handschuhe sind wichtig, denn das flüssige Harz riecht nicht nur unangenehm, sondern ist auch gesundheitsgefährdend. Für die Reinigung der fertigen Druckerzeugnisse ist ein Waschgang im Isopropanol-Bad nötig. Alternativ gibt es mit Wasser abwaschbare Harze. Das bei der Reinigung verwendete Wasser darf aber keinesfalls in den Wasserkreislauf gelangen, sondern muss beim Wertstoffhof entsorgt werden! Anschließend muss der Druck noch unter einer geeigneten UV-Lampe nachhärten. Um nicht verbrauchtes Resin erneut zu verwenden, sind dann noch feine Lacksiebe nötig, um Verunreinigungen zu entfernen. Für das komplette Prozedere empfehlen wir eine großzügige Arbeitsunterlage und beispielsweise die Wash&Cure-Station von Anycubic (Testbericht) . Weiteres Zubehör zeigen wir im Ratgeber Das wichtigste Zubehör für Resin-Drucker. Neben Standard-Harzen gibt es auch hier Verbrauchsmaterial mit speziellen Eigenschaften, die Auswahl ist aber deutlich kleiner als beim Filament. Mehr dazu im Artikel Flex-Resin: Mehr Elastizität bei SLA-Druckern . Wie sehr sich die Settings von augenscheinlich ähnlichen Resins unterscheiden, zeigt unser Artikel Fünf Harze für SLA-Drucker im Test .

Wer sich für einen möglichst bequemen Einstieg ins Hobby entscheidet, landet zwangsläufig bei einem FDM-Drucker. Wer sich rein auf das Drucken konzentrieren will, sollte sich die fertig aufgebauten Modelle Qidi X-Plus (Testbericht) und Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) genauer ansehen. Hier heißt es Auspacken und Loslegen. Deutlich günstiger und trotzdem unkompliziert im Aufbau ist beispielsweise der vormontierte Bausatz des Artillery Hornet (Testbericht) oder des Anycubic Vyper (Testbericht). Ist ein möglichst großer Druckraum nötig, empfehlen wir den Selbstbausatz des Tronxy X5SA (Testbericht) oder X5SA Plus (Testbericht) .

Geht es vorrangig um Detailtreue, beispielsweise für kleine Tabletop-Spielfiguren, kommt letztlich nur ein Resin-Drucker wie der Anycubic Mono X (Testbericht) oder der günstige Creality Halot One (Testbericht) in Frage. Hier empfehlen wir den Artikel Drei Resin-Drucker im Vergleich.

Der Einstieg in die Welt der 3D-Drucker ist mit beiden Druckverfahren auch für Anfänger möglich – wenn man bereit ist, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Ganz ohne Hintergrundwissen funktioniert keine der beiden Methoden, dafür ist das Thema schlicht zu komplex.

Benötigt werden ein Drucker samt Verbrauchsmaterial und ein Rechner zum Vorbereiten der 3D-Vorlagen. Diese können entweder selbst gezeichnet oder aus dem Internet heruntergeladen werden. Bei Verwendung eines DLP-Druckers ist zusätzlich Equipment für die Nachbearbeitung nötig. Für Einsteiger empfehlen wir einen Blick auf den günstigen, aber sehr guten Creality Halot One (Testbericht).

Insgesamt empfinden wir FDM-Drucker als geeigneter für Einsteiger. Das liegt zum einen an den niedrigeren Anschaffungs- und Unterhaltskosten, als auch am insgesamt niedrigeren Aufwand im Vergleich zur Arbeit mit Harz. Die günstigsten Modelle stellen wir im Artikel Die 15 günstigsten 3D-Drucker vor. Empfehlenswert sind etwa der preiswerte Artillery Hornet (Testbericht) oder der besser ausgestattete Anycubic Vyper (Testbericht). Wer ohne Zusammenbau 3D-Drucken will, sollte sich den fertig montierten Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) ansehen. Dieser besitzt zwar nur einen beschränkten Bauraum, hat im Test aber mit einfachem Handling und hoher Druckqualität überzeugt.

Wer noch passendes Druckmaterial für den Einstieg sucht, sollte einen Blick auf unseren Vergleichstest Fünf Rainbow-Filamente (PLA) zwischen 16 und 35 Euro werfen. Weitere Ratgeber und Einzeltests gibt es in unserer Themenwelt 3D-Drucker.

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