Größer, bunter, besser: Warum sich jetzt ein neuer E-Reader lohnt

E-Reader groß gegen klein

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Sie sind farbig, wasserfest, richtig groß und kommen mit Stift oder Lautsprecher: E-Book-Reader haben in den letzten Monaten einiges dazu gelernt. Wir zeigen, für wen sich der Umstieg auf einen aktuellen E-Reader lohnt.

So ziemlich jeder, der sich für das Thema interessiert, hat bereits einen E-Book-Reader zu Hause. Dabei hat sich in den ersten Jahren seit ihrer ersten Veröffentlichung wenig getan. Es lohnte sich bisher kaum, auf ein neueres Modell umzusteigen. Das ist nun anders. Auch die eigentlich spartanischen E-Reader bekommen immer mehr Funktionen, die einen Wechsel auf ein neues Modell attraktiv machen.

Dabei funktionieren auch ältere Modelle häufig noch tadellos, bekommen mitunter sogar noch Software-Updates. Sie beherrschen verstellbare Schriftgrößen, haben integrierte Wörterbücher und Suchfunktionen für markierte Textstellen. Zudem sind sie leicht, bieten eine lange Akkulaufzeit und Platz für mehr Bücher, als man tragen kann. Aber es gibt auch neue Funktionen und Merkmale, die moderne E-Book-Reader-Modelle zunehmend attraktiver machen, sodass sich für viele ein Umstieg lohnt. Dazu gehören farbige und teilweise richtig große Displays, die in einigen Fällen mit einem richtig guten Stift bedient werden können. Außerdem sind sie heute häufig wasserfest und können etwa Hörbücher über Bluetooth auf Kopfhörer streamen oder sogar über eigene Lautsprecher wiedergeben.

Wir zeigen, worauf mein beim Kauf eines aktuellen E-Readers achten sollte und für wen sich ein Umstieg lohnt.

Das E-Ink-Display ist die große Stärke der E-Book-Reader. Denn es lässt sich zum einen auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut ablesen. Zum anderen benötigt es Strom nur zum Wechseln der Anzeige, was zu einer sehr langen Akkulaufzeit führt.

Bei der Wahl des Geräts mit 6 bis 7 Zoll großem Bildschirm empfehlen wir auf eine Auflösung von mindestens 1448 × 1072 Pixeln zu setzen, wie sie die meisten aktuellen Mittelklasse-E-Reader bieten. Einige moderne E-Reader wie der Pocketbook Era bieten sogar eine Auflösung von 1404 Pixel x 1872 Pixeln. Beim älteren Amazon Kindle 2019 (Testbericht) franst die Schrift aufgrund der geringen Auflösung von 800 × 600 Pixeln aus. Wir empfinden das als störend. Viele, die einmal gesehen haben, wie scharf die Schrift auf guten E-Readern ist, möchten nie wieder zurück.

Relativ neu sind E-Book-Reader in Übergröße. So bieten etwa der Pocketbook Inkpad X und der Huawei Matepad Paper (heise+ Testbericht) Displays mit einer Diagonale von 10,3 Zoll. Das ist geringfügig größer als DIN A5 und in etwa doppelt so groß wie das Display des Kindle Paperwhite 2021. Die Größe kommt allen zugute, die etwa PDFs auf dem E-Reader betrachten. Aber auch Brillenträger und Alterskurzsichtige wissen es zu schätzen, wenn trotz erhöhter Schriftgröße noch ausreichend Text auf eine Seite passt.

Mit dem Pocketbook Color (Testbericht), dem Pocketbook InkPad Color, dem Onyx Boox Nova 3 Color und dem Trekstor eBook Reader 3.0 gibt es E-Reader mit Farb-Displays. Der Bildschirm des Pocketbook Color besteht aus einer klassischen E-Ink-Carta-Schicht mit einer Darstellungstiefe von 16 Graustufen und einer Auflösung von 300 ppi. Darüber liegt die halbtransparente Schicht CFA (Color Filter Array), welche 4096 Farben darstellen kann, aber nur eine Auflösung von 100 ppi bietet. Die Kombination der beiden Schichten nennt E-Ink Kaleido.

Das Zusammenspiel von hochauflösender Graustufendarstellung und niedrigauflösender Farbdarstellung erreicht in der Praxis Ergebnisse, die schärfer wirken, als es die 100 ppi der Farbschicht vermuten lassen. Gerade bei rein schwarzem Text auf hellem Hintergrund ist bezüglich der Schärfe kaum ein Unterschied zu Modellen mit den bewährten E-Ink-Carta-Displays zu sehen. Die Schärfe ist vergleichbar mit dem Kindle Oasis 2019 (Testbericht).

Bei Comics wirken die Farben am besten, da sie häufig von Haus aus eher übersättigt daherkommen. Grafiken stellt das E-Ink-Kaleido gut dar, auch wenn farbige Ränder häufig ausgefranst wirken. Bei Fotos fällt die Qualität ab. Sie sind häufig unruhig mit unsauberen Farbverläufen. Dennoch ist die farbige Darstellung auf einem E-Book-Reader ein Segen.

Als sehr wichtig stufen wir eine Hintergrundbeleuchtung ein. Mit ihr wird das Lesen abends auf dem Balkon deutlich komfortabler, als wenn zusätzlich ein Licht angeschaltet werden muss. Auch der eventuell schon neben einem im Bett schlafende Partner wird es zu schätzen wissen, wenn eben kein zusätzliches Licht nötig ist. Mittlerweile bieten viele E-Book-Reader verschiedene Farbtemperaturen der Beleuchtung an – kühlblaues Licht soll dabei helfen, sich zu konzentrieren, warmweißes Licht soll den Leser entspannen. Ein relativ neues Feature aktueller E-Book-Reader wie dem Kindle Paperwhite 2021 ist das Anpassen der Helligkeit an die Umgebung über einen Helligkeitssensor.

Immer mehr E-Book-Reader können zudem Musik im Format MP3, WAV und OHH sowie Hörbücher im Format AAX, AA und manchmal sogar M4B wiedergeben. Hier gilt zu beachten, dass Hörbücher ordentlich Speicher brauchen. Wer dieses Feature nutzen will, sollte darauf achten, dass der E-Reader der Wahl ausreichend Speicher mitbringt. Wir empfehlen mindestens 16 GByte. Das Huawei Matepad Paper, welches eher ein Hybrid aus klassischem Tablet und E-Reader ist, hat 64 GByte Speicher. Bei vielen Pocketbook-Modellen kann der Speicher mit einer microSD-Karte erweitert werden.

Beachtet werden sollte zudem, dass die meisten E-Reader für Hörbücher keinen Lautsprecher besitzen und via Bluetooth entsprechende Boxen und Kopfhörer ansteuern. Der Amazon Kindle 2019 (Testbericht) ist für 70 Euro einer der günstigste E-Book-Reader mit diesem Feature. Hierzu empfehlen wir unsere Beiträge Testsieger: Diese Kopfhörer sind die Besten ihrer Klasse und Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro.

Mittlerweile gibt es jedoch auch E-Reader mit integriertem Lautsprecher. Dazu gehören der Pocketbook Era, einige Onyx-Modelle und der Huawei Matepad Paper. Wer einen Kindle nutzt, kann sich etwa das Audible-Probeabo anschauen.

Wer einen Kindle-E-Reader kauft, entscheidet sich gleichzeitig für Amazon und gegen DRM-geschütze Bücher anderer Buchhändler. Dabei bietet Amazon ein gut funktionierendes Ökosystem mit einer sehr großen Buchauswahl. Gerade im Bereich der Indie-Bücher sucht die Vielfalt ihresgleichen. Preislich macht das ohnehin keinen Unterschied, da auch E-Books der Buchpreisbindung unterliegen und bei allen Händlern gleich viel kosten.

Die Mitnahme der gekauften E-Books zu einem alternativen E-Reader ist jedoch mit Aufwand verbunden. Die Dateien müssen aus der Kindle-Bibliothek heruntergeladen und zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm Calibre in ein freies Format konvertiert werden, bevor sie für andere E-Reader lesbar sind. Achtung: Nur bei kopierschutzfreien E-Books ist das legal.

Bei den E-Book-Readern von Tolino und Pocketbook sind in der Regel Shops vorinstalliert, diese lassen sich jedoch ohne großen Aufwand wechseln. Synchronisierte Smartphone- und Tablet-Apps haben sie alle drei.

Amazon bietet jedoch Flatrate-Angebote, die sich für Vielleser lohnen können. Für knapp 10 Euro pro Monat gibt es monatlich ein frei wählbares Hörbuch und unzählige Podcasts. Ebenfalls 10 Euro pro Monat will Amazon für Kindle Unlimited. Dort stehen über 1,5 Millionen Bücher bereit, von denen die allermeisten jedoch Indie-Bücher sind. Romane großer Verlage sind nur wenige dabei. Hier geht es zur Kindle Unlimited Probemitgliedschaft.

Auf der Gegenseite unterstützen die E-Reader von Pocketbook und Tolino das Onleihe-Angebot der deutschen Bibliotheken. Hier sind viele bekannte Werke vertreten. Wer sie ausleihen will, muss jedoch häufig mit Wartezeiten rechnen.

Wer das E-Book zu Hause im WLAN nutzt, hat keine Probleme mit dem Herunterladen von E-Books. Im Urlaub muss man sich dafür in einem öffentlichen WLAN oder im Netz von Hotels oder Gaststätten einloggen. Neben Kapazitäts- und Reichweitenproblemen bei Hotel-WLANs unterscheidet sich die Netzwerk-Technik meist stark von privaten Haushalten; nicht immer klappt der Login. Zur Not hilft der WLAN-Hotspot des Smartphones weiter. Das kann im Ausland je nach Roaming-Tarif zu zusätzlichen Gebühren führen, auch wenn E-Books üblicherweise kleine Dateien sind.

Alternativ bieten einige Amazon-Kindle-Geräte eine Mobilfunkoption, mit der ortsunabhängig E-Books ihren Weg auf den Reader finden. Außer einem einmaligen Aufpreis beim Kauf kommen keine weiteren Kosten auf den Käufer zu. Voraussetzung: Am Nutzungsort gibt es eine stabile Mobilfunkverbindung. Aktuell gibt es zwei Modelle mit integriertem Mobilfunkmodul. Der Amazon Kindle Oasis kostet mit 32 GByte Speicher regulär 260 Euro, gegen einen Aufpreis von 60 Euro gibt es 3G dazu.

Nicht nur für die Nutzung am Pool sollte der E-Book-Reader gegen das Eindringen von Wasser geschützt sein. Auch zu Hause in der Badewanne kann eine gewisse Wasserfestigkeit im Zweifelsfall wichtig sein. Mittlerweile ist eine IP-zertifizierte Staub- und Wasserdichtigkeit bereits bei vielen E-Readern um die 100 Euro zu finden.

Trotz IP-Zertifizierung sollte man diese Geräte nicht absichtlich mit ins Wasser nehmen. Denn die Wasserdichtigkeit wurde unter Laborbedingungen mit destilliertem Wasser getestet. Gegen salziges Meerwasser sind sie genauso wenig gefeit wie gegen gechlortes Poolwasser oder seifiges Badewannenwasser. Ein kurzes Untertauchen sollte jedoch nach anschließender Reinigung mit sauberem Wasser kein Problem darstellen.

Viele E-Reader von Onyx wie der Boox Note Air 2 sind Kombinationen aus einem E-Reader mit einem Tablet. Dafür kommen sie mit einer für das E-Ink-Display optimierten Android-11-Variante. Auch Huawei geht mit dem Matepad Paper einen ähnlichen Weg, setzt jedoch auf das eigene Betriebssystem HarmonyOS. Zusätzlich zum Touchscreen können sie zudem mit einem beiliegenden Stift bedient werden, was sie zu einem Notizbuch macht.

Egal, ob Android 11 oder HarmonyOS: Nutzer können auf dem E-Reader-Tablet-Hybriden Apps von Drittherstellern installieren. Das macht diese E-Ink-Tablets deutlich flexibler als klassische E-Reader. Viele wichtige Programme wie Browser, Bücher-App, Kalender, Mails und einige Widgets sind ohnehin schon vorinstalliert.

Vorteil des E-Ink-Displays ist sein sehr geringer Strombedarf und die für Schriften einwandfreie Ablesbarkeit. Nachteil: Es wird sich selbst bei flottem Prozessor und viel Arbeitsspeicher immer deutlich träger anfühlen als ein klassisches Tablet mit LC- oder OLED-Display.

Allen, die gerne lesen und nicht emotional an Papier und Druckerschwärze hängen, sei die Nutzung eines E-Book-Readers wärmstens ans Herz gelegt. Auf die digitalen Lesegeräte passen unzählige Bücher und gleichzeitig dennoch in die kleinste Schublade.

Wer einen uralten E-Reader zu Hause hat, benötigt nicht zwingend einen neuen. Schließlich kann man auf ihm meistens weiterhin seine E-Books lesen. Doch gerade in den letzten Monaten und Jahren sind sehr viele sinnvolle Funktionen hinzugekommen. Als essenziell sehen wir eine hohe Auflösung und eine Hintergrundbeleuchtung an, die mittlerweile auch im Einstiegssegment gegeben ist.

Recht neu und richtig spannend sind Zusatzfunktionen wie Hörbücher und deren Abspielmöglichkeit über eigene Lautsprecher. Außerdem kann eine Wasserdichtigkeit (E-Reader-)Leben retten, ein Farbdisplay gerade Comic-Fans ganz neue Möglichkeiten eröffnen, eine Stifteingabe den E-Reader in ein Notizbuch verwandeln und die Nachinstallation von Apps den E-Book-Reader fit für die Zukunft halten.

Im Amazon-Ökosystem empfehlen wir den Kindle Paperwhite 2021 ab 130 Euro. Hier geht es zum Test des Vorgängers Kindle Paperwhite (Testbericht). Der Amazon Kindle 2019 (Testbericht) ist zwar mit 80 Euro deutlich günstiger und bietet viel, hat jedoch ein gering auflösendes Display und ist nicht wasserdicht. Der Kindle Oasis 2019 (Testbericht) ist ein fantastischer E-Reader. Mit 230 bis 320 Euro aber auch richtig teuer.

Gute E-Reader gibt es auch außerhalb von Amazon. Hier muss man in der Regel aber ein paar Euro drauflegen. Alle, die richtig große Displays bevorzugen, sollten sich den Pocketbook Inkpad X anschauen. Ein wahres E-Reader-Multitalent mit perfekter Verarbeitung, einem tollen E-Ink-Display und Lautsprechern für Hörbücher ist der Pocketbook Era. Noch flexibler sind E-Reader-Tablet-Kombinationen wie der Onyx Boox Note Air 2 oder der Huawei Matepad Paper (heise+ Testbericht).

Wer gerne Comics liest, sollte sich den Pocketbook Color (Testbericht) genauer anschauen. Er bietet neben seinem Farbdisplay viele Premium-Features und kostet mit 200 Euro auch nicht viel mehr als vergleichbare E-Reader mit Monochrom-Display.

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