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Gartenhäcksler

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Gartenhäcksler zerkleinern Grünabfälle und sparen Platz auf Kompost und in der grünen Tonne. TechStage erklärt, wie viel man investieren muss und zeigt die Unterschiede zwischen Schneid- und Walzenhäcksler.

Im Garten gibt es grundsätzlich keinen Abfall. Auch dann nicht, wenn Unkraut gezupft oder die Hecke geschnitten wird. Alles kann verwertet werden und auch wenn Unkraut im Blumenbeet nicht schön aussieht, kann daraus irgendwann wieder Humus werden. Sofern man denn einen eigenen Komposthaufen hat. Dafür sollten die Reste auf eine handliche Größe gebracht werden, um nicht unnötig viel Platz zu benötigen und schneller zu verrotten.

Wer für anfallende Abschnitte keinen Platz im eigenen Garten hat, muss auf die Entsorgung in der grünen/braunen Tonne, im grünen Sack oder im Wertstoffhof zurückgreifen. Doch auch hier sind mengenmäßig Grenzen gesetzt, denn die Transportbehälter mit Gartenabfällen wollen transportiert werden. Gerade im Herbst fallen Unmengen an abgeschnittenem Grünzeug an.

Abhilfe versprechen elektrische Garten-Häcksler, welche es schon für unter 100 Euro im Handel gibt. Doch bereits beim ersten Blick auf die Vielfalt der angebotenen Geräte wird klar, dass es gar nicht so einfach ist, das richtige Modell zu finden. Schnell stellen sich Fragen: Sind die Geräte für den Hausgebrauch ausreichend stark oder macht die Benutzung nur Arbeit und kostet Zeit? Wie laut sind die Häcksler? Welche Art von Häcksler ist besser und wie viel sollte man investieren?

Dieser Ratgeber gehört zu den Themenwelten Werkstatt und Garten. Hier haben wir uns in der Vergangenheit schon Sägen, Schleifmaschinen, Akkuschraubern, Farbsprühsysteme und Hockdruckreiniger genauer angesehen oder uns mit den besten smarten Indoorgärten und den wichtigsten Tools für die Nerdwerkstatt auseinandergesetzt.

Ohne eigenen Komposthaufen lassen sich Pflanzenreste bequem in der grünen Tonne entsorgen. Kommt jedoch der Heckenschnitt dazu oder sollen viele einjährige Pflanzen nach der letzten Ernte entsorgt werden, gerät man schnell ans Limit der Tonne. Was dann?

Dann hilft es vielleicht noch, alle Äste und Zweige mit der Gartenschere zu zerkleinern, damit mehr in die Tonne oder den grünen Entsorungssack passt. Das ist allerdings mühsam und nur bedingt effektiv, will man nicht gerade Zentimeter-Stücke schneiden.

Aber auch ein Komposthaufen bietet nicht endlos Platz und “arbeitet” vor allem sehr langsam. Wird der Heckenschnitt einfach nur auf den Komposthaufen geworfen, dauert es Jahre, bis sich die Zweige zersetzen und tatsächlich Komposterde entsteht. Gut zerkleinert und ordentlich aufgebaut kann der Reifekompost bereits nach circa 6 Monaten genutzt werden. In den grünen Sack oder die grüne/braune Tonne passt ebenfalls deutlich mehr Schnitt, wenn er ausreichend zerkleinert ist.

Nicht jeder Gartenhäcksler häckselt gleich und so unterscheidet sich auch das Schnittgut. Welchen Häcksler man braucht, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab:

  • Was möchte ich häckseln?
  • Was passiert mit dem Schnittgut?
  • Welchen Lärm darf ich dabei mache?

Wie der Kleinschnitt später aussieht, ist zweitrangig, denn alles kann entsorgt oder weiter verarbeitet werden. Aber nicht jeder Häcksler ist für jedes Schnittgut geeignet. Um das zu verstehen, muss man wissen, wie die unterschiedlichen Häcksler arbeiten.

Wie der Name bereits sagt, besitzt der Walzenhäcksler eine oder zwei Walzen mit einer Art Verzahnung. Diese Zähne greifen das Schnittgut, ziehen es selbstständig ein und zerquetschen es an der Pressplatte oder der zweiten Walze.

Das Pressen geschieht relativ leise, wodurch Walzenhäcksler auch Leisehäcksler genannt werden. Ihr großer Vorteil liegt aber nicht nur in der Lautstärke. Der Walzenhäcksler ist in der Lage, auch dickere Äste zu zerstückeln und der Walzvorgang sorgt dafür, dass die Stücke nicht nur geschnitten, sondern auch gequetscht werden. Das vergrößert die Oberfläche der kleinen Stücke und sorgt für eine gute Kompostierbarkeit.

Aber natürlich haben Walzenhäcksler auch ihre Nachteile. Zum einen sind sie teurer und zum anderen haben sie ihre Probleme mit Grünschnitt, Laub und weichen Pflanzenresten. Da der Walzenhäcksler das Schnittgut mehr bricht als schneidet und wenig Platz zwischen den einzelnen Zähnen bietet, setzen sich die Zwischenräume schnell mit dem weichem Material zu und der Motor blockiert. Zu schwer sollte das Gerät für den Transport nicht ausfallen.

Wichtige Fakten zum Walzenhäcksler:

  • arbeitet relativ leise
  • ideal zum Kompostieren
  • geeignet für dickere Äste
  • selbstständiger Einzug
  • verstopft leicht
  • hohe Anschaffungskosten

Tipps zum Walzenhäcksler

Wichtig beim Walzenhäcksler ist die korrekte Einstellung der Walze – sofern sie sich einstellen lässt. Diese sollte nur minimal an der Druckplatte schleifen. Ist der Abstand zu groß, wird das Schnittgut nur etwas gequetscht, aber nicht zerteilt und kann sich schnell um die Walze wickeln. Schleift die Walze dagegen zu kräftig an der Druckplatte, wird unnötig Leistung verbraucht und die Walze verschleißt schneller.

Ein Messerhäcksler ist deutlich einfacher aufgebaut. In ihm dreht sich ein Messer oder eine Scheibe mit mehreren Messern, die das Schnittgut Stück für Stück abschneiden beziehungsweise zerhacken. Das sorgt für eine unangenehme Geräuschkulisse und es sollte im Zweifel ein Gehörschutz getragen werden.

Das Zerschneiden der Pflanzenteile geschieht ohne einen Quetschvorgang, wodurch zerstückelte Äste schlechter kompostieren. Dafür ist das Häckselgut aber gut zum Mulchen auf Beeten geeignet.

Vorteilhaft ist beim Messerhäcksler der einfache Aufbau, der viel Freiraum unter dem Messer zulässt. Dadurch fällt das geschnittene Material leichter herunter und mit Verstopfungen ist eher nicht zu rechnen. Sie sind außerdem vergleichsweise leicht, was den Transport zum Einsatzort erleichtert.

Der Messerhäcksler funktioniert jedoch nur gut, wenn die Messer scharf sind. Zwar können diese mitunter nachgeschliffen werden, das hat aber auch seine Grenzen und neue Messer werden benötigt.

Wichtige Fakten zum Messerhäcksler

  • günstiger in der Anschaffung
  • laute Betriebsgeräusche
  • geeignet für frisches und feuchtes Schnittgut
  • gut zum Mulchen auf Beeten
  • geringere Schnittleistung bei dicken Ästen
  • Schnittgut muss manuell nachgeschoben werden

Tipps zum Messerhäcksler

Messerhäcksler ziehen das Schnittgut nicht selbstständig ein – es muss nachgeschoben werden. Sofern hierzu kein Hilfsmittel beiliegt (niemals mit den Händen nachschieben!), kann man hierzu auch eine Dachlatte nutzen, falls kein entsprechendes Werkzeug zum Lieferumfang gehört. Diese sollte jedoch nur so lang sein, dass sie nicht selbst im Häcksler zerstückelt wird. Wird oberhalb zusätzlich eine Querlatte angebracht, legt diese fest, wie tief die Latte in den Messerhäcksler eingeführt werden kann.

Im privaten Bereich sind Gartenhäcksler mit Schlagwerk beziehungsweise einer Kombination aus Messerhäcksler und Schlagwerk eher unbekannt. Hierbei handelt es sich meist um schwere Maschinen mit Benzinmotor.

Gartenhäcksler mit zusätzlichem Schlagwerk arbeiten in erster Linie wie ein Messerhäcksler, besitzen aber zusätzlich das Schlagwerk aus beweglichen, gehärteten Klingen, die das Häckselgut nach dem Schneiden weiter zerkleinern. Damit besitzen sie die Vorteile des Messerhäckslers, das Häckselgut wird anschließend aber zusätzlich aufgebrochen, um die Kompostierung zu verbessern. Sie vereinen damit die Vorzüge des Walzen- und des Messerhäckslers. Nur beim Lärm legen sie noch eine Schippe drauf und sind lauter als reine Messerhäcksler.

Fakten zum Gartenhäcksler mit Schlagwerk

  • große und schwere Geräte
  • teuer in der Anschaffung
  • sehr laut
  • meist sehr leistungsstark
  • für frisches und trockenes Holz
  • sehr kleines und gut kompostierbares Schnittgut

Ob Messer oder Walze – Gartengeräte, die es mit einem Elektromotor gibt, gibt es meist auch mit einem Benzinmotor. Hier gilt dasselbe, wie bei einem Elektro- oder Benzinrasenmäher. Gartenhäcksler mit einem Benzinmotor sind leistungsstärker und unabhängiger, aber deutlich lauter und schwerer. Hier muss man für sich entscheiden, wie oft und wo man häckselt und ob sich ein Häcksler mit Benzinmotor rentiert.

Wenn, dann sollte man auf jeden Fall zu renommierten Marken, wie Denqbar, Hecht, Stihl (Viking) oder Holzinger greifen.

SchnittleistungLeistungLautstärkePreis
Walzenhäcksler4,2 - 4,8 cm2500 - 3000 W70 - 92 dB140 - 300 €
Messerhäcksler4 - 4,5 cm2000 - 2800 W92 - 105 dB90 - 250 €
Benzin-Häcksler5 - 12 cm4 - 15 PS92 - 110 dB400 - 1000€

In der Planungsphase des Ratgebers hat sich ein Kollege für die Anschaffung eines Garten-Häckslers entschieden. Grund hierfür waren die häufigen Fahrten zum Wertstoffhof und die Hoffnung, diese massiv zu reduzieren und so Zeit zu sparen. Die wichtigsten Kriterien waren ein Preis von maximal 200 Euro und eine alltagstaugliche Schnittleistung auch bei frischem Schnittgut.

Die Entscheidung fiel auf ein reduziertes Markengerät, den Bosch ATX Rapid 2200 mit universellem Schneidwerk. Bei Amazon ist das Gerät zum Veröffentlichungszeitpunkt für 188 Euro erhältlich. Der bestellte Häcksler kommt mit einer sehr einfachen Kurzanleitung, einem Stopfwerkzeug und ohne weiteres Zubehör zum Kunden. Selbst ein für den Betrieb benötigtes Verlängerungskabel ist nicht im Lieferumfang enthalten. Immerhin ist das Schnittmesser beidseitig benutzbar und so muss dieses nicht sofort ersetzt werden, sobald die Klinge stumpf ist.

Wir nutzen im Test ein Outdoor-Verlängerungskabel mit einer für uns ausreichender Länge von zehn Metern. Die Benutzung einer Kabeltrommel ist wegen des direkt im Gerät integrierten Steckers ungeeignet.

Da sich zum Lieferzeitpunkt unseres Häckslers bereits vier große Haufen mit gemischtem Schnittgut türmen, kann der erste Praxistest direkt starten. Das vorliegende Material hätte selbst ordentlich zerkleinert nicht mit einer Fahrt zum Wertstoffhof gebracht werden können. Der kleine Komposthaufen hinter dem Haus hätte für diese Menge ebenfalls zu wenig Platz.

Positiv fällt zunächst die Lautstärke nach dem Einschalten auf. Als leise wollen wir die Maschine mit rotierendem Schneidwerk nicht bezeichnen, das Gerät läuft allerdings deutlich leiser als befürchtet. Das eingefüllte Schnittgut besteht zu Anfang aus Ästen mit einem Durchmesser von maximal eineinhalb Zentimetern und einigen Abschnitten mit viel Blattwerk. Der breite Einfülltrichter des Gerätes erlaubt das gleichzeitige Einfüllen von einer ganzen Handvoll frisch abgeschnittener Triebe. Die Befürchtung, dass der Elektromotor bei so viel frischem Kleinzeug schnell an Grenzen kommen könnte, ist schnell ausgeräumt. Der getestete Häcksler verarbeitet das eingeschobene Schnittgut in kleine Schnipsel und gibt sie als Bio-Schnitzel wieder aus. Da das Gerät das eingelegte Material nicht aktiv einzieht, müssen wir mit dem mitgelieferten Stopfer vor allem das Kleinzeug nachstopfen. Längere Pflanzenreste mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter zieht das Gerät allerdings Großteiles allein durch die Klingenrotation ein.

Das Befüllen funktioniert mit der Zeit immer besser und schneller. Wichtig ist es, das zu zerkleinernde Material vor dem eigentlichen Schreddern etwas vorzubereiten. Dazu sollten besonders buschige Äste von den großen Seitentrieben befreit und das Schnittgut ordentlich in einer Richtung abgelegt werden. Unsere ersten beiden Testhaufen verwandelt der Schredder in etwa einer Viertelstunde in etwa 25 Liter gehäckselte Bioschnitzel.

Beim restlichen Pflanzenmaterial muss das Gerät nun zeigen, wie er mit dickerem Schnittgut zurechtkommt. Die vorliegenden Abschnitte eines Haselnussbaumes haben eine Länge von bis zu eineinhalb Metern und einen Durchmesser von bis zu 35 mm. Auch diese Abschnitte sind erst wenige Tage alt und dementsprechend frisch. Der Bosch ATX Rapid 2200 arbeitet nun zwar eine Spur lauter, zeigt sich aber ansonsten unbeeindruckt, auch wenn wir mehrere Äste gleichzeitig in den Trichter füllen. Die eingeschobenen Äste verarbeitet das Gerät anscheinend mühelos in kleine Holzschnipsel. Ist der Auffangbehälter nicht genau in Position, werden diese lustig durch die Luft geblasen. Nach weiteren fünfzehn Minuten sind dann annähernd alle Schnittreste, inklusive Blätter und Kleinzeug verarbeitet. Die gesamten Reste des Tages füllen nun einen etwa 60 Liter großen Korb und passen noch ganz bequem auf den Komposthaufen. Vorher hätte man circa sechs bis acht dieser Körbe benötigt.

Einzig eine Handvoll sehr dicker Abschnitte haben wir nicht in den Häcksler gegeben, um das Neugerät nicht mutwillig zu beschädigen. Grund dafür ist die maximal zulässige Materialstärke von 40 mm, die unsere Reste an den dicken Stellen mindestens erreicht oder aber überschritten haben.

Nach nur einem Tag mit dem Häcksler sind wir überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Zwar mag es kräftigere oder leisere Modelle geben, für unseren Einsatzzweck ist der leichte Bosch AXT 2200 Rapid völlig ausreichend und gut geeignet. Zwar gibt es auch deutlich günstigere Häcksler, da wir im Test allerdings keinerlei Probleme mit Verstopfungen oder festgefahrenem Schneidwerk hatten, ist es uns diesen Aufpreis wert.

Bei den Gartenhäckslern muss zwischen den Walzenhäckslern (Leisehäcksler) und den Messerhäckslern unterschieden werden. Während Walzenhäcksler gut mit trockenen dicken Zweigen klarkommen und sich das Gehäckselte besser kompostieren lässt, haben Messerhäcksler auch mit frischem Schnittgut kein Problem und trockener Häckselschnitt eignet sich hervorragend zum Mulchen von Beeten.

Nur wer sehr oft und viel zu häckseln hat, sollte zu einem Häcksler mit Benzinmotor greifen. Die sind zwar deutlich teurer und lauter, dafür aber auch leistungsstärker und die Kombination aus Messerhäcksler und Schlagwerk arbeitet noch effektiver. Für den Heimgebrauch kann man sich die Mehrausgaben allerdings sparen. Wer keine ausschweifenden Parklandschaften sein Eigen nennt, kommt in der Regel mit einem elektrischen Antrieb aus. Der privat von uns genutzte Messerhäcksler bietet ausreichend Leistung für einen kleinen bis mittelgroßen Garten und hat uns in den ersten Wochen schon einige Fahrten zum Entsorgungshof erspart.

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