Aufmacher Komplett PC

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Ein vorkonfigurierter Gaming-PC spart nicht nur die zeitraubende Auswahl der Komponenten und den mühsamen Zusammenbau, sondern ist auch ein probates Mittel, um aktuell zu einem guten Preis an eine neue Grafikkarte zu kommen.

Gar seltsame Dinge geschehen gerade auf einschlägigen Handelsplattformen im Internet. Wer seinen alten PC um eine aktuelle Grafikkarte wie die Nvidia RTX 3060 Ti erweitern möchte, darf tief in die Tasche greifen. Während der unverbindliche Verkaufspreis für dieses Modell bei rund 400 Euro liegt, ist derzeit keine Karte unter 770 Euro zu haben (Stand: 5.11.2021). Grund dafür ist die Chip-Krise und daraus resultierend die große Schere zwischen Angebot und Nachfrage. Gleichzeitig sind Next-Gen-Konsolen wie die Playstation 5 (Testbericht) oder die Xbox Series X (Testbericht) ebenfalls von einer massiven Knappheit betroffen – nur mit Glück bekommt man die Geräte für einen einigermaßen vernünftigen Preis. Vielleicht also ein neues Komplettsystem mit aktueller CPU und Grafikkarte?

Legt man auf diese 770 Euro der Grafikkarte 600 Euro darauf, gibt es zu ebendieser Grafikkarte einen kompletten Gaming-PC mit Core-i5-Prozessor der elften Generation, Marken-Mainboard, 1 TB NVMe-SSD sowie 16 GB Arbeitsspeicher dazu (allerdings ohne Betriebssystem). Verrückte Welt? Keineswegs. Die Hersteller von Komplettsystemen haben vor der Krise ihre Kontingente zu guten Bedingungen aufgestockt, um ihre Pakete entsprechend ausstatten zu können. Zwar sind auch die Preise von vorkonfigurierten Gaming-PCs gestiegen, doch weit unterhalb des Niveaus von einzelnen Grafikkarten.

Sieht man sich diese Komplettsysteme an, dann kommen die mit überraschend guten Komponenten, die noch dazu nahe am eigentlichen Verkaufspreis sind. Ja, man zahlt mehr, da man Gehäuse, Speicher, Zusammenbau und mehr finanziert, aber dafür bekommt man einen schlüsselfertigen PC. Alternativ spricht nichts dagegen, die neue GPU auszubauen, die alte Grafikkarte einzusetzen und den PC auf Ebay zu verkaufen. Unser Ratgeber aus der Themenwelt Gaming zeigt, worauf man achten sollte.

Neben diesem der Chip-Krise geschuldeten Preisvorteil lohnen sich vorkonfigurierte Gaming-PCs auch für Menschen, die weder Zeit noch Lust auf die Auswahl der Komponenten und den Zusammenbau des Computers haben. Die Systeme sind direkt nach dem Auspacken betriebsbereit, zumal sich in der Regel mit Windows 10 oder 11 ein lizenziertes Betriebssystem auf der Festplatte befindet. Um aktuelle Games in Full-HD-, WQHD- oder 4k-Auflösung ruckelfrei mit hohen Details spielen zu können, sollten entsprechen leistungsstarke Komponenten verbaut sein:

Bei der Auswahl des Prozessors sollte man ein paar Dinge beachten:

  • Einsteiger-CPUs wie Intel Core i3, Celeron und Pentium oder AMD Athlon/Ryzen 3 sind eher für reine Office-PCs als für Spielcomputer geeignet.
  • Mittelklasse-Prozessoren wie Intel Core i5 oder AMD Ryzen 5 bieten eine ausreichende Leistung für gelegentliches Spielen und alle Office-Aufgaben.
  • Oberklasse-CPUs wie Intel Core i7 oder AMD Ryzen 7 bieten genug Performance zum Spielen aktueller Games in hoher Qualitätsstufe und für anspruchsvolle Produktivitätssoftware wie Bildbearbeitung oder Videoschnitt.
  • High-End-Prozessoren wie Intel Core i9 oder AMD Ryzen 9 kommen auch mit anspruchsvollen Games und Programmen klar und sind besonders zukunftssicher.

Was oft übersehen wird, aber einen enormen Einfluss auf die Systemleistung hat, ist die Variantenbezeichnung, die sich hinter der Prozessorbezeichnung befindet. Bei Intel geben die ersten Ziffern Aufschluss über die Prozessorgeneration – etwa neunte, zehnte, elfte oder die neueste zwölfte Generation. Auch die Anzahl der Kerne und die Möglichkeit zum Übertakten – bei Intel das Kürzel „K“ – fließen in diese Zahlenkolonnen mit ein. Ein i5-Prozessor mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und Übertaktungspotenzial ist etwa der i5-10600K.

Bei AMD läuft es fast identisch. Die erste Ziffer bezeichnet die Generation von 1 bis 5, die zweite das Performance-Level zwischen 4 und 8 und die Buchstaben am Ende wie X oder XT stehen meist für eine zusätzliche Leistungsoptimierung. So gehört der Ryzen 7 5800X der fünften Generation an und ist mit Performance-Level 8 und dem Suffix X eine sehr schnelle CPU-Variante.

Neben dem Prozessor ist die Grafikkarte das Herzstück eines Gaming PC. Wie bereits eingangs erwähnt, herrscht momentan eine weltweite Knappheit, sodass dem Kunden oft veraltete GPUs aus Restbeständen angeboten werden – etwa eine GeForce GTX 1650 oder gar 1060, die aktuelle Games mit hohen Details bei Auflösungen jenseits von Full-HD nur unter störendem Ruckeln darstellen können.

Deshalb sollte ein besonderes Augenmerk auf die verbaute Grafikkarte gelegt werden:

  • Ältere oder Einsteiger-Karten wie GeForce GTX 1060/1650 oder Radeon Vega 3 sind nur für Gelegenheitsspieler empfehlenswert.
  • Modelle der letzten Generation aus der nVidia RTX 20xx-Reihe von 2060 bis 2080 liefern akzeptable Bildraten bei Full-HD (1.920 x 1.080) und WQHD (2.560 x 1.440) und mittleren Details.
  • Aktuelle Grafikkarten der RTX 30xx-Serie (3060 bis 3090) oder Radeon RX 6800 sind derzeit rar und teuer, bieten jedoch auch bei 4k-Auflösung (3840 x 2160) und/oder hohen Detaileinstellungen eine weitgehend ruckelfreie Darstellung.

Innerhalb der Baureihen selbst herrschen ebenfalls große Unterschiede: so ist das Leistungsniveau einer High-End-Karte wie der RTX 3090 ungleich höher als das einer eher günstigen RTX 3060. So kann es auch vorkommen, dass eine sorgfältig übertaktete und mit einem leistungsstarken Kühlsystem ausgestattete RTX 2090 eine höhere Grafikleistung bietet als eine RTX 3060 in Standardausführung. Ein weiteres Performance-Merkmal ist das Kürzel „Ti“ nach der Produktbezeichnung. Mehr zur Leistung zeigt unser großer Vergleichstest zu Grafikkarten.

Auch der Grafikspeicher wirkt sich auf die Performance aus, da eine bessere Speicherausstattung mehr Platz für Bildinformationen und Texturen bietet, und die kurzen Wege zwischen GPU und VRAM für eine schnellere Übertragungsgeschwindigkeit sorgen. 4 GB sind nur für Einsteigersysteme empfehlenswert, während 6 GB das Minimum für ambitionierte Gamer darstellen. Mit 8 bis 12 GB ist eine Grafikkarte gut für aktuelle Games gerüstet.

Der Arbeitsspeicher (RAM) sollte bei Gaming-PCs mindestens 8 GB, besser 16 GB betragen. Mehr Speicher minimiert Nachladezeiten und ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Apps oder anspruchsvoller Games ohne spürbare Auswirkungen auf die Systemleistung. High-End-Systeme bieten mit 24 bis 64 GB RAM mehr als genug Speicher für eine optimale Performance. Mehr dazu im Ratgeber RAM: Takt, Dual-Channel und die beste Größe – wann ein Arbeitsspeicher-Upgrade lohnt.

Neben einer 512 GB bis 2 TB großen SSD mit schnellen Lade- und Speicherzeiten sollte ein Gaming-PC auch mit einer großen mechanischen Festplatte für große Datenbestände ausgestattet sein – 1 bis 3 TB sollten es schon sein. Allerdings sind die Preise für schnelle M.2-SSDs mit das Einzige, was aktuell am Markt fällt. Wer hier sparen möchte, der sollte zu einer kleineren SSD oder einer reinen HDD greifen, eine M.2-NVMe-SSD nachkaufen und Windows anschließend umziehen. Eine 1 TByte große NVMe-SSD bekommt man teilweise unter 70 Euro, der Umzug von Windows gelingt mit kostenlosen Tools absolut problemlos. Selbst eine langsame M.2-SSD ist deutlich schneller als das etwa gleich teure SATA-Pendant. Mehr dazu im Artikel NVMe wird günstig: Schnellen Speicher einfach nachrüsten und Windows kostenlos umziehen.

Bei den Gehäusen von Gaming-PCs ist der persönliche Geschmack ausschlaggebend. Ein großes Tower-Gehäuse für die Platzierung unter dem Schreibtisch bietet genug Platz für zukünftige Erweiterungen und ermöglicht eine für eine gute Luftzirkulation für die Kühlung der Komponenten. Gimmicks wie Sichtfenster und LED-Beleuchtung sind eine Sache des persönlichen Geschmacks. Ein potentes Kühlsystem ist dagegen Pflicht: mehrere Lüftereinheiten mit großen Radiatoren sorgen für ein gutes Klima im Gehäuse. Modelle mit Wasserkühlung sind zwar etwas teurer, arbeiten in der Regel aber auch viel leiser als Systeme mit reiner Luftkühlung. Kleine Gehäuse dagegen nehmen wenig Platz weg und können als Design-Element auf dem Schreibtisch Platz finden. Hier muss man nur darauf achten, dass man beim Upgrade eventuell wenig Platz für längere Grafikkarten hat.

4 bis 6 rückwärtige USB-Ports dienen zum Anschluss von Tastatur, Maus, externen Festplatten und weiterem Zubehör. Auf der Vorder- oder Oberseite des Gehäuses sollten weitere USB-Schnittstellen, darunter mindestens eine USB-C-Buchse, sowie Audio-Buchsen zum schnellen Anschluss von Peripherie sowie Headsets vorhanden sein. Der schnelle USB-3.0-Standard ist ein Muss für akzeptable Übertragungsraten. Für den Zugriff aufs Netzwerk sollte mindestens eine Ethernet-Buchse mit 1 GBit/s auf dem Board sitzen. Schnellere Anschlüsse, etwa mit 2,5 GBit/s sind nett, im Heim aber noch weit weg vom Standard. Praktischer ist da schon ein integriertes WLAN und Bluetooth, Wifi-6 ist hier der zukunftssichere Standard.

Je nach Ausstattung differieren die Preise für Gaming-PCs stark. Hier ein exemplarischer Überblick über typische Konfigurationen aus verschiedenen Preis- und Leistungsklassen. Einsteigersysteme für Gelegenheitsspieler mit CPU und GPU der vorletzten Generation sind für um die 700 Euro zu haben. Damit kann man ältere Spiele mehr gut zocken, bei aktuellen Titeln muss man wahrscheinlich die Details und Auflösung herunterschrauben. Ganz ehrlich, hier würden wir eher zu einer Konsole raten.

Mittelklassesysteme mit Ryzen 5 oder Core i5, Nvidia RTX 20xx Grafikkarte, 16 GB RAM und 1 bis 2 TB Massenspeicher bewegen sich im Preisrahmen bis 1300 Euro. Aktuelle und ältere Titel sollten sich damit in Full-HD problemlos wiedergeben lassen, selbst mit hohen oder sehr hohen Details. Hier kann man wahrscheinlich auch schon Features wie hardware-seitiges Raytracing nutzen, zumindest auf den RTX-Karten von Nvidia. VR-Systeme sollten hier bereits problemlos nutzbar sein.

Oberklasse-Konfigurationen mit Ryzen 7/9 oder Core i7/i9, RTX 3060 Ti bis 3080, 16 bis 32 GB RAM und mehr als 2 TB Massenspeicher sind für rund 1.300 bis 3.000 Euro zu haben. In diesem Preisbereich kann man in Full-HD und WQHD mit sehr hohen Details und hohen Frameraten spielen. UHD ist ebenfalls möglich, vielleicht nicht mit allen Details, aber dennoch sehr ansehnlich. Hardware-seitiges Raytracing gehört hier fest dazu. Diese Geräte sind eine gute Plattform für die nächsten Jahre. Nvidia-Fans raten wir zu mindestens einer RTX 3060 Ti (Testbericht), die liefert einfach eine Top-Leistung für den aufgerufenen Preis.

High-End-PCs für kompromisslose Gamer mit Ryzen 9 5950 X oder Core i9 11900KF, RTX 3090, 32 bis 64 GB RAM und mehr als 3 TB Massenspeicher können bis zu 5.000 Euro kosten. Diese Geräte sind für alle gedacht, die entweder Inhalte ins Web streamen (Ratgeber Streaming) möchten oder in UHD- oder 8K-Auflösung mit allen Details auf Anschlag spielen wollen.

Gaming-PCs als Komplettsysteme sind eine gute Alternative für alle Gamer, die sich nicht mit der Auswahl und Konfiguration eines Selbstbau-PCs auseinandersetzen möchten. Außerdem stellen solche vorkonfigurierten Pakete im Zuge der Chip-Krise einen der wenigen Wege dar, zu einem vernünftigen Preis an eine aktuelle Grafikkarte zu kommen. Selbst die fertigen PCs setzen auf Standard-Komponenten, damit kann man in Zukunft einfach aufrüsten. Neben Grafikkarten betrifft das hauptsächlich den RAM sowie den verfügbaren Datenspeicher. Gerade hier sollte man kurz- bis mittelfristig auf eine schnelle NVMe-SSD setzen. Die Preise für diese Festplatten-Alternativen sind günstig, die Leistung ist gut bis sehr gut und der Einbau ist unverschämt einfach.

Ja, unter (selbsternannten) Profis haben fertig gebaute PCs oft einen schlechten Ruf. Viel davon dürfte Elitendenken zuzuordnen sein, teilweise bekommt man aber die Komponenten günstiger, wenn man selbst baut. Aktuell ist es primär die Grafikkarte, die den Preis treibt. Und wenn man hier zum Preis einer einzelnen Grafikkarte einen kompletten neuen Rechner mit aktueller CPU, RAM, großer Festplatte und legaler Windows-Lizenz bekommt, warum nicht?

Mehr zu dem Thema haben wir in der Themenwelt Gaming veröffentlicht. Neben unserer Bestenliste zu Grafikkarten finden sich dort die Ratgeber zur perfekten mechanischen Tastatur, zum passenden Gaming-Monitor oder dazu, bei welchen PC-Komponenten sich ein Upgrade jetzt lohnt.

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