Gadgets gegen den Blackout: Strom erzeugen, Kochen und Filtern

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Stromausfälle sind selten, trotzdem sollte man vorbereitet sein. TechStage hat sich angesehen, welche Produkte helfen, einem möglichen Blackout entspannt entgegenzusehen.

Schlecht-Wetter-Lagen und Unfälle sind unter normalen Umständen das größte Risiko für unsere Stromversorgung. Sie treten selten auf, die durchschnittliche Ausfallzeit in Deutschland lag je angeschlossenem Verbraucher im Jahr 2020 bei gerade einmal 10,73 Minuten (Quelle: Bundesnetzagentur). Das ist der niedrigste Wert seit Erhebung der Zahlen im Jahr 2006, als die durchschnittliche Ausfallzeit noch bei über 21 Minuten lag.

Da es sich hier allerdings um Durchschnittswerte handelt, kann es lokal durchaus zu längeren Ausfällen kommen. Wer auf dem Land wohnt, hat mehrstündige Ausfälle sicherlich schon miterlebt. Aber auch in Städten kann es vorkommen, dass der Ausfall länger dauert.

Das passierte etwa 2019, als in Berlin rund 31.500 Haushalte und 2000 Gewerbeeinheiten für knapp 31 Stunden ohne Strom waren. Im Januar 2021 kam es zu einer automatischen Auftrennung des europäischen Verbundsystems zur Stromversorgung aufgrund von Abweichungen im Netz, welche aber behoben wurden, bevor es zu einem großflächigen Versorgungszusammenbruch kam. (Quelle: Wikipedia)

Aktuelle Ereignisse wie Energiewende, Rohstoffknappheit, politische Spannungen, kriegerische Auseinandersetzungen und Hackerangriffe erhöhen das Risiko für Ausfälle und so ist es sinnvoll, sich vor Auftreten mit dem Problem auseinanderzusetzen. TechStage hat sich einen Überblick verschafft, welche Technik und Gadgets im Fall eines Stromausfalles hilfreich sind und zeigt, ob und wann sich deren Anschaffung lohnt.

Wer sich ins Thema Notfallausstattung einarbeitet, findet zunächst Tipps wie die Bevorratung von Wasser und Nahrungsmitteln. Dies klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Die angegebenen Mengen sind derart groß, dass es hier in vielen Haushalten schlicht zu Lager- und Budgetproblemen kommen dürfte. Da Vorräte ein Verfallsdatum besitzen und nur bei lang anhaltenden und großflächigen Stromausfällen wichtig sind, sollte jeder für sich entscheiden, in welcher Menge Lebensmittel und Wasser bevorratet werden (können). Empfohlen wird eine Menge für etwa 10 Tage.

Deutlich sinnvoller sind da schon die Empfehlungen zu Kerzen und Streichhölzern, da selbst ein kurzer Stromausfall bei Dunkelheit schnell zum Spießrutenlauf werden kann, wenn keine andere Lichtquelle wie Taschenlampe oder Smartphone greifbar ist. Im Jahr 2022 würden wir allerdings eher zur LED-Taschenlampe als zur Kerze greifen. Das ist sicherer und die Lichtausbeute ist deutlich größer. Wichtig ist es, dass die Lampe jederzeit schnell greifbar und einsatzbereit ist. Akkus haben hier den Nachteil, dass sie sich mit der Zeit selbst entladen, weshalb für Notfälle Batterien besser geeignet sind. Diese sollten dann aber auch bevorratet werden. Am besten geeignet sind spezielle Notfalllampen, die dauerhaft geladen werden und dann bei Bedarf sofort einsatzbereit sind. Das Not- und Nachtlicht Olympia NL 300 für rund 13 Euro erfüllt diese Anforderungen ebenso, wie die Sicherheitslampe TFA Dostmann Lumatic Guard für 24 Euro.

Wer sich gleich auf den schlechtesten Fall einrichten will, kann auch zu einer Lampe mit Akku und Solarpaneel oder Kurbelantrieb greifen. Die Kombination aus Handkurbellampe und Solarlaterne inklusive integrierter Powerbank und der Möglichkeit, USB-Geräte zu laden, gibt es etwa auf Amazon für 35 Euro. Mit integriertem Radio kostet das Notfall-Gadget ebenfalls rund 35 Euro. Im Ratgeber Brutal hell und trotzdem günstig zeigen wir, worauf man beim Kauf von Taschenlampen achten sollte.

Zwar braucht es dank LED keine Streichhölzer für Licht, trotzdem sollte man für den Notfall immer ein Feuerzeug oder eben Streichhölzer zu Hause haben. Passend zur LED-Lampe kann man sich hier für ein futuristisches Lichtbogenfeuerzeug mit Akku und USB-Ladeport entscheiden. Solche E-Feuerzeuge sind ab etwa 10 Euro erhältlich, natürlich tun es aber auch einfache Modelle für ein paar Cent. Solarfeuerstarter, Feuer-Linse und Feuerstahl (Magnesiumstab) mögen beim Survivaltraining dazugehören, bei einem normalen Stromausfall sind solche Gadgets allerdings unnötig.

Trotz des allgegenwärtigen Smartphones sollte man für Notfälle auch immer noch ein Radio im Haushalt haben, um sich beim Ausfall des Mobilfunknetzes über Stromausfall und Ähnliches informieren zu können. Notfall-Radios mit Solarzelle und/oder Handkurbel gibt es ab etwa 30 Euro.

Dank Smartphone haben wir mittlerweile alle immer Taschenlampe, Telefon und Internet greifbar in der Hosentasche. Umso wichtiger ist es, dass dieses und andere Gadgets im Bedarfsfall geladen und einsatzbereit sind. Wirklich wichtig ist eine Notstromversorgung aber vor allem bei der Nutzung von medizinischem Gerät. Dieses ist zwar in der Regel mit kleineren Akkus ausgestattet, wirklich lange halten die aber nicht durch. Um technische Geräte auch während eines Stromausfalles benutzen und laden zu können, gibt es verschiedene Lösungen.

Im Zweifel helfen hier schon günstige Powerbanks bis 20 Euro. Je länger der Stromausfall dauert und je mehr Geräte geladen werden müssen, desto größer muss der Stromspeicher natürlich ausfallen. Für spontanes Nachladen bieten sich Powerbanks mit integriertem Solarpaneel an. Die sind mit etwa 30 Euro nur minimal teurer als Modelle ohne Solarlösung. Für längere Stromunterbrechungen und zur Versorgung von energiehungrigen Verbrauchern bieten sich große Powerbanks mit 230-Anschluss an. Die Omars Powerbank mit 24.000 mAh und einer Leistung von bis zu 90 W lädt per USB und klassischer Steckdose ab 99 Euro.

Mehr Leistung, erheblich mehr Kapazität und Anschlussmöglichkeiten bieten die teureren Powerstations. Modelle wie die 166-Wh-Powerstation von Beaudens mit drei USB-Ladeports, zwei 12-V-Anschlüssen und einer 230-V-Steckdose gibt es ab etwa 150 Euro. Das Set aus 20W-Solarzelle und kompakter Powerstation mit 42 Ah gibt es von Revolt ab 170 Euro. Für 500 Euro gibt es dann schon die gehobene Klasse mit integriertem Solargenerator und einer ordentlichen Kapazität von 500 Wh und mehr. Diese Powerstations lassen sich nicht nur per Netzteil befüllen, sondern können alternativ per Solarpaneel geladen werden. Markengeräte wie die Jackery Explorer 500 leisten dabei dauerhaft bis zu 1000 W. Die Kosten für den Explorer 500 liegen bei etwa 600 Euro ohne Solarpaneel und bei 860 Euro inklusive eines 100-W-Panels. Varianten mit noch mehr Kapazität und Leistung kosten 1000 Euro und mehr.

Günstiger, wenn auch nicht mobil, sind sogenannte Solarinseln (Ratgeber), welche aus Solarpaneel, Akku und Laderegler bestehen. Varianten mit schwachem Panel und kleinem Akku gibt es ab 120 Euro. Größere Sets mit 110-Watt-Panel kosten etwa 260 Euro. Zwar sind diese günstigen Kits in der Regel nicht für hohe Leistungen geeignet, die Versorgung von Notebook, Smartphone oder Lampen funktioniert aber problemlos.

Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor sind zwar auf Baustellen unabdingbar, für Privathaushalte sind sie aber nicht die beste Lösung. Die Geräte machen viel Lärm, produzieren Abgase und benötigen Brennstoff. Außerdem brauchen starke Aggregate einiges an Platz und sind so bestenfalls für Hausbesitzer geeignet. Benzingeneratoren mit einer Leistung von 1000W gibt es dafür schon unter 140 Euro. 3000W Leistung kosten dann schon 630 Euro und starke Generatoren mit 8000 Watt und mehr belasten das Budget mit etwa 1200 Euro. Kleine Benzingeneratoren, sogenannte Inverter, sind zwar noch verhältnismäßig leise (60 dB), sie bieten allerdings nicht mehr Leistung als die lautlosen und abgasfreien Powerstations (Ratgeber).

Eine Alternative zur Solarstromversorgung sind kleine Windmühlengeneratoren. Diese Mini-Windkraftwerke für den Garten kosten je nach Leistung zwischen 300 und 1000 Euro. Stromspeicher und Wandler müssen hier allerdings noch zugekauft werden. Außerdem lohnt sich die Installation nur in windigen Regionen und am besten höher als Bodenniveau.

Wer sensible Technik, den PC oder die Smart-Home-Komponenten im Notfall mit Strom versorgen möchte, um etwa ein sicheres Herunterfahren des Systems zu ermöglichen, der braucht eine unterbrechungsfreie Stromversorgung via USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung). Welche Möglichkeiten und Unterschiede es hier gibt, zeigt unser Ratgeber Notstromversorgung ab 50 Euro: Sicherheit für Smart Home, Computer und Daten.

Bei anhaltenden Stromausfällen sollte man Kühlschrank und Kühltruhe nur im Bedarfsfall und für wenige Sekunden öffnen, da sich die Temperatur so für bis zu mehr als 12 Stunden hält. Falls die Kühlung länger ausfällt, sind dann nicht nur Rinderfilet oder Tiefkühlspinat, sondern auch etwa temperaturempfindliche Medikamente in Gefahr.

Wer hier vorsorgen will, sollte sich eine Kühlbox mit aktiver Kühlung zulegen. Die Boxen ab 35 Euro arbeiten in der Regel mit 230V und 12V und können so auch am Zigarettenanzünder des Autos oder einer Powerstation betrieben werden. Eine teurere Lösung wären spezielle Campingkühlschränke, welche ebenfalls mit 12V oder auch Gas betrieben werden können.

Zwar ist theoretisch auch der Betrieb herkömmlicher Kühlschränke an der Powerstation möglich, die sind allerdings derart stromhungrig, dass selbst große Energiespeicher nach wenigen Stunden leer sind.

Es muss schon viel passieren, dass bei uns Lebensmittel und Trinkwasser knapp werden. Letztlich ist dieses Szenario weniger für Stromausfälle als etwa die viel zitierte Zombieapokalypse geeignet. Trotzdem wollen wir auch hier einige Möglichkeiten aufzeigen, die auch bei kleineren Notfällen sinnvoll sein können – etwa, um Babynahrung zu erwärmen.

Da wären etwa kleine Gaskocher, wie sie auch beim Campen benutzt werden. Die sind aus unserer Sicht die beste und günstigste Lösung, um Lebensmittel zuzubereiten oder Wasser abzukochen. Solche ein- oder mehrflammigen Kocher gibt es bereits ab 30 Euro.

Wer zusammen mit Stromspeicher/Generator klassische Küchengeräte zum Kochen einsetzen will, muss ganz genau auf die technischen Spezifikationen achten. Selbst Benzingeneratoren bieten häufig eine maximale Dauerlast von 1000W, was für Wasserkocher, Kochplatte oder Minibackofen in der Regel zu wenig ist.

Eine weitere theoretische Möglichkeit sind Solarofen und -Kocher. Die kosten in der Regel allerdings gleich mehrere hundert Euro oder sind zu klein und wenig effizient. Im Gegensatz zum Gaskocher ist diese Lösung auch nur bei wirklich viel Sonnenschein nutzbar. Mobile Solarkocher fürs Camping sind hierzulande bestenfalls eine Notlösung. Das kompakt faltbare Modell Solar Cooker von Solar Brother etwa kostet knapp 90 Euro und kommt zusammen mit einem Rezeptbuch und einer Tasche zum Kunden. Die Temperatur im Kochbereich liegt allerdings bei maximal 150 °C. Da für die höchstmögliche Ausbeute aber schon ordentlich viel Sonnenschein benötigt wird, ist dieses Modell wohl eher zum Erwärmen als zum Kochen geeignet. Der fast 500 Euro teure Parabolspiegelkocher sorgt hingegen für Temperaturen zwischen 700 und 1000 Grad. Dies gilt zwar nur für einen winzigen Brennpunkt, aber zum Wasserkochen ist dieses Modell wohl auch bei leichtem Sonnenschein geeignet.

Falls tatsächlich die Trinkwasserversorgung ausfällt oder beeinträchtigt ist, hilft das Abkochen von Wasser, um Keime und Bakterien abzutöten. Das klappt am günstigsten mit dem genannten Gaskocher. Wer fürchtet, dass dazu im Falle einer Zombieinvasion keine Zeit bleibt, der kann auch auf mobile Wasserfilter setzen. Diese sind eigentlich für Expeditionen und Camping gedacht, können im Notfall aber auch zu Hause hilfreich sein. Abhängig von der maximalen Filtermenge sind solche Reinwasserfilter ab etwa 20 Euro erhältlich. Ein Keramikfilter für bis zu 2000 Liter kostet etwa 44 Euro, die Variante bis 5000 Liter gibt es ab 56 Euro.

Ein längerer Ausfall der Heizungsanlage wäre zumindest außerhalb der Sommermonate unangenehm. Im Normalfall helfen hier Decken und mehrere Kleidungsschichten, um sich selbst warmzuhalten und so einige kalte Stunden oder gar Tage zu überdauern. Auch die Verwendung von Kerzen führt zu einer Erhöhung der Raumtemperatur, geht aber zulasten der Luftqualität. Der Gasheizpilz für die Terrasse ist für innen völlig ungeeignet und gefährlich.

Wer auch Innenräume unabhängig von Zentralheizung, Schwedenofen oder Kamin heizen will, braucht etwa einen Petroleumofen. Diese kleinen Öfen gibt es ab etwa 180 Euro – allerdings sollte auch diese Notheizung nur in gelüfteten Räumen benutzt werden. Die kompakten Öfen liefern in der Regel eine Heizleistung zwischen 2 und 4 kW bei einem Verbrauch von etwa einem Viertelliter Petroleum pro Stunde. Das ist für Räume von etwa 20 bis 25 qm ausreichend. Wer solch einen Ofen einsetzt, sollte dies immer nur in Kombination mit einem CO2-Detektor tun, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen. Die kleinen Messgeräte gibt es ab etwa 20 Euro.

Stromausfälle sind selten und dauern zudem nicht lange an – zumindest in der Regel. Große Sorgen muss man sich aus unserer Sicht nicht machen. Sollte es trotzdem zu einem Ausfall des Stromnetzes kommen, braucht man weder Feuerstarter noch Solarkocher, um über die Runden zu kommen. Trotzdem sind einige andere Anschaffungen sinnvoll.

So sollten immer eine Taschenlampe und ein Radio mit gefülltem Akku oder frischen Batterien greifbar sein. Mehr Informationen, worauf man beim Kauf von Taschenlampen achten sollte, zeigt unsere Kaufberatung Brutal hell und trotzdem günstig.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Notstromversorgung für etwa Smartphone und medizinisches Gerät. Im einfachsten Fall helfen hier schon günstige Powerbanks weiter. Wer neben USB-Gadgets auch stärkere 230V-Verbraucher anschließen will, greift am besten zu einer Powerstation (Ratgeber), welche notfalls auch per Solar geladen werden kann. Eine günstigere Alternative, dafür nicht mobil, sind Solarinsellösungen (Ratgeber), wie sie auch auf Campingwagen oder im Schrebergarten zum Einsatz kommen.

Geht es um die Sicherheit vom Smart Home, Computer oder Daten beim Stromausfall, empfehlen wir die Anschaffung einer USV. Mehr dazu im Ratgeber Notstromversorgung ab 50 Euro: Sicherheit für Smart Home, Computer und Daten.

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