Gadgets für Skifahrer: Beheizte Kleidung, smarte Helme, Wearables, Apps & Co.

Skifahrer mit Lawinenrucksack

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Samsung Galaxy S23, S23+ und S23 Ultra: Jetzt schon bestellen

Samsung Galaxy S23, S23+ oder S23 Ultra: Wo man sie jetzt schon bestellen kann

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Billige Tablets bis 100 Euro: Schrott oder günstiges Entertainment?

Billige Tablets bis 100 Euro: Schrott oder günstiges Entertainment?

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Ein Helm mit Kopfhörern und SOS-Funktion, Smartwatches und Apps mit Schneeinformationen und Pistenplänen oder beheizte Jacken für kalte Tage auf dem Gipfel: TechStage zeigt Gadgets zum Skifahren.

Rund 14 Millionen Deutsche fahren gerne Ski, wie aus Daten von Statista hervorgeht. Mehr aktive Skifahrer gibt es nur in den USA. Besonders beliebt ist dafür der Alpenraum mit Pisten in Deutschland – vorwiegend in Bayern – sowie in Österreich oder der Schweiz.

Neben der klassischen Skiausrüstung bestehend aus warmer und funktioneller Kleidung, gut gepflegter und gewachster Ski, Stöcke und einem Helm bieten sich einige smarte und praktische Gadgets an. So wärmen beheizte Jacken oder Schuheinlagen die Frostbeulen unter den Skifahrern zusätzlich. Helme gibt es auch mit SOS-Funktion und integrierten Lautsprechern. Und mit einer Smartwatch trackt man den eigenen Kalorienverbrauch, seinen GPS-Standort oder dank Barometer auch die Höhe, auf der man sich befindet. Wer seine rasante Abfahrt für die Ewigkeit festhalten möchte, sollte an eine Action-Cam samt passender Halterung denken. Was für Gadgets auf und abseits der Piste infrage kommen, klärt unser Ratgeber.

Wer auf der Piste in den Pausen schnell friert, kann sich mit beheizbarer Kleidung aushelfen. Hersteller wie Bosch oder Makita bieten solche Jacken an. Als Energiequelle dient jeweils das Akku-System des Herstellers, das sonst in Werkzeugen wie einer Bohrmaschine zum Einsatz kommt. Daneben gibt es zahlreiche No-Name-Anbieter für beziehbare Jacken und Westen auf Amazon ab 60 Euro.

Näher angesehen haben wir uns unter anderem die beheizte Jacke von Makita ab 140 Euro. Den Akku muss man allerdings dazukaufen, sofern man zu Hause kein Werkzeug von Makita hat. Das Gleiche gilt für die beheizte Jacke von Bosch. Für Wärme sorgen eingenähten Heizelemente im Rückenteil und auf den Seiten. Den Akku schließt man über einen mitgelieferten Adapter an und schiebt ihn in eine kleine Tasche. Bis die Jacke warm wird, dauert es etwa 5 Minuten. Wir empfehlen, das System nur einzuschalten, wenn man pausiert. Gerät man bei Skifahren ins Schwitzen, kann es schnell zu warm werden.

Wer schnell kalte Füße bekommt, kann über beheizte Schuheinlagen nachdenken. Die Oberseite ist in der Regel aus weichem Material, mittig sitzt das Heizsystem – und der Akku, sofern einer integriert ist. Es gibt auch Varianten mit externem Akku. No-Name-Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, Markenprodukte beginnen bei 100 Euro. Unsere Versuche mit preiswerten Schuheinlagen haben jedoch gezeigt, dass die Heizwirkung nur sehr schwach ausfällt. Hier lohnen sich eher gute Socken. Interessant sind zudem elektrische Schuhtrockner, um die Schuhe abends in der Hütte für den nächsten Tag schneller trocken zu bekommen. Um die Hände warmzuhalten, bieten sich beheizte Skihandschuhe an.

Mehr zu dem Thema erklären wir detailliert im Ratgeber: Beheizbare Kleidung: Socken, Handschuhe, Jacken, Westen und Einlegesohlen ab 15 Euro.

Ein Helm gehört als unverzichtbares Accessoire zu jedem Skifahrer. Moderne Varianten können jedoch mehr als nur den Aufprall abmildern. Spannend sind Skihelme mit integrierter SOS-Funktion. Einige wenige Helme bieten zudem Bluetooth, etwa der Livall RS1 ab 99 Euro oder Julbo Sphere Connect. Livall ist uns als Hersteller für smarte Fahrradhelme ein Begriff, so haben wir das Modell Livall Evo 21 (Testbericht) mit SOS schon getestet.

Das Prinzip ist beim Skihelm gleich: Sensoren im Helm erkennen das Einwirken starker Kräfte bei einem Sturz. Der Helm ist mit dem Smartphone per Bluetooth verbunden und meldet der Lival-App den potenziellen Sturz. Die App informiert wiederum einen hinterlegten Notfallkontakt per SMS inklusive der GPS-Koordinaten über den Vorfall. Die Bluetooth-Verbindung ermöglicht zudem das Telefonieren beim Skifahren oder das Abspielen von Musik über die im Helm integrierten Kopfhörer.

Es gibt zudem Skihelme mit integriertem Recco. Das System soll die Ortung von Personen erleichtern, die von einer Lawine verschüttet wurden. So gibt es Kleidungsstücke und eben Helme mit dem Recco-Logo. Das System ist zweigeteilt: In der Kleidung oder dem Helm befindet sich ein passiver Reflektor. Nutzen Rettungskräfte einen Recco-Detektor, sendet dieser Radarsignale aus, die der Reflektor zurückgibt, das soll bei der Ortung helfen. Für eine effektive Ortung bei einer Schneelawine sollte aber zusätzlich eine LVS-Gerät sowie eine Schaufel und Sonde genutzt werden – zumindest für Skitourengeher. Dazu später mehr.

Eher zur Unterhaltung dienen im Skihelm integrierte Lautsprecher. Damit kann man seinen Lieblings-Song bei der Abfahrt hören oder sogar telefonieren. Preiswerte Modelle bieten hier einen Klinkeneingang für ein Abspielgerät. Das kann bei vielen Smartphones schon zum Problem werden, da dieser Anschluss immer seltener anzutreffen ist. Hier hilft dann nur ein Adapter. Zudem droht Kabelsalat. Es gibt einige wenige Skihelme mit Lautsprechern und Bluetooth, was deutlich komfortabler ist. Der Lival RS 1 erlaubt zudem die Kommunikation über „Push to talk“ mit anderen Teilnehmern – wie bei einem Walkie-Talkie. Hierzu dient der rote Knopf am Helm.

Wer hätte nicht gerne ein Video einer schnellen Abfahrt auf der Piste oder durch Tiefschnee? Möglich machen das Action-Cams. Erschwinglich sind diese Kameras nicht, die Bildqualität ist aber mittlerweile erstaunlich gut und nahezu „filmreif“. Spannend sind zudem Varianten, die die Umgebung mit 360 Grad abdecken. Zur Befestigung dienen Halterungen, die man an den Skihelm klebt oder ein Brustgurt.

Die derzeit besten Action-Cams sind die Gopro Hero11 Black (Testbericht) sowie DJI Osmo Action 3 (Testbericht) und Insta360 One RS (Testbericht). Weitere empfehlenswerte Geräte zeigen wir in der Top 10: Die besten Action-Cams. Unser Kollege Kai Schmerer ist ein passionierter Skitourengeher. Er nutzt eine Insta360 – eine Halterung zum Ankleben auf dem Skihelm gehört zum Lieferumfang der Action-Cam. Das Video stammt von ihm.

Spannende Tech-Gadgets sind spezielle Wearables für Skifahrer. Im Sportbereich haben diese längst Einzug gehalten in Form von smarten Sportuhren und Fitness-Trackern. Diese sind auch auf der Piste nützlich, es gibt jedoch noch ein paar technische Spielereien nur für Skifahrer.

Kommen wir zu den Sportuhren. Eine Auswahl der besten Geräte aus unseren Test zeigen wir in der Top 10: Die besten Fitnessuhren – Smartwatches fürs Training. Mit einer sportlichen Smartwatch kann man Benachrichtigungen vom Smartphone auf der Uhr sehen. Das Handy ist möglicherweise gut verstaut in einer Tasche am Körper und so nicht schnell zugänglich. Ferner kann man den Puls und Kalorienverbrauch tracken. Für die Berge ist dabei vor allem eine Uhr mit Barometer zu empfehlen, die auch genaue Höhenangaben macht. Eine Bezahlfunktion kann praktisch sein, wenn man sich zum „Après-Ski“ eine Erfrischung holen möchte, ohne das Portemonnaie oder Handy zücken zu müssen.

Zu nennen wäre hier unser Testsieger Garmin Fenix 7 (Testbericht). Die Sportuhr besticht mit einer langen Akkulaufzeit von bis zu 18 Tagen, wobei bei aktiver Blutsauerstoffmessung und GPS eher von einer Woche auszugehen ist. Das ist immer noch verdammt lang – jeder Besitzer einer Apple Watch oder Smartwatch mit Wear OS dürfte jetzt weinen. Zudem ist die Garmin-Uhr sehr robust und wasserdicht. Vielfältige Fitness-Funktionen, die Möglichkeit, detaillierte Touren zu planen sowie ein robustes Gehäuse und ein Bezahlsystem runden die Features der Fenix 7 ab. Die Uhr hat mit mindestens 550 Euro aber auch ihren Preis.

Ähnliche Features und ebenfalls einen hohen Preis hat die Polar Grit X (Testbericht). Günstigere Alternativen mit langer Akkulaufzeit sind hier die Amazfit T-Rex 2 (Testbericht), Huawei GT Runner (Testbericht) oder Suunto Baro 9 (Testbericht) sowie leistungsstarke Fitness-Tracker wie das Xiaomi Smart Band 7 Pro (Testbericht).

Eine Smartwatch mit SOS-Funktion kann unter Umständen zum Lebensretter werden. Hier registriert ein Beschleunigungsmesser eine starke Beschleunigung mit abrupter Verzögerung im Anschluss, wie bei einem möglichen Sturz. Die Uhr oder das gekoppelte Smartphone benachrichtigen dann einen vorher hinterlegten Notfallkontakt über den Standort. Diese Funktion unterstützt etwa die Apple Watch SE oder Apple Watch ab Series 4. Eine Sturzerkennung bieten auch viele weitete Smartwatches mit Wear OS oder proprietären Systemen. Zu nennen wären hier unter anderem Samsung Galaxy Watch ab Modellreihe 3, Huawei Watch 3 (Testbericht) oder die Garmin-Uhren der Vivoactive-Reihe sowie die Fenix.

Eher exotisch sind spezielle Ski-Wearables wie Carv oder Skiiot. Diese analysieren das Fahrverhalten auf Skiern. Carv nutzt dabei Sensoren in einer Einlegesohle sowie am Stiefel, um Daten über das Fahrverhalten zu sammeln und anschließend ein Feedback mit Verbesserungsvorschlägen zu geben. Das finnische Start-up Skiiot wiederum verwendet Sensoren am Stiefel, um zuverlässige Schneetemperaturmessungen vorzunehmen. Das System richtet sich an Langläufer.

Wer von einer echten smarten Skibrille träumt, müssen wir noch vertrösten. Zwar gibt es bereits erste Konzepte, die dem Skifahrer Informationen in die Brille einblenden, etwa die Airwave oder Evolaris. Wirklich marktreif und praktisch oder bezahlbar sind die Produkte aber noch nicht.

Die meisten dürften das Smartphone bei sich haben beim Skifahren. Wer nicht gerade ein wasserfestes und sturzsicheres Outdoor-Smartphone nutzt, benötigt hier eine gute Schutzhülle. Um einen Sturz abzufedern, reichen vermutlich Schutzhüllen aus Silikon oder Leder. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zu einer wasserfesten Handy-Tasche von Hama greifen. Bei Amazon bekommt man weitere wasserdichte Smartphone-Beutel von Yosh, Amazon oder Spigen bereits ab 9 Euro.

Die sichere Alternative sind Outdoor-Handys. Diese sind robust und wasserdicht, teilweise bieten sich auch lange Akkulaufzeiten. Unsere Favoriten zeigen wir in der Top 10: Die besten Outdoor-Smartphones – Monster-Akku, IR-Kamera & Co.

Die Anzahl an Apps für den Wintersport ist gigantisch, alle zu nennen würde den Rahmens sprengen. Wir versuchen uns hier mit einer kleinen Auswahl:

· snoww (Android | iOS): Die App hilft, neue und alte Freunde auf der Piste zu finden. Die Macher hinter der Anwendung bezeichnen snoww als „soziale Skiverfolgung“. Hierzu steht ein Social-Media-Feed zur Verfügung, über die man seine zurückgelegten Ski-Kilometer preisgibt.

· Skiinfo Ski & Schneehöhen App (Android | iOS): Die nützliche App liefert Informationen zu den Wetterbedingungen und Schneemengen an der gewünschten Piste.

· Skifahren - Ski Tracker (Android | iOS): Die App ist eine weitere Möglichkeit, in einer App seine Skifahrten zu dokumentieren und mit anderen zu teilen.

· White Risk Mobile (Android | iOS): Die App warnt vor Lawinengefahr, eine nützliche Anwendung speziell für Skitourengeher.

· bergfex/Ski (Android | iOS): Den Klassiker für Wanderer gibt es auch als App für Skifahrer. Sie beinhaltet Informationen zu Schneehöhen und Wettervorhersagen. Die kostenpflichtige Variante bietet aktuellere und genauere Daten.

Wer auf Skitouren abseits von Pisten geht, sollte sich mit der Gefahr von Lawinen auseinandersetzen. Kleidungsstücke und Skihelm mit passiven Recco-Empfängern sind zwar ein guter Anfang, reichen aber für einen effektiven Schutz nicht aus. Leben retten kann ein Lawinenverschüttetensuchgerät (kurz: LVS-Gerät). Ist man von einer Lawine verschüttet, dann kommt es auf die ersten 15 Minuten an. So schnell wie möglich muss man von Rettungskräften gefunden werden.

Das LVS-Gerät trägt man leicht zugänglich am Körper. Das Gerät sendet und empfängt Funksignale über die internationale Sendefrequenz mit 457 kHz. Hierzu steht eine Sende- sowie ein Such-Modus zur Verfügung. Im Sendemodus schickt das Gerät jede Sekunde ein Ping per Funk aus. Beim Suchbetrieb sendet das LSV-Gerät nicht, sondern empfängt die Signale anderer Geräte. Empfehlenswert sind hier Modelle mit drei Antennen.

Eine wichtige Ergänzung zum LSV-Gerät ist eine Lawinensonde und die Lawinenschaufel. Bei einer Lawinensonde handelt es sich um einen ausziehbaren Stab aus Metall, mit dem man sich durch den Lawinenschnee tastet, bis diese an die Oberfläche tritt. Das hilft Rettungskräften, die verschüttete Person zu finden. Komplett-Sets bestehend aus Lawinensonde, LVS-Gerät und Lawinenschaufel bieten sich hier ab etwa 315 Euro an.

Ein weiteres Rettungsmittel für Skitourengeher sind Lawinenrucksäcke. Darin befindet sich ein Lawinen-Airbag. Zieht man an einer Schnur oder einem Griff, bläst sich der Airbag per Druckgasbehälter in wenigen Sekunden automatisch auf. Das soll verhindern, dass man von der Lawine vollständig verschüttet wird. Stattdessen verbleibt man näher an der Schneeoberfläche, was die Rettung drastisch vereinfacht. Für einen Lawinenrucksack sollte man mindestens 400 Euro einplanen.

Interessant für Skitouren sind GPS-Navigationsgeräte, wenn das Smartphone an die Grenze kommt oder der Akku nicht lang genug durchhält. Empfehlenswert ist hier ein Gerät, dass auch Nachrichten und Notrufe über Satellitennetzwerke absenden kann. Mehr dazu erklären wir in unserem Ratgeber Gadgets zum Wandern und für Skitouren: Von GPS-Navigation bis Lawinenausrüstung.

Es gibt viele praktische Helfer zum Skifahren. Auf einen Skihelm sollte niemand verzichten, warum nicht gleich ein Modell mit Lautsprecher, Bluetooth und SOS-Funktion kaufen? Eine wasserdichte Smartwatch mit guter Akkulaufzeit, GPS, Barometer und idealerweise auch mit Bezahlfunktion ist eine sinnvolle Ergänzung, ein wasserfestes Smartphone oder Outdoor-Handy ebenfalls. Eine smarte Skibrille ist derzeit leider eher Science-Fiction, auch wenn es bereits erste Studien und Entwürfe gibt.

Wer sich auf eine Skitour jenseits der Pisten begibt, sollte sich gut für eine Lawine wappnen. Hierzu empfiehlt sich ein komplettes Lawinen-Set bestehend aus LSV-Gerät, Sonde und Schaufel, idealerweise auch ein Lawinenrucksack. Für eine schöne Erinnerung sorgt dann die Action-Cam.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.