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3D-Drucker für 300 Euro im Test: da Vinci Mini w+

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Wer einen 3D-Drucken benutzen möchte, muss nicht zwangsläufig basteln. Fertig aufgebaute Modelle sind weder automatisch teuer noch schlecht ausgestattet. TechStage zeigt, worauf es beim Kauf ankommt.

Viele der beliebtesten 3D-Drucker kommen in Einzelteilen oder als vormontierter Bausatz zum Kunden. Der Grund hierfür ist, dass Geräte wie die Creality-Ender-Serie (Ratgeber), der Anet A8 (Testbericht) oder der Tronxy X5SA (Testbericht) verhältnismäßig günstig sind und dank Standard-Komponenten und offener Software individuell getunt und angepasst werden können. Letztlich dienen die meisten Selbstbau-Kits so primär als Grundlage, die dann nach eigenen Wünschen angepasst wird. Während einige Nutzer ihre Geräte lediglich mit einer anderen Druckplattform ausstatten oder einen gedruckten Bauteilkühler nachrüsten, tauschen andere gleich Lüfter, Hotend, Extruder und das komplette Mainboard, um einen rundum zufriedenstellenden Drucker zu bekommen.

Wer zwar Drucken, nicht aber am Drucker schrauben möchte, braucht also einen fertig aufgebauten Drucker, der ab Werk ordentlich funktioniert. Und das ist auch mit begrenztem Budget möglich. Folgende fertig aufgebaute 3D-Drucker haben wir bereits getestet:

Wie unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, gibt es im Bereich 3D-Druck riesige Qualitätsunterschiede und die sind nicht alleine von Preis oder Hersteller abhängig. So haben wir während unserer Reviews schon hervorragende Modelle von vermeintlich günstigen China-Herstellern erlebt und gleichzeitig feststellen müssen, dass auch Markengeräte nicht fehlerfrei sind. Umgekehrt schneiden nicht alle Drucker eines Herstellers gleich gut ab, wie beispielsweise die sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit den ähnlich aufgebauten Modelle Anet ET4 (Testbericht) und ET5 Plus (Testbericht) zeigen. Letztlich hilft es hier nur Testberichte zu wälzen und selbst abzuschätzen, welche Punkte einem wirklich wichtig sind.

Eine Frage, die man sich unbedingt stellen sollte: Was für Material möchte ich drucken und was darf es kosten? Die allermeisten Drucker dieser Preisklasse arbeiten mit Filament mit 1,75 mm Durchmesser, aber es gibt weitere Unterschiede.

Alle FDM-Drucker verarbeiten das Standardmaterial PLA. Für andere Sorten, etwa flexibles TPU oder beständiges ABS, sind nur ein Teil der Geräte geeignet. Das liegt beispielsweise an einem fehlenden geschlossenen Bauraum oder am falschen Extruder. Egal welches Filament später gedruckt werden soll, wir würden uns nur für einen Drucker mit beheiztem Druckbett entscheiden. Zwar funktioniert PLA grundsätzlich auch ohne Heizbett, allerdings ist die Haftung auf der erwärmten Plattform besser und zuverlässiger.

Außerdem gibt es einige Hersteller, wie beispielsweise Xyzprinting, die bei Ihren Druckern keine freie Filament-Auswahl gestatten. Ab Werk arbeitet beispielsweise der DaVinci Mini w+ nur mit Verbrauchsmaterial des Herstellers. Dieses ist zwar grundsätzlich gut und in verschiedenen Varianten verfügbar, allerdings ist es deutlich teurer als das vergleichbare Filament anderer Hersteller. Einen Vorteil hat diese Methode trotzdem: Jede Rolle ist mit einem RFID-Code ausgestattet, welcher dem Drucker die korrekten Druckeinstellungen mitteilt. Diese muss man dann nicht selbst anpassen – das hat allerdings seinen Preis und die Auswahl an Farben und Sorten ist zudem eingeschränkt. Mit einigen Kniffen lässt sich dieser Filament-Zwang umgehen, komfortabel ist die Vorgehensweise mit selbst geschriebenen RFID-Tags aber nicht. Beim größeren Davinci Pro verzichtet der Hersteller übrigens auf den Filament-Zwang.

In einem anderen Artikel erklären wir, welches Filament für welchen Einsatzzweck geeignet ist.

Während die allermeisten Geräte mit kostenloser Open-Source oder abgewandelten Versionen davon funktionieren, arbeiten einige Geräte von beispielsweise Xyzprinting nur mit den der herstellereigenen Software. Diese funktioniert zwar und bietet alle Grundfunktionen, aber mit der Einstellungsvielfalt von beispielsweise Cura (Download) hält das Programm nicht mit. Letztlich lassen sich zwar, teils über Umwege, andere Slicer benutzen, trotzdem sind die Möglichkeiten grundsätzlich eingeschränkter als bei offenen Systemen. Ähnlich sieht es mit der Firmware der 3D-Drucker aus. Auch hier sind offene Systeme deutlich flexibler, falls den Bedarf dafür besteht.

Neben den Anforderungen an Filament und Software gibt es weitere wichtige Punkte. In Sachen Ausstattung unterscheiden sich Selbstbau- und fertig montierter Drucker nicht. Hier kommt es vielmehr darauf an, ganz genau auf die jeweiligen Spezifikationen zu achten, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Hier ein paar entscheidende Punkte, welche man klären sollte:

  • Welches Material kann gedruckt werden? Bei einigen Materialien, wie ABS, reicht es nicht, wenn Heizbett und Druckkopf diese Anforderung erfüllen. Hier ist ein geschlossener Bauraum, wie beispielsweise beim Creality CR-200B ebenso wichtig. 
  • Wie viel Platz brauche ich? Bei einigen günstigen Geräte ist der Bauraum sehr beschränkt und liegt unter der Standardgröße von 200 x 200 x 200 mm. Wer einen großen Bauraum mit deutlich mehr als 220 x 220 x 220 mm möchte, muss derzeit allerdings zum Selbstbau-Kit greifen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Riesen-3D-Drucker ab 199 Euro.
  • Wie viel Platz habe ich? Wer nur begrenzt Platz zur Verfügung hat, sollte unbedingt auf die Abmessungen des Druckers achten. Insbesondere Drucker mit geschlossenem Bauraum und XY-Core-Bauweise sind überraschend sperrig. Am kompaktesten sind Drucker mit kleinem und offenem Bauraum, wie der Wanhao Duplicator i3 Mini (Testbericht).
  • Wie will ich den Drucker bedienen? Während die meisten Drucker nur direkt per SD-Karte oder USB-Kabel mit Druckdaten versorgt werden können, erlauben einige Modelle wie der Xyzprinting DaVinci Mini w+ oder der Qidi X-Plus die Bedienung per WLAN. Bei Druckern mit offener Software lassen sich Weboberfläche und höheres Drucktempo für 30 Euro nachrüsten.  
  • Brauche ich Filament- und Leveling-Sensor? Filament-Sensoren, wie beim Creality CR-200B, erkennen, wen das Druckmaterial zur Neige geht und stoppen den Druckvorgang. Das ist praktisch, aber die Sensorik ist nicht immer zuverlässig. Bricht das Filament oberhalb des Sensors, druckt dieser munter weiter. Dies ist uns beim Selbstbau-Drucker Sapphire Pro (Testbericht) passiert. Der Leveling-Sensor hilft zwar beim Kalibrieren des Druckbetts, er ist aus unserer Sicht aber verzichtbar. Mit etwas Erfahrung klappt manuelles Leveln nicht nur ebenso gut, sondern auch deutlich schneller. Diese Ausstattung gehört aus unserer Sicht in den Bereich Nice-To-Have.   
  • Welche Version kaufe ich? Manche 3D-Drucker gibt es in verschiedenen Varianten mit, auf den ersten Blick, annähernd gleicher Ausstattung. Ob es nun die Version 2.0, die Pro-Variante oder das Plus-Modell sein soll, hängt ganz von den eigenen Anforderungen und den jeweiligen Geräten ab. Hier heißt es wieder genau hinsehen und die Unterschiede erkennen und bewerten. Zum Glück ist die Variationsvielfalt bei der fertig aufgebauten 3D-Drucker deutlich geringer als bei Selbstbau-Kits, wie der Creality Ender-Serie.

Der Preis sagt aus unserer Erfahrung recht wenig über die Qualität des Druckers aus. So nutzen wir privat seit mehreren Jahren einen der günstigsten fertig aufgebauten Drucker, den Wanhao Duplicator i3 Mini. Wir warenvom ersten Tag sehr zufrieden damit. Bei dem Gerät heißt es auspacken und losdrucken. Abgesehen von regelmäßigem Leveling, dem Austausch von Verschleißteilen wie Nozzle oder Druckauflage, ist der kleine Drucker ein zuverlässiges Arbeitstier.

Im Vergleich dazu hatten wir mit unserem privaten Davinci Pro viele Probleme. Bis der damals über 1000 Euro teure Drucker vernünftig funktionierte, haben wir viele Stunden Arbeit und Nerven investiert. Defekte Kunststoffteile und Schlauchkupplungen wurden ersetzt, eine vernünftige Druckauflage nachgerüstet und andere Software gekauft (was inzwischen nicht mehr nötig wäre). Solche Problemlösungen sind zwar alle auch für Laien zu schaffen, trotzdem hatten wir uns das bei einem fertig aufgebauten Drucker definitiv anders vorgestellt. Bei deutlich günstigeren Modellen des Herstellers hatten wir übrigens keinerlei derartige Probleme.

Da die Qualität innerhalb einer Drucker-Serie schwanken kann, sollte man 3D-Drucker am besten nur bei namhaften Shops kaufen. So kann man im Zweifel vom Rückgaberecht Gebrauch machen. So wurde beispielsweise die erste Version des Selbstbau-Druckers Ender 3 (Testbericht) zum Teil mit krummen Druckbetten ausgeliefert.

Anbei die fertig aufgebauten Drucker in drei Preisstaffeln.

Versand-Shops wie Banggood bieten einige Geräte an, die nicht im Preisvergleich gelistet sind. Hier sollte man darauf achten, aus welchem Lager die Geräte verschickt werden. Einige Modelle sind auch aus europäischen Lägern verfügbar.

Wer lieber Drucken statt Schrauben will, bekommt eine große Auswahl interessanter Geräte. Eines der Günstigsten davon, der Wanhao Duplicator i3 Mini (Testbericht) macht auch nach Jahren noch einen guten Job. Wer bereit ist mit Einschränkungen bei Filament-Auswahl und Software zu leben, kann auch gut bei einem Xyzprinting DaVinci Mini w+ (Testbericht) zuschlagen.

Trotz massiver Probleme bei unserem Vorserienmodell gefällt uns auch der Creality CR-200B (Testbericht) gut. Hier gefallen insbesondere das Druckbild und die niedrige Lautstärke. In beiden Disziplinen schneidet auch der Qidi X-Plus (Testbericht) gut ab, allerdings ist der Drucker mit WLAN deutlich teurer.

Auch wer einen fertig aufgebauten Drucker kauft, sollte damit rechnen, eventuell auch mal etwas reparieren oder ersetzen zu müssen. Vor diesem Hintergrund raten wir zu Systemen mit Standard-Komponenten und offenem Bauraum.

Alternativ könnten auch vormontierte Bausätze von Interesse sein. Der Aufbau des Anet ET5 Plus (Testbericht) hat beispielsweise keine 20 Minuten gedauert.

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