Fernglas im 007-Style: Laser-Entfernungsmesser mit Display ab 60 Euro

Rangefinder

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Die Kombination aus Fernglas und Laser-Entfernungsmesser ist ein praktisches Gadget, welches so auch bei James Bond zum Einsatz kommen könnte. Range-Finder mit On-Screen-Display gibt es ab 60 Euro. TechStage zeigt, welche Modelle es gibt und wie sie sich unterscheiden.

Laser-Entfernungsmesser dienen nicht nur als helfendes Gadget auf der Baustelle, auch beim Sport und der Freizeit kann das exakte Ermitteln einer Entfernung hilfreich sein. Die kleinen Geräte helfen bei der Orientierung auf der Wanderung, bei der Auswahl des passenden Golfschlägers oder etwa beim Bogenschießen.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf sogenannte Range Finder, das sind Ferngläser mit integriertem Entfernungsmesser und einer Anzeige im Sichtfeld. Neben Distanz und Winkel zeigen einige Geräte auch Geschwindigkeiten oder Höhe von Objekten an.

Letztlich sind alle Range Finder ähnlich aufgebaut. Die flachen Ferngläser mit einem Okular verfügen über Objektiv und einen nicht sichtbaren Laser zum Ermitteln der Distanz. Mithilfe von meist zwei auf der Oberseite angebrachten Tastern wird das Gerät gesteuert und ausgelöst. Nach dem Anvisieren eines Objektes mit dem im Fernglas eingeblendeten Fadenkreuz wird die Messung gestartet und das Ergebnis erscheint wenige Sekunden später im Sichtfeld. Bei Nichtbenutzung schalten die Gadgets automatisch ab und kommen in die in der Regel mitgelieferte Transporttasche.

Unterschiede gibt es aber sehr wohl. Neben der Verarbeitung oder der Anordnung der Funktionstasten unterscheiden sich auch die genutzten Objektive und damit die Vergrößerung des Fernglases. Üblich sind Vergrößerungsfaktoren um das Sechsfache. Auch bei der maximalen Messdistanz sollte man genau hinsehen. Während einige Modelle lediglich bis 400 Meter messen, liegt die Reichweite bei anderen Modellen bei 1500 Metern und mehr. Messtoleranzen sind bei allen Geräten vorhanden, allerdings sind diese laut Herstellerangaben mit wenigen Prozent Abweichung überschaubar. Manche Produkte zeigen auf einen Meter gerundete Ergebnisse, andere zeigen die Messung auf eine Kommastelle genau an.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Stromversorgung. Während einige Geräte mit Batterien arbeiten, kommt selbst in vielen Budget-Modellen ein Akku zu Einsatz. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. So ist die Batterie-Variante immer sofort einsatzbereit – vorausgesetzt, man hat eine passende Batterie vorrätig. Der Akku hingegen kann jederzeit nachgeladen werden und so fallen keine größeren Kosten an. Ist er allerdings leer, muss das Gadget erst mal aufladen. Zumindest, wenn man die Entfernungsmessung und die bei einigen Modellen verfügbare Geschwindigkeitsmessung nutzen will. Die Vergrößerung des Fernglases funktioniert auch ohne Strom. Während viele Geräte lediglich Entfernung und Höhe messen, zeigen andere zusätzlich die Geschwindigkeit und Höhe. Auch kontinuierliche Messungen statt nur Punktmessungen sind bei einigen Geräten möglich.

Für praktische Tests haben wir uns den RangeFinder 1000WH von Braun und das günstige Gerät Atuman Duka DKW-S angesehen. Beide Modelle verfügen über eine sechsfache Vergrößerung und spezielle Modi für Golfspieler und schlechte Sichtverhältnisse bei Nebel.

Der Braun RangeFinder 1000WH bietet laut Datenblatt ein Sichtfeld von 7,2 Grad, eine Messreichweite von 1000 Metern und eine Genauigkeit von plus/minus einen Meter. Die Entfernung wird in ganzen Metern dargestellt. Neben der Entfernung misst das kompakte Fernglas auch Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h und Winkel. Die Stromversorgung übernimmt eine CR2 Lithium Batterie mit 3V, welche hinter einer kleinen gesicherten Klappe sitzt.

Das schwarze Gehäuse liegt dank abgerundeter Kanten und gummierter Oberfläche ausgezeichnet in der Hand. An der Vorderseite sitzen insgesamt drei verspiegelte Linsen für Vergrößerung und Messtechnik. Das Einstellen der Schärfe geschieht anhand des ebenfalls gummierten Augenrings. Um ihn zu drehen, benötigt man einen gewissen Kraftaufwand. Versehentliches Verstellen der Schärfe ist so ausgeschlossen. Zur Bedienung dienen zwei abgerundete Tasten auf der Oberseite, welche in der Praxis zuverlässig reagieren. Nach unserem Geschmack dürfte der Druckpunkt aber gerne klarer erkennbar sein. Neben dem RangeFinder 1000WH gehören Anleitung, Batterie, Handschlaufe, Reinigungstuch und eine Gürteltasche zum Lieferumfang. Das spritzwassergeschützte Gerät hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck und ist dank der kompakten Größe auch für kleine Hände geeignet. Laut Preisvergleich liegt der Preis bei aktuell 170 Euro.

Das zweite Modell ist in der Variante bis 1200 Meter bei Banggood derzeit für 60 Euro erhältlich. In der Regel liegen die Kosten bei etwa 100 Euro. Die Version bis 800 Meter kostet regulär etwa 83 Euro und das Top-Modell bis 1500 Meter 113 Euro.

Dieser Entfernungsmesser hat ein Sichtfeld von 6,5 Grad und laut Datenblatt eine Messgenauigkeit von plus/minus einen halben Meter. Die Anzeige der Entfernung zeigt auf eine Kommastelle genau an. Neben Entfernung, Geschwindigkeit und Winkel, ist hier auch die Messung von Objekthöhen möglich. Modell DKW-S nutzt einen fest eingebauten Akku mit 1000 mAh zur Stromversorgung. Dieser wird per Micro-USB-geladen. Leider ist der Anschluss offen und weder durch Klappe noch Gummistopfen gesichert. An der Vorderseite sitzen hier lediglich zwei Linsen, hinter denen sich Messtechnik und optische Vergrößerung verbergen. Das Verstellen der Schärfe funktioniert auch hier per Rotation des Augenrings, allerdings ist dieser deutlich leichtgängiger. Die beiden Funktionstasten auf der Oberseite haben einen deutlich spürbaren und hörbaren Druckpunkt. Das gibt zwar eine bessere Rückmeldung, wirkt allerdings billig. Ein praktisches Extra ist das Standard-Stativgewinde auf der Unterseite. Für exakte Messungen ist dieses sehr hilfreich, zumindest wenn man ein Stativ dabeihat.

Außer dem Fernglas gehören Anleitung, Micro-USB-Ladekabel, Handschlaufe, Reinigungstuch und Gürteltasche zum Lieferumfang. Das insgesamt etwas größere Gehäuse ist weniger handlich, lässt sich mit mittelgroßen Händen aber gut bedienen. Die gummierten Flächen auf Ober- und Unterseite sorgen für ausreichend Halt. Die Verarbeitung ist zwar ordentlich, im direkten Vergleich wirkt das China-Modell trotzdem weniger wertig.

Die Bedienung beider Geräte funktioniert annähernd gleich. Ein langer Druck auf Action- oder Power-Schalter startet die Messtechnik und das On-Screen-Display in schwarzer Schrift erscheint. Ein kurzer startet die Messung, ein Druck auf die Mode-Taste wechselt den Messmodus. Nach dem Einschalten ist bei beiden Ferngläsern die Entfernungsmessung aktiv. Hier ist die Bedienung intuitiv. Per Sucher wird ein Objekt angepeilt, das funktioniert mithilfe eines mittig eingeblendeten Fadenkreuzes. Bei Nichtbenutzung gehen die getesteten Entfernungsmesser nach 30 bis 60 Sekunden automatisch aus.

Nach dem Auslösen einer Messung werden im Standardmodus die Entfernung und der Winkel zwischen Objekt und Fernglas im Sichtfeld eingeblendet. In Sachen Entfernungsmessung machen hier beide Geräte einen exzellenten Job und zeigen bis auf eine maximale Differenz von plus/minus einen Meter dasselbe Ergebnis. GPS-Messungen der Entfernung bestätigen die Messwerte zumindest annähernd. Ganz exakt können wir die Ergebnisse zwar nicht überprüfen, aber sie scheinen bis auf minimale Abweichungen zu stimmen. Probleme gibt es bei beiden Geräten, wenn wir etwa gewinkelte Dächer anvisieren. Insgesamt stellt sich das Messen kleiner Objekte in großer Entfernung trotz sechsfacher Vergrößerung als kniffelig heraus. Ohne Stativ und optische Stabilisierung ist jede kleine Handbewegung sofort sichtbar und erschwert so das Anpeilen. Größere Objekte lassen sich hingegen problemlos anvisieren. Diese sollten allerdings über einigermaßen gerade Oberfläche verfügen. Wer etwa einen Baum anpeilt, muss sonst immer mit leicht abweichenden Messergebnissen rechnen.

Anders sieht es bei der Winkelmessung aus. Diese gibt zwar beim Markengerät von Braun glaubwürdige und überprüfbare Ergebnisse aus, beim Billig-Modell scheint aber etwas nicht zu stimmen. Auch das mehrmalige Kalibrieren bringt hier keine Abhilfe. Selbst wenn wir das Fernglas nach dem Kalibrieren an Ort und Stelle belassen, zeigt die nächste Messung Winkel zwischen -25 und +19 Grad an. Winkelveränderungen werden zwar irgendwie doch registriert, allerdings läuft trotzdem etwas schief. Entsprechend seltsam fallen auch die Messergebnisse in Sachen Höhe aus. Während wir einige Messungen bestätigen können, gibt es bei einigen Messungen erhebliche Abweichungen und so ist bei China-Modell auch diese zusätzliche Funktion wenig verlässlich, sondern gibt maximal einen groben Anhaltspunkt.

Bei den Geschwindigkeitsmessungen zeigen wieder beide Geräte fast identische Werte an. Allerdings ist das Anvisieren und im Fadenkreuz behalten bewegter Objekte noch deutlich schwieriger und so ist es gar nicht so einfach die Messungen ordentlich zu beenden. Mal verwackelt man die Messung, mal schiebt sich ein Objekt zwischen Ziel und Fernglas. Die erfolgreichen Messungen würden wir aber ebenfalls nur als Anhaltspunkte nehmen, statt uns auf ein exaktes Ergebnis zu verlassen. Hier ist man im Zweifel gut mit einem Stativ beraten, welches so allerdings nur zum China-Modell kompatibel ist. Noch besser sind Geräte mit Stabilisierung geeignet. Profi-Modelle wie das Nikon Pro Stabilized kosten dann allerdings schnell mal über 450 Euro.

Insgesamt empfinden wir das Markenmodell als einfacher bedienbar, da hier auch der aktuelle Modus eingeblendet wird und insgesamt weniger Modi verfügbar sind. Letztlich funktioniert die Bedienung bei beiden Geräten, um alle Modi richtig zu bedienen und etwa das Speichern von Messungen zu verstehen, muss man aber die Anleitung gelesen haben. Und die ist beim teuren Range Finder nicht nur ausführlicher und verständlicher, sondern auch in deutscher Sprache verfügbar.

Im Preisvergleich gibt es zahlreiche Modelle zwischen 33 und über 500 Euro. Zu den bekannten Herstellern gehören Marken wie Braun, Nikon, Bresser oder Bushnell. Ein großer Teil der günstigen Range Finder ist allerdings eher auf Amazon oder etwa Banggood zu finden.

Range Finder, Ferngläser mit integriertem Laser-Entfernungsmesser, sind das, was man sich als Kind immer gewünscht hat: ein großartiges Gadget im 007-Style. Die Grundfunktion, das Messen von Entfernungen beherrschen selbst günstige Modelle ab 60 Euro sehr ordentlich. Auch die Geschwindigkeitsmessungen haben funktioniert, allerdings klappt diese Funktion in der Praxis erst ab einer gewissen Objektgröße vernünftig, da das Anvisieren schwierig ist.

Bei der Winkelmessung hat im Vergleich von den beiden Geräten nur das Markenprodukt überzeugt. Das chinesische Pendant misst zwar ebenfalls, die eingeblendeten Werte stimmen aber nicht. Entsprechend unzuverlässig funktioniert beim billigen Modell auch die Messung der Höhe von Objekten. Das kann bei anderen Budget-Modellen natürlich auch anders sein. In Sachen Bedienung ist das Braun 100WH der China-Alternative ebenfalls überlegen. Was uns beim billigen Modell besser gefällt, sind Preis, das praktische Stativgewinde und der deutliche Druckpunkt. Ob nun Akku oder Batterie besser sind, ist Geschmackssache. Schön wäre es aber, wenn man den Akku wechseln könnte, da das Gerät so letztlich ein Wegwerfprodukt ist.

Wer sich einen Range Finder als praktisches Gadget für die gelegentliche Messung von Entfernungen zulegt, der kann auch guten Gewissens zu einem günstigen Modell von etwa Banggood greifen. Wer das Gerät professionell für Sport oder gar Beruf nutzen will, sollte allerdings zu einem Markengerät greifen. Hier sind nicht nur Verarbeitung und Haptik besser, auch die Bedienung und die Zuverlässigkeit der Messwerte sind insgesamt höher.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt Outdoor. Hier haben wir uns kürzlich erst Hightech-Gadgets zum Wandern oder helle und trotzdem günstige Leuchten für Schulweg, Sport und Spaziergang angesehen.

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