Ferngesteuerte Crawler ab 30 Euro: Jetzt herrscht Ende Gelände

Reely Free Men 2.0 6x6

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Mit ausgesprochen guten Klettereigenschaften gehören Crawler zu den Königen der RC-Offroader. Wir zeigen, was die ferngesteuerten Autos können, was sie kosten und worauf man beim Kauf achten sollte.

Wer gerne über schwieriges Terrain mit Steinen, Felsen oder Ästen mit einem RC-Car fahren möchte, kommt am Crawler nur schwer vorbei. Dieser Typ zeichnet sich durch ausgeprägte Klettereigenschaften aus. Extrem lange Federwege, gigantische Reifen und ein hohes Drehmoment mache das möglich. Hohe Geschwindigkeiten spielen hier keine Rolle. Wir erklären in diesem Ratgeber, welche Typen es gibt. Der Schwerpunkt liegt auf RTR-Fahrzeugen („ready to run“), also ferngesteuerten Fertigmodellen und nicht Bausätzen.

Mehr Geländefahrzeuge zeigen wir zudem im Ratgeber Offroad-RC-Autos: Ferngesteuerte Jeeps, Monster Trucks und Buggys ab 20 Euro in der Themenwelt RC-Spielzeug.

Beim Crawler handelt es sich um einen Oberbegriff. Viele RC-Autos dieser Art sehen auf den ersten Blick wie herkömmliche Geländewagen aus. Ferner gibt es Vertreter mit minimalistischer Optik, langen Achsen und riesigen Rädern, die sonst eher einem Buggy ähneln. Was alle RC-Crawler verbindet, sind ausgeprägte Geländeeigenschaften, um mit den Fahrzeugen über Hindernisse und schwieriges Terrain zu „klettern“. Nicht umsonst kommt der Name vom englischen Wort „to crawl“ – was „kriechen“ bedeutet.

Der Klassiker ist der Rock-Crawler. Wie der Name schon sagt, sind sie dafür gedacht, über Felsen und Steine zu gelangen. Das macht diese Gattung zur „Bergziege“ unter den ferngesteuerten Geländeautos. Die Klettereigenschaften stehen im Vordergrund, das ganze Design ist darauf ausgerichtet. Die Federung ist stark gedämpft und bietet einen sehr umfangreichen Federweg, die Reifen sind zudem weich und überdimensioniert. Der Rock-Crawler selbst ist minimalistisch gehalten.

Eine besondere Spielart ist der Rock-Racer. Diese Form erinnert eher an einen RC-Buggy und ist auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, aber dennoch in der Lage, schwieriges Terrain zu meistern. Der Federweg fällt hier nicht ganz so dramatisch aus, dennoch ist die Federung ausgeprägt und die Räder groß. Mit den Klettereigenschaften eines Crawlers kann der Rock-Racer nicht mithalten, dafür ist er flotter unterwegs.

Eine beliebte Spielart ist der Scale-Crawler. Dabei handelt es sich um einen RC-Scaler mit Crawler-Fähigkeiten. Als maßstabsgetreuer Nachbau eines originalen Geländewagens – daher auch der Name – weicht das Aussehen deutlich vom Rock-Crawler ab. Hier spielen kleine Details wie ein LED-Licht oder Accessoires eine große Rolle. Nicht jeder Scaler ist ein Crawler und umgekehrt. Bietet das ferngesteuerte Geländeauto eine maßstabsgerechte und detaillierte Nachbildung eines Originalfahrzeugs und dennoch starke Klettereigenschaften, handelt es sich in der Regel um einen Scale-Crawler. Als Vorbilder dienen hier echte Geländeautos wie der Landrover Defender, die Mercedes-Benz G-Klasse, der Hummer sowie Pick-ups und Trucks von Ford oder Chevrolet.

Allradantrieb ist Standard. Ein hoher Federweg mit großer Bodenfreiheit und weiche Stoßdämpfer sind hier unerlässlich. Die Federung muss dabei sehr weich abgestimmt sein. Hier kommen häufig Portalachsen zum Einsatz. Diese liegen samt Differenzial deutlich höher als gewöhnliche Achsen und bieten damit die wichtige Bodenfreiheit. Es gibt zudem RC-Modelle, die die Höhe der Achsen anpassen können.

Sehr verbreitet sind Starrachsen im Gegensatz zur Einzelradaufhängung. Dabei sind beide Räder durch einen Achskörper fest miteinander verbunden. Das ermöglicht eine konstante Bodenfreiheit mit maximaler Achsverschränkung, was für den Offroad-Einsatz nützlich ist. Zudem ist diese Variante robuster, die Räder werden zudem immer parallel geführt. Allerdings muss die Starrachse damit mehr Masse federn. Bei einem hohen Tempo erhöht sich dadurch die Gefahr des Kippens, weshalb diese nicht für größere Geschwindigkeiten ausgelegt sind.

Zusätzlich sind bei teureren RC-Autos Differenzialsperren denkbar. Diese verhindert das Durchdrehen eines Rades und sperrt entweder zum Teil oder vollständig die Kraft, die auf das Rad einwirkt. Bei Allradfahrzeugen dient das Differenzial dazu, die Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse auszugleichen. Die Räder sind üppig bemessen und sollten idealerweise sehr weich sein, um auf Steinen oder Felsen gut nachzugeben.

Ein Elektromotor bei einem Crawler muss andere Anforderungen erfüllen als bei einem schnellen Fahrzeug. Reine Spitzenleistung ist hier nicht so wichtig. Während hochpreisige RC-Autos oft auf leistungsstarke Brushless-Motoren setzen, finden sich bei einem Offroader vorwiegend Bürstenmotoren. Diese sind schwerer und sorgen somit für eine günstigere Schwerpunktlage. Das Drehmoment entfaltet sich zudem gleichmäßiger. Zwar erleiden Bürstenmotoren mehr Verschleiß als bürstenlose Vertreter, dafür sind sie günstiger.

RC-Crawler gibt es bereits für knapp unter 30 Euro. Diese eignen sich besonders für Einsteiger und in vielen Fällen für Kinder ab 8 Jahren. Bei den preiswerten RTR-Modellen handelt es sich aber vorwiegend um reines Spielzeug.

In der Preisklasse bis 100 Euro finden sich überwiegend einfache Rock-Crawler und nur wenige Scale-Crawler. Einige sind erst für Jugendliche ab 13 oder 14 Jahren gedacht. Zu den gefragtesten Herstellern laut unseres Preisvergleichs gehören Revell, Amewi sowie Carson und Jamara. Eher untypisch ist der Army Truck von Revell mit drei Achsen. Der Maßstab reicht von kleinen Modellen in 1:24 bis hin zu einigen größeren Vertretern in 1:10. Üblich sind hier digitale Fernsteuerung, die bereits mit 2,4 GHz funken sowie Bürstenmotoren.

Zu viel von den Klettereigenschaften sollte man bei den preiswerten Crawlern noch nicht erwarten, die meisten ferngesteuerten Autos sind eher als geländetaugliches Spielzeug zu verstehen. Oft fehlt es hier an Präzision bei der Steuerung und Beschleunigung. Speziell kleinere Varianten kommen aufgrund ihrer Größe schnell an ihre Grenzen bei Hindernissen. Die günstigen Crawler bieten weniger Schutz vor Feuchtigkeit und sind nicht sehr langlebig beim Einsatz im Gelände. Sie stellen allerdings eine gute Gelegenheit dar, in das Thema hineinzuschnuppern und eignen sich zum Teil als Geschenk für Kinder oder Jugendliche.

Näher angesehen haben wir uns den Crawler Rock Monster von Revell Control für knapp unter 70 Euro. Optisch wirkt es wie eine Mischung aus Monster Truck und Buggy. Die Achsen sind zusätzlich höhenverstellbar und bieten besonders viel Bodenfreiheit. Per Knopfdruck legt man das Fahrzeug höher oder tiefer. Ein Lithium-Ionen-Akku samt USB-Ladegerät mit einer Kapazität von 1200 mAh liegt bei.

Das Auto gelangt damit gut über kleinere Steine oder Äste, sofern diese nicht senkrecht und zu hoch aus dem Boden herausragen. Die Lenkung sowie das Gas erweisen sich allerdings als unpräzise. Hier erkennt man, dass es sich um ein günstigeres Produkt handelt. Der Unterboden mit der Steuerelektronik und dem Motor ist abgeschlossen, die Batterie befindet sich in einem eigenen Fach. Allerdings ist das Gehäuse nicht wirklich wasserfest, weshalb wir davon abraten, damit bei Regen oder durch Pfützen zu fahren. Steigungen bis zu knapp 30 Prozent konnten wir damit dennoch nehmen.

Im Preisbereich von 100 Euro bis 400 Euro sind als Maßstab Größen von 1:8 bis 1:18 üblich. Je größer das Gefährt, desto besser kommt es mit unebenem Untergrund zurecht. Hier sind vorwiegend Scale-Crawler von Herstellern wie Carson, Reely, Amewi oder Axial vertreten. Es gibt auch RC-Rock-Crawler im Preisbereich bis 200 Euro. Dazu gehört etwa der Carson X-Crawlee Pro 2.0.

Ein treffendes Beispiel für einen Scale-Crawler ist der Reely Free Men 2.0 (Testbericht), den wir getestet haben. Der Reely Free Men 2.0 wurde uns dazu von Conrad zur Verfügung gestellt und kostet knapp 215 Euro. Dieser RC-Offroader ist einer Mercedes-Benz-G-Klasse nachempfunden. Beim beliebten Vorgänger Free Men 1.0 handelte es sich noch um eine Nachbildung des Jeep Cherokee. Dank der ausgeprägten Federung und der großen Räder kommt der ferngesteuerte Geländewagen gut mit Ästen und Steinen zurecht. Von der Bauweise her ist er vergleichbar mit dem DF-Models DF-4S, Amewi Dirt Climbing SUV Crawler sowie Amewi AMXRock.

Die Steuerung ist deutlich präziser als beim günstigeren Fahrzeug von Revell. Verglichen mit einem puristischen Crawler erweist sich die Karosserie aber als kleine Schwachstelle. So stoßen gelegentlich die Räder an die Radkästen bei besonders unebenem Untergrund oder Äste verfangen sich in der Karosserie. Das schmälert den Fahrspaß aber kaum.

Eine Weiterentwicklung ist der neue Reely Free Men 2.0 6x6. Dabei handelt es sich um einen Scale-Crawler mit drei Achsen und sechs Rädern, der einem Pick-up nachempfunden ist. Bei Conrad kostet das RC-Fahrzeug derzeit 262 Euro. Die Technik ist ansonsten ähnlich, wie beim Free Men 2.0 mit zwei Achsen. In kürzer folgt ein ausführlicher Test des brachialen Geländewagens.

Echte Offroad-Profis greifen zu einem hochwertigen RC-Crawler jenseits von 400 Euro. Die Preisspanne reicht hier bis über 1000 Euro. Hier gehören fast ausschließlich große Geländewagen zum Angebot mit einem Maßstab zwischen 1:8 und 1:10.

Neben einigen wenigen eher martialischen und minimalistischen Fahrzeugen sind in der gehobenen Preisklasse realistische Scale-Modelle sehr gefragt, etwa der Traxxas TRX-4 oder Sherpa-Pro Crawler CR3.4 von Absima. Der TRX-4 ist detailliert einem Landrover Defender nachempfunden und bietet ausgesprochene Geländeeigenschaften. Wirklich brutal wirkt zudem der TRX-6 mit drei Achsen, der einer G-Klasse nachempfunden ist.

Die hochpreisigen Fahrzeuge bieten unter anderem Trial-Chassis aus Aluminium, Gelenkwellen aus Stahl sowie ölgefüllte Aluminium-Stoßdämpfer. Je teurer die Geländeautos, desto mehr Anpassungsmöglichkeiten bieten diese durch weiteres Zubehör oder Ersatzteile. Zudem sind die Details liebevoller und umfangreicher gestaltet. Die Verarbeitung ist deutlich robuster.

RC-Crawler sind wahre Kletterkünstler für schwieriges Terrain. Prinzipiell gibt es hier zwei Richtungen: Minimalistische RC-Crawler, die eher einem Buggy auf Stelzen mit riesigen Rädern gleichen, sowie maßstabsgerechte Modelle, die optisch einem klassischen Geländewagen entsprechen. Geht es um die reinen Offroad-Eigenschaften, sind Rock Crawler meistens im Vorteil.

RTR-Modelle unter 100 Euro eignen sich eher für Einsteiger oder als Spielzeug für ältere Kinder und Jugendliche. Halbwegs robuste RC-Autos mit guten Fahreigenschaften kosten bis zu 200 Euro und mehr. Hochwertige Modelle für Fortgeschrittene beginnen jenseits der 300-Euro-Marke.

Ein anschauliches Beispiel für ein Scale-Modell im mittleren Preissegment ist der Reely Free Men 2.0 (Testbericht). Weitere große RC-Autos im Maßstab 1:10 oder höher stellen wir im Ratgeber Buggy, Monster Truck oder Rennwagen: Die größten RC-Autos ab 70 Euro. Mehr zum Thema Offroad zeigen wir im Ratgeber RC im Gelände: Ferngesteuerte Crawler, Scaler und Offroader ab 25 Euro. Wem das Klettern zu langsam ist, wirft am besten einen Blick auf den Beitrag Highspeed mit RC-Autos: Rasante Flitzer ab 50 km/h bis 200 Euro.

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