Fahrrad legal zum E-Bike nachrüsten: Motor & Akku ab 300 Euro

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Keine Lust mehr auf selber strampeln? E-Bike-Nachrüst-Kits samt Motor, Display und Akku gibt es ab 300 Euro. Wir zeigen, was die Pedelec-Sets bieten und wo ihre Tücken liegen.

Wer ein neues E-Bike mit Motorunterstützung kaufen will, sollte einen prall gefüllten Geldbeutel mitbringen. Nicht nur, dass die Pedelecs gut und gerne etliche tausend Euro kosten können – spätestens seit Corona sind viele häufig ausverkauft, die derzeitige Krise macht die Versorgung mit neuen Fahrrädern nicht besser.

Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem Nachrüst-Sets für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die Montage ist selbst für Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld – und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen. Wir haben verschiedene Nachrüst-Ansätze ausprobiert und zeigen, wie gut sich solche Sets in der Praxis schlagen. In unserer Top 5: Die besten Motoren & Akkus zum Nachrüsten zeigen wir unsere Favoriten.

Wer nicht basteln will, findet mit dem Eleglide F1 (Testbericht) oder dem Decathlon E-ST 100 (Testbericht) günstige Einsteiger-E-Bikes ab 700 Euro. Einen Überblick bietet zudem unsere Bestenliste der Top 6 E-Mountainbikes. Ebenfalls günstig und perfekt für die letzte Meile: E-Scooter. Die besten küren wir in unserer Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test.

Welche Anforderungen Pedelecs erfüllen müssen, um legal auf deutschen Straßen fahren zu dürfen, klären wir im Ratgeber Legal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs. Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad nachrüsten, das ergab zuletzt auch ein gemeinsames Interview 2021 mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V.) und TechStage (ab Minute 20). Das bestätigt etwa auch Dr. Arun Kapoor, Rechtsanwalt für Produkthaftung und Produktsicherheitsrecht bei der Kanzlei Noerr LLP, im Interview mit Emobiljournal. Die Nachrüsts-Sets müssen laut Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad nicht einmal eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Im Zweifel haftet hier dann der Inverkehrbringer, also etwa Onlineshops wie Amazon.

Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man lieber nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen bis dato nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad ohne Versichungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung leisten. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Das nachzurüstende Fahrrad sollte zudem in einem einwandfreien Zustand sein. Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit raten von einem Umbau ab (Stellungnahme des ADFC), da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Laut Dr. Kapoor wären hingegen keine Unfälle auf technisches Versagen von umgerüsteten Fahrrädern zurückzuführen. Entsprechend kann man nur festhalten: Das nachzurüstende Fahrrad sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen. Anbieter von Nachrüst-Kits wie Pendix haben etwa eine Liste mit Partnerhändlern auf der eigenen Website.

Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Den meisten Montageaufwand hat man beim Mittel- oder Hinterradantrieb, bei Frontantrieb muss man im Idealfall nur eine Schraube lösen. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.

Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip.

Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.

Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ab 400 Euro.

Wer sich eine der drei Varianten als Nachrüstsatz holt, wird sich wahrscheinlich für den Front- oder Mittelmotor entscheiden. Der Frontmotor ist sehr günstig, der Mittelmotor leistungsstark und komfortabel. Mehr zu Antrieb, Akku, Schaltung & Co. klären wir an anderer Stelle.

Für unseren Praxistest haben wir uns mit dem Kit iMortor für die einfachste Nachrüstlösung entschieden. China-Shops wie Banggood verkaufen das Set regelmäßig für rund 300 Euro. Bei Amazon & Co. werden 450 Euro und mehr fällig. Im Lieferumfang sind Vorderrad mit integriertem Nabenmotor (240 Watt), Controller, Smartphone-Halterung, Akku (130 Wattstunden), Netzteil (Achtung: Chinesischer Stecker) sowie Werkzeug und Schrauben enthalten. Unser Testgerät ist für Fahrräder mit Scheibenbremsen ausgelegt – entsprechend liegt eine Bremsscheibe bei. Für Felgenbremsen gibt es keine Version derzeit.

Der Austausch gelingt ungeübten Bastlern in 30 Minuten, geübten in gut 15 Minuten. Zuerst kommt das alte Vorderrad vom Fahrrad ab. Danach schraubt man die mitgelieferte Bremsscheibe ans neue Rad und setzt es in der Fahrradgabel ein. Bei uns waren nicht alle Löcher für die Befestigung der Bremsscheibe sauber gefräst. Das Resultat: Nur fünf von sechs Schrauben haben gepasst. Das hält ausreichend, deutet aber auf minderwertige Verarbeitung hin.

Mit Beilagscheiben und Muttern befestigen wir das neue Rad in der Gabel. Es sitzt fest und macht einen sicheren Eindruck. Der Akku sitzt direkt an der Motoreinheit im Rad. Im Anschluss ziehen wir die Kabel vom Rad zur Lenkstange und befestigen sie mit zwei mitgelieferten Kabelbindern. Die Motoreinheit in der Mitte des Reifens dreht sich übrigens nicht mit – so bleibt das Kabel sauber an einer Stelle.

Als Nächstes kommen Controller und Smartphone-Halterung an die Reihe. Beide kann man an der Lenkstange befestigen. Wer hier keinen Platz mehr hat, findet in der Verpackung von iMortor eine zusätzliche Schelle und Aluminiumstange, um die Komponenten anzubringen. Dann verbindet man die Kabel von Controller und Smartphone-Halterung mit dem Motor – eine farbliche Kennzeichnung macht die Arbeit einfach. Zwei Anschlüsse bleiben frei. Hier können Nutzer noch andere Sensoren oder etwa ein Display für die Geschwindigkeitsanzeige nachrüsten.

Nun kommt der spannende Teil, die Inbetriebnahme. Denn wo die Montage einfach ist, gestaltet sich die Aktivierung unseres neuen Pedelecs als Stresstest. Das Set funktioniert nämlich nur mit aktiver App. Deshalb gibt es auch die Smartphone-Halterung, die speist immerhin das Smartphone mit Strom, damit das nicht bei der Nutzung leer läuft. Der Strom kommt direkt aus dem iMortor-Akku, das Ladekabel muss man selbst mitbringen. Zum Vergleich: Das deutlich teurere Pendix-Kit (Testbericht) für gut 1200 Euro kommt ohne App-Zwang aus.

Laut Anleitung sollen Nutzer sich die App iMortor herunterladen. Die funktioniert aber nicht mehr. Stattdessen gibt es die App iMortor 2 für Android und iOS; über die Suchmaske der App-Stores findet man sie leicht. Um Fahrrad und App zu koppeln, schaltet man zuerst den Controller ein und startet dann die App. Diese erkennt das Fahrrad sofort und will ein Passwort wissen. Die Anleitung sagt „0000“, das ist falsch. Über Reddit haben wir das alternative Passwort „6666“ gefunden. Das funktioniert.

Danach folgt die nächste Hürde. Die App meldet „Controller failure“ – es passiert gar nichts. Um den Fehler zu beheben, halten wir den On-/Off-Button am Controller für gut zehn Sekunden gedrückt. Dann verschwindet die Fehlermeldung. Das Fahrrad ist nun einsatzbereit.

Das iMortor unterstützt nicht automatisch beim ersten Tritt in die Pedale. Wer dieses Verhalten von teuren E-Bikes kennt: Verantwortlich dafür zeigt sich ein Drehmomentsensor in der Nabe der Kurbel. Den gibt es bei dieser Variante nicht; wir mussten ja nur das Vorderrad austauschen. Je nach Motor erkennt eine Elektronik im Antrieb ab einer bestimmten Drehung des Vorderreifens den Wunsch, zu beschleunigen, und unterstützt – und die Unterstützung läuft auch noch ein wenig weiter, wenn man nicht mehr tritt. Das hilft wunderbar im Alltag, ist aber ein anderes Verhalten, als man es von erheblich teureren modernen E-Bikes mit Mittelmotor-Antrieb von Bosch, Yamaha oder Panasonic kennt.

Der iMortor löst es noch einfacher. Eine automatische Erkennung des Vortriebswuschnes gibt es hier nicht. Der Fahrradfahrer drückt den Gashebel – je nach gewünschter Unterstützung stark oder weniger stark. Das sorgt bei längeren Touren für Krämpfe im Finger. Aber wirklich lange dauert eine Fahrt mit Motorunterstützung auch nicht. Bei voller Kraft und ohne eigenes Treten reicht der Akku für knapp 10 Kilometer. Wer zusätzlich in die Pedale tritt und nur zur Hälfte den Motor unterstützen lässt, kommt auf rund 15 Kilometer. Wem das zu wenig ist, der kann sich einen Zusatzakku besorgen; mit gut 100 Euro ist der verhältnismäßig günstig.

Die Fahrt mit dem iMortor macht trotz fehlender Tretunterstützung Freude. Der Motor ist kaum bis gar nicht hörbar. Wer schon mal mit einem Pedelec gefahren ist, kennt das leise vernehmbare „frrrrr“ während der Fahrt. Mit 240 Watt Motorenleistung kommen gut statuierte Männer auf rund 20 km/h ohne zusätzliches Treten auf ebenen Strecken. Das ist zwar toll, aber hierzulande leider illegal.

Bergauf muss man in die Pedale treten, dafür ist der Motor zu schwach. Wer aber sein altes Mountainbike mit iMortor upgradet, wird mit Gangschaltung und Motorunterstützung eine angenehme Bergfahrt machen, selbst in hohen Gängen.

Alles in allem macht iMortor richtig Spaß. Wer gerne kurze Touren fährt, bekommt hier eine nette Unterstützung. Für längere Touren braucht man zwei bis drei zusätzliche Akkus. iMortor kostet in der Grundausstattung oft 300 Euro. Durch den notwendigen Gashebel ist das Set für die Fahrt auf deutschen Straßen aber verboten.

Alternativ entscheidet man sich für ein anderes Nachrüst-Kit. Viele günstige Sets stammen aus China. Hier ist ein Gashebel erlaubt. Entsprechend findet er sich in den meisten Kits. Die Anbringung ist, bis auf iMortor, aber in den meisten Fällen optional. Solche Sets gibt es etwa bei Amazon für rund 500 Euro inklusive Akku oder bei Banggood für rund 280 Euro ohne Akku.

Für unseren Praxistest mit Mittelmotor haben wir uns für das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Wert von rund 650 Euro entschieden.

Mit dem Bafang-Set erhält man 750-Watt-Motor, Farb-Display, Steuereinheit, Sensor, Pedale, Kabel und Zubehör. Sogar ein Gashebel ist mit dabei, aber erfreulicherweise optional. Zugunsten der Legalität unseres Aufbaus lassen wir den weg; der Bafang-Antrieb erkennt das Treten in die Pedale und unterstützt automatisch. Das Set kommt gut verpackt an und ermöglicht per Videoanleitung eine leicht verständliche Montage. Im Grunde ist im Set alles enthalten, was man benötigt. Nur ein Innenlagerentferner für das Tretlager liegt nicht bei. Den muss man sich separat besorgen. Wir haben uns für eine 15-Euro-Variante von Amazon entschieden.

Als Akku kommt ein Haniwinner HA193 mit 624 Wattstunden zum Einsatz. Er kostet rund 200 Euro. Alternativ kann man auch zu einem HA194 mit 561 Wattstunden oder HA074-04 greifen – hier variiert Formfaktor und Akkuleistung. Auch Amazon bietet vergleichbare Akkus. Hier geht es ebenfalls ab etwa 200 Euro los.

Die gesamte Montage des Sets kostet uns Laien sechs volle Stunden. Geübte Fahrradbastler werden wohl schneller sein. Trotzdem gibt es viel zu tun. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet im Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen.

Alles in allem gelingt das selbst blutigen Anfängern; Schweißen am Rahmen oder Löten an der Elektronik war nicht notwendig. Das Set ist gut verarbeitet und alle Komponenten lassen sich einfach miteinander verbinden. Der Lohn kommt postwendend nach der Arbeit: Das neu umgerüstete E-Bike ist sofort einsatzbereit.

Der Bafang Mittelmotor reagiert fast unmittelbar auf Tritte in die Pedale. Fast, weil Bafang in unserem Modell keinen Drehmomentsensor eingebaut hat. Entsprechend reagiert der Motor erst ab der ersten Umdrehung der Pedale. Das ist dennoch deutlich direkter als bei vergleichbaren Front- oder Heckantrieben. Danach läuft die Unterstützung mit voller Leistung; hier macht sich der 750-Watt-Motor bemerkbar. Eine offizielle Angabe zur Nennleistung haben wir nicht gefunden. In diversen Foren geht man aber von 350 Watt Nennleistung aus. Damit ist der Motor nicht für deutsche Straßen erlaubt. Für den deutschen Straßenverkehr würden wir entsprechend zu einer schwächeren Motorisierung raten. Die ist legal und nochmal deutlich günstiger.

Insgesamt fünf Unterstützungsstufen können wir über die Steuereinheit einstellen. Mit Unterstützungsstufe 1 und drittem Gang klappt aber bereits ein sehr entspanntes Radfahren bei 25 km/h auf ebener Strecke. Geht es bergauf, reicht oft Stufe 3. Die Stufen 4 und 5 sind in Verbindung mit dem Motor eher Spielerei.

Das Farb-LC-Display unseres Kits zeigt auf etwa 4 Zoll Diagonale alle wichtigen Informationen an. Neben Uhrzeit und Stufe der Unterstützung gibt es Details zu Gesamtkilometer, Streckenkilometer sowie Geschwindigkeit und Akkustand. Zudem kann man das System mit einem Passwort schützen. Das muss man dann jedes Mal über den Controller eintippen, damit sich der Elektromotor freischaltet. Achtung: Wer das Passwort vergisst, kann seinen Elektromotor nicht mehr nutzen.

Die Akkuanzeige passt sich dynamisch den aktuellen Gegebenheiten an. Fahren wir mit Stufe 5 einen kleinen Hügel hoch, fällt die Akkuanzeige von 100 auf 46 Prozent. Fahren wir in der Ebene mit Stufe 3, klettert die Anzeige wieder hoch. Entsprechend hat man immer im Blick, wie stark man den Akku belastet. Gerade bei längeren Touren kann sich diese Spielerei auszahlen. Man schaltet bergauf einfach zwei Stufen herunter und schon verlängert sich die Akkudauer deutlich. Insgesamt kommt man mit einer Akkuladung bei mittlerer Unterstützung und weitgehend ebener Strecke auf etwa 50 bis 60 Kilometer. Je nach Terrain, Gewicht und anderen Gegebenheiten wie Straßenverhältnisse oder Gegenwind kann sich die tatsächliche Reichweite natürlich verändern.

Neben unserem Farb-LC-Display gibt es noch viele weitere Bildschirme für E-Bike-Nachrüst-Sets. So findet man etwa auf Amazon kleine Farb-Displays mit rund 2 Zoll Diagonale und Schwarz-Weiß-Bildschirme in verschiedenen Größen. Die Displays kosten einzeln zwischen 50 und 100 Euro. Im Zweifelsfall würden wir hier aber immer zum Komplett-Set greifen; hier ist in aller Regel das große Farb-LC-Display bereits dabei.

Wir sind von dem Set begeistert. Insgesamt haben wir knapp 700 Euro für ein solides Fahrrad vom Wertstoffhof, Nachrüst-Kit und Akku bezahlt. Wer hier sein bestehendes Mountainbike mit hochwertigen Scheibenbremsen und Gangschaltung aufrüstet, bekommt ein deutlich besseres Gesamtergebnis.

Die meisten vergleichbaren Nachrüst-Kits kommen fast allesamt mit Bafang-Motoren sowie Akkus von Hailong beziehungsweise Haniwinner. Wer einen schwächeren Motor nimmt, bekommt ein Komplettset samt Akku bei Amazon für rund 440 Euro. Banggood, das uns das vorliegende Set zur Verfügung gestellt hat, bietet die Komponenten oft günstiger an.

Den vollständigen Testbericht zum Bafang MM G340 haben wir an anderer Stelle zusammengefasst. Zudem haben wir auch die Mittelmotor-Kits Bafang BBS-01B (Testbericht) sowie Pendix (Testbericht) getestet.

Beliebte Kits:

Beliebte Akkus:

Deutlich teurer sind die Sets von deutschen Anbietern wie Pendix (Testbericht auf heise online). Hier zahlt man gut und gerne 1700 Euro für einen Nachrüstsatz.

Heckmotoren sind ähnlich aufwändig zum Nachrüsten wie Mittelmotoren und bieten eine verzögerte Unterstützung beim Treten in die Pedale. Heckmotoren sind deshalb nicht schlecht, erfreuen sich unter den Nachrüst-Kits aber keiner großen Beliebtheit. Es gibt kaum Sets am Markt; nur vereinzelt findet man welche. Preislich liegen sie auf einem Niveau mit den Mittelmotor-Kits. Bei Amazon zahlt man etwa für ein Set von Yose Power mit 350-Watt-Motor und Akku rund 466 Euro, bei Banggood mit 1000-Watt-Motor rund 255 Euro; allerdings ohne Akku. Das Produkt von Yose Power macht einen guten Eindruck. Wir konnten mit einem Fahrer sprechen, der uns bestätigte, dass er sehr zufrieden ist.

Das Kit Bikight SW900 (Testbericht) hat bei uns gut abgeschnitten. Es kann es einfach an Fahrrädern anbringen und es ist gut gearbeitet.

E-Bike-Nachrüst-Kits für Fahrräder sind eine tolle Sache. Vor allem Nachrüst-Kits mit Mittelmotor haben uns überzeugt. Sie sind auch für Laien in den meisten Fällen kein Problem und bieten volle Leistung, einen optimalen Schwerpunkt und sehr gute Trittunterstützung für wenig Geld. Unser Test-E-Bike mit Mittelmotor-Kit liegt bei rund 700 Euro. Mit schwächerem Motor gibt es Komplett-Sets ab etwa 400 Euro.

Wer nicht basteln will, findet mit dem Eleglide F1 (Testbericht) oder dem Decathlon E-ST 100 (Testbericht) günstige Einsteiger-E-Bikes ab 700 Euro. Einen Überblick bietet zudem unsere Bestenliste der Top 6 E-Mountainbikes.

Wer mehr zum Thema erfahren will, sollte sich unseren Beitrag: Alles zu E-Bikes und zulassungsfreien Pedelecs durchlesen. Und in unserem Vergleichstest smarter Fahrradhelme geben wir eine Übersicht zu Helmen mit Licht, Blinker, App-Steuerung und Lautsprecher.

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