Ergonomische Maus gegen den Mausarm ab 15 Euro

Vertikale Mäuse

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Schmerzen in der Hand oder im Arm? Dann liegt vielleicht eine Sehnenscheidenentzündung vor. TechStage zeigt ergonomischen Mäuse gegen schmerzhafte Beschwerden.

Wer viel am Computer arbeitet, kennt das vielleicht: Stechende Schmerzen im Unterarm, der Hand, dem Ellbogen oder in den Fingern – die manchmal bis in die Schulter oder den Nacken ziehen. Dann liegt möglicherweise der sogenannte „Mausarm“ oder die „Maushand“ vor. Der medizinisch passendere Fachausdruck dafür laut „Repetitive Strain Injury“ – kurz: RSI-Syndrom. Laut einer Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) leidet etwa ein Drittel der Arbeitnehmer unter Schmerzen in der Hand oder dem Unterarm. Dennoch gilt das RSI-Syndrom in Deutschland nicht als Berufskrankheit.

Verursacht werden RSI-Beschwerden durch sich ständig wiederholende Bewegungen. Einer der Auslöser kann neben einer ungünstigen Haltung am Arbeitsplatz die herkömmliche Computermaus sein. Diese zwingt bei der Bedienung den Nutzer zu einer unnatürlichen Haltung des Armes und der Hand. In erster Linie beansprucht diese Bewegung den Beugemuskeln an der Innenseite des Armes, während der Armstrecker als Gegenspieler kaum belastet wird. Die Muskulatur und die Faszien passen sich dem monotonen Bewegungsmuster an und werden viel zu fest – verkrampfen regelrecht. Die Verspannungen hemmen wiederum den Stoffwechsel rund um den Unterarm, was Entzündungen fördert und letzten Endes schmerzhaft sein kann.

Eine ergonomische Maus verspricht hier Linderung. Eine gängige Spielart ist die vertikale PC-Maus. Nützlich sind zudem Auflagen für die Hände sowie weitere ergonomische Eingabegeräte, wie ein Trackball oder eine Handschuh-Maus. Eine ergonomische Tastatur hilft ebenfalls gegen einseitige Belastungen, die zu Verspannungen in den Extremitäten führen.

Der Unterschied im Vergleich zu einer gewöhnlichen Computermaus besteht in der Haltung der Hand. Die vertikale Maus ist senkrecht ausgerichtet, dadurch umgreift die Hand das Eingabegerät seitlich im „Handschüttelgriff“. Die Handfläche des Nutzers zeigt dabei entweder nach links oder rechts. Diese Haltung ist natürlicher als bei einer herkömmlichen Maus, wo der Unterarm komplett aufliegt. Bei einer vertikalen Maus liegen Elle und Speiche nahezu parallel übereinander. Dadurch werden Sehnen, Muskeln und Nerven weniger belastet oder unter Spannung gesetzt. Das fördert zudem die Blutversorgung im Arm. Die gewohnte Funktionsweise ändert sich sonst nicht.

Beim Kauf sollte man darauf achten, ob es ein Modell für Links- oder Rechtshänder ist. Zudem gibt es Mäuse in unterschiedlichen Größen. Personen mit besonders kleinen oder wuchtigen Händen sollten das berücksichtigen. Selbst eine Gaming-Maus findet sich auch im vertikalen Format.

Eine vertikale Maus muss nicht teuer sein, bereits ab 10 Euro kann man eine ergonomische Maus mit Anschlusskabel für USB kaufen. Der Preisunterschied zwischen einer Wireless-Maus und einer kabelgebundenen Variante fällt nicht besonders groß aus. Ab 20 Euro bekommt man schon eine PC-Maus mit Bluetooth.

Die derzeit gefragteste vertikale Bluetooth-Maus für unter 30 Euro in unserm Preisvergleich ist die Cherry MW4500. Wir haben die kabellose Maus seit etwa zwei Monaten im Einsatz und sind sehr zufrieden damit. Die Cherry MW4500 hat das zuvor genutzte Modell von Anker ersetzt. Sie bietet ein ergonomisches Design. Das sorgt für eine natürliche Haltung der Hand. Das entlastet die Armmuskulatur. Der Anwender umfasst die Bluetooth-Maus seitlich in einem Winkel von etwa 45 Grad. Dabei liegt nur die Elle auf dem Tisch und nicht der ganze Unterarm. Für den Betrieb sind zwei AAA-Batterien nötig.

Insgesamt kommen fünf Tasten zum Einsatz. Das Scrollrad dient als dritte Maustaste, zusätzlich gibt es jeweils eine Vorwärts- und Zurück-Taste. Der dpi-Wert ist per Knopfdruck hinter dem Mausrad in drei Stufen anpassbar: Möglich sind 1200, 900 und 600 dpi. Eine Wölbung auf der Innenseite bietet eine ergonomische Daumenablage. Wer größere Hände hat, kommt mit der Maus genauso gut zurecht, wie Personen mit kleinen Pranken.

Zwar ist das Gerät komplett aus Kunststoff, hinterlässt aber einen guten Eindruck bei der Verarbeitung und steuert mehr als präzise den Cursor über den Bildschirm. Für den Nano-Empfänger mittels USB steht ein Schacht im Batteriefach bereit. Mit einem Preis von 22 Euro ist die Cherry MW4500 unser Preis-Leistungstipp.

Anker bietet die vertikale Maus sowohl mit Kabel als auch mit Bluetooth an. Auf der Oberseite befinden sich zwei Maustasten und ein Rad. Auf der Innenseite gibt es zusätzliche eine Vor- und Zurück-Taste sowie einen Knopf zum Einstellen der Empfindlichkeit der optischen Sensoren. Die Maus von Anker bietet ein modernes Design und liegt ausgezeichnet in der Hand – sofern man keine kleinen Hände hat. Für den USB-Empfänger steht neben dem Batteriefach ein Steckplatz bereit.

Über drei Jahre hatten wir das Modell von Anker im Einsatz. Auslöser waren stärkere Schmerzen im rechten Handgelenk und im Ellbogen. Bereits nach kurzer Zeit trat eine Besserung ein – sodass wir auf eine vertikale Maus nicht mehr verzichten wollen. Die Umstellung braucht allerdings etwa einen Tag, bis man mit der Maus wie gewohnt zurechtkommt. Bei einem Preis von knapp 20 Euro sollte man keine zu großen Ansprüche an die Verarbeitung stellen. Zwar sieht die Maus schick aus, insgesamt aber klappern die Komponenten aus einfachem Kunststoff recht stark, das Scrollrad entpuppt sich dabei als größte Schwachstelle des Geräts. Nach knapp zwei Jahren musste bereits Ersatz her. Was die Verarbeitung angeht, kann hier Anker nicht ganz mit Cherry mithalten.

Der optische Sensor tastet je nach Einstellung mit 800, 1200 oder 1600 dpi ab. Zur Stromversorgung dienen zwei AAA-Batterien, die nicht zu Lieferumfang gehören. Abgesehen von der mäßigen Verarbeitung sind wir aber sehr zufrieden mit der Maus und der Handhabung. Das Modell gibt es darüber hinaus baugleich bei Anbietern wie Trust, Jelly Comb oder Renkforce zu Preisen zwischen 10 und 20 Euro.

Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, bekommt eine bessere Verarbeitungsqualität und präzisere Steuerung. Meistens bieten die Mäuse dann zusätzliche Tasten, einige verfügen bereits über einen integrierten Akku. Diesen lädt man per USB-Kabel auf. In diesem Preissegment finden sich neben Logitech Hersteller wie R-Go, die sich auf ergonomische Eingabegeräte spezialisiert haben.

Die MX Vertical von Logitech ist ein Vertreter der vertikalen Mäuse in der oberen Preisklasse. Das Gerät schont mit seinem ergonomischen Design das Handgelenk. Laut Logitech bedient man sich dabei wissenschaftlichen Erkenntnissen. So soll die geringere Handgelenksverdrehung und damit natürlichere Haltung die Muskelbelastung und den Druck auf das Gelenk um 10 Prozent reduzieren und damit die Körperhaltung verbessern. Im Grunde hält man bei der Mausführung die Hand dank des hohen Winkels der Maus in etwa wie bei einem Händedruck. Der Daumen liegt dabei auf einer Auflage.

Wir haben die Maus seit einem Jahr im Dauereinsatz. Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt hoch. Die Oberfläche besteht zu einem großen Teil aus einem weichen und griffigen Kunststoff, der für einen besseren Halt zusätzlich geriffelt ist. Der Druckpunkt der Tasten ist angemessen. Zu einem ungewollten Mausdruck kommt es ohnehin kaum, was an dem höheren Auflagewinkel liegt. Das Scrollrad ist okay, allerdings haben wir das etwa bei der Logitech MX Master 3 mit ihrem elektromagnetischen Rad schon deutlich präziser gesehen.

Die Abtastung des Sensors liegt bei bis zu 4000 dpi, was eine deutlich präzisere Steuerung erlaubt als bei preiswerten Modellen. Ein Knopf auf der Oberseite der Maus wechselt schnell zwischen zwei Mausgeschwindigkeiten hin und her. Bei einer täglichen Nutzung hält der 500-mAh-Akku gut und gerne zwei Monate. Geladen wird dieser über einen USB-Anschluss mit Typ-C-Stecker. Während der Ladung kann man die Maus problemlos weiter nutzen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der MX Vertical. Wer Probleme mit seinem Handgelenk hat und dies auf hohe Nutzung der Maus zurückführen kann, für den könnte sich der Umstieg lohnen. Leider ist sie mit einem Straßenpreis von über 80 Euro nicht gerade günstig.

Eine seltenere Form der vertikalen Maus ist die Joystick-Maus. Wie der Name schon sagt, besteht diese aus einem Knüppel, den man mit der Hand umschließt und so über den Tisch bewegt. Die Maustasten betätigt der Anwender mit Daumen und Zeigefinger. Der Vorteil: Diese ergonomische Form eignet sich für Links- und Rechtshänder gleichermaßen. Bereits ab 45 Euro kann man eine Joystick-Maus kaufen.

Eher exotisch mutet die Handshoe Mouse von Hippus an. Das Besondere an der „Handschuhmaus“: Die Hand liegt mit der gesamten Fläche auf – von den Fingern bis zur Handwurzel. Wie ein Handschuh umfasst dabei die Maus die Hand – daher der Name. Bei einer herkömmlichen Maus „schwebt“ die Hand oft über der Maus, was zu einem verkrampften Greifen und unnötige Spannungen führt.

Hippus hat die Handshoe Mouse mit der Unterstützung der Universitäten Rotterdam und Maastricht entwickelt. Beim Einsatz mit dieser Maus sollen die geringsten Spannungen in der Muskulatur auftreten. Die Handschuhmaus gibt es sowohl mit Kabel als auch mit Funk. Sie ist allerdings nicht günstig, bei 100 Euro fangen die Preise an.

Eine weitere beliebte Alternative zur herkömmlichen Maus ist der Trackball. Eine Bewegung des Geräts ist gar nicht nötig – die Kugel zum Steuern des Cursors ist in der Trackball-Maus integriert. Das Ganze kann man sich wie eine umgedrehte Maus vorstellen. Während der Bedienung ruht die Hand entspannt auf dem Gerät. Finger oder der Daumen bewegen die Kugel und drücken die Tasten.

Der Trackball bietet sich bei Personen mit Sehnenscheidenentzündung oder Karpaltunnelsyndrom an, wenn die Hand möglichst ruhig liegen soll. Sie ist zudem eine Alternative, wenn auf dem Schreibtisch wenig Platz vorhanden ist. Die Bedienung erfordert ein wenig Übung, ermöglicht aber besonders genaue Eingaben beispielsweise bei CAD-Programmen für Konstrukteure oder Architekten. Bereits für 25 Euro kann man eine Trackball-Maus kaufen, Modelle von Logitech fangen bei 40 Euro an. Rechts- und Linkshänder brauchen jeweils ein eigenes Gerät.

Wer keine ergonomische Maus kaufen will, kann mit einer weichen Handauflage zur Entspannung der Maushand beitragen. Die Handauflage sorgt dafür, dass das Handgelenk nicht zu sehr abknickt. Die Auflagen bestehen aus einem ergonomischen, gepolsterten Kissen, welches mit Gel, Silikon, Memory-Schaum oder kleinen Perlen gefüllt ist. Diese platziert man vor das Mauspad, es gibt aber auch Varianten mit integriertem Mauspad.

Mit einer ergonomischen Maus können Anwender RSI-Beschwerden – auch bekannt als „Mausarm“ – bei der PC-Arbeit vorbeugen. Unter den ergonomischen Bedienhilfen hat sich die vertikale Maus etabliert. Sie erfordert wenig Umstellung und ist günstig zu bekommen.

Weitere Möglichkeiten sind die Joystick- und die Handschuhmaus sowie der Trackball. Eine ergonomische Maus ist allerdings keine Garantie für ein beschwerdefreies Arbeiten am Computer. Sie ist ein Bestandteil, um eine gesundheitsfördernde Umgebung am Arbeitsplatz oder im Homeoffice einzurichten. Wichtig ist in Kombination eine ergonomische Tastatur sowie ein passender Schreibtisch und Bürostuhl.

Mehr zu dem Thema Ergonomie erklären wir im Ratgeber Ergonomie im Homeoffice: Ab 15 Euro Rückenschmerzen, Mausarm und Kopfschmerzen vorbeugen. Noch mehr über Mäuse schildern wir im Ratgeber Die richtige Maus fürs Büro und Homeoffice finden. Was an einem modernen Arbeitsplatz im Büro oder Homeoffice sonst nicht fehlen darf, zeigen wir in unserem Ratgeber Tastaturen, USB-C-Hubs, Licht & Co: Ausstattung für Homeoffice und Büro.

Dieser Ratgeber vom 21.04.2021 wurde am 23.01.2022 umfassend überarbeitet.

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