Schluss mit Mausarm: Ergonomische Maus gegen Schmerzen ab 10 Euro

Logitech MX Vertical

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Schmerzen im Arm? Dann liegt vielleicht ein RSI-Syndrom vor. Abhilfe verspricht eine ergonomische Maus. TechStage zeigt vertikale Mäuse, Trackballs und mehr.

Wer viel am Computer arbeitet, kennt das vielleicht: Stechende Schmerzen im Unterarm, der Hand, dem Ellbogen oder in den Fingern – die manchmal bis in die Schulter oder den Nacken ziehen. Dann liegt möglicherweise der sogenannte „Mausarm“ oder die „Maushand“ vor. Der medizinisch passendere Fachausdruck dafür laut „Repetitive-Strain-Injury-Syndrom“ – kurz: RSI-Syndrom.

Laut einer Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) leidet etwa ein Drittel der Arbeitnehmer unter Schmerzen in der Hand oder dem Unterarm. Dennoch gilt das RSI-Syndrom in Deutschland nicht als Berufskrankheit. Verursacht werden Beschwerden durch sich ständig wiederholende Bewegungen. Einer der Auslöser kann neben einer ungünstigen Haltung am Arbeitsplatz die herkömmliche Computer-Maus sein. Diese zwingt bei der Bedienung den Nutzer zu einer unnatürlichen Haltung des Armes und der Hand.

Diese Bewegung beansprucht den Beugemuskel an der Innenseite des Armes, während der Armstrecker als Gegenspieler kaum belastet wird. Die Muskulatur und die Faszien passen sich dem monotonen Bewegungsmuster an und werden viel zu fest – verkrampfen regelrecht. Die Verspannungen hemmen wiederum den Stoffwechsel rund um den Unterarm, was Entzündungen fördert und dann schmerzhaft sein kann.

Eine ergonomische Maus verspricht Linderung. Gängig ist hier etwa eine vertikale PC-Maus. Nützlich sind zudem Auflagen für Hände sowie weitere ergonomische Eingabegeräte, wie Trackball, Handschuhmaus oder die Roller-Mouse.

Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Computer-Maus besteht in der Haltung der Hand. Die vertikale Maus ist senkrecht ausgerichtet, dadurch umgreift die Hand das Eingabegerät seitlich im „Handschüttelgriff“. Diese Händedruck-Position ist für den Arm natürlicher. Elle und Speiche liegen nahezu parallel übereinander, die Handfläche des Nutzers zeigt entweder nach links oder rechts. Der Unterarm liegt dadurch nicht komplett auf. Sehnen, Muskeln und Nerven belastet das weniger und mindert Muskelverspannungen, was zu einer besseren Blutversorgung führt.

Beim Kauf sollte man darauf achten, ob es ein Modell für Links- oder Rechtshänder ist. Zudem gibt es Mäuse in unterschiedlichen Größen. Personen mit besonders kleinen oder wuchtigen Händen sollten das berücksichtigen. Selbst eine Gaming-Maus findet sich im vertikalen Format.

Eine ergonomische Maus muss nicht teuer sein. Bereits für unter 10 Euro bekommt man eine PC-Maus mit USB-Stecker. Nahezu alle Modelle arbeiten optisch. Auf Wunsch gibt es auch Varianten mit bunter LED-Beleuchtung (RGB). Der Preisunterschied zwischen einer Wireless-Maus und einer kabelgebundenen Variante fällt nicht besonders groß aus. Ab 20 Euro bekommt man etwa eine Funk-Maus wie die Hama EMW-500.

Üblich sind hier proprietäre Funkstandards. Zur Verbindung mit dem PC bedarf es eines mitgelieferten Dongles für den USB-Anschluss. Eine Alternative ist eine Bluetooth-Maus ohne Dongle, diese sind aber teurer. Hier sollten Nutzer sich bewusst werden, dass die Sicherheitslücke Braktooth ein mögliches Problem darstellt. Mehr dazu erklären die Kollegen von heise online.

Wir haben die Cherry MW4500 etwa zwei Monaten im Einsatz und sind sehr zufrieden damit. Die kabellose, optische Maus hat das zuvor genutzte Modell von Anker ersetzt. Sie bietet ein ergonomisches Design, was zu einer natürlichen Haltung der Hand führt. Das entlastet die Armmuskulatur. Der Anwender umfasst die Maus seitlich in einem Winkel von etwa 45 Grad. Dabei liegt nur die Elle auf dem Tisch und nicht der ganze Unterarm. Für den Betrieb sind zwei AAA-Batterien nötig.

Insgesamt kommen fünf Tasten zum Einsatz. Das Scrollrad dient als dritte Maustaste, zusätzlich gibt es jeweils eine Vorwärts- und Zurück-Taste. Der dpi-Wert ist per Knopfdruck hinter dem Mausrad in drei Stufen anpassbar: Möglich sind 1200, 900 und 600 dpi. Eine Wölbung auf der Innenseite bietet eine ergonomische Daumenablage. Wer größere Hände hat, kommt mit der Maus ebenso zurecht.

Zwar ist die PC-Maus komplett aus Kunststoff, hinterlässt aber einen guten Eindruck bezüglich der Verarbeitung. Die Steuerung des Cursors ist präzise. Für den Nano-Empfänger mit USB-Anschluss steht ein einzelner Schacht im Batteriefach bereit. Mit einem Preis von 20 Euro ist die Cherry MW4500 unser Preis-Leistungs-Tipp.

Anker bietet seine vertikale ergonomische Maus sowohl mit Kabel als auch kabellos an. Auf der Oberseite befinden sich zwei Maustasten und ein Rad. Auf der Innenseite gibt es zusätzliche eine Vor- und Zurück-Taste sowie einen Knopf zum Einstellen der Empfindlichkeit der optischen Sensoren.

Das Modell von Anker bietet ein modernes Design und liegt ausgezeichnet in der Hand – sofern man keine zu kleinen Hände hat. Für den USB-Empfänger steht neben dem Batteriefach ein Steckplatz bereit. In der Innenseite befindet sich eine LED-Leuchte.

Über drei Jahre hatten wir das Modell von Anker im Einsatz. Auslöser waren stärkere Schmerzen im rechten Handgelenk und im Ellbogen. Bereits nach kurzer Zeit trat eine Besserung ein – sodass wir auf eine vertikale Maus nicht mehr verzichten wollen. Die Umstellung braucht allerdings etwa einen Tag, bis man mit der Maus wie gewohnt zurechtkommt.

Bei einem Preis von über 25 Euro sollte man keine zu großen Ansprüche an die Verarbeitung stellen. Zwar sieht die optische Maus schick aus, insgesamt aber klappern die Komponenten aus einfachem Kunststoff recht stark, das Scrollrad entpuppt sich dabei als größte Schwachstelle des Geräts. Nach knapp zwei Jahren musste bereits Ersatz her. Was die Verarbeitung angeht, kann hier Anker nicht mit Cherry mithalten.

Die optische Maus tastet je nach Einstellung mit 800, 1200 oder 1600 dpi ab. Zur Stromversorgung dienen zwei AAA-Batterien, die nicht zu Lieferumfang gehören. Abgesehen von der einfachen Verarbeitung sind wir aber sehr zufrieden mit der Maus und der Handhabung.

Weitgehend baugleich mit dem Anker-Modell sind die Trust Verto Wireless, die Funk-Maus mit optionalem USB-Kabel Renkforce RF-WM-322 sowie die USB-Maus CSL TM137U.

Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, bekommt eine bessere Verarbeitungsqualität und präzisere Steuerung. Meistens bieten die Mäuse dann zusätzliche Tasten, einige verfügen bereits über einen integrierten Akku. Diesen lädt man per USB-Kabel auf. In diesem Preissegment finden sich neben Logitech Hersteller wie R-Go Tools, die sich auf ergonomische Eingabegeräte spezialisiert haben. Für Linkshänder interessant sind etwa die R-Go HE Mouse oder Logitech Lift Left.

Die Logitech MX Vertical gehört zur höheren Preisklasse der ergonomischen Mäuse. Das Eingabegerät schont durch sein Design das Handgelenk. Laut Logitech bedient man sich dabei wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei wird das Handgelenk weniger verdreht, die natürlichere Haltung soll so die Muskelbelastung und den Druck auf das Gelenk um 10 Prozent verringern. Der Daumen liegt dabei auf einer Auflage.

Wir haben die Maus seit mehr als einem Jahr im Dauereinsatz. Die Verarbeitungsqualität ist hoch. Die Oberfläche besteht zu einem großen Teil aus einem weichen und griffigen Kunststoff, der für einen besseren Halt zusätzlich geriffelt ist. Der Druckpunkt der Tasten ist angemessen. Zu einem ungewollten Mausdruck kommt es ohnehin kaum, was an dem höheren Auflagewinkel liegt. Das Scrollrad ist okay, allerdings haben wir das etwa bei der Logitech MX Master 3 mit ihrem elektromagnetischen Rad schon deutlich präziser gesehen.

Die Verbindung mit dem PC erfolgt entweder über einen USB-Dongle mit einem proprietären Funkstandard oder direkt über Bluetooth mit dem Computer. Die Verbindung erfolgt per mitgeliefertem Kabel von USB-C auf USB-A. Diese dient zum Aufladen des Akkus. Während des Ladevorgangs kann man die Maus problemlos weiterverwenden. Bei einer täglichen Nutzung hält der 500-mAh-Akku gut und gerne zwei Monate. Geladen wird dieser über den USB-Anschluss.

Die Abtastung des Sensors liegt bei bis zu 4000 dpi, was eine deutlich präzisere Steuerung erlaubt als bei preiswerten Modellen. Ein Knopf auf der Oberseite der Maus wechselt zwischen zwei Mausgeschwindigkeiten. Zusätzlich gibt es programmierbare Tasten. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der MX Vertical. Wer Probleme mit seinem Handgelenk hat, für den könnte sich der Umstieg lohnen. Mit einem Straßenpreis von über 80 Euro ist sie nicht gerade günstig.

Bei der Contour Unimouse handelt es sich ebenfalls um eine vertikale Maus. Das Besondere ist die bewegliche Muschelform: Der vertikale Winkel kann zwischen 35 und 70 Grad eingestellt werden. Zudem gibt es eine Daumenauflage, die der Länge nach verstellbar ist. Das erlaubt eine individuelle Anpassung an die Handgröße und fühlt sich komfortabel an.

Die Unimouse verfügt über drei klassische Maustasten sowie ein Drehrad, das ebenfalls als Knopf dient. Daran muss man sich zunächst gewöhnen. Wir haben häufiger die mittlere statt der rechten Maustaste betätigt. Zusätzlich gibt es im Bereich des Daumens eine Taste für vor- und zurück. Vorn am unteren Klapp-Element Klapp befindet sich eine Taste zur Einstellung der Geschwindigkeit des Cursors. Mit insgesamt zehn Stufen von 800 bis 2800 dpi sollte für jeden das passende Tempo dabei sein. Fünf LED-Leuchten zeigen jeweils in Grün und dann in Rot an, welche Stufe gewählt wurde.

Für Strom sorgt ein integrierter Akku. Diesen lädt man per Kabel über den Micro-USB. Schade, dass Contour hier nicht auf USB-C setzt. Ist der Akku leer, kann man die Funk-Maus auch per Kabel betreiben. Für die kabellose Verbindung dient ein USB-Dongle. Die Verarbeitung hinterlässt einen tadellosen Eindruck. Es gibt die Contour Unimouse sowohl für Rechts- als auch Linkshänder zu Preisen ab 65 Euro. Die kabelgebundene Variante kostet etwa 55 Euro.

Eine seltenere Form ist eine Maus als Joystick. Wie der Name schon sagt, besteht diese aus einem Knüppel, den man mit der Hand umschließt und so über den Tisch bewegt. Die Maustasten betätigt der Anwender mit Daumen und Zeigefinger. Der Vorteil: Diese ergonomische Form eignet sich für Links- und Rechtshänder gleichermaßen. Bereits ab 45 Euro bekommt man einen solchen Maus-Joystick.

Eher exotisch mutet die Hippus Handshoe Mouse an. Das Besondere an der „Handschuhmaus“: Die Hand liegt mit der gesamten Fläche auf – von den Fingern bis zur Handwurzel. Wie ein Handschuh umfasst dabei die Maus die Hand – daher der Name. Bei einer herkömmlichen Maus „schwebt“ die Hand oft über der Maus, was zu einem verkrampften Greifen und unnötige Spannungen führt.

Hippus hat die Handshoe Mouse mit der Unterstützung der Universitäten Rotterdam und Maastricht entwickelt. Beim Einsatz mit dieser Maus sollen die geringsten Spannungen in der Muskulatur auftreten. Die Handschuhmaus gibt es sowohl mit Kabel als auch mit Funk. Sie ist allerdings mit einem Preis von über 130 Euro nicht günstig.

Eine beliebte Alternative zur herkömmlichen Maus ist ein Trackball. Eine Bewegung des Geräts ist gar nicht nötig – die Kugel zum Steuern des Cursors ist in der Trackball-Maus integriert. Das Ganze kann man sich wie eine umgedrehte Maus vorstellen. Während der Bedienung ruht die Hand entspannt auf dem Gerät. Finger oder der Daumen bewegen die Kugel und drücken die Tasten.

Der Trackball bietet sich bei Personen mit Sehnenscheidenentzündung oder Karpaltunnelsyndrom an, wenn die Hand möglichst ruhig liegen soll. Sie ist zudem eine Alternative, wenn auf dem Schreibtisch wenig Platz vorhanden ist. Die Bedienung erfordert ein wenig Übung, ermöglicht aber besonders genaue Eingaben beispielsweise bei CAD-Programmen für Konstrukteure oder Architekten. Bereits für 25 Euro kann man eine Trackball-Maus kaufen, Modelle von Logitech fangen bei 40 Euro an. Rechts- und Linkshänder brauchen jeweils ein eigenes Gerät.

Eine besondere Spielart ist die sogenannte Scroll- oder Roller-Mouse. Dabei handelt es sich um eine Handballenauflage für die Tastatur, die eine Computer-Maus ersetzen soll. Ausprobiert haben wir das mit der Contour Roller Mouse Red Plus Wireless. Am oberen Rand befindet sich eine Stange mit einer Rolle. Damit bedient man den Cursor auf dem Bildschirm. Rollt man die Walze nach oben oder unten, bewegt sich der Mauszeiger jeweils vertikal. Für die Horizontale verschiebt man die Rolle jeweils nach links oder rechts. In der Mitte gibt es weitere Knöpfe, die die Funktionen der Maustaste übernehmen. Man braucht schon einige Zeit, um sich daran zu gewöhnen.

Wer keine ergonomische Maus kaufen will, kann mit einer weichen Handballenauflage zur Entspannung der Maushand beitragen. Diese sorgt dafür, dass das Handgelenk nicht zu sehr abknickt. Die Handauflage bestehen aus einem ergonomischen, gepolsterten Kissen, welches mit Gel, Silikon, Memory-Schaum oder kleinen Perlen gefüllt ist. Diese platziert man vor das Mauspad, es gibt aber auch Varianten mit integriertem Mauspad.

Mit einer ergonomischen Maus können Anwender RSI-Beschwerden – auch bekannt als „Mausarm“ oder RSI-Syndrom – bei der PC-Arbeit vorbeugen. Unter den ergonomischen Bedienhilfen hat sich die vertikale Maus etabliert. Sie erfordert wenig Umstellung und ist günstig.

Weitere Möglichkeiten sind die Joystick- und die Handschuhmaus sowie der Trackball. Eine ergonomische Maus ist allerdings keine Garantie für ein beschwerdefreies Arbeiten am Computer. Sie ist ein Bestandteil, um eine gesundheitsfördernde Umgebung am Arbeitsplatz oder im Homeoffice einzurichten. Wichtig ist in Kombination eine ergonomische Tastatur sowie ein passender Schreibtisch und Bürostuhl.

Mehr zu dem Thema Ergonomie erklären wir im Ratgeber Ergonomie im Homeoffice: Ab 15 Euro Rückenschmerzen, Mausarm und Kopfschmerzen vorbeugen. Noch mehr über Mäuse schildern wir im Ratgeber Die richtige Maus fürs Büro und Homeoffice finden. Was an einem modernen Arbeitsplatz im Büro oder Homeoffice sonst nicht fehlen darf, zeigen wir in unserem Ratgeber Perfektes Homeoffice für jedes Budget: Tastaturen, Screenbars, höhenverstellbare Tische & Co.

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