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Elektrische Schraubendreher
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Elektrische Schraubendreher ersetzen zwar keinen Bohrschrauber, der Einsatz der handlichen Geräte ist trotzdem sinnvoll. TechStage zeigt Schrauber für Werkstatt und Hobby und erklärt, wie sie sich unterscheiden.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt DIY. In der Vergangenheit haben wir schon Themen wie Werkzeuge für die Nerd-Werkstatt (Ratgeber) ,mobile Lötkolben (Vergleichstest), günstige Airbrush-Systeme (Ratgeber) oder Laser-Gravierer (Ratgeber) behandelt. Konkrete DIY-Projekte und Gadgets gegen Langeweile (Ratgeber) haben wir auch schon vorgestellt.

Wie der Name schon sagt, eignen sich Akkubohrschrauber (Ratgeber) nicht nur zum Bohren, sondern zum Schrauben. Trotzdem ist die zusätzliche Anschaffung eines elektrischen Schraubendrehers sinnvoll. TechStage zeigt, was die Geräte können, was sie unterscheidet und worauf man beim Kauf achten muss.

Die Geräte für Heimwerkerbereich gibt es in Pistolenform wie die beliebte IXO-Serie von Bosch sowie mit klassischem Schraubendrehergriff wie das Modell des deutschen Markenherstellers Wiha oder den Bosch Push Drive. Die erste Variante braucht etwas mehr Platz beim Arbeiten, liegt aber angenehm in der Hand, ohne diese zu ermüden. Die zweite Bauform eignet sich besonders bei begrenztem Platzangebot und ist sehr intuitiv in der Benutzung. Wer sich nicht für eine der beiden Bauformen entscheiden kann, sollte zu einem Schraubendreher mit Knick- oder Drehgelenk greifen. Mit einem Handgriff lässt sich hier der Stiel um 90 Grad abwinkeln und als Pistolengriff- oder als klassischer Schraubendreher nutzen. Die kleinsten elektrischen Schraubendreher für Elektronik und Hobby gibt es letztlich nur in der Schraubendreher-Form. Aufgrund der geringen Abmessungen und des Designs erinnern diese Geräte an dicke Stifte.

In Sachen Bedienung gibt es verschiedene Bedienkonzepte. So setzten einige Schraubendreher auf die von Akkubohrern bekannte Steuerung mit Richtungswählhebel und Auslöser, andere nutzen für jede Richtung einen eigenen Taster. Die dritte Variante löst den automatisierten Drehvorgang durch Druck auf den Schraubkopf aus. Alle drei Lösungsansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Die Steuerung per Tasten oder Auslöser hat den Vorteil, dass sie erfahrungsgemäß präziser ist als die per Druck auf die Schraube. Die zweite Variante ist zwar sehr intuitiv, allerdings ist sie aus unserer Sicht eher für grobe Arbeiten geeignet.

Ein Großteil der günstigen Geräte verfügt über ein fest eingestelltes Drehmoment. Besser ausgestattete Geräte wie der Bosch Push Drive ermöglichen eine Einstellung des Drehmoments per Wahlrad. Bei einigen Modellen mit Schraubendreher-Griff, wie dem Bosch Push Drive oder dem Schraubendreher von Wiha, kann man den Antrieb alternativ deaktivieren und so per Hand schrauben. Dies ist dann sinnvoll, wenn mehr Kraft oder Feingefühl nötig sind. Über eine einstellbare Drehzahl verfügen nur die wenigsten Geräte wie die 6. IXO Generation.

Die bei einigen Schraubern integrierte Leuchtfunktion hilft bei der Arbeit an schlecht ausgeleuchteten Stellen. Das ist zwar praktisch, aus unserer Sicht aber nicht zwingend notwendig.

Die meisten elektrischen Schraubendreher nutzen zur Stromversorgung einen fest integrierten Akku. Über Wechselakkus verfügen nur sehr wenige Geräte. Einige Modelle der elektrischen Mini-Schraubendreher arbeiten sogar mit einfachen Batterien. Diese sind schnell griffbereit, was bei seltener Nutzung praktisch ist. Bei regelmäßiger Nutzung ist das sowohl umwelttechnisch als auch kostenmäßig nur die zweite Wahl. Geladen werden die Akkus per Ladestation, mit einem Netzteil oder per USB-Anschluss.

Das mitgelieferte Zubehör unterscheidet sich je nach Hersteller und Ausstattungsvariante. Schraubendreher und Ladegerät sowie eine Handvoll Bits gehören in der Regel zum Lieferumfang. Einige Geräte kommen zusätzlich mit einer praktischen Aufbewahrungskiste zum Kunden. Bei den Mini-Schraubendrehern für Hobby und Elektronik sind in einigen Sets auch magnetische Arbeitsunterlagen enthalten.

Xiaomi hat das Potential des Themas erkannt und den Xiaomi Mijia Akkuschraubendreher als Gegenspieler zur IXO-Serie auf den Markt gebracht. So gut uns das futuristisch moderne Design auch gefällt – in Sachen Zubehör hat definitiv Bosch die Nase vorn. Für die Geräte der Bosch IXO-Reihe sindteils sogar recht kuriose Aufsätze verfügbar. Neben einem Winkelaufsatz stehen beispielsweise ein Grillgebläse, eine Pfeffermühle oder ein Korkenzieher-Aufsatz zur Verfügung.

Elektrische Schraubendreher für die Werkstatt sind spätestens seit Erscheinen der Bosch IXO-Reihe bekannt und beliebt. Anfangs skeptisch beäugt, stellten sich die Akkuschrauber im Hosentaschenformat schnell als praktische Alltagshelfer heraus. Im Vergleich zu einem klassischen Akkubohrschrauber (Ratgeber) sind die Geräte nämlich deutlich handlicher und die Benutzung so weniger kraftaufwändig. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Schraubendreher den bereits vorhandenen Bohrschrauber ideal ergänzen. Statt ständig zwischen Bohr- und Schraubaufsatz hin und herzuwechseln, kommt nun ein Gerät zum Schrauben und das andere zum Bohren zum Einsatz.

Die Kraft der kleinen Schrauber ist insbesondere bei Markengeräten nicht zu unterschätzen. Für einfachere Aufgaben, wie den Zusammenbau eines Möbelstücks, sind die kompakten Schrauber allemal in der Lage. Zum Versenken von Schrauben, ohne vorgebohrt zu haben, sind die meisten Geräte ebenfalls geeignet. Das funktioniert zumindest mit kleinen Schraubendurchmessern bis 5 mm. Dickere Schrauben bringen die Geräte an Ihre Grenzen. Hier hilft nur das Vorbohren oder der Einsatz eines starken Akku-Bohrschraubers (Ratgeber). Für den normalen Alltagsgebrauch sollten die Geräte erfahrungsgemäß ein Drehmoment von etwa 2,5 bis 3 Nm oder mehr haben.

Folgendes Foto zeigt, wie weit die verschiedenen Geräte die Schrauben ins Holz treiben.

Die Akkus dieser Geräteklasse arbeiten mit einer Spannung von 3,6 bis 7,4 V. Aus eigener Erfahrung kommen bei billigen Baumarkt- und Discounter-Schraubern häufig preiswerte Akkus zum Einsatz. Diese verlieren über die Zeit deutlich schneller an Leistung als vergleichbare Markengeräte. Unser privater IXO der ersten Generation funktioniert auch nach über acht Jahren noch einwandfrei – von unserem deutlich jüngeren Noname-Gerät können wir das so nicht behaupten. Hier bricht die Akkuleistung bereits nach den ersten Dutzend Schrauben spürbar ein. In der Praxis ist zwar das Nachladen per USB praktisch, schließlich liegen entsprechende Kabel meist überall verteilt herum, allerdings sind Ladestationen schlicht bequemer. Wer sein Werkzeug nach getaner Arbeit in der Werkstatt aufräumt, sollte sich gleich für einen Schrauber mit Ladestation entscheiden. Landet der Schrauber in einer Werkzeugkiste, ist die Ladeschale weniger sinnvoll.

Nutzt man die elektrischen Schraubendreher für Reparaturen oder die Wartung empfindlicher Elektronik, sind klassische elektrische Schrauber aber überdimensioniert. Hier kommt es weniger auf Kraft als auf Präzision an. Die winzigen Schrauben in Computern, Smartphones oder Drohnen sind für klassische Bit-Einsätze deutlich zu klein. Hier kommen Präzisions- oder Uhrmacher-Schraubendreher zum Einsatz. Und diese gibt es spätestens seit der Markteinführung des beliebten WOW-Sticks in großer Auswahl zu überschaubaren Preisen.

Neben einer alten Batterie-Variante des WOW-Sticks haben wir uns mittlerweile noch den WOW-Stick Mini und ein akkubetriebenes Modell von Amazon näher angesehen. Im Test am besten gefallen hat uns der Precise Electric Screwdriver vom Hersteller Oria für etwa 30 Euro. Der elegante Schrauber mit zuschaltbarer LED-Beleuchtung ist zwar etwas größer als der WOW-Stick Mini, allerdings funktioniert die Bedienung deutlich präziser. Die Tasten des schon etwas älteren WOW-Sticks sind im Vergleich deutlich schwammiger und müssen stark gedrückt werden, bevor das Gerät anspringt. Beim WOW-Stick Mini bleibt die Herausschrauben-Taste manchmal hängen und zudem reagieren die Tasten etwas träge. Es mag sein, dass wir hier ein Montagsmodell erwischt haben, aber in der Praxis hat das Markengerät in diesem Vergleich nicht besonders gut abgeschnitten. Hier empfehlen wir eher den Griff zum WOW-Stick F1, dieser funktioniert erfahrungsgemäß deutlich zuverlässiger als unser Modell.

In Sachen Kraft und Ausdauer nehmen sich die drei Schrauber kaum etwas. Alle Geräte sind problemlos in der Lage die kleinen M2, M3 und M4-Schrauben in die Gewinde hineinzudrehen. Beim Ausdrehen kommen dann ebenfalls alle Drei an ihre Grenzen, wenn die entsprechende Schraube sehr festsitzt. Hier muss im Zweifel per Hand vorgearbeitet und die Schraube gelockert werden.

Wir nutzen die Mini-Schrauber insbesondere im Bereich Modellbau und hier ist deren Nutzung nicht nur bequem, sondern auch zeitsparend. Das Schrauben per Knopfdruck geht etwa drei bis viermal schneller – das lohnt sich vor allem bei langen und bei vielen Schrauben.

Elektrische Schraubendreher sind kein Ersatz für klassische Akkubohrschrauber (Ratgeber), trotzdem sind sie ein sinnvolles Zubehör für jede Werkstatt. Für den Zusammenbau von beispielsweise Möbeln sind die kleinen Schrauber wie die IXO-Serie von Bosch extrem praktisch. Erfahrungsgemäß bevorzugen wir hier die klassische Pistolenform im Vergleich zu geraden Schrauber wie den Bosch Push Drive. Die Kraftübertragung und das Handling sind unserer Sicht deutlich besser. Von sehr günstigen Discounter- oder Baumarktgeräten würden wir allerdings die Finger lassen. Diese kommen zwar häufig mit viel Zubehör zum Kunden, allerdings ist die Qualität der Bits meistens enttäuschend, zum anderen verlieren die Akkus der Noname-Geräte deutlich schneller an Leistung als die von Markenherstellern.

Wer einen Schrauber für die Nerdwerkstatt (Ratgeber) oder den Hobbykeller sucht, der sollte sich die Mini Schraubendreher im Wow-Stick-Design ansehen. Die Stift-ähnlichen Schrauber ersparen Zeit und kommen mit teils sehr großzügigem Zubehör zum Kunden. Beim Preis sollte man allerdings genau hinsehen. Während der von uns bevorzugte Precise Electric Screwdriver vom Hersteller Oria gerade einmal 30 kostet, schlagen größere Sets des Wow-Sticks gleich mal mit 60 Euro und mehr zu Buche. Wie unsere Praxiserfahrung zeigt, ist dieser Preis nicht zwingend gerechtfertigt. Wer seinen Schrauber nur selten nutzt, kann hier zu einem Modell mit einfacher Batterie greifen. Bei regelmäßiger Nutzung würden wir uns immer für ein Gerät mit Akku entscheiden.

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