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Kugoo Kirin Mini 2:

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Elektrische Roller für Kinder versprechen Fahrspaß ab etwa 8 Jahren. TechStage zeigt anhand des Kugoo Kirin Mini 2, was die Geräte in der Praxis können und dürfen.

E-Scooter sind nicht nur für Erwachsene spannend, gerade Kinder haben darauf ein Auge geworfen. Sie reizt nicht nur, dass man mit den Geräten schnell unterwegs sein kann, sie freuen sich auch das Trick-Potzenzial. TechStage sieht sich den Kugoo Kirin Mini 2 an, ein E-Scooter, der speziell für Kinder beworben wird.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt E-Scooter. Hier finden sich Einzeltests von Modellen wie dem Streetbooster One (Testbericht) oder dem Mi Scooter Pro 2 von Xiaomi (Testbericht) und Ratgeber wie unserem Grundlagenartikel zu legalen E-Scootern. Welche zugelassenen Modelle in den Tests besonders überzeugt haben, zeigt unsere Bestenliste E-Scooter.

Obwohl E-Scooter mittlerweile legal im Straßenverkehr genutzt werden dürfen, gibt es speziell für junge Fahrer eine entscheidende Einschränkung: das Mindestalter von 14 Jahren. Pläne, die elektrifizierten Roller bereits ab 12 Jahren zu erlauben oder das Mindestalter mithilfe des Fahrradführerscheins absenken zu können, wurde in letzter Minute vom Gesetzgeber verworfen.

Eine Ausnahme sind angetriebene Gefährte, die langsamer als 6 km/h fahren können, sie gelten laut der StVO nicht als Kraftfahrzeug. Im Bereich elektronischer Scooter gibt es zwar einige Modelle mit entsprechendem Geschwindigkeitsmodus, da dieser aber per Knopfdruck verstellbar ist, gilt die Ausnahmeregelung nicht.

Die Nutzung von elektrischen Rollern für Kinder ist letztlich nur auf Privatgelände erlaubt. Neben Parkplätzen oder Hinterhöfen bietet sich beispielsweise die Nutzung auf dem Campingplatz an. Obwohl hier keine Helmpflicht gilt, sollten sich Eltern gut abschätzen, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. Im Straßenverkehr sind die Kinder-E-Roller auf jeden Fall nicht zugelassen.

Die Ausstattung von Kinder-E-Scootern ist zwar grundsätzlich vergleichbar zu den Modellen von Erwachsenen, allerdings sind die Prioritäten anders gesetzt.

Roller für Kinder müssen deutlich kleiner sein als Roller für Jugendliche oder Erwachsene. Das sind sie zwar in der Regel immer, im Idealfall sollte allerdings die Lenkstange in der Länge verstellbar sein. Dies ist beim Kirin Mini 2 nicht der Fall. Um die Bedienelemente und den Lenker vernünftig bedienen zu können, ist hier ein Mindestalter von etwa 8 bis 10 Jahren ratsam – abhängig von der Größe des Kindes.

Ein weiteres entscheidendes Argument für einen kindgerechten Roller ist ein möglichst geringes Eigengewicht. Große E-Roller, wie unser Testsieger der Xiaomi Mi Scooter 2 Pro (Testbericht), bringen schnell mal 13 kg und mehr auf die Waage. Für Kinder ist das deutlich zu viel. Selbst der für diesen Ratgeber getestete Kugoo Kirin Mini 2 ist mit seinen 8,5 kg erst für größere Kids ab etwa 8 Jahren geeignet. Das maximal zulässige Gewicht des Fahrers beträgt beim getesteten Scooter 65 kg.

Das geringe Gewicht geht auf Kosten von Akku und Motor. Die Reichweite solcher Kinder-Modelle ist dementsprechend viel geringer als bei großen E-Scootern. Beim Kirin Mini 2 gibt der Hersteller eine maximale Reichweite von 10 bis 15 km an. In der Praxis schafft das Modell etwas weniger. Distanzen zwischen 6 und 8 km erscheinen uns mit dem 21,6-V-Akku mit einer Kapazität von 4 Ah realistisch. Das vollständige Aufladen des Scooters mit dem mitgelieferten Netzteil dauert zwischen 4,5 und 5 Stunden.

Die Höchstgeschwindigkeit von Kinder-E-Rollern ist in der Regel ebenfalls niedriger als beim klassischen E-Scooter. Das Tempo unseres Testmodells ist in insgesamt drei Stufen einstellbar (5, 10 und 15 km/h) und liegt laut Datenblatt bei maximal 15 km/h. Dieses Tempo ist etwa mit dem von Hoverboards wie dem Self Balancing Board von Speeron (Testbericht) vergleichbar. Anders als das Balance-Board schafft der E-Roller diesen Wert allerdings nur auf ebener Fläche. Der 150-W-Motor ist selbst für schwache Steigungen zu schwach. Selbst bei leichtem Gefälle bringt es der Kirin Mini 2 im Test nur noch auf Schrittgeschwindigkeit (5 km/h) – bei einem Fahrergewicht von knapp 40 kg und der höchsten Geschwindigkeitsstufe. Um den Roller zu beschleunigen, kommt beim Kirin Mini 2 ein Gaspedal am vorderen Ende des Trittbretts zum Einsatz. Diese Lösung ist clever, denn ein klassischer Gashebel könnte insbesondere jüngere Kinder überfordern. Die Lösung des Gaspedals erscheint uns hier deutlich intuitiver. Das Pedal ist gut erreichbar und die Dosierung laut unseres Testpiloten erfreulich exakt. Der Roller beschleunigt moderat und gleichmäßig und bleibt so auch für Kinder gut berechenbar.

Gute Bremsen sind bei Kinder-E-Scootern natürlich ebenso wichtig wie bei großen Modellen. Allerdings kommt es hier vor allem auf gute Dosierbarkeit als auf maximale Bremswirkung an. Neben der klassischen Hinterrad-Bremse für den Fuß, kommt beim Kirin Mini 2 zusätzlich ein elektronischer Hebel am Lenker zum Einsatz, welcher das angetriebene Hinterrad abbremst. Den angegebenen maximalen Bremsweg von 10 m beim Kirin Mini 2 können wir allerdings nicht nachvollziehen. Selbst bei maximalem Tempo (15 km/h) stoppt der Scooter im Test nach spätestens 4 bis 5 m.

Statt auf Luft-Reifen setzt der Kirin Mini 2 auf verhältnismäßig weiche Vollgummireifen. In Sachen Fahrkomfort kann das zwar nicht mit luftgefüllten Reifen mithalten, für eine Runde auf dem Campingplatz ist das aber vernachlässigbar. Die an unserem Test-Scooter installierten Bremsleuchten sind zwar theoretisch sinnvoll, bei Sonnenschein ist die rote LED des Kirin Mini 2 aber kaum zu erkennen. Gleiches gilt für die Status-LED, welche den Geschwindigkeitsmodus anzeigt.

Der Klappmechanismus unseres Testgerätes funktioniert zuverlässig und hinterlässt einen stabilen und wertigen Eindruck. Zusammengeklappt passt der Kirin Mini 2 dann problemlos in die beigepackte Schultertasche. Insgesamt ist die Verarbeitung des Kugoo Scooters überraschend hochwertig. Trotz des Preises von unter 200 Euro wirkt hier alles stimmig und ordentlich durchdacht.

Außer dem getesteten Kugoo Kirin Mini 2 gibt es zahlreiche Kinder-E-Scooter ab etwa 100 Euro. Die Ausstattung der Roller ist ähnlich, gleiches gilt für die Einschränkungen bezüglich Geschwindigkeit, Reichweite und Straßenzulassung.

Wer den E-Scooter ausschließlich als Spaßmobil für die Nutzung im Hinterhof oder auf dem Campingplatz kauft, der bekommt beim Kirin Mini 2 für knapp unter 200 Euro erstaunlich viel Qualität geboten. Allerdings sollte das verfügbare Gelände einigermaßen eben sein, da der Fahrspaß aufgrund der geringen Leistung schon bei geringer Steigung dramatisch abnimmt. So cool der E-Scooter für Kids auch sein mag, die Einsatzmöglichkeiten sind beschränkt.

Aus unserer Sicht sollte man das Geld besser für einen hochwertigen klassischen Tretroller oder Stunt-Scooter ausgeben. Insbesondere bei häufiger Nutzung lohnt es sich hier mehr zu investieren. Billige Scooter ohne Antrieb sind zwar schon ab etwa 30 Euro erhältlich, die Verarbeitungsqualität ist aber bestenfalls für eine sporadische Nutzung ausreichend. Abgesehen von klappernden Anbauteilen wollen wir hier speziell die teils minderwertige Stabilität der Rahmen ansprechen. Die Lenkstange des privat genutzten Stunt-Scooters unseres Testpiloten (10 Jahre) ist erst kürzlich bei einem Bunny-Hop vom Bürgersteig gebrochen. Und das, obwohl der Scooter erst seit 18 Monaten im sporadischen Einsatz war und mit einem Preis von 100 Euro auch nicht zu den Billigheimern gehört. Die Recherche im Internet zeigt, dass das Problem beim Hersteller Apollo wohl häufiger auftritt. Zum Glück ist außer ein paar Schrammen wenig passiert – die scharfkantige Bruchstelle hätte auch zu ernsten Verletzungen führen können.

Das Testmodell Kugoo Kirin Mini 2 wurde uns vom Händler Geekmaxi zur Verfügung gestellt. Dort kostet der Roller mit dem Code KGKRMINI2 180 Euro. Bei Amazon kostet der Scooter etwa 10 Euro mehr.

Soll der Roller nicht als reines Spielzeug, sondern als Fortbewegungsmittel oder Sportgerät genutzt werden, empfehlen wir deshalb den Kauf eines hochwertigen Marken-Rollers.

E-Scooter für Kinder, wie der Kugoo Kirin Mini 2, bieten viel Spaß für knapp 200 Euro. Zum Cruisen auf dem Campingplatz oder auf dem Hinterhof sind die kleinen E-Scooter gut geeignet, zu viel sollte man sich allerdings nicht erwarten. Da die Roller nur auf privatem Gelände genutzt werden dürfen und zudem nicht für Steigungen geeignet sind, sind die Einsatzmöglichkeiten sehr beschränkt.

Wir würden das Geld eher in einen hochwertigen klassischen Tretroller oder Stunt-Scooter und entsprechende Schutzausrüstung investieren. Der Einsatz eines E-Scooters ist aus unserer Sicht erst mit 14 Jahren und einer Straßenzulassung sinnvoll. Die besten legalen Modelle für Jugendliche und Erwachsene zeigt unsere Bestenliste E-Scooter.

Wer noch nach einem Spaßmobil für den nächsten Campingurlaub sucht, sollte sich alternativ unseren Ratgeber Sitze für Hoverboards: Elektro-Kart statt Balancing-Board ansehen.

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