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Smarte Fahrradhelme
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Sie blinken, leuchten, spielen Musik, eignen sich zum Telefonieren und schützen den Kopf: smarte Fahrradhelme. TechStage vergleicht fünf beliebte Modelle.

Ein Helm gehört zum Fahrradfahren genauso wie zum Rollen auf einem E-Scooter (Bestenliste) einfach dazu. Schließlich bewahrt er den Fahrer im Falle eines Sturzes im besten Fall vor schweren Kopfverletzungen. Worauf man beim Kauf eines Helmes achten sollte, zeigen wir in unserer Kaufberatung: Mit Köpfchen zum passenden Fahrradhelm.

Aber einige Helme können mehr als „nur“ den Kopf schützen. Sie leuchten, blinken, spielen Musik, eignen sich zum Telefonieren und senden bei starker Erschütterung, wie sie bei einem Unfall vorkommen, eine Nachricht an einen hinterlegten Notfallkontakt.

Der Markt an smarten Fahrradhelmen ist aktuell noch überschaubar. Trotzdem tummeln sich bereits heute einige interessante Modelle. Wir haben für diesen Vergleichstest die fünf beliebtesten Modelle herausgesucht und gehen im Details auf jeden einzelnen ein. Wer einen allgemeinen Ratgeber zu smarten Fahrradhelmen sucht, sollte sich unseren Ratgeber: Smarte Fahrradhelme mit Bluetooth, Blinker, Licht und Musik durchlesen.

Lumos Ultra

Der Lumos Ultra ist ein sehr durchgestylter Helm, der danke seiner geschwungenen Form positiv aus der Masse hervorsticht. In der Farbe Weiß zeigt er sich glänzend, in der Farbe Schwarz matt. Sein Verschlusssystem ist sehr variabel und funktioniert gut. Die Polster lassen sich entnehmen.

An seiner hinteren Seite sitzt unterhalb des großen und gut erreichbaren Knopfs zum Ein- und Ausschalten hinter einer Gummiabdeckung der USB-C-Ladeport. Wir begrüßen es sehr, dass Lumos hier auf den aktuellen Standard setzt und keine veralteten oder proprietären Lösungen einsetzt.

Der Lumos Ultra kommt zusammen mit einer einfachen Fernbedienung zur Befestigung am Lenker. Mit ihr kann der Fahrer den Helm Blinken lassen. Eine sehr praktische Funktion, die gleichzeitig die Sicherheit des Fahrers erhöht. In der App stehen dem Nutzer einige Optionen zur Individualisierung des Lichts zur Verfügung. Neben einer Möglichkeit, es blinken zu lassen, um den Akku etwas zu schonen, kann hier außerdem die Intensität bestimmt werden. In der maximalen Einstellung leuchten die im Lumos Ultra eingebauten LEDs sehr hell. Uns gefällt das große und helle Frontlicht besonders gut. Es ersetzt zwar in keinen Fall ein Frontlicht des Fahrrads (Ratgeber: Helle Fahrradleuchten für die dunkle Jahreszeit), aber entgegenkommenden (Auto-)Fahrern fällt es sofort auf.

Der Lumos Ultra hat keine eingebauten Lautsprecher und kein Mikrofon. Telefonieren oder Musikhören ist mit ihm entsprechend nicht möglich.

Sena R1 Evo

Der Sena R1 Evo ist rein optisch ein klassischer Fahrradhelm im stromlinienförmigen Design. An seiner Front befindet sich ein abnehmbarer Sonnenschutz. Wir haben die weiße Version vorliegen, es gibt ihn aber auch Schwarz, beide Varianten sind matt.

Sein Verschlusssystem ist gut anpassbar, als einziger hier getesteter kann der Fahrer bei ihm den gesamten hinteren Bereich ein- und ausfahren, um ihn besser an die individuelle Kopfform anzupassen. Die Polster lassen sich zum Reinigen entnehmen.

Im hinteren Bereich sitzt ein Knopf zum Ein- und Ausschalten des Rücklichts, ein Licht an der Vorderseite oder einen Blinker gibt es nicht. Direkt darunter befindet sich ein Micro-USB-Port zu Laden des Akkus. Dieser soll für eine Gesprächszeit von sieben bis zehn Stunden sorgen und ist nach einer Ladezeit von zwei Stunden wieder voll.

An der Seite des Sena R1 Evo sitzen drei sehr gut erreichbare Knöpfe mit deutlichem haptischen Feedback. Dies regeln unter anderem die Lautstärke, das Mesh-Intercom und schalten das FM-Radio ein.

Das Pairing mit dem Smartphone war nicht ganz einfach, da nirgendwo vermerkt ist, dass man den mittleren Kopf für den Kopplungsmodus lange gedrückt halten muss. Einmal gekoppelt verbindet sich der Helm nach dem Aus- und wieder Einschalten automatisch mit dem Smartphone.

Telefonieren klappt gut. Das Gegenüber versteht uns zwar etwas blechern, allerdings filtert der Sena R1 Evo Windgeräusche zuverlässig heraus. Die eingebauten Stereolautsprecher sind ausreichend laut. Allerdings fehlt ihnen jeder Ansatz von Bass. Das stört beim Telefonieren kaum, auch Podcasts lassen sich darüber gut konsumieren. Wer jedoch Wert auf eine qualitativ hochwertige Musikwiedergabe legt, dürfte enttäuscht sein.

Das Mesh-Intercom aktiviert der Käufer über einen Druck auf die mittlere Taste. Darüber können sich Besitzer des Sena R1 Evo direkt unterhalten, die Reichweite gibt der Hersteller mit 900 Meter an, die dank Mesh-System bei bis zu sechs Nutzern auf maximal 3,6 Kilometer ausgeweitet werden kann. Ausprobieren konnten wir es mit nur einem vorliegenden Helm jedoch nicht.

Lumos Street

Der Lumos Street fällt sofort dank seines außergewöhnlichen Designs auf. Die Bauform ist geschlossen, sie bietet jedoch vorne, oben und hinten jeweils Lüftungsöffnungen. Das Verschlusssystem sitzt sicher, die Polster können entnommen werden. Zopfträgern bietet er die Möglichkeit, das Haar durch eine Öffnung nach außen zu führen.

Die LEDs vorne und hinten sind sehr hell, das sorgt für eine hervorragende Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Sie sind sogar so hell, dass sich etwa Fußgänger geblendet fühlen könnten. Zum Laden benötigt der Käufer den mitgelieferten Magnetadapter. Das ist schade, ein Standardanschluss wie etwa USB-C hätte den Lumos Street nochmal flexibler gemacht. Der Adapter lädt nicht nur den Helm, sondern auch die mitgelieferte Fernbedienung. Über die Fernbedienung kann der Fahrer die Blinkfunktion des Helmes aktivieren, um einen Abbiegevorgang anzuzeigen. Außerdem erkennt der Helm über Bewegungssensoren in der Fernbedienung einen Bremsvorgang und lässt die hinteren LEDs rot aufleuchten.

Über die App kann der Käufer verschiedene Leuchtmuster einstellen. Hier sind die Konfigurationsmöglichkeiten überraschend vielfältig. Wer sich für den Helm interessiert, dem empfehlen wir unseren ausführlichen Testbericht des Lumos Street.

Livall BH51M Neo

Der smarte Fahrradhelm Livall BH51M Neo ähnelt einem BMX-Helm, hat also eine rundere geschlossene Form. An seiner Front befindet sich über dem fest angebrachten Sonnenschutz aus einem Kunstleder ein breiter Lüftungsschlitz. Er kommt in den Farben Weiß und Schwarz. Sein Feststellsystem ist einfach aber funktionell. Die Polster lassen sich entnehmen.

Im hinteren Bereich befindet sich der einzige Knopf am Livall BH51M Neo, der einen etwas unsauberen Druckpunkt besitzt. Darüber versteckt sich hinter einer Klappe der Ladeport, für den man den mitgelieferten USB-Adapter benötigt. In unseren Augen ist es völlig unverständlich, dass Livall keinen USB-C oder wenigstens Micro-USB-Port eingebaut hat. So muss man zum einen auf Reisen stets den richtigen Adapter dabeihaben und schaut zum anderen bei Verlust des Adapters dumm aus der Wäsche. Der Akku soll laut Hersteller für eine Gesprächszeit von bis zu fünf Stunden reichen.

Nach dem Koppeln mit dem Smartphone kann man den Livall BH51M Neo etwa zum Telefonieren nutzen. Im Test versteht uns das Gegenüber allerdings nur sehr schlecht. Bei Windgeräuschen muss der Fahrer geradezu Brüllen, damit etwas beim Gegenüber ankommt. Die Lautsprecher sind dagegen nicht schlecht. Sie sind zwar insgesamt etwas leiser als die des Sena R1 Evo, übertragen allerdings insgesamt einen etwas voluminöseren Klang. Sprache ist sehr verständlich und auch der ein oder andere Song macht Spaß. Zu viel sollte man jedoch nicht erwarten. So ist etwa die Sonnenbrille Bose Frames Tempo (Testbericht) um Meilen besser. Bei den Stereo-Lautsprechern fällt jedoch auf, der der eine deutlich leiser ist als der anderen. Eventuell handelt es sich um einen Fehler bei unserem Modell.

Wir geben dem Hersteller die Möglichkeit, uns ein anderes Exemplar zu schicken. Wir werden an dieser Stelle ein Update einfügen, ob die Lautsprecher dann gleich sind und eventuell auch das Mikrofon besser ist.

Dem Livall BH51M Neo liegt eine hochwertig anmutende Fernbedienung für den Lenker bei. Sie koppelt sich sofort anstandslos mit dem Helm und lässt ihn daraufhin auf Knopfdruck blinken. Das sieht nicht nur sehr schick aus, es ist auch legal und sicherheitsrelevant. Schließlich kann der Fahrer bei einem Abbiegevorgang beide Hände am Lenker lassen. Das ist etwa bei einem E-Scooter nochmal wichtiger als bei einem Fahrrad.

Der Livall BH51M Neo bietet sowohl hinten als auch vorne Licht. Allerdings erlauben es die Lichteinstellungen in der App nicht, es dauerhaft einzuschalten, der Nutzer kann sich nur zwischen verschiedenen Blinkvarianten entscheiden. Auf Wunsch nutzt der Helm die eingebauten Bewegungssensoren, um bei einem Bremsvorgang aufzuleuchten. Diese Sensoren erfassen auch heftige Erschütterungen, wie sie etwa bei einem Unfall vorkommen, und informieren einen hinterlegten Notfallkontakt. Sind Freunde ebenfalls mit einem Livall BH51M Neo unterwegs, kann über die Fernbedienung eine Walkie-Talkie-Funktion gestartet werden.

Xiaomi Smart4U SH50

Der Xiaomi Smart4U SH50 bietet neben einem gefälligen Design in Schwarz oder Weiß vor allem ein gutes hinteres Lichtsystem, vorne hat er keine LEDs. Sensoren erkennen die Umgebungshelligkeit und schalten entsprechend das Licht ein oder aus. Außerdem passt sich die Lichtintensität automatisch an. Bewegungssensoren registrieren, wenn der Fahrer bremst und lässt ein Bremslicht aufleuchten. Das funktioniert in den meisten Fällen zuverlässig.

Geladen wird der Helm über einen Magnetadapter und leider nicht direkt über USB. Interessanterweise ist es der gleiche Ladeadapter der auch beim Livall BH51M Neo zum Einsatz kommt. Dies sollte jedoch nicht allzu häufig nötig sein. Immerhin verspricht der Hersteller nach einer Ladung von zwei Stunden eine Akkulaufzeit von 36 Stunden. Erkennt der Xiaomi Smart4U SH50 20 Minuten lang keine Bewegung, schaltet er sich selbständig ab. Der Helm der Xiaomi-Marke Smart4U kann bei Banggood (Kauflink) mit dem Rabattcode BG610813 knapp 64 Euro gekauft werden. Verschickt wird aus China.

Fazit

Smarte Funktionen halten vermehrt Einzug in Fahrradhelme und bieten so einen echten Mehrwert. Als besonders praktisch erachten wir neben einem gut sichtbaren Licht vor allem eine Blinkerfunktion mit Fernbedienung am Lenker, wie sie der Lumos Ultra, Lumos Street und Livall BH51M Neo bieten. Sie zeigt gut sichtbar einen Abbiegevorgang an, während der Fahrer beide Hände am Lenker lassen kann. Das ist nicht nur am Fahrrad, sondern auch am E-Scooter eine sicherheitsrelevante Funktion.

Richtig gut ist auch die Möglichkeit, mit einem smarten Helm Telefonanrufe zu tätigen oder sich über ein Intercom mit anderen Fahrern auszutauschen. Das funktioniert beim Sena R1 Evo sehr gut, beim Livall BH51M Neo weniger. Dafür ist der Livall BH51 Neo der einzige smarte Helm in unserem Vergleich, der sowohl eine Audio-Konnektivität als auch einen Blinker bietet.

Bezüglich der Sicherheit erfüllen alle hier gezeigten Helme die Standards, wenn man dem Aufdruck Glauben schenken mag auch der chinesische Xiaomi Smart4U SH50. Wem es ausschließlich um den Schutz des Kopfes geht, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung: Mit Köpfchen zum passenden Fahrradhelm.

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