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Ratgeber OLED-TV: 4K-Fernseher ab 1000 Euro

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OLED-Fernseher beeindrucken durch ein perfektes Schwarz, guten Kontrast und ein blickwinkelstabiles Bild. Bei Preisen ab 900 Euro zeigt TechStage, warum man eher zu OLED statt einem 8K-Fernseher greifen sollte.

Update 30.06.2021: OLED-TVs beeindrucken Zuschauer durch ihren perfekten Schwarzwert, den dadurch bedingten guten Kontrast und spitzen Blickwinkeln. Manche wollen nicht mehr zu ihrem früheren Fernseher zurück, wenn sie einmal einen OLED in Aktion gesehen haben. Die Preise fallen zudem endlich in bezahlbare Regionen: Die ersten Geräte bekommt man für unter 900 Euro bei immerhin 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Wir werfen einen Blick auf verfügbare Produkte, erklären die Technik und sehen uns an, warum man OLED 8K vorziehen sollte.

OLED steht für Organic Light Emitting Diode. Das organisch im Namen ist dabei etwas irreführend: Das Panel lebt nicht, es ist keine Schicht mit Algen oder Ähnliches eingebaut. Je nach Hersteller und Technik kommt eine schmale Schicht von Oligomeren, Polymeren oder anderen kleinen Molekülen zum Einsatz. Ihnen allen gemein ist, dass sie die Bildpixel selbstständig leuchten lassen können, wenn elektrische Spannung anliegt. Im Unterschied zu LED/LCD-TVs muss also keine Hintergrundbeleuchtung eingebaut werden. Dadurch lassen sich die Fernseher nicht nur sehr schmal bauen, zudem gibt es keine Lichthöfe, wie sie oft bei seitlich beleuchteten (Edge-Lit) TVs auftreten. Weitere Vorteile kennt jeder, der ein Smartphone mit OLED-Display besitzt: Die Geräte schaffen einen exzellenten Schwarzwert und einen tollen Blickwinkel.

Es gibt aber auch Nachteile. OLED-TVs kommen in der Gesamthelligkeit nicht an klassische LCDs heran. Sie produzieren zudem einiges an Abwärme, sollten also idealerweise freistehen. Und es besteht das Risiko, dass sich ein Bildelement einbrennt. Die Hersteller versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Pixelshift etwa verschiebt ein TV-Bild um wenige Pixel, damit etwa Logos nicht ständig an der gleichen Stelle stehen. Weitere Informationen zum Einbrennen von Bilden und Gegenmaßnahmen gibt es im heise-Artikel Ungeliebte Schattenbilder.

Wie die Unterschiede bei LCD- und OLED-TVs konkret aussehen, zeigt der heise+-Artikel 4K-Smart-TVs mit OLED- und LCD-Panel im Vergleich.

Full-HD-Geräte gibt es mit OLED nicht mehr, da stellt sich nur die Frage: UHD oder gleich 8K? Wer jetzt neu kauft, der kann getrost zu einem 4K-Fernseher greifen. Wo man vor ein paar Jahren die Inhalte noch mit der Lupe suchen musste, kann man jetzt aus dem Vollen schöpfen. Trotz Corona und damit einhergehenden Einschränkungen bei der Übertragungsrate liefern immer mehr Streaming-Dienste ihre Inhalte in höheren Auflösungen als 1920 × 1080 Pixel.

Dazu kommen immer bessere Upscaler in den TV-Geräten oder den Geräten, die Inhalte zuspielen. Mehr Informationen dazu finden sich in unserem Vergleichstest: Vier 4K/UHD-Blu-ray-Player ab 150 Euro. Diese Systeme sorgen dafür, dass Inhalte in niedrigerer Auflösung auch auf den neuen TVs gut aussehen. Es gibt verschiedene Techniken für die Upscaler, meist werden aber die Videos Pixel für Pixel untersucht, um dann zusätzliche Bildpunkte zu berechnen. Da immer mehr Rechenpower zur Verfügung steht, haben sich die Ergebnisse über die Jahre spürbar verbessert. In unserem Test des Nvidia Shield TV (Testbericht) konnten wir gut sehen, wie die Technik arbeitet. Dabei kann man das Bild halbieren und links das Original, rechts die verbesserte Version ansehen. Das zeigt aber auch, dass man keine riesigen Sprünge erwarten darf. Je besser das Ausgangsmaterial, desto besser kann der Upscaler arbeiten und notwendige Informationen anreichern. Ein Video, das bereits in 1080p vorliegt, lässt sich besser auf UHD hochrechnen als eine alte TV-Aufnahme mit 480p.

Gerade, wenn die Anbieter selbst an das Material herangehen, können sehr gute Ergebnisse herauskommen. Besonders beeindruckt hat uns im Test der Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit. Die Mischung aus Cartoon- und Echtfilm aus 1988 bietet Disney auf seinem Streaming-Dienst Disney+ (So klappt Streaming an jedem TV) in HD an. Die Version, die der digitale Remaster zum 25ten Jubiläum sein dürfte, sieht auf einem UHD-TV überraschend gut und knackig aus.

Neben den Streaming-Diensten sind auch HD-Blu-Rays, Blu-Rays und DVDs gute Quellen für Inhalte, in genau dieser Reihenfolge. Wer jetzt Filme neu kauft und die beste Qualität will, der sollte den Aufpreis für UHD-Blu-Rays zahlen. Passende Wiedergabegeräte sind günstig, wie unsere Kaufberatung: 4K/UHD-Blu-ray-Player ab 100 Euro zeigt. Im Apple-Umfeld kommt man kaum am Apple TV 4K (Testbericht) vorbei. Das kleine Kästchen kann nicht nur streamen, sondern hat zudem Zugriff auf die iTunes-Bibliothek. Dazu kann es Filme offline speichern – gerade bei langsamen Internetverbindungen ist das ein großer Pluspunkt. Dieser Speicher fehlt dem Fire TV 4K Stick (Testbericht) von Amazon und dem Chromecast Ultra von Google.

Der nächste große Trend sind 8K-Displays. Diese haben eine sensationelle Auflösung von 7680 × 4320 Pixeln. Die Kombination aus OLED und hoher Pixeldichte ist vielversprechend, nach einem kurzen Blick auf die Preise aber enttäuschend. Zum Zeitpunkt des Artikels bietet nur LG OLED-Fernseher mit 8K an, knapp 20 000 Euro muss man hinlegen. Im Artikel 8K-TV: Lohnt ein Upgrade von 4K? kommen wir zudem zu einem klaren Nein. Denn es fehlen einfach die Inhalte, die auf 8K so viel besser aussehen würden und die hohen Ausgaben aufwiegen würden.

Die verschiedenen TVs sind sich ziemlich ähnlich, sie alle sind voll mit sinnvollen Funktionen. Es gibt ein paar Punkte, auf die man beim Kauf achten sollte, damit die Geräte zukunftssicher sind. Das beginnt bei den HDMI-Anschlüssen, diese sollten mindestens HDMI 2.0a und den Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützen. HDMI 2.0a sorgt für die notwendige Grundlage, um Bilder in HDR und UHD zu sehen, ist also ein absolutes Muss. Das kleinere Update HDMI 2.0b erweitert den Standard um die Funktion Hybrid Log Gamma (HLG).

Neuere Fernseher sollten zudem unserer Meinung nach über mindestens einen Anschluss mit HDMI 2.1 sowie eARC verfügen. Beide Techniken sind wichtig, um Sound möglichst unkomprimiert an eine Soundbar oder ein Surround-Sound-System zu übergeben. Selbst wenn das derzeit noch keine Priorität hat, sollte man beim Kauf darauf achten, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Mit HDMI 2.1 kommt zudem eine Unterstützung für höhere Bildraten. Das ist vor allem für Besitzer einer Playstation 5 (Testbericht), einer Xbox Series X (Testbericht) oder eines Gaming-PCs interessant. Diese können mehr als 30 oder 60 Bilder pro Sekunde liefern, was deutlich flüssiger wirkt. Damit das OLED-Display diese Inhalte aber flüssig anzeigen kann, muss die Wiederholrate passen. Sonst kann es zu hässlichem Screen Tearing kommen. Mehr dazu zeigen wir in der Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken.

Für lineares Fernsehen sind Anschlüsse mit DVB-S, DVB-C und/oder DVB-T wichtig. Damit können die Fernsehgeräte die digitalen Signale direkt aufnehmen und entschlüsseln. Die meisten Fernseher besitzen mehr als einen Tuner, so dass man beispielsweise von Satellit oder terrestrische Signale ohne zusätzlichen Receiver einspeisen kann.

Beim Betriebssystem ist unser Favorit klar Android TV. Das Derivat des Smartphone-Betriebssystems bietet einen großen App-Store, eine solide Update-Strategie und alle wichtigen Funktionen. Danach folgen Samsungs Tizen OS (die allerdings keine OLEDs herstellen), sowie Web OS, das LG nutzt. Auch das Fire OS Betriebssystem von Amazon ist spannend. Mehr Informationen zu den TV-Betriebssystemen lesen Sie im Artikel Zukunftsfähige Smart TVs: Android TV vs. WebOS & Co. Fast alle Hersteller bieten eine Sprachsteuerung an. Dabei gibt es zwei Typen: Eingebaut oder kompatibel. Ist sie eingebaut, bringt der TV eine eigene Spracherkennung, etwa über ein Mikrofon in der Fernbedienung, mit. Kompatible Geräte arbeiten mit Amazon Alexa oder dem Google Assistenten zusammen. In der Praxis ist das aber wenig mehr als eine nette Spielerei.

Ein großer Vorteil von UHD-TVs ist High Dynamic Range, kurz HDR. Diese Techniken sorgen für einen großen Kontrastumfang und Farbraum – kompatible Filme sehen damit meist sehr, sehr gut aus. Bei den HDR-Formaten sollten es idealerweise HDR10+ und Dolby Vision sein. Der Unterschied: HDR10+ wird von Samsung vorangetrieben, Dolby Vision ist ein konkurrierendes Verfahren. Einzelne Filmanbieter, etwa Warner, pressen beide Formate auf die UHD-Blu-Rays (heise-Meldung ). Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Fernseher beide Formate unterstützen.

Wie bei den LCD/LED-TVs ist die Display-Diagonale der Geräte der wichtigste Preisfaktor. Das untere Preissegment beginnt bei 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Die günstigsten Geräte gibt es dabei von Grundig oder Metz. Grundig nutzt zwei Betriebssysteme, das Vision OS und für wenige Geräte wie dem Grundig 55 GOB 9099 (Testbericht) das Amazon FireTV OS. Metz und andere verwenden Android TV. Letzteres hat den großen Vorteil, dass man einen breiten Zugriff auf Apps und Streaming-Dienste hat. Wichtig ist das zum Beispiel für Nutzer von Disney+, der Dienst ist möglicherweise nicht verfügbar, wenn man kein Android TV nutzt. Er lässt sich notfalls einfach nachrüsten, mehr dazu im Ratgeber zu Disney+.

Die Preise für die TVs beginnen bei unter 900 Euro. Geräte mit HDMI 2.1 beginnen ab 1200 Euro, auch Sony OLEDs liegen in diesem Preisbereich.

Seit der ersten Version dieses Artikels haben sich die Preise für OLED-TVs mit einer Bildschirmdiagonale von 165 cm auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisiert. Es geht ab knapp 1650 Euro los, springt dann aber schnell über 1700 und 1800 Euro. Zwei Betriebssysteme teilen sich quasi den Markt: WebOS, das auf den Geräten von LG zum Einsatz kommt, und Android TV in unterschiedlichen Versionen. Auch hier gilt: Wer keine zusätzlichen externen Streaming-Stick anstecken möchte, der sollte zu Android greifen. Wer einen Apple TV, einem Fire TV Stick oder etwas Ähnliches nutzt, der hat die freie Wahl.

Bei den großen OLEDs gibt es wenig Bewegung nach unten. Wer einen TV mit knapp zwei Metern Bildschirmdiagonale haben möchte, der muss mindestens 4900 Euro hinlegen. Die obere Grenze liegt derzeit bei knapp 20.000 Euro, dafür bekommt man den 8K-OLED-TV von LG. Überhaupt ist LG hier das Schwergewicht, was sich auch in den Betriebssystemen niederschlägt. WebOS liegt vor Android TV oder Firefox OS.

2,24 Meter – das ist die größte Bildschirmdiagonale, die es derzeit bei den OLEDs zu kaufen gibt. Hier wird es nicht nur teuer, sondern auch einsam: Lediglich zwei Geräte von LG tummeln sich hier, beide haben eine 8K-Auflösung, stellen also Inhalte mit 7680 × 4320 Pixeln dar. Dafür sind auch die Preise an der Obergrenze, zwischen 18.000 und 28.000 Euro muss man hier investieren. Aber hey, immerhin sind die Preise hier um ein paar 1000 Euro gesunken – was aber im Vergleich nicht so viel ausmacht.

OLEDs sind lange nicht so günstig wie Fernseher mit LC-Display. Dafür bekommt man ein fantastisches Bild und eine Bildschirmdiagonale von mindestens 55 Zoll. Riesen-TVs mit 77 Zoll und mehr kosten meist ein Arm und ein Bein. Gerade bei den älteren Geräten ist es aber inzwischen nur noch ein Bein. Leider sind Preisaktionen bei dieser Geräteklasse selten. Noch gedulden sollte man sich bei den 88 Zoll Geräten. Es fehlen sowohl die Inhalte für 8K, außerdem sind die Preise für das erste Produkt noch viel zu hoch.

Wer seinen alten Fernseher ausmustern möchte, der kann sich auf interessante Angebote gefasst machen – und bekommt mit etwas Geduld auch echte Schnäppchen. Der Ratgeber ist Teil unserer Themenwelt rund um UHD und 4K. Folgende Artikel sind bereits erschienen:

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