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Das perfekte PC-Gehäuse sollte Platz für alle Komponenten haben, für eine ordentliche Kühlung sorgen und praktische USB-Anschlüsse an der Front besitzen. TechStage erklärt, worauf man achten sollte und stellt drei Gehäuse zwischen 33 und 150 Euro vor.

CPU und Mainboard sind gewählt, die aktuelle Grafikkarte für ein Heidengeld gekauft. Nun kommt die Frage: Was soll ich für ein Gehäuse nehmen? Egal, ob man aufrüstet oder den PC komplett neu baut, ins Gehäuse stecken die wenigsten viel Recherchearbeit. Dabei gibt es hier große Unterschiede, die stecken aber vor allem im Detail. Für unseren großen Ratgeber zu PC-Gehäusen hat sich die TechStage-Redaktion mehrere Produkte unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen in die Redaktion kommen lassen. Anschließend haben wir unseren Test-PC aus- und umgebaut und die Unterschiede kennengelernt. In unserem großen Ratgeber zeigen wir, worauf man achten sollte und wo bei günstigen Gehäusen gespart wird.

Der Ratgeber PC-Gehäuse erscheint in unserer Themenwelt Gaming. Er reiht sich in unsere Ratgeber rund um PC-Komponenten ein, etwa unseren Artikel zur Auswahl eines Gaming-Monitors, unserem großen Grafikkartenvergleich oder unserem Artikel, welche Komponenten man jetzt aufrüsten sollte.

Soll es ein winziges Mini-Gehäuse oder ein riesiger Big Tower sein? Bevor man ein neues Gehäuse kauft, sollte man sich darüber klar sein, wie viel Platz man dafür nutzen will. Je größer das Gehäuse, desto mehr Platz bietet das Innere, etwa für Wasserkühlungen oder große Grafikkarten. Je kleiner das Gehäuse, desto präziser muss man arbeiten. Das betrifft die Abmessungen von Grafikkarten oder CPU-Kühlern. Größere Gehäuse haben zudem normalerweise mehr Platz für Massenspeicher. 2,5-Zoll-SSDs lassen sich meist einfach an der Rückseite befestigen. Der Platz für größere 3,5-Zoll-HDDs dagegen ist meist limitiert. Das liegt auch daran, dass die wenigsten Gehäuse noch einen Käfig für optische Laufwerke an der Front haben. Wer tatsächlich noch ein CD-, DVD- oder Blu-Ray-Laufwerk benötigt, der muss etwas suchen, vor allem, wenn man USB-C-Anschlüsse vorne nutzen möchte.

Neben den eigenen Vorlieben ist die Größe des Mainboards wichtig. Diese teilen sich in drei große Bereiche auf:

  • ATX: Die größte Mainboard-Größe. ATX-Mainboards bieten die meisten Anschlüsse für Massenspeicher wie Festplatten, mehrere PCIe-Slots und meist vier Steckplätze für RAM-Riegel.
  • µATX: Wer ein kleineres Board sucht, hat wahrscheinlich ein µATX-Board. Sie haben kleinere Abmessungen als ATX und haben oft weniger PCIe-Slots.
  • Mini-ITX: Diese Mainboards sind noch kleiner als µATX und noch kompakter gebaut. Sie bieten meist Platz für eine Grafikkarte und wenig mehr, sie eignen sich vorrangig für sehr kompakte PC-Builds.

Bei der Wahl des Gehäuses sind die großen Modelle in den meisten Fällen kompatibel zu allen kleineren Mainboards. In erstere Linie unterscheiden sich die Bohrungen für die Abstandshalter, die auf der Grundplatte im Gehäuse sitzen. Um sich daran zu orientieren, sollte man die PCIe-Slots und die Anschlüsse für USB-Steckplätze, Sound und Netzwerk ausrichten. Anschließend kann man genau sehen, wo die Abstände eingeschraubt werden sollten.

Unser Tipp: Bei der Größe des Gehäuses gibt es keine klare Empfehlung. Wer sehr kompakt bauen möchte, der sollte in Richtung µATX oder Mini-ITX gehen. Wer den Einsatz mehrerer großer Lüfter oder einer Wasserkühlung plant, der sollte hauptsächlich auf Platz achten. Je großzügiger das Gehäuse ist, desto flexibler ist man bei der Auswahl von Lüftern oder Komponenten wie der Grafikkarte.

Die Größte des Gehäuses ist wichtig, aber wahrscheinlich kein alleiniger Grund, einen bestehenden Rechner aufzurüsten. Die Anschlüsse hingegen könnten ein Argument sein. Es geht dabei vor allem um die Steckplätze an der Front. Ältere Gehäuse haben hier meist USB-A-Ports, meist USB 3.0 oder sogar noch USB 2.0. Moderne Mainboards haben aber meist interne Steckverbindungen für USB-C-Ports an der Front. Dazu muss man wenig sagen, immer mehr Produkte nutzen den modernen Steckplatz. Das reicht von Smartphones und Festplatten über USB-Soundkarten bis hin zu hochwertigen USB-Kameras. Sprich, es lohnt sich, möglichst viele USB-C-Anschlüsse am PC zu haben.

Beim Kauf sollte man nur darauf achten, ob man USB-C 3.1 oder einen langsameren Anschluss besitzt. Die meisten günstigeren Gehäuse haben meist USB-C 3.0 oder 2.0. Das wirkt sich in erster Linie auf den maximalen Durchsatz aus, die internen Anschlüsse sollten problemlos auf eine langsamere Geschwindigkeit zurückfallen können.

Neben USB-C lohnen sich mindestens zwei USB-A-Anschlüsse, um etwa USB-Sticks oder ähnliches schnell anzustecken. Ein Audio-Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon ist ebenfalls sinnvoll. Wahrscheinlich nutzt man ihn nur selten, aber sie schaden nicht. Dinge wie ein SD-Card-Reader sind bei Bedarf ebenfalls praktisch.

Wer sich ein neues Gehäuse kauft, der sollte an das Thema Kühlung denken. Heiße Sommermonate kombiniert mit fetten CPUs und warmen Grafikkarten vertragen sich nur, wenn die Ventilatoren im Gehäuse für einen ständigen Luftstrom von (vergleichsweise) kühler Außenluft samt Luftstrom sorgen. Für die meisten PC-Bauer dürfte die Kühlung über Ventilatoren laufen. Je größer der Durchmesser, desto ruhiger laufen die Lüfter im Alltag.

Je größer die Gehäuse sind, desto mehr Platz für Lüfter besitzen sie normalerweise. Das gilt besonders für Gehäuse, die von Anbietern wie be quiet, Corsair, Coolermaster, Thermaltake, Lian Li und Co kommen. Diese sind meist auf Kühlung ausgelegt (kein Wunder, viele der Hersteller haben System zur Flüssigkühlung im Angebot). Wasserkühlungen, egal ob selbst gebaut oder als All-in-one-Lösung, halten CPUs oder GPUs selbst unter Volllast angenehm kühl. Wer so eine Kühlung gleich oder in Zukunft nutzen möchte, der sollte ein etwas größeres Gehäuse nehmen, in das ein möglichst großer Radiator passt. Dieser kühlt den Kreislauf und sollte idealerweise so sitzen, dass er die Hitze nach außen abgeben kann – es schadet auch nicht, einen oder mehrere Ventilatoren darunter zu schrauben.

Selbst wenn man keine Wasserkühlung nutzen möchte, sollte man sich dennoch überlegen, ein Gehäuse zu holen, das dafür ausgelegt ist. Denn diese haben nicht nur Platz für den Radiator, sondern meist auch genügend Öffnungen, Halterungen und vor allem Bohrungen, in denen man große Lüfter einsetzen kann. Etwas höherpreisige Gehäuse verfügen zudem meist über eine integrierte Lüftersteuerung, sodass man keine Kabel zum Mainboard verlegen muss.

Wer neue Lüfter einbauen will, der sollte den grundlegenden Luftstrom im Hinterkopf haben: Kühle Luft kann man normalerweise von der Front ansaugen. Lüfter, die warme Luft aus dem Gehäuse schaufeln sollen, sollten nach hinten oder nach oben pusten. Die Ausrichtung ist dabei wichtig, die warme Luft sollte so schnell wie möglich aus dem Gehäuse gepustet werden. Die meisten Lüfter haben kleine Pfeile aufgedruckt, die anzeigen, in welche Richtung der Luftstrom geht.

Kabelsalat ist nicht nur hässlich, er bremst auch den Luftstrom oder leitet ihn in ungewollte Richtungen. Die meisten hochwertigeren Gehäuse, gerade solche mit einer Seitenwand aus Glas, bieten inzwischen Kabelkanäle. Damit ist hinter dem Mainboard genügend Platz, damit man Leitungen und Kabel so verlegen kann, dass sie größtenteils aus dem Blickfeld verschwinden.

Unsere Testgehäuse von be quiet und Corsair (siehe weiter unten) hatten Kabelbinder aus Klett mit im Lieferumfang. Es schadet aber nicht, ein paar Kabelbinder verschiedener Längen zur Hand zu haben, um mit den Kabeln aufräumen zu können. Die meisten der Gehäuse namhafter Hersteller sind etwas breiter. Das liegt daran, dass hinter der Bodenplatte, an der das Mainboard montiert ist, noch Platz für SSDs und Kabel ist. In der Praxis gewöhnt man sich rasch an diesen Komfort.

Ja, man kann es übertreiben. Manche Rechner leuchten wie ein Feuerwerk in Betrieb. Vernünftig eingesetzt sind RGB-LEDs im Gehäuse, am Mainboard, RAM oder an der GPU eine coole Sache. Sie beleuchten nicht nur die (meist teuren) Komponenten stilvoll, sie lassen sich auch sinnvoll nutzen. Die meisten Leuchtsysteme lassen sich über Software steuern, sodass sie beispielsweise ab einer bestimmten Temperatur der Grafikkarte oder CPU die Farbe ändern. Diese optischen Effekte sind sinnvoll – und sehen meist auch noch gut aus.

Wer so etwas vernünftig aufsetzen möchte, der kann Gehäuse mit einer integrierten Steuerung für Leuchten kaufen. Diese steuern die LEDs zentral und ermöglichen einheitliche Lichteffekte. Neben den integrierten LEDs lassen sich solche Systeme einfach nachrüsten. Unser Ratgeber Licht im PC zeigt, wie das mit Komponenten von Corsair oder Evnbetter funktioniert.

Bei der Seitenscheibe setzen die hochwertigeren Gehäuse auf gehärtetes Glas oder tempered Glass. Gegenüber einer Plexiglasscheibe sind diese Seitenteile deutlich klarer und lassen einen besseren Blick ins Innere zu. Allerdings muss man sie entsprechend vorsichtig behandeln. Wer versehentlich gegen die Scheibe tritt, der riskiert, dass sie trotz Härtung zerspringt. Aber es sieht verdammt gut aus, gerade beim gezieltem LED-Einsatz.

Natürlich kann man auch den komplett anderen Weg gehen und ein Gehäuse ohne Beleuchtung und ohne Seitenfenster gehen. Optionen dafür gibt es genügend, sogar ziemlich spannende.

Grafikkarten kosten gerade einen Arm und ein Bein. Aber selbst, wenn die Preise wieder fallen, die Grafikkarte ist meistens das Teuerste im Rechner. Da liegt es nahe, sie ordentlich in Szene zu setzen. Eine Idee ist es, die Karte vertikal einzubauen. Es gibt zahlreiche Gehäuse, die bereits für den vertikalen Einbau vorbereitet sind. Anschließend wird die GPU über ein Adapterkabel mit dem PCIe-x16-Slot verbunden und ist einsatzbereit.

In der Praxis kann es allerdings zu ein paar Problemen kommen. Die Kühlung der meisten Grafikkarten ist darauf angelegt, dass Luft seitlich angezogen und warme Abluft nach vorne abgegeben wird. Normalerweise ist genügend Platz da. Beim vertikalen Einbau besteht aber wenig Platz zum seitlichen Gehäuseteil, wodurch es im schlimmsten Fall zu einem Wärmestau kommt.

In ein Big-Tower-Gehäuse kann jeder einen PC unterbringen. Spannend wird es, wenn man möglichst kompakt bauen möchte. Kleine PC-Gehäuse benötigen wenig Platz auf dem Schreibtisch, machen einen coolen Eindruck und können dennoch einen leistungsstarken Computer beherbergen. Die Krux dabei ist der verfügbare Platz im Gerät, vor allem, wenn eine aktuelle CPU auf eine einigermaßen leistungsstarke Grafikkarte trifft.

Die Auswahl des kleinen Gehäuses begrenzt sämtliche andere Komponenten. Beim Mainboard etwa bleibt wahrscheinlich nur das Mini-ITX-Format übrig. Diese Mainboards verwenden aktuelle Chipsätze (etwa den B550 bei AMD AM4 oder B560 bei Intel Sockel 1200), verzichten aber auf viele technische Spielereien. So gibt es unter anderem selten mehr als einen PCIe-x16-Steckplatz und auch beim RAM finden oft nur zwei Riegel Platz. Da allerdings immer mehr Funktionen direkt ins Mainboard wandern, verliert man weniger Features als man denkt. Sound, WLAN, Bluetooth oder USB-C-Ports sind vorhanden, ebenso PCI Express 4.0 für Grafikkarten und M.2-NVMe-Speicher. Da die meisten Gaming-PCs sowieso nur eine Grafikkarte im PCIe-Steckplatz haben, reicht Mini-ITX für die meisten Anwender tatsächlich aus.

Trickreicher wird es bei der Kühlung, konkret dem CPU-Kühler. Die meisten High-End-Lüfter fallen aus, sie benötigen zu viel Platz. In unserem Testsystem etwa sitzt das Netzteil direkt über der CPU, darunter ist kein Platz für einen klassischen Tower-Kühler. Wer auf eine Luftkühlung setzt, der kann sich einen Top-Blow-Kühler ansehen, dort gibt es kompakte Produkte, bei denen der Lüfter fast direkt auf der CPU sitzt. Wir haben uns allerdings für eine All-in-one-Wasserkühlung von Enermax entschieden. Die meisten der kompakten Gehäuse verfügen über genügend Platz für den Radiator und einen Lüfter und gerade auf knappem Raum schafft die Wasserkühlung einen deutlich besseren Wärmetransport im Vergleich zum Luftkühler.

Bleibt die Grafikkarte, die wichtigste und zugleich unbequemste Komponente. Denn gerade die Länge der Karten beißt sich oft mit der Länge der Gehäuse. Das ist primär dann der Fall, wenn (wie bei uns) der Radiator der CPU-Wasserkühlung im Weg ist. Wer beim Kauf darauf achtet, der sollte allerdings keine Probleme haben. Es gibt einige Gehäuse, die den Einbau der Grafikkarte vertikal vorsehen (siehe oben), dann hat man möglicherweise ein wenig mehr Spielraum. Idealerweise sollte man die Grafikkarte zuletzt anschaffen, wenn man bereits sehen kann, wie viel Platz wirklich übrig ist. Denn neben der eigentlichen Länge muss man auch Rahmen und Querstreben im Auge behalten, die beim Einbau eventuell im Weg stehen.

Beim Massenspeicher sollte man auf PCIe NVMe SSDs setzen. Sie benötigen kaum Platz und sind deutlich schneller als SATA-Speicher. Viele Mini-ITX-Mainboards haben mehr als einen M.2-Slot, sodass man etwa eine schnelle PCIe 4.0 SSD und ein günstigere PCIe 3.0 SSD gleichzeitig betreiben kann. Ein praktischer Nebeneffekt ist, dass weniger Kabel im Gehäuse herumhängen, die den Luftstrom negativ beeinflussen können. Wer partout nicht auf viel Platz verzichten kann, die meisten Gehäuse bieten Platz für mindestens eine 2,5- oder 3,5-Zoll-Festplatte.

Beim Netzteil kommt die nächste Hürde: Viele Gehäuse sind zu klein für klassische ATX-Netzteile, stattdessen nutzen sie den Formfaktor SFX-L (seltener SFX). Das sind kompakte Netzteile, die in der Leistung den ATX-Netzteilen aber nicht nachstehen. Meist sind sie modular aufgebaut, nicht benötigte Kabel muss man gar nicht erst anstecken.

Neben dem Platz ist der Abtransport der Wärme das größte Problem der kompakten Gehäuse. Nachdem alle Komponenten eingebaut sind, sollte man daher einen längeren Testlauf starten, bei dem man das System unter Volllast setzt und die Temperatur von Mainboard, CPU und Grafikkarte überwacht. Ideal sind dafür Benchmarks wie Furmark oder Kombustor. Stellt man fest, dass eine Komponente zu warm wird, sollte man zusätzliche Lüfter anbringen. Meist hilft bereits ein möglichst großer Lüfter, der die Luft von der (vergleichsweise) kühlen Vorderseite ansaugt und durch das Gehäuse schaufelt. Dafür kann man beispielsweise auch den Lüfter der Wasserkühlung verwenden. Wo Platz ist, schadet ein Zweiter aber nicht.

Der Zusammenbau kann, je nach Gehäuse und dessen Aufbau, in kleinteilige Einzelarbeit ausarten. Man hat nur minimalen Spielraum und muss im Zweifel ein paar Schrauben und Abdeckungen des Gehäuses abnehmen. Mit Geduld und Ruhe kommt man aber gut ans Ziel (wir mussten beim Zusammenbau immer mal wieder Pausen machen, um durchzuschnaufen). Dann ist es allerdings noch ärgerlicher, wenn Komponenten nicht funktionieren. Bei uns versagten das gebraucht gekaufte Netzteil und die Second-Hand-Grafikkarte ihren Dienst. Entsprechen raten wir zu Neuware oder zumindest einem Funktionstest mit allen Produkten vor (!) dem Einbau. Das schont die Nerven.

Wie wichtig ist der Preis bei einem Gehäuse, besser gesagt, merkt man einen Unterschied zwischen einem Gehäuse für 32 Euro und einem für 80 oder 150 Euro? Wir haben uns das günstige Inter-Tech IT-6865, das be quiet Pure Base 500DX und das Corsair 5000D in die Redaktion kommen lassen und eine Woche lang Mainboards aus- und eingebaut. Alle drei Gehäuse bieten einen USB-C-Anschluss an der Front, das IT-6865 hat zusätzlich vier USB-Type-A-Anschlüsse (2 x USB 2.0, 2 x USB 3.0), einen Card-Reader für SD-Karten sowie je eine Buchse für Kopfhörer und Mikrofon. Hier ist es den beiden teureren Gehäusen sogar überlegen.

Das Pure Base 500DX hat USB-C Typ 3.1 und einen USB 3.0-Anschluss, Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon sowie eine Taste, um die integrierte Beleuchtung zu steuern. Das Corsair 5000D kommt mit USB-C 3.1 sowie zwei USB 3.0-Buchsen und einem kombinierten Anschluss für Mikrofon und Kopfhörer. Das zeigt schon ein wenig den Einsatzbereich, beim IT-6865 geht man eher davon aus, dass die Nutzer regelmäßig Speicherkarten und USB-Sticks anschließen, etwa im Büro.

Der Festplattenkäfig an der Front des IT-6865 unterstreicht diesen Einsatzzweck, hier ist auch Platz für ein optisches Laufwerk. An der Front ist sogar eine Aussparung für ein 2,5-Zoll-Laufwerk, wie es früher für Disketten oder Zip-Disks genutzt wurde. Corsair und be quiet verzichten auf den Laufwerkkäfig an der Front und lassen hier lieber Platz für den sehr bequemen Einbau von jeweils maximal drei 120-mm-Lüfter.

Noch deutlicher wird es, wenn man die Seitenverkleidungen (bei Corsair und be quiet jeweils aus Glas) abnimmt. Das IT-6865 ist spartanisch ausgestattet und bietet alles Notwendige, um ein Mainboard, Festplatten, Netzteil und Co einzubauen – aber nicht mehr. Beim Pure Base 500DX und beim 5000D merkt man, dass man Komfort und Design mit bezahlt. Ein konkretes Beispiel ist etwa, dass bei beiden das Netzteil in einem vom Mainboard getrennten Bereich sitzt. Zusätzlich verschwinden Laufwerk in den Unterbau. Für Festplatten gibt es einen Käfig, in den jeweils zwei 3,5-Platten passen. SSDs werden an die Rückseite der Mainboard-Halterung geschraubt, sie sind in Betrieb hochkant und unsichtbar untergebracht.

Beide Gehäuse haben außerdem einen Kabelkanal, über die man die fetten Kabel der Stromversorgung sowie die SATA-Kabel einwandfrei und sauber vom Mainboard wegführen kann. Das merkt man bereits an der Verkabelung der Frontanschlüsse. Wo die Kabelstränge beim IT-6865 wild im Bauraum liegen, sind sie beim Pure Base 500DX und dem 5000D sauber verlegt und mit Klettkabelbindern fixiert.

Was das Thema Kühlung angeht, hat man bei Corsair die meisten Optionen. Hier lassen sich die Lüfter an der Front, der Rückseite, der Decke sowie hinter dem Mainboard anbringen. Bei be quiet geht es vor allem um Lüftung des Mainboard-Raums: Zusätzliche Lüfter finden an der Front, der Decke sowie der Rückseite Platz. Beide Gehäuse können selbst große Radiatoren von Flüssigkühlungen mit bis zu 3 Lüftern aufnehmen. Bei Corsair passt der Radiator in einen Zwischenraum an der Oberseite des Gehäuses. Bei be quiet lässt er sich an der Front oder oben auf dem Pure Base 500 DX einsetzen. Beim IT-6865 ist kein Platz für eine Wasserkühlung vorgesehen, hier muss man im Zweifel basteln und bohren.

Bei der Verarbeitung liegt das be quiet Pure Base 500DX eine Haaresbreite vor dem Corsair 5000D Airflow. Bei beide Gehäusen sind alle Kanten abgerundet und stumpf, be quiet hat hier aber zusätzlich noch einen Gummi eingezogen. Der dämpft nicht nur, er macht auch die Berührung angenehmer. Beim Inter-Tech IT-6865 schneidet man sich zwar nicht direkt an den Kanten, man merkt aber eine übrig gebliebene Schärfe, wenn man beispielsweise mit dem Finger über die Kanten am Loch für das Netzteil streicht. Es ist nicht gefährlich, aber lange nicht so angenehm wie bei Corsair oder be quiet.

Empfehlung: Selbst das günstige Gehäuse von Inter-Tech ist nicht schlecht. Im Gegenteil, wer einen Budget-Build vorhat, der kann bei den günstigen Gehäusen zugreifen. Gleiches gilt für alle, bei denen der Rechner irgendwo unter dem Tisch steht – hier kann man auf hippes Innenleben verzichten, sieht ohnehin keiner. Wer aber eine Glasseite nimmt, mit RGB-Beleuchtung arbeiten will, um vielleicht die Komponenten ein wenig in Szene zu setzen, der sollte etwas mehr ins Gehäuse investieren und eines nehmen, das einen vernünftige Kabelführung erlaubt. Das Gleiche gilt, wenn man viele große Lüfter oder eine Wasserkühlung einbauen will. Dann lieber etwas mehr Platz als zu wenig Optionen.

Es lohnt sich, ein wenig Zeit für die Suche nach einem neuen Gehäuse zu investieren. Gerade, wenn man etwas mehr Platz hat, findet man inzwischen tolle Gehäuse, in denen man alle Komponenten einfach einsetzen und Kabel bequem verstecken kann. Andererseits kann man bei einem Budget-Build auch mit erschwinglichen Gehäusen glücklich werden. Wie unser Praxistest zeigt, bezahlt man vorrangig Komfortfunktionen, etwa Platz und Vorbohrungen für Lüfter oder Kabelkanäle. Bei günstigen Gehäusen muss man notfalls selbst mit Dremel und Bohrer Hand anlegen, um die Lüfter festzurren zu können. Wenn man auf eine durchsichtige Seite verzichten kann, dann ist aber größtenteils egal.

Schwieriger wird es allerdings, wenn man ein High-End-Gehäuse mit Platz für optische Laufwerke bekommen möchte. CD-Brenner und Co sind so gut wie ausgestorben, gerade mit digitalen Launchern, die Spiele via Steam, Epic und Co laden, benötigt man sie kaum noch. Hier würden wir eher dazu raten, bestehende Laufwerke in ein USB-Gehäuse einzubauen oder gleich einen USB-Brenner zu nehmen – dann hat man beim Gehäuse eine deutlich größere Auswahl.

Allgemein ist unser Tipp, lieber ein größeres Gehäuse zu wählen. Dann kann man nachträglich noch Lüfter oder eine Wasserkühlung einbauen und hat genügend Platz, um Kabel sauber zu verlegen. Wer ein kompaktes System haben möchte, der sollte neben einem guten Nervenkostüm auch genügend Geduld mitbringen, um die speziellen Komponenten zu guten Preisen zu bekommen.

Der Ratgeber PC-Gehäuse erscheint in unserer Themenwelt Gaming. Er reiht sich in unsere Ratgeber rund um PC-Komponenten ein, etwa unseren Artikel zur Auswahl der richtigen mechanischen Tastatur, unserem großen Grafikkartenvergleich oder unserem Artikel, welche Komponenten man jetzt aufrüsten sollte.

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