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Curved Gaming Monitor: Dann lohnen sich gekrümmte Bildschirme
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Besser Zocken dank eines gekrümmten Bildschirms? Das kann tatsächlich der Fall sein. TechStage erklärt, warum gekrümmte Monitore bei einigen Spielen besser wirken, wo die Grenzen liegen und worauf man beim Kauf achten sollte.

Curved Monitore, also Bildschirme mit gekrümmtem Display versuchen sich dem natürlichen Sichtfeld anzupassen. Sitzt man davor, sollen die Seiten des Bildschirms aus den Augenwinkeln wahrgenommen werden. Die Idee dahinter ist, dass der Schnitt zwischen virtueller und realer Umgebung für den Spieler geringer ist als bei klassischen flachen Monitoren.

Das hat allerdings auch Nachteile: Damit man den Effekt voll ausnutzen kann, muss man direkt davor sitzen. Zudem ist es schwieriger, ein Multi-Monitor-Setup aufzubauen, auch weil die Curved-Monitore baubedingt keine Pivot-Funktion bieten, sich also nicht hochkant drehen lassen.

Der interessante Wert der gekrümmten Monitore findet sich im R-Wert. Dieser gibt, einfach gesagt, die Krümmung des Bildschirms wieder. Je niedriger der Wert, desto stärker ist der Bildschirm gekrümmt. Würde man beispielsweise einen Kreis aus Monitoren mit dem Wert 1800R aufbauen, so hätte dieser Kreis einen Radius von 1800 mm oder 1,8 m. Der Wert gibt zudem an, wie weit man maximal von dem Monitor entfernt sitzen darf, damit der Effekt noch wirkt. Je näher man sitzt, desto intensiver ist die Immersion, desto mehr fühlt man sich im Geschehen. Typische Radien sind 1500 und 1800.

Bei der Bildschirmdiagonale hat man mehr oder weniger freie Auswahl, vernünftige Bildschirme gibt es etwa ab 27 Zoll Diagonale. Je größer die Diagonale ist, desto besser wird der Effekt bemerkbar. Mehr dazu im Bereich Praxiserfahrung.

Interessant ist, wie die Curved Monitore mit dem Bildverhältnis spielen können. Da man links und rechts mehr Platz hat, können die Bildschirme breiter werden, ohne dass sie zwingen höher werden müssen. Damit ist nicht nur das klassische 16:9-Format machbar, viele Hersteller nutzen das deutlich breitere 21:9-Format.

Mit dem höheren Format geht eine andere Auflösung mit ein, meist eine Ultra-Wide-Variante wie 2560 × 1080 (UW-UXGA) oder 3440 × 1440 (UWQHD). Die Grafikkarte (Themenwelt) im PC muss genügend Rechenleistung haben, um diese Auflösung befeuern zu können. Zudem kann es bei Spielen zu Problemen kommen. Gerade eher schlecht gemachte Konsolen-Ports haben hier gerne Probleme. Wer sich vorab informieren möchte, der sollte beim Widescreen Gaming Forum vorbeisurfen. Die Nutzer dort pflegen die wahrscheinlich ausführlichste Datenbank zum Thema Widescreen Gaming. Dort gibt es zudem Tipps, wie sich Probleme bei der Anzeige lösen lassen.

Für den Test haben wir eine 34-Zoll-Monitor von Xiaomi (Testbericht) sowie einen AOC 27G2ZU/BK mit 27 Zoll Diagonale ausprobiert. Beide haben eine Krümmung von 1500R. Parallel dazu nutzten wir einen geraden AOC 27G2U/BK. Auf die Bildqualität gehen wir hier nicht dediziert ein, alle drei Monitore haben ein hervorragendes Display, auf dem sich gut zocken lässt.

Der gekrümmte AOC C27G2ZU/BK bietet bei Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixeln) mit einer Diagonale von 16:9 deutlich weniger Platz als der Xiaomi-Monitor. Dennoch war das beim Zocken tatsächlich kein so großes Thema. Vor allem in der First-Person-Perspektive, etwa bei Playerunknows Battleground, Metro 2033 Redux oder Subnautica taucht man optimal in das Spielgeschehen ein. Das funktioniert besonders gut, wenn man vergleichsweise nahe an den Bildschirm herangeht. Beim Spiel liegt der Fokus auf der Mitte des Monitors, gleichzeitig macht die Krümmung einen guten Job und man bleibt selbst aus den Augenwinkeln in der Spielwelt hängen. Die Ego-Shooter profitieren davon deutlich mehr als Strategiespiele wie zum Beispiel X-COM, Civilization oder Surving Mars.

Mit dem Xiaomi-Monitor und seinem größeren Bildverhältnis von 21:9 wird der Effekt noch mal intensiver. Ist die Grafikkarte schnell genug, kann man richtig in die Sicht des Helden eintauchen.

Im Gegensatz zu dem flachen Monitor wirkt das Bild aber “enger”. Das gilt besonders für den AOC C27G2ZU/BK mit seiner Full-HD-Auflösung und 16:9-Verhältnis. Im Alltag fiel uns das vor allem beim Browsen im Web oder beim Arbeiten mit Dokumenten auf. Die Krümmung nimmt man deutlich wahr, zu Beginn ist die Perspektive ungewohnt, sie wirkt irgendwie seltsam. Das ist bei dem Xiaomi-Gerät anders. Dank des breiten Displays kann man mehrere Webseiten oder Dokument bequem nebeneinander legen. Das erleichtert die Arbeit tatsächlich. Im Test zum Xiaomi-Monitor gefiel dem Tester auch, dass man enorm viel Platz seitlich hat, was etwa die Bearbeitung von Video- oder Tonmaterial vereinfacht. So kann man sich alle notwendigen Tools und Optionen einblenden, ohne dass man die Übersicht verliert.

Gerade wegen dieser Übersicht sind gekrümmte Monitore auch im Büro sinnvoll. Ein Kollege bei TechStage arbeitet beispielsweise an einem Dell UltraSharp U4919DW. Der Monitor besitzt eine Diagonale von 49 Zoll und eine Auflösung von 5120 × 1140Pixel bei einem Seitenverhältnis von 32:9. Damit ersetzt der Bildschirm zwei klassische 27-Zoll-Displays mit QHD-Auflösung (2560 × 1440 Pixel). Die Wölbung ist mit 3800R deutlich weniger ausgeprägt als bei dem AOC-Modell im Test. Dadurch ist die Fokussierung auf die Mitte nicht so extrem und man kann auf der leicht gekrümmten Ansicht gut arbeiten.

Noch mehr zu Gaming-Monitoren und ihren Vor- und Nachteilen liefert unsere umfangreiche Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken. Dort erklären wir im Detail, welcher Display-Typ sich für welche Anwendung eignet und warum man auf eine hohe Bildwiederholungsrate achten sollte.

Übrigens, schlechte Nachrichten für alle, die ihre Konsole an einem Ultra-Wide-Monitor anschließen möchte. Das geht zwar technisch dank HDMI problemlos, die Konsolen können aber mit dem Breitbilddarstellung wenig anfangen und fallen auf 16:9 zurück.

Wer braucht einen Curved Monitor? Wie so oft ist die ehrlichste Antwort “Kommt drauf an”. Gekrümmte Monitore machen viel Spaß, wenn man Spiele vor allem aus der Ego-Perspektive spielt. Dann schafft selbst ein klassischer 16:9-Monitor eine beeindruckende Immersion ins Spielgeschehen. Sieht man der Spielfigur über die Schulter, etwa bei Fortnite, ist die Immersion immer noch da, aber nicht mehr so intensiv. Hier sollte man dann schon auf ein breites Seitenverhältnis gehen, 21:9 ist ein guter Ansatz.

Wer vor allem Strategiespiele spielt, der sollte gleich auf 21:9 gehen. Der zusätzliche Platz links und rechts der Mitte gibt einen spielerischen Vorteil, auch wenn die eigentliche Immersion etwas leidet. Das entspricht aber auch dem Genre, Menschen fällt es einfach schwer, sich in die Perspektive eines Gottes über der Erde zu versetzen. Wer mit dem Display nicht nur zocken, sondern auch arbeiten möchte, der sollte gleich auf 21:9-Ratio gehen.

Dabei muss aber klar sein, dass die höhere Auflösung zusätzliche Last für die Grafikkarte bedeutet. Wer also bereits bei Full-HD-Games an die Grenzen kommt, der muss bei Breitbild-Anwendungen die Details weiter herunterdrehen und sollte mittelfristig die GPU aufrüsten.

Noch mehr zum Thema Spielen am PC liefert unsere Themenwelt Gaming , etwa in unserem großen Vergleichstest zu Grafikkarten oder im Ratgeber zu USB-Soundkarten .

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