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Kopfhöer für Gaming und Alltag Dachbild

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Unterwegs guten Klang und Top-Sound beim Spielen -kein Problem, wenn man die richtigen Kopfhörer und die passende Verbindungstechnik wählt. Wir zeigen, worauf man achten sollte und wann man besser auf Kabel statt Bluetooth setzt.

Wer viel zockt, sehnt sich irgendwann nach einem guten Headset. Warum nicht eins mit Bluetooth, das man zum Spielen an PC, Xbox oder Playstation ebenso nutzen kann wie mit dem Smartphone? Ein Kopfhörer, der alle Ansprüche im Alltag abdeckt, von Zocken bis Musikhören? Kein Problem, denn immer mehr Gaming-Headsets bringen Bluetooth mit und gute ANC-Kopfhörer kann man problemlos mit dem PC verwenden.

In diesem Ratgeber zeigen wir, wie sich Kopfhörer am PC und Smartphone unterscheiden, warum man am PC auf Bluetooth-Audio verzichten sollte, welche Verbindungstechnik besser ist und wie man das richtige Headset fürs Zocken am Smartphone findet. Der Artikel ist Teil unserer Themenwelt rund um Gaming-Headsets.

Es hat mehrere Gründe, warum sich Bluetooth bei PC-Gamern nicht durchgesetzt hat. Das größte Problem ist die Latenz. Selbst mit guten Bluetooth-Headsets ist diese größer als bei Headsets mit Kabel oder dediziertem 2,4-GHz-Funk. Das nervt bei Single-Player-Spielen und ist bei Multiplayer-Shootern oder im Battle Royal tödlich. Dazu ist die Bluetooth-Implementierung von Windows berühmt-berüchtigt. So eine Fehlersuche kann selbst gestandene Windows-Profis in den Wahnsinn treiben.

Dazu kommt die Verwirrung: Wer ein Bluetooth-Headset mit Mikrofon mit Windows verbindet, der bekommt zwei Geräte angezeigt. Das liegt daran, dass die Soundqualität zurückgeht, wenn man Kopfhörer und Mikro nutzt – ein Unding für alle Online-Zocker.

Das alles führt dazu, dass Bluetooth und Audio leidlich unter Windows funktionieren, dass es für Gaming aber einfach nicht reicht. Kein Wunder, dass viele Hersteller ihren Wireless-Headsets eigene Funk-Dongles beilegen, etwa beim Epos Sennheiser GSP 370 (Testbericht). Alternativ ist die Kabel-Verbindung noch immer die mit der geringsten Fehleranfälligkeit. Außerdem kann man dann vernünftige Soundkarten nutzen, entweder im PC oder in Form externer USB-Soundkarten (Ratgeber).

Tatsächlich gibt es aber inzwischen immer mehr hochwertige Kopfhörer, die Bluetooth und Kabel unterstützen. Die Idee dahinter: Am Handy und unterwegs reicht Bluetooth vollkommen und am PC oder Konsole nutzt man einfach ein Kabel. Wir haben zwei solcher Geräte stellvertretend ausprobiert, der Markt hat aber noch deutlich mehr Optionen. Wichtig bei der Auswahl: Man sollte immer darauf achten, dass ein Klinkenanschluss zumindest möglich ist. Ob der Stecker dabei in einem kombinierten Anschluss für Mikrofon und Sound endet oder ob die Anschlüsse separat herausgeführt werden, ist dabei zweitrangig. Es gibt passende Adapter, die den kombinierten Stecker aufsplitten oder beide Anschlüsse in einen Klinkenstecker zusammenführen können, die Qualität leidet dabei nicht (oder so minimal, dass man im Alltag nichts davon mitbekommt).

Ein großer Vorteil dieser Geräte ist, dass sich die Kabel abnehmen lassen. So bleibt man nicht nur unterwegs nicht hängen, man kann die Kabel einfach austauschen, falls etwa ein Stecker oder das Kabel selbst defekt ist. Damit verlängert man die Lebensdauer der meist teuren Kopfhörer enorm.

Das erste Beispiel ist der Nuraphones Kopfhörer mit samt Gaming-Kit (Kabel und externes Mikro). Sie sind vor allem für Audio-Fans gedacht, mit dem Mikro-Kit eignen sie sich aber wunderbar zum Zocken. Die Nuraphones-Kopfhörer sind Over-Ears die zusätzlich einen In-Ear-Stöpsel bieten. So sitzen sie stabil im Ohr und schotten sensationell gut von der Umgebung ab. Dabei hilft die sehr gute aktive Geräuschunterdrückung (ANC) und vor allem das individuelle Hörprofil. Über die zugehörige App erstellt der Kopfhörer für jeden Nutzer ein passendes Profil, das die Wiedergabe weiter anpasst. Tatsächlich hört man im direkten Vergleich zwischen Standard-Setup und angepasster Version einen subtilen, aber deutlichen Unterschied. Dieses Feature ist tatsächlich auch der Grund für den stolzen Preis der Nuraphones.

Für den Anschluss am PC gibt es die separat erhältliche Nuraphones Gaming Microphone. Das Mikrofon mit Klinkenstecker steckt seitlich im Ladeport, am Kabel sind zudem Lautstärkeregler und ein Mute-Knopf zu finden.

Im Test hat uns der Sound und die ANC-Funktion der Nuraphones fast schon weggeblasen, selten hatten wir einen Kopfhörer, der uns derart von der Umgebung abschottet und dank der wirklich guten Optimierung in der App so gut klingt. Gestört haben Kleinigkeiten. So ist die Touch-Funktion viel zu sensitiv, im Test haben wir die alle Funktionen zum einfachen Tippen deaktiviert, weil sie ständig auslöste. Außerdem ist es schade, dass die Nuraphones nicht auf USB-C, sondern einen proprietären Anschluss für Mikro und Ladekabel setzen. Ja, die Entwicklung startete 2016, vor dem Siegeszug von USB-C, aber eigentlich geht das in dieser Preisklasse nicht mehr.

Wie clever ein Gaming-Headset mit Bluetooth sein kann, zeigt Epos mit dem neuen H3 Hybrid. Das verbindet sich per Bluetooth, Klinkenkabel oder USB-C-Stecker und wird von Smartphone oder PC problemlos erkannt. Der Clou: Man kann gleichzeitig an PC oder Konsole mit dem Kabel und dem Smartphone per Bluetooh verbunden sein. Das lohnt sich für alle, die etwa eine Voice-Chat-Lösung wie Discord am Handy nutzen und an einer Konsole spielen.

Als Alltagskopfhörer am Smartphone schlägt sich das Headset ebenfalls gut. Das Mikrofon lässt sich einfach abnehmen, für Calls unterwegs ist ein zweiter Satz Mikrofone ins Headset integriert. Im Praxistest gefiel uns das Headset gut. Die Umgebungsgeräusche werden durch die Over-Ear-Kopfhörer zwar nur passiv gedämpft, für den Alltag reicht das aber leicht. Vermisst haben wir nur Bedienelemente wie Stop/Start oder Nächster Titel. Die Lautstärke lässt sich über das Drehrad gut anpassen.

Hat man bereits ein ordentliches Bluetooth-Headset, vielleicht aus unserer Bestenliste ANC-Kopfhörer, spricht nichts dagegen, diese auch am PC oder der Konsole zu verwenden. Allerdings sollte man auf jeden Fall ein Kabel nutzen. Fast alle aktuellen ANC-Kopfhörer kommen mit einem zusätzlichen Klinkenkabel, das entweder direkt am PC passt oder über eine Kabelpeitsche Kopfhörer und Mikrofon trennt.

Wir haben im Test zudem gute Erfahrungen mit USB-Soundkarten gemacht. Sie sind günstigem Onboard-Sound meist überlegen und bringen praktische Zusatzfunktionen mit, etwa die Emulation von Surround-Sound, einen besseren Equalizer oder ein schneller Wechsel zwischen Kopfhörer und externen Boxen.

Beim Spielen am Handy bleibt meist keine andere Wahl als Bluetooth, die Klinke fristet ein Nischen-Dasein und ist außerhalb von speziellen Gaming-Smartphones wie dem Asus ROG Phone 5 (Testbericht) immer seltener zu finden.

Um Titel wie PUBG Mobile oder Call of Duty dennoch ohne Verzögerung beim Sound zu spielen, sollten Smartphone und Kopfhörer sollten in jedem Fall AptX beherrschen. Dabei müssen die Headsets nicht teuer sein, wie unser Ratgeber Bluetooth-Headsets mit AptX unter 60 Euro zeigt.

aptXDer aptX-Audio-Codec wird für drahtlose Audioanwendungen über die Bluetooth A2DP-Verbindung bzw. die Kopplung zwischen einem Quellgerät und einem Ausgabegerät verwendet. Die Technologie muss sowohl im Sender als auch im Empfänger integriert sein, um die akustischen Vorteile der aptX-Audiocodierung gegenüber der vom Bluetooth-Standard vorgeschriebenen Standard-Subbandcodierung (SBC) zu nutzen.
aptX HDDas auch als aptX Lossless bekannte aptX-HD hat eine Bitrate von 576 KBit/s. Es unterstützt hochauflösendes Audio mit Abtastraten von bis zu 48 kHz und Abtastauflösungen von bis zu 24 Bit. Die „nahezu verlustfreie“ Codierung sorgt für eine hochauflösende Audioqualität im Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20 kHz und einen Dynamikumfang von mindestens 120 dB. Hauptkonkurrent ist der von Sony entwickelte LDAC-Codec.
aptX Low LatencyEine End-to-End-Latenzzeit von 32 ms über Bluetooth bietet aptX Low Latency. Diese ist damit kleiner als die empfohlenen Latenzzeiten für die Audio-Video-Synchronisation im Fernsehbetrieb.

Wer den Kabelsalat nicht scheut, der kann einen einfachen Adapter für USB-C auf Klinke nutzen, um dann das Kabel-Headset am Handy zu nutzen. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, der kann auch eine USB-C-Soundkarte mit dem Smartphone verbinden. Das ist zwar in den meisten Fällen Overkill, im Test mit dem Soundblaster G3 funktionierte es aber wunderbar.

Klar kann man fürs Handy und zum Zocken unterschiedliche Headsets anschaffen. Aber warum nicht ein High-End-Headset für beide Aufgaben nutzen? Es spricht absolut nichts dagegen, ein gutes ANC-Headset für Spiele zu verwenden oder ein Gaming-Headset unterwegs aufzuhaben.

Gamer sollten allerdings wo immer möglich auf eine Kabelverbindung oder den proprietären 2,4 GHz-Funk setzen. Bluetooth kann zwar viel, ist aber beim Sound, wie ihn PC-Spiele inzwischen durchschicken, meist überfordert. Das gilt vor allem dann, wenn man gleichzeitig noch übers Mikrofon kommuniziert. Für den Einsatz unterwegs ist es dagegen wichtig, dass sich das Mikrofon abnehmen lässt – sonst bekommt man ziemlich seltsame Blicke in U-Bahn oder Bus.

Es ist spannend zu sehen, was die Hersteller hier an kreativen neuen Ideen haben. Bei Nura ist es die Einmessung und das Anpassen ans eigene Ohr; das funktioniert besser, als wir gedacht hätten. Für Konsolen-Gamer dagegen sollten die Features des Epos H3 Hybrid Standard werden. Discord (oder Mumble) ist den integrierten Voice-Chats der Konsolen einfach deutlich überlegen. Einen separaten Voice-Kanal übers Handy zu haben, während man zeitgleich den Sound vom Spiel bekommt, das ist einfach eine geniale Idee.

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