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Ein brauchbarer 720p-Beamer kostet 50 Euro eine günstige Leinwand ebenfalls. Reicht das für Einsteiger schon zum perfekten Kino- oder Fußballabend? Wir machen den Test.

Beamer im Billig-Segment waren lange Wegwerfartikel. Meist boten sie mit 480p eine kaum brauchbare Auflösung, waren viel zu dunkel und irre laut. Doch in den letzten Monaten war Bewegung im Markt. Besonders der Blitzwolf BW-VP5 (Testbericht) überraschte uns mit einem erstaunlich guten und hellen 720p-Bild. Nur zu laut ist er trotzdem. Er kostet bei Banggood (Kauflink, Code BGDFG55) 50 Euro.

Wer etwas tiefer in die Tasche greift, bekommt für unter 130 Euro mit dem Xiaomi Wanbo T2 Max (Testbericht) sogar einen 1080p-Beamer im eleganten Design und mit leisen Lüftern. Dafür ist er weniger hell als erhofft. Wer sich für die Billig-Beamer aus China interessiert, der sollte sich unsere Kaufberatung Billig vs teuer: Sechs Beamer von 60 bis 700 Euro im Vergleich durchlesen.

Wer keine glatte weiße Wand zur Verfügung hat oder schlicht die Qualität der Projektion verbessern will, kann eine Beamer-Leinwand nutzen. Wir wollen herausfinden, was eine Leinwand bereits bei einem Billig-Beamer bringt. Dafür haben wir die Projektion auf eine Wand mit der Projektion auf die mit 50 Euro günstige mobile Leinwand Blitzwolf BW-VS1 und der mit knapp 700 Euro hochpreisigen Motorleinwand Celexon Motor Tension HomeCinema - Dynamic Slate ALR verglichen.

Wer sich für eine Leinwand interessiert, muss sich zunächst für eine Größe entscheiden. Diese ist abgesehen vom zur Verfügung stehendem Platz vor allem von drei Faktoren abhängig: dem Sitzabstand, der Auflösung des Beamers und der Helligkeit des Beamers. Der Sitzabstand sollte so gewählt werden, dass die Leinwand komplett im Sichtfeld des Zuschauers liegt. Es darf also nicht sein, dass man wie in der ersten Reihe des Kinos seinen Kopf nach links und rechts bewegen muss, um das gesamte Bild zu erfassen.

In unserem Fall ist aber eher der Billig-Beamer der limitierende Faktor bezüglich des Sitzabstands. Das Hauptproblem: Mit zunehmender Bildbreite benötigt der Beamer eine exponentiell höhere Lichtleistung. Wenn sich also die Leinwandbreite verdoppelt, benötigt der Beamer eine vierfache Lichtleistung für die gleiche Helligkeit. Selbst beim hellsten Billig-Beamer Blitzwolf BW-VP5 empfehlen wir jedoch eine maximale Projektionsgröße von 79 Zoll, was etwa einer Diagonale von zwei Metern entspricht. Ein weiterer Faktor ist die Auflösung des Projektors. Je niedriger, desto weiter sollte der Zuschauer von der Projektion sitzen, damit keine Unschärfen oder Artefakte sichtbar werden. Bei einem 79-Zoll-Bild bei 720p empfehlen wir einen Sitzabstand von mindestens 3,5 Meter, bei gleicher Größe und Full-HD kann man auf gut zwei Meter ran.

Die „billigste“ Leinwand ist die Wand. Doch nicht jede ist zur Projektion geeignet. Sollte etwa Raufasertapete vorhanden sein, können sich Zuschauer gleich von jeglichen Bilddetails verabschieden. Von Tapetenprojektion raten wir ab. Auch glatte Wände sind nicht immer perfekt geeignet, da die in Innenräumen verwendete Farbe meist der Wohnlichkeit zuliebe einen leichten Gelbton besitzt, welcher das Bild verfälscht. Wer will, kann jedoch spezielle Projektionsfarbe auftragen.

Mobile Leinwände, zu denen auch die hier besprochene Blitzwolf BW-VS1 gehört, kommen mit einem Stativ und einer Ausziehleinwand. Sie eignen sich super für den Einstieg. Die Blitzwolf BW-VS1 ist innerhalb von zwei Minuten aufgebaut, ihr Stativfuß hält, wirkt jedoch etwas wackelig. Unser Exemplar hat eine deutliche Delle im Metall. Die schränkt sie zwar funktionell nicht ein, sieht aber unschön aus. Hier müssten sich Käufer an den Kundendienst für einen Ersatz wenden.

Für eine mobile Leinwand ist sie mit einer Breite von 2,2 Metern groß. In der Höhe bietet die Leinwand maximal 1,2 Meter. Die Oberkante der Leinwand ragt bis zu 2,5 Meter in die Höhe. Für noch mehr Tipps für eine kostengünstige Installation einer Großbild-Leinwand empfehlen wir den Ratgeber unserer Schwester-Publikation c‘t Gespannte Tücher: Tipps für die mobile Beamer-Leinwand.

Hier im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten mobilen Beamer-Leinwände mit einer Breite von mindestens zwei Metern. Diese fangen dort bei etwa 60 Euro an. Die Blitzwolf BW-VS1 kostet bei Banggood (Kauflink) mit Gutscheincode BG44919f 55 Euro, verschickt wird aus Tschechien.

Eine Rollo-Leinwand rollt die Leinwand bei Nichtgebrauch platzsparend in einem Metallkasten zusammen. Dieser Kasten hängt dauerhaft montiert an Decke oder Wand. Ihr größter Nachteil: Da der Griff meist mittig an der Unterseite der Leinwand hängt, müssen sich selbst große Leute kräftig strecken, um sie aus dem eingerollten Zustand aufziehen zu können. Dafür sind sie günstig. Varianten mit einer Breite ab zwei Metern fangen bereits bei 60 Euro an, wie unser Preisvergleich zeigt.

Für Heimkino besonders beliebt sind elektrische Leinwände. Diese Motorleinwände fahren auf Knopfdruck einer Fernbedienung aus und ein. Von ihnen gibt es viele Varianten, die auf Heimkino optimiert sind. Für diesen Ratgeber schauen wir uns die Motorleinwand Celexon Motor Tension HomeCinema - Dynamic Slate ALR genauer an. Für die Installation dübelt man zunächst zwei Haltearme an die Wand und rastet den Metallkasten anschließend ein. Das ist für Käufer mit handwerklichen Grundkenntnissen kein Problem, allerdings gelingt der Aufbau am besten zu zweit.

Dank ihrer aufwendigen und soliden Bauart bieten viele Motorleinwände bildverbessernde Maßnahmen. So kommt die Celexon Motor Tension HomeCinema – wie ihr Name bereits sagt – mit einer Tension, auch Seilspannung genannt. Dieser seitliche Gummizug hält das Tuch auch in den Randbereichen plan, das beugt Geometrieverzerrungen vor.

Auch wenn eine Leinwand direkt nach der Installation perfekt erscheint, kann sie nach einiger Zeit Wellen, Falten oder Ohren zeigen. Das ist gerade bei Roll- und Motorleinwänden nicht selten, da die Leinwand bei jedem Aus- und Einrollen einer mechanischen Belastung ausgesetzt wird. Auch kann es sein, dass die Leinwand unter UV-Einfluss vergilbt. Wer lange Freude an seiner Leinwand will, sollte auf Qualität setzen. Auch, wenn günstige Motorleinwände ab zwei Meter Diagonale bereits ab etwa 100 Euro anfangen, wie unser Preisvergleich zeigt.

Die Rahmenleinwand ist bezüglich ihrer Projektionsqualität die Königin unter den Beamer-Leinwänden. Nicht umsonst findet man sie auch in Kinos. Ihr größter Nachteil: Einmal installiert ist sie immer da. So bietet sie sich im Grunde nur für spezielle Kino-Räume und hochwertige Setups an. In unserem Fall wollen wir jedoch wissen, ob sich eine Leinwand bei einem Billig-Beamer lohnt, deswegen schließen wir sie im Vergleich aus.

Die klassische Leinwand in mattem Weiß reflektiert das Licht weitestgehend in alle Richtungen und agiert wie ein neutraler Spiegel. Sie bildet ausgezeichnet die eigentliche Qualität des Beamers ab. Ihr großer Nachteil liegt darin, dass sie auch das Umgebungslicht reflektiert und auf den Nutzer zurückwirft. So vermischt sich das Bild und wirkt blasser und kontrastärmer. Dieses Problem zeigt sich vor allem in Räumen mit Restbeleuchtung. In unserem Fall bietet die Blitzwolf BW-VS1 eine solches matt weißes Tuch.

Sogenannte Kontrastleinwände reduzieren das Problem. Sie bieten meist eine graue Grundfläche, die dank einer speziellen Beschichtung Streu- und Fremdlicht ignorieren soll. Diese Tücher erhöhen den Kontrast deutlich, vor allem die Schwarzwerte profitieren, aber auch Farben sehen lebendiger aus. Der Nachteil liegt darin, dass sich der Sichtwinkel verringert und die Ausleuchtung des Bildes zu den Rändern schlechter wird. Das Tuch der Celexon Tension Motorleinwand ist ein solches Hochkontrasttuch. Für mehr Informationen zu Reflexionseigenschaften von Leinwänden empfehlen wir den c't-Beitrag Gespannte Tücher.

Nun zur zentralen Frage dieses Beitrags: Verbessert eine Leinwand das Bild meines Billig-Beamers. Die eindeutige Antwort: Es kommt darauf an. Wer als Projektionsfläche eine weiße Wand ohne störende Tapete wie Raufaser hat und den Beamer überwiegend in einem abgedunkelten Raum nutzt, sollte damit gut bedient sein. Denn abgesehen von einem eventuellen leichten Gelbstich der Farbe bietet eine Wand akzeptable Reflexionseigenschaften – gerade bei erschwinglichen Einstiegs-Beamern.

Wer dagegen keine akzeptable Wand zur Verfügung hat, kommt um eine Leinwand kaum herum. Hier bieten sich für den Einstieg mobile Leinwände mit Stativ an. Diese sind innerhalb weniger Minuten aufgebaut und genauso schnell wieder verstaut. Rollo- und Motorleinwände sind als dauerhafte Installation gedacht und eignen sich eher für jene, die eine regelmäßige Nutzung des Beamers vorsehen.

Um einen Eindruck davon zu erhalten, wie es um die Eigenschaften zur Verbesserung der Bildqualität bei einer Beamer-Leinwand steht, richten wir den 50-Euro-Projektor Blitzwolf BW-VP5 (Testbericht) und den 130-Euro-Full-HD-Beamer Xiaomi Wanbo T2 Max (Testbericht) aus drei Meter Entfernung auf eine weiße Wand, die günstige weiße Leinwand Blitzwolf BW-VS1 und die hochwertige Motorleinwand mit Hochkontrasttuch von Celexon.

In hellen Räumen liegen die weiße Wand und die Blitzwolf-Leinwand beinahe gleichauf. Bei beiden ist das Bild matschig und kontrastarm. Selbst für das Betrachten von hellen Bildern oder Fußballspielen ist es nur eingeschränkt geeignet, dunkle Bilder oder Filme machen gar keinen Spaß. Das liegt in erster Linie an der zu geringen Helligkeit der Projektoren. Auch die hochwertige Leinwand von Celexon schafft es nicht, aus den Billig-Beamern ein anständiges Bild zu kitzeln. Kurzum sind die Billig-Beamer einfach nicht für den Einsatz in beleuchteten Räumen geeignet.

Ist der Raum dagegen komplett abgedunkelt, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Wieder sind die weiße Wand und die Blitzwolf-Leinwand nah beieinander, allerdings zeigt die Leinwand etwas intensivere Farben. Die Celexon-Leinwand spielt nun ihre Stärken voll aus. Gerade die Schwarzwerte sind richtig gut. Allerdings verschluckt sie auch einiges an Licht der ohnehin nicht besonders hellen Projektion. Wer das beste Bild will, sollte passend zur guten Leinwand auch einen guten Beamer wählen, der nicht nur eine Auflösung von mindestens 1080p liefert, sondern auch eine ausreichende Helligkeit.

Bereits für 50 Euro gibt es mit dem Blitzwolf BW-VP5 (Testbericht) einen brauchbaren Beamer. Dieser gefällt uns vor allem dank seiner kräftigen Farben und der für diesen Preis hohen Helligkeit. Auch der Xiaomi Wanbo T2 Max (Testbericht) ist wegen seiner 1080p Auflösung eine Empfehlung, allerdings ist er etwas weniger leuchtstark.

Eine Leinwand für die Billig-Beamer bringt vor allem all jenen etwas, die keine weiße Wand ohne Tapete zur Verfügung haben. Hier kann man etwa zu günstigen und flexiblen mobilen Leinwänden mit Stativ greifen. Hochwertige Leinwände wie die Celexon Motor Tension HomeCinema - Dynamic Slate ALR bringen besonders in komplett abgedunkelten Räumen noch mal einen deutlich höheren Kontrastumfang, in hellen Räumen ist der Unterschied nicht so deutlich.

Die Sinnhaftigkeit, zu einem 100-Euro-Beamer eine 600-Euro-Leinwand zu kaufen, stellen wir allerdings infrage. Hier sollten Käufer ihr Geld besser in einen hochwertigeren Projektor investieren. Die Leinwand mit Hochkontrasttuch ist toll, spielt ihre Stärken aber vor allem bei richtig guten Beamern aus. Auch diese sind mittlerweile gar nicht mehr so teuer, wie unsere Marktübersicht: 4K-Beamer werden bezahlbar zeigt. Einen guten Überblick über die richtig günstigen Beamer für den gelegentlichen Einsatz gibt unsere Kaufberatung Billig vs teuer: Sechs Beamer von 60 bis 700 Euro im Vergleich.

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