Bessere Luft: Smarte Raumluft-Sensoren für CO2, Radon, Ozon, Feinstaub & Co

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Smarte Luftsensoren messen Feuchtigkeit, Temperatur, CO2, CO, VOC, Ozon, Feinstaub, Radon und mehr. Worauf es ankommt und was diese kosten, zeigt der Ratgeber.

Vernetzte Luftqualitäts-Monitore für das Smartphone gibt es mittlerweile von zahlreichen Herstellern, wobei die Preisspanne von rund 10 Euro bis über 500 Euro reicht. Wir klären auf, was es auf dem Markt gibt, wo die Unterschiede liegen und wie die Einbindung in ein Smart Home helfen kann, das Raumluftklima deutlich zu verbessern.

Laut der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zählt die Luftverschmutzung zu einem der größten Umweltrisiken für die Gesundheit. Durch eine Verringerung der Luftverschmutzung können die Länder die Krankheitslast durch Schlaganfall, Herzerkrankungen, Lungenkrebs und chronische und akute Atemwegserkrankungen, einschließlich Asthma, verringern.

Studien belegen, dass je geringer die Luftverschmutzung ausfällt, desto besser ist die kardiovaskuläre und respiratorische Gesundheit der Bevölkerung, sowohl langfristig als auch kurzfristig. Laut WHO lebten 2019 99 Prozent der Weltbevölkerung an Orten, an denen die Luftqualitätsrichtwerte der Gesundheitsbehörde nicht eingehalten wurden.

Schätzungen zufolge verursachte die Luftverschmutzung (Außenluftverschmutzung) in Städten und ländlichen Gebieten im Jahr 2016 weltweit 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle. Neben der Luftverschmutzung im Freien stellt aber auch die Schadstoffbelastung in Innenräumen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.

Nach Angaben des Umweltbundesamts halten sich die Menschen in Mitteleuropa durchschnittlich 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen auf. Pro Tag atmet der Mensch je nach Alter und Aktivität 10 bis 20 m3 Luft ein.

Zur Verbesserung der Luftqualität existieren daher schon seit Jahren Grenzwerte für verschiedene Luftschadstoffe und Empfehlungen für ein besonders gesundheitsverträgliches Raumklima.

CO (Kohlenmonoxid) ist gefährlich, besonders in Innenräumen mit Kamin und Gaskocher. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung und ist ein farb-, geruch- und geschmacksneutrales Gas, welches in höheren Konzentrationen als starkes Atemgift wirkt.

In Ländern wie Großbritannien und den USA sind entsprechende Sensoren bereits häufig fester Bestandteil in vielen Haushalten. Diese erkennen im besten Fall einen erhöhten CO-Gehalt in der Luft frühzeitig und warnen die Bewohner.

CO2 ist geruchs- und geschmacksneutral, der Mensch kann es also nicht erkennen – zumindest nicht ohne Hilfsmittel. Da Menschen und Tiere CO2 ausatmen, kann dieser Wert schnell steigen, hauptsächlich in der kalten Jahreszeit, wenn Fenster und Türen überwiegend geschlossen bleiben. Die Harvard School of Public Health hat ermittelt, dass eine zu hohe CO2-Menge in der Raumluft direkte Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit hat und deshalb zu vermeiden ist. Zu hoch sind Werte ab 1400 ppm (parts per million), als akzeptabel gelten Werte zwischen 1000 und 1400 ppm – optimal sind Werte unter 1000 ppm.

Kohlenstoffdioxid-Werte können in schlecht gelüfteten Büros und Klassenzimmern schnell wachsen. Beispielsweise steigt in einem 3,5 bis 4 Quadratmeter großen geschlossenen Raum mit einer einzigen Person der CO2-Gehalt in nur 45 Minuten von 500 ppm auf über 1000 ppm an.

Viele Raumluftsensoren messen zusätzlich die Temperatur. Laut Experten liegt im Schlafzimmer die optimale Raumtemperatur bei 16 bis 18 Grad Celsius, im Wohn- und Arbeitszimmer sowie der Küche sind 19 bis 22 Grad und im Kinderzimmer sowie Bad 22 bis 24 Grad optimal.

Feinstaub wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen aus. Während in Außenbereichen häufig Autoabgase, Kraftwerke oder Industrie für den Feinstaub verantwortlich sind, treiben in Innenräumen Emissionsquellen wie Rauchen, Kerzen, Staubsaugen, Drucker und Kochen, beziehungsweise Braten den Feinstaubwert nach oben.

Auch wenn es für die Feinstaubbelastung in Innenräumen keinen festgelegten Wert gibt, ab dem Feinstaub als gesundheitsschädigend gilt, geht die WHO davon aus, dass es keine Feinstaubkonzentration gibt, bei der es keine negativen Auswirkungen auf den Menschen gibt.

Wenn die Außenluft bereits mit Feinstaub belastet ist, hilft auch kein Lüften, um die Feinstaubkonzentration in Innenräumen zu senken. In diesem Fall sind Luftreiniger (Ratgeber) erste Wahl. Sie können bei richtiger Dimensionierung die Feinstaubkonzentration in Innenräumen innerhalb von wenigen Minuten absenken. Auch Zimmerpflanzen können das Raumklima nachhaltig verbessern.

Laut Umweltbundesamt gibt es für Feinstaub der Klasse PM10 einen Tagesgrenzwert von 50 μg/m³. Dieser darf lediglich an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Allgemein gilt ein maximaler Jahresmittelwert von 40 μg/m³. Für die kleineren Partikel PM2.5 gibt es von der EU und der WHO nur unverbindliche Zielwerte von 25 μg/m³. Für die kleineren und noch gefährlicheren Partikel existieren aktuell noch keine Grenzwerte.

Zu trockene Luft belastet die Schleimhäute und lässt sie austrocknen. Das führt zu gereizten Atemwegen und kann Krankheiten begünstigen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schweißausbrüchen führen und Schimmel verursachen. Vor allem bei energetisch sanierten Wohnungen ist aufgrund der Dämmung die Schimmelgefahr hoch, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Experten empfehlen für die Luftfeuchtigkeit Werte zwischen 40 und 60 Prozent.

In der Praxis ist vorwiegend das richtige Lüften und Heizen ein probates Mittel, um die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich zu halten. Beim Heizen könnten smarte Thermostate für Heizkörper (Bestenliste) und Fußbodenheizungen (Ratgeber) helfen. Dabei ist es einfacher, einen passenden Wert zu halten, als Extremwerte umzukehren. Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, können Luftbefeuchter oder Zimmerpflanzen helfen. Letztere wandeln über das Chlorophyll in ihren Blättern mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid (CO2) unter anderem in Sauerstoff um (Fotosynthese). Das Gießen von Zimmerpflanzen sorgt für eine natürliche Luftbefeuchtung, da mehr als 90 Prozent des Gießwassers wieder an die Umgebung abgegeben wird.

Bei Radon handelt dies sich um ein radioaktives Gas, das aus dem Erdboden oder aus Baumaterialien entweichen kann. In Deutschland gibt es je nach Region eine unterschiedlich starke Radon-Konzentration im Boden, welche von dort in Innenräume gelangen kann. Radon ist unsichtbar sowie geschmacks- und geruchsneutral. Sensoren können das Gas erkennen. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor hohen Radon-Konzentrationen, da es auf lange Sicht das Lungenkrebsrisiko erhöht. Etwa fünf Prozent der Lungenkrebstoten sollen auf zu hohe Radon-Belastung zurückzuführen sein.

Mit den flüchtigen organischen Verbindungen VOC (Volatile Organic Compounds) sind zahlreiche Stoffe gemeint, die bei gewissen Temperaturen in die Gasphase übergehen, sich also in der Luft befinden und eingeatmet werden. Sie können bei zu hoher Konzentration Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege hervorrufen. Die Gesamtzahl aller in der Luft befindlichen Stoffe wird als TVOC (Total Volatile Organic Compounds) bezeichnet.

Dabei ist es gar nicht so einfach, hohe VOC-Konzentrationen zu vermeiden. Die Verbindungen sind unter anderem in Möbeln, Farben, Stoffen und Reinigungsmitteln enthalten. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit sind unter Umständen spürbar, obwohl viele Stoffe sowohl geruchs- als auch geschmacksneutral sind. Ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, Produkte mit dem Siegel "Blauer Engel" zu kaufen und Materialien zu verwenden, die laut AgBB-Bewertungsschema geprüft wurden. Auch hier gilt, wenn sich die Quellen nicht vollständig vermeiden oder beseitigen lassen: Lüften reduziert die VOC-Konzentration in Innenräumen. Doch es gibt es auch für diese Stoffe Sensoren, die vor zu hohen Konzentrationen warnen.

Der Air-Q Pro stammt von der deutschen Corant GmbH und ist einer der leistungsfähigsten Luftqualitätsmesser. Das in Deutschland gefertigte Gerät bietet 14 Sensoren, die Werte über Sauerstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Feinstaub der Klassen PM1, PM2.5 und PM10, Stick- und Stickstoffoxid, Ozon, Schwefeldioxid, VOC-Gase, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte und Lärm erfassen. Zusätzlich werden aus Teilen dieser Werte noch die relative Luftfeuchte und der Taupunkt ermittelt.

Der Air-Q Pro wird über ein USB-Netzteil mit Strom versorgt. Als Energiezufuhr kann aber auch eine Powerbank dienen. Das erleichtert den mobilen Einsatz, wenn man etwa in einem anderen Raum die Luftqualität überprüfen möchte. Gesteuert wird der Luftqualitätssensor mit der Air-Q-App. Sie erfasst sämtliche Daten der Sensoren und stellt diese übersichtlich grafisch dar. Zu jedem einzelnen Wert liefert die App zusätzliche Informationen wie Beschreibung, Grenzwerte, Folgen, Entstehung und Sensorhardware. Auch bei der Überschreitung von Grenzwerten bietet die App nützliche Informationen zu Konsequenzen für Gesundheit und Leistung. Exemplarisch sind hier die Informationen bei einer zu niedrigen Luftfeuchte aufgeführt:

Leistung: Die relative Luftfeuchtigkeit-Konzentration beeinflusst Ihre Leistungsfähigkeit negativ.

Was sind mögliche Folgen?Die relative Luftfeuchtigkeit hat 30 % unterschritten. Das kann die Schleimhäute austrocknen, was zu störendem Kratzen im Hals und trockener Nase führt.

Was sind mögliche Ursachen?Die relative Luftfeuchtigkeit im Innenraum ist im Winter oft zu gering, da die kalte Luft von draußen eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit besitzt. Beim Aufheizen im Innenraum sinkt dann die relative Luftfeuchtigkeit stark. Auch können Gipswände o.ä. der Luft viel Feuchtigkeit entziehen.

Was kann ich dagegen tun? Durch die Verwendung von Luftbefeuchtern oder Pflanzen im Raum, kann die Luftfeuchtigkeit und damit das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

Ferner stehen die erfassten Daten auch online unter my.air-q.com zur Verfügung, wenn der Nutzer dem Datenupload in die Air-Q-Cloud zugestimmt hat. Zudem gibt es noch ein Online-Forum, in dem sich nicht nur Nutzer untereinander austauschen können, sondern auch die Mitarbeiter der Firma bei Problemen den Anwendern hilfreich zur Seite stehen.

Die Einbindung in ein Smart-Home-System ist etwa über IFTTT möglich. Damit können Anwender Grenzwerte definieren, die bestimmte Aktionen auslösen. So lassen sich unter anderem die Werte des Air-Q zur Steuerung des Philips-Luftreinigers 2000i AC2889/10 (Ratgeber) verwenden, um das Gerät effizienter zur Verbesserung des Raumklimas zu nutzen. Zwar bieten smarte Luftreiniger ebenfalls eine automatische Steuerung, doch basiert diese meist nur auf einem einzigen Sensor-Wert. Mit den umfassenden Messwerten des Air-Q lässt sich der Luftreiniger wesentlich smarter steuern, sodass damit eine schnellere Verbesserung der Luftqualität erzielt wird. Zudem kann an eine optimale Steuerung des Luftreinigers auch zu einer Senkung der Nutzungszeit führen, sodass Filter länger halten.

Die Messtechnologie des Air-Q hat Hersteller Corant eigenen Angaben zufolge mit wissenschaftlichen Partnern nach Laborstandard entwickelt. Speziell für die Wissenschafts-Community gibt es noch den Air-Q Science, auf den Entwickler über eine API vollständig zugreifen können. Bis auf den Air-Q-Light können alle anderen Varianten mit zusätzlichen Sensoren erweitert werden. Der Air-Q-Science ist aktuell für 629 Euro im Angebot. Der Air-Q-Pro mit 14 Sensoren kostet 539 Euro und der Air-Q-Basic mit 11 Sensoren 419 Euro. Und das Einstiegsmodell Air-Q Light mit 5 Sensoren ist ab 299 Euro erhältlich.

Der kreisrunde Sensor ohne Display, aber mit LED-Punkt, misst neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit und VOC, aber kein CO2. Über diese Werte ermittelt der aktuell für 60 Euro erhältliche Airthings Wave Mini auch das Schimmelrisiko. Die Verbindung zum Smartphone erfolgt via Bluetooth, die Auswertung über eine App für iOS und Android. Die LED auf dem Gerät aktivieren Nutzer, indem sie vor dem Gerät winken. Sie zeigt mit einem Farbcode die Raumluftqualität an und rät zum Lüften. Eine Anbindung an den Google Assistant und den Automatisierungsdienst IFTTT ist möglich.

Der für gut 190 Euro verfügbare Sensor kann im Vergleich zum Airthings Wave Mini zusätzlich den Luftdruck, die Kohlendioxid- und die Radon-Konzentration in der Luft messen. Die Anbindung ans Smartphone erfolgt via Bluetooth. Auf der Vorderseite befindet sich ein LED-Leuchtring, der die Luftqualität anhand von drei Farben signalisiert. Dazu muss der Nutzer nur mit der Hand vor dem Sensor winken. In der Smartphone-App werden die Daten archiviert und grafisch ausgewertet.

Der knapp 300 Euro teure View Plus ist Airthings' leistungsstärkstes Produkt. Der Luftgütesensor warnt vor den Luftschadstoffen Radon, Feinstaub (PM2.5), Kohlendioxid (CO2) und luftgetragene Chemikalien (VOCs). Außerdem informiert er über Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck. Wie beim Wave Plus bietet das Gerät ein Gestensteuerung für die Anzeige von Daten zur Luftqualität.

Der View Plus kann mit 6 AA-Batterien (im Lieferumfang enthalten) oder direkt über per USB betrieben werden. Wenn das Gerät über USB mit Strom versorgt wird und mit Wi-Fi verbunden ist, fungiert es als Hub für andere Airthings-Geräte wie Wave Mini, Wave Plus, Wave Radon 2nd gen. Die Konfiguration erfolgt über die App.

Im Test der Stiftung Warentest hat der View Plus als Testsieger bei den smarten Luftsensoren abgeschnitten. Insbesondere war die CO2-Messung sehr genau.

Dank Support für Amazon Alexa, Google Assistant und IFTTT können Anwender den View Plus in ihr Smart Home integrieren und auf Basis der gemessenen Werte etwa einen Luftreiniger steuern. Apple Homekit unterstützt Airthings nicht.

Seit Ende 2021 hat auch Amazon einen smarten Raumluftsensor für etwa 80 Euro im Portfolio. Der Amazon Smart Air Quality Monitor hat die Maße 65 x 65 x 45 Millimeter, wiegt 120 Gramm und hängt dank mitgeliefertem Netzteil dauerhaft am Strom. Sein Äußeres wirkt hochwertig und schick. Uns gefällt der perforierte "Grill" aus Metall an seiner Front. Dahinter verbirgt sich ein recht leiser, aber dauerhaft laufender Lüfter. Etwas unpassend wirkt das schwarze Netzkabel, welches sich mit dem weißen Kunststoff des Sensors beißt. Die Einrichtung des Sensors, der die kabellosen Verbindungsstandards WLAN und Bluetooth unterstützt, gelingt Amazon-typisch mithilfe der Alexa-App.

Der Amazon Smart Air Quality Monitor misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO, VOC und Feinstaub. Wir vermissen den für Innenräume so wichtigen CO2-Wert. Aus den fünf gemessenen Werten erstellt das Gerät einen Luftqualitätswert zwischen 0 und 100, wobei 100 der beste zu erreichende Wert ist. Am Amazon Smart Quality Monitor selbst befindet sich eine in der App deaktivierbare LED, die farbig anzeigt, wenn die Luftqualität nachlässt und man lüften sollte.

Das Gerät kann als Aktor für Routinen agieren – allerdings gilt das nur für den Temperaturwert. So kann man etwa beim Überschreiten eines bestimmten Feinstaubwerts eine smarte Lampe aufleuchten lassen, ein smartes Heizkörperthermostat (Bestenliste) aufdrehen oder eine smarte Steckdose (Ratgeber) aktivieren. Es ist auch möglich, einzelne Werte in die Routinen mit einzubeziehen. Das ist sinnvoll, um etwa einen Luftreiniger (Ratgeber) beim Unterschreiten eines bestimmten Luftwertes zu aktivieren.

Um auf die Werte zuzugreifen, muss der Nutzer in der Alexa-App über "Alle Geräte" den Sensor suchen und dort das Dashboard aktivieren. Das ist zu umständlich. Wer einen Amazon Echo Show (Vergleichstest) hat, kann sich das Dashboard über den Sprachbefehl "Wie ist die Luftqualität drinnen?" anzeigen lassen und damit interagieren. Allerdings verschwindet die Anzeige nach wenigen Sekunden wieder. Es ist nicht möglich, sie dauerhaft darzustellen.

Das Äußere, die Installation und die Funktion als Aktor in Routinen des Alexa-Kosmos (Ratgeber) sind gelungen. Aber es fehlt der CO2-Wert.

Der 36 x 36 x 9 Millimeter kleine Aqara-Sensor kann mit Zigbee über den optionalen Aqara Hub in Apple HomeKit, in Amazon Alexa und Google Assistent integriert werden und misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ihm fehlt ein Display und die Möglichkeit, VOC zu erkennen. Er ist mit einem Preis von unter 20 Euro einer der günstigsten smarten Raumluftsensoren am Markt.

Der für etwa 50 Euro teure TVOC Air Quality Monitor von Aqara informiert auf einem Dot-Matrix-E-Ink-Display über den aktuellen Status von TVOC (Total Volatile Organic Compounds), den Gesamtwert aller flüchtigen organischen Verbindungen in der Raumluft, sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Insgesamt stehen Nutzern mit Sensoren und Aktoren von Aqara viele Möglichkeiten offen. Vor allem Homekit-Nutzer freuen sich über eine günstige Möglichkeit mit Aqara-Produkten ihr Smart Home zu erweitern. Mehr Informationen zu diesem Thema bietet unser Ratgeber Günstig, gut & Homekit: Aqara Smart Home im Test.

Dieser 50 Euro teure Eurotronic-Luftgütesensor arbeitet mit dem Kommunikationsstandard Z-Wave, der von vielen Gateways unterstützt wird. Er misst neben VOC-Werten auch CO2, die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit und den Taupunkt. Mit 6,8 x 6,8 x 1,7 Zentimetern ist das Gerät angenehm klein, ein Display gibt es nicht. Allerdings signalisiert eine kleine LED, wenn es an der Zeit ist zu Lüften.

Dank Z-Wave kann der Eurotronics Raumluftsensor etwa in Samsung Smartthings eingebunden werden. Was mit Samsungs Smart-Home-Lösung alles möglich ist, zeigen wir im Ratgeber Samsung Smartthings: Toller Ansatz mit Fehlern.

Der mit seinen Maßen von 15 x 54 x 54 Millimeter große Sensor Eve Room kann Temperatur, Luftfeuchtigkeit und VOC messen. Das Gerät steht auf dem Tisch oder hängt an der Wand. Der Akku erlaubt einen Betrieb von sechs Wochen, danach wird er über Micro-USB wieder aufgeladen. Ein monochromes E-Ink-Display zeigt die gemessenen Werte an. Die Eve-App bildet alle Messwerte in Diagrammen nach Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren ab. Eve Home kostet etwa 100 Euro und versteht sich nur mit Apples Homekit und gelangt so ins Smart Home. Was mit Apple Homekit alles möglich ist, zeigen wir im Ratgeber Apple Homekit: Endlich gute Smarthome-Steuerung.

Die kupferfarbene Röhre mit den Maßen von 45 x 155 Millimetern von Netatmo kann neben der Luftfeuchtigkeit auch die Temperatur, den CO2-Gehalt der Raumluft und als Besonderheit die Lautstärke messen. Ausgewertet werden diese Daten in der App des Herstellers. Der aktuell für 100 Euro erhältliche Raumluftsensor hat keinen Akku, muss also stets am Stromnetz hängen. Auf Wunsch verbindet er sich mit Homekit. Alexa und den Google Assistant unterstützt er nicht. Die App versendet Warnungen, wenn die vom Hersteller eingegebenen Grenzwerte überschritten werden und gibt Tipps zur Verbesserung des Raumklimas. Bis auf die Lärmmessung informiert auch die Netatmo Wetterstation (Testbericht) mit Innenmodul für 149 Euro über Luftfeuchtigkeit, Temperatur und CO2-Gehalt.

Das Xiaomi Bluetooth Thermometer kostet auf Amazon knapp 11 Euro. Für diesen unschlagbar günstigen Preis bekommt der Käufer ein kleines Thermometer mit den Seitenmaßen von 43 Millimeter und einer Höhe von 13 Millimetern. Sein unbeleuchtetes LCD ist mit 38 Millimeter Diagonale ausreichend groß.

Das Display zeigt im oberen Bereich dauerhaft und groß die aktuelle Temperatur an. Im unteren Bereich steht die Luftfeuchtigkeit in Prozent, direkt daneben symbolisiert ein Emoji die Luftqualität.

Der Clou am Xiaomi Bluetooth Thermometer ist aber seine Einbindung in das Xiaomi Smart-Home-Ökosystem. So sendet es etwa via Bluetooth grafisch aufbereitet einen Verlauf der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Auch kann es dank "Wenn-Dann-Befehlen" als Aktor agieren. Das funktioniert aber nur mit Geräten, die ebenfalls von der Xiaomi-App unterstützt werden. Was immer geht, ist etwa eine Benachrichtigung, wenn die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit einen zuvor bestimmten Wert über- oder unterschreitet.

Eigentlich sollte das Xiaomi Bluetooth Thermometer auch Alexa unterstützen. Tatsächlich finden wir sie nach der Freigabe durch die Xiaomi-App bei Alexa. Allerdings übermittelt der Sensor weder Temperatur- noch Luftfeuchtigkeitsdaten.

Insgesamt hat uns das Xiaomi Bluetooth Thermometer im Test dennoch gefallen. Wer günstig kauft, zahlt weniger als fünf Euro pro Sensor. Dafür zeigt es sehr zuverlässig und genau die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Dass es dank Bluetooth und App dann auch noch als Aktor im Xiaomi-System herhält oder Benachrichtigungen verschickt, ist ein nettes Gimmick, dass sicher einige Fans finden wird.

Die Sensoren können ihre Messwerte in Apps und teilweise auch in Smart-Home-Systeme von Apple, Google, Amazon und Co. einspielen. Diese unterstützen meist auch Sprachbefehle und erlauben es beispielsweise, den CO2-Wert oder die Luftfeuchtigkeit abzufragen oder andere Aktoren anzusteuern. Ohne Smart-Home-Anbindung tauchen Benachrichtigungen auf Smartphone und Tablet auf.

Wir haben mehrere Praxisversuche in Wohnungen unternommen, unter anderem mit dem Netatmo Luftqualität Messgerät, dem air-Q Pro und dem Airthings Wave Plus. Nach einiger Zeit wird es schon fast zum Ritual, bei CO2-Warnungen die Fenster aufzumachen und zu lüften. Zu Zeiten, an denen das Fenster sonst eher zugeblieben wäre.

Aber ist das schon der Weisheit letzter Schluss? Eher nicht. Aber mit smarten Fensteröffnern, Luftbefeuchtern, Ventilatoren (Ratgeber), Luftreinigern (Ratgeber) und smarten Heizkörperthermostaten (Bestenliste) und Fußbodenheizungen (Ratgeber) lässt sich auf Basis von Raumluftsensoren ein automatisches System zur Steuerung des Raumklimas schaffen.

Für Dachfenster hat Velux bereits 2018 ein Homekit-fähiges Angebot geschnürt, das aus den Fenstern, einer Motorsteuerung samt Elektronik und einem Raumklima-Sensor besteht, der ständig Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität (CO2-Gehalt) im Raum misst und daraufhin entweder manuell oder per Sprachbefehl das Fenster öffnet oder schließt, beziehungsweise die Verschattung steuert.

Für normal angebrachte Fenster bietet eQ-3 den Homematic Funk-Fensterantrieb Winmatic an, der über die Zentrale des Homematic-Systems angesprochen werden kann. Die Apparatur wird anstelle des Fenstergriffs montiert und arbeitet mit einem Akku oder im Netzbetrieb. Eine Schnittstelle zu Amazon Alexa ist in Homematic bereits vorhanden. Homematic enthält keine offizielle Schnittstelle zu Homekit, doch mit der Serverlösung Homebridge und dem passenden Plug-In ist eine Ansteuerung und die Einbindung in Automationen und Szenen möglich, erfordert aber etwas Einarbeitung und einen Raspberry Pi, ein Synology-NAS oder einen Windows-, Linux- oder Mac-Rechner. Mehr dazu in Homematic IP im Test: Fast perfektes Smart Home.

Durch eine kontinuierliche Luftqualitätsmessung und Benachrichtigungen bei Ausschlägen können Anwender für ein verbessertes Raumklima sorgen. Und wenn sich auf Basis dieser Werte noch Geräte wie smarte Fenster, Luftreinigern (Ratgeber) und Luftbefeuchter, steuern lassen, verbessert sich das Raumklima in einem Smart Home ganz automatisch.

Raumluftsensoren müssen nicht teuer sein, wie der Aqara-Sensor für unter 20 Euro zeigt. Dieser misst zwar lediglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit, lässt sich aber über Zigbee und einem Gateway in Apple Homekit (Ratgeber) einbinden. Mehr zum System erläutern wir im Ratgeber Günstig, gut & Homekit: Aqara Smart Home im Test.

Wer zusätzlich den TVOC-Wert oder den CO2-Gehalt messen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Hier bietet sich etwa der Eurotronics-Luftsensor für 60 Euro an, der beide Werte abbildet. Er bindet sich über Z-Wave in Samsung Smartthings (Ratgeber) ein. Wer einen guten Sensor für Homekit sucht, kann zum Netatmo-Luftqualitätsmesser greifen, dieser kostet rund 100 Euro. Der gut 190 Euro teure Airthings Wave Plus und der für knapp 300 Euro erhältliche Airthings View Plus sind die einzigen Raumluftsensoren in unserer Übersicht, die auch das gefährliche Radon erfassen.

Und wer an einer möglichst umfangreichen Erfassung von Schadstoffen in der Luft und auf möglichst genaue Messwerte interessiert ist, greift zum Air-Q Basic oder zum Air-Q-Pro. Mit 11 und 14 Sensoren standardmäßig ausgestattet, erfassen sie mit Abstand die allermeisten Werte. Zudem lassen sich die Geräte noch mit weiteren Sensoren nachrüsten. Dass die Verbesserung der Luftqualität auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat, beweist der Hersteller damit, dass sämtliche Sensoren bei einem Defekt ausgetauscht werden können. Zudem bietet die Air-Q-App rund um das Thema Luft nicht nur mit detaillierten Erklärungen, sondern hilft Anwendern mit nützlichen Ratschlägen das Raumklima optimal zu halten.

Ein Smart Home bietet generell viele Komfortfunktionen und muss nicht unbedingt teuer sein. Welche Möglichkeiten es gibt, Leuchten, Heizung, Steckdosen und Co. zu vernetzen und anschließend per Routinen und per Sprache zu steuern, zeigen wir in unserem Ratgeber Smart Home: Mit wenig Geld zum Erfolg. Wer gerade dabei ist, ein Haus zu bauen, dem könnte unser Ratgeber Tipps für Bauherren: Smart-Home-Grundlagen für den Neubau weiterhelfen.

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