Auto-Gadgets für den Winter: Starthilfe, Sitzauflagen und elektrische Eiskratzer

Beheizbare Sitzauflage von Lescars

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Elektrischer Eiskratzer, mobile Starthilfe oder beheizte Sitzauflagen: Wir zeigen praktisches Winter-Zubehör und weitere Gadgets fürs Auto.

Wer auch im Winter häufig auf den Pkw angewiesen ist, braucht passendes Zubehör. Bei niedrigen Temperaturen kommen auf Fahrer und Autobatterie besondere Herausforderungen zu. Hier empfiehlt sich etwa eine mobile Powerbank als Starthilfe. Es gibt aber noch weitere Gadgets, die Autofahrern in den Wintermonaten helfen. Dazu gehören Pflegegeräte für die Autobatterie oder elektrische Eiskratzer sowie mobile Kaffeemaschinen für den Zigarettenanzünder. Speziell ältere Fahrzeuge müssen häufig auf den Komfort einer Sitzheizung verzichten. Mit einer beheizbaren Sitzauflage kann man dieses Feature kostengünstig nachrüsten.

Gerade ältere Autobatterien gehen bei niedrigen Temperaturen auf Dauer in die Knie. Sie liefern dann nicht ausreichend Spannung, um den Motor zu starten. Wer keine Kfz-Starthilfe zur Hand hat, kann nur auf die Hilfe anderer Autofahrer hoffen oder auf den ADAC warten. Das kann dauern, die „Gelben Engel“ haben gerade bei frostigen Temperaturen viele Aufträge abzuarbeiten.

Wer komplett unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern sein will, benötigt eine eigene Starthilfe. Hier kommt eine mobile Powerbank zum Einsatz – auch Starthilfe-Booster genannt. Diese liefert über Klemmen die benötigte Spannung und Leistung für die Batterie, um den Motor in Gang zu setzen. Vor dem Kauf sollte man darauf achten, dass die mobile Starthilfe für den jeweiligen Motor genug Stromstärke erzeugt. Für kleine Benzinmotoren reichen meistens preiswerte Starthilfen mit 200 Ampere. Größere Aggregate und Dieselmotoren brauchen allerdings schon eher 600 Ampere.

Eine weitere Herausforderung: Bei Kälte sinkt auch bei einem Lithium-Ionen-Akku die Speicherleistung rapide. Deshalb sollte man im Winter die Starthilfe nicht im Kofferraum lagern. Hier empfiehlt es sich, die Starthilfe zu Hause aufzubewahren und jedes Mal mitzunehmen oder wenigstens im Innenraum des Autos mitzuführen.

Ein weiteres wichtiges Pflegemittel für die Autobatterie ist ein Ladegerät. Dieses versorgt prozessorgesteuert die Batterie mit einer Grundspannung. Es prüft den Ladestand und lädt bei Bedarf die Batterie passgenau wieder auf. Das verhindert die Bildung von Bleisulfatkristallen. Anders als Starthilfe-Booster benötigen diese Geräte aber eine 230 Volt-Steckdose. Wer nicht über den Luxus einer Garage mit Steckdose verfügt, muss die Batterie für den Ladevorgang aus dem Kfz herausnehmen und in einem gut belüfteten Raum aufladen.

Mobiler sind sogenannte Refresher oder Batteriepulser. Diese Geräte verbindet man mit der Autobatterie. Beim Ladevorgang während der Fahrt wirken sie der Bildung von Bleisulfatkristallen entgegen. Mehr zum Thema erklären wir im Ratgeber Starthilfe fürs Auto: Powerbanks und Ladegeräte für die Autobatterie.

Was bei neueren Kraftfahrzeugen mittlerweile Standard ist, war früher noch Luxuszubehör. Die Rede ist von der Sitzheizung. Eine Nachrüstung in der Autowerkstatt ist kostspielig. Es gibt jedoch eine günstige Alternative: beheizbare Sitzauflagen.

Die Sitzauflage mit integrierten Heizelementen legt man auf den Autositz und verbindet diese mit dem 12-Volt-Zigarettenanzünder. In der Sitzfläche integrierte elektrische Glühdrähte sorgen für wohltuende Wärme unter dem Allerwertesten und Rücken. Das Ganze ist vergleichbar mit einem Heizkissen, das speziell für den Autositz angepasst ist.

Die Sitzauflage befestigt man mit Gummibändchen am Sitz. Hier sollten Fahrer darauf achten, dass alles festsitzt. Verrutscht die Unterlage während der Fahrt, stellt das ein Sicherheitsrisiko dar. Als Stromquelle dient der 12-Volt-Anschluss. Über eine im Kabel integrierte Fernbedienung schaltet man die Sitzheizung in den beiden Wärmestufen „Low“ und „High“ ein. Bereits nach wenigen Minuten wärmt die Sitzauflage angenehm auf – eine gute Lösung für jedes Fahrzeug, das sonst ohne Sitzheizung auskommen muss.

Nachdem man das Kraftfahrzeug abstellt, sollte man die Sitzheizung abstecken, um die Batterie zu schonen. Wir empfehlen, sie immer erst einzustecken, wenn das Fahrzeug gestartet ist. Beheizbare Sitzauflagen fürs Auto bekommt man von Herstellern wie Lescars, Walser, HP, Profi Power, Dometic und Unitec zu Preisen zwischen 12 und 60 Euro.

Wer in der Winterzeit bei der Fahrt ins Büro nicht auf einen heißen Kaffee verzichten will, kann über eine mobile Kaffeemaschine nachdenken. Diese Geräte nutzen einen 12-Volt-Stecker für den Zigarettenanzünder. Allerdings sind diese Kaffeemaschinen noch ziemlich groß und deshalb etwas unpraktisch zu transportieren.

Für knapp 20 Euro finden Kaffee-Fans beim Reifenherstellers Dunlop eine Brüheinheit für eine einzelne Tasse Kaffee. Die mobile Kaffeemaschine sieht aus wie eine Miniatur-Ausgabe einer klassischen Filterkaffeemaschine. Die Maschine funktioniert mit einem wiederverwendbaren Kaffeefilter und fasst Wasser für eine kleine Tasse, in die der Kaffee bei der Zubereitung direkt eingefüllt wird. Wer das Heißgetränk unterwegs zubereiten will, sollte also eine Flasche Wasser und ein Döschen Kaffeepulver samt Portionierlöffel dabeihaben.

Mehr Kaffee kocht die Reise-Kaffeemaschine Dometic PerfektCoffee MC 052 für 40 Euro. Aufgrund des Fassungsvermögens von bis zu 680 ml Wasser für bis zu fünf Tassen frisch gebrühtem Kaffee ist das Gerät deutlich größer als eine Single-Maschine und eignet sich daher bedingt für die Befestigung im Cockpit eines Pkws. Statt einer kleinen Tasse kommt eine Glaskanne zum Einsatz.

Praktischer im Umgang sind sogenannte Handpresso-Maschinen fürs Auto. Dabei handelt es sich um eine Art von Thermoskanne mit 12-Volt-Stecker, in der man mittels Kapseln oder Pads einen Espresso bereiten kann. Allerdings entsteht bei der Variante für Kapseln unnötig viel Müll, hier wäre eher ein System auf Basis von Senseo empfehlenswert. Wer dennoch nicht darauf verzichten will, sollte die Kapseln sammeln und der gelben Tonne oder dem Wertstoffhof zuführen.

Wer träumt nicht davon, im Winter die Frontscheibe ohne großen Kraftaufwand eisfrei zu bekommen? Genau diese klare Sicht wollen Geräte wie der Kärcher EDI 4 ohne Kraftaufwand ermöglichen. Das akkubetriebene Kärcher-Gerät liegt mit seinen gut 500 Gramm leicht in der Hand. Nach dem Einschalten fängt auf zusätzlichen Druck auf einen großen Taster auf der Rückseite eine Kunststoffscheibe lautstark an zu rotieren. Diese wechselbare Scheibe hat sechs Kunststoffklingen, die die Frontscheibe eisfrei machen sollen.

Das funktioniert bei leichtem Frost noch gut und ähnlich schnell, aber komfortabler als mit einem klassischen Eiskratzer. Sobald die Temperaturen fallen und sich eine dicke Eisschicht auf der Frontscheibe bildet, kommt der Kärcher EDI 4 an seine Grenzen. Hier muss der Kärcher länger an einer Stelle gehalten werden.

Auch wenn die Klingen aus Kunststoff bestehen, kann es vorkommen, dass sie die Frontscheibe zerkratzen. So kann man sich nie komplett sicher sein, dass nicht doch etwas Schmutz oder Sandkörnchen unter die Scheibe geraten. Diese Gefahr besteht auch bei klassischen Eiskratzern, ist hier aber deutlich geringer. Insbesondere muss man bei den Gummidichtungen am Rand der Frontscheibe aufpassen. Die erleiden Schaden, wenn man unvorsichtigerweise mit dem Kärcher EDI 4 darüber kratzt.

Der Akku hält bis zu 20 Minuten, bis er leer ist und wieder aufgeladen werden will. Das Aufladen funktioniert dabei nur über das mitgelieferte Netzteil und einen Netzanschluss. Einen Adapter für den Zigarettenanzünder gibt es nicht. Das ist ein echter Nachteil. So müssen Käufer im Winter den Kärcher EDI 4 täglich in der Garage oder zu Hause laden. Der Kärcher EDI 4 kostet etwa ab 40 Euro.

Mit knapp 25 Euro ist der Lescars Scheibenkratzer günstiger. Auch er hat eine rotierende Scheibe an seiner Front, die allerdings von einem etwas schwächeren Motor angetrieben wird. Deshalb besitzt er nur drei Kunststoffklingen, das Auskratzen dauert also etwas länger. Er ist dafür etwas leichter und hat einen Ein-/Ausschalter, muss beim Kratzen also im Gegensatz zum Kärcher EDI 4 nicht dauerhaft gedrückt werden. Er hat keinen Akku und bezieht stattdessen Strom über ein vier Meter langes Kabel aus dem Zigarettenanzünder. Das ist etwas umständlicher, aber dafür ist er stets einsatzbereit. Auch bei ihm besteht eine erhöhte Gefahr, die Frontscheibe zu zerkratzen.

Außerdem testen wir einen beheizbaren Eiskratzer von Goods+Gadgets. Dieser kommt in der Form eines klassischen Eiskratzers, nur dass sich an seiner Unterseite ein U-förmig gebogener Heizstab erhitzt. Wenig überraschend funktioniert das in der Praxis so gut wie gar nicht. Der Heizstab erwärmt sich nach dem Anstecken an den Zigarettenanzünder. Allerdings dauert es ein paar Minuten, bis er auf „Betriebstemperatur“ ist. Und auch dann ist die Wärme, die er abstrahlt, viel zu gering, um einen wirklichen Mehrwert zu bedeuten. Nun muss ihn der Nutzer etwa eine Minute über eine Stelle halten, bis sich dort das Eis so weit löst, um einfach abgeschabt werden zu können. Das dauert leider sehr lange.

Insgesamt überzeugt uns keines der getesteten Produkte vollständig. Wer Zeit, Kraft und Nerven sparen will, der kauft sich eine passende Plane und legt sie am Vorabend über die Frontscheibe.

Die Gefahr von Autounfällen steigt im Winter aufgrund schlechter Witterungs- und Straßenverhältnisse. Ein Mittel, die Schuldfrage besser zu klären, ist der Einsatz einer Dashcam. Seit einem BGH-Urteil sind solche Aufnahmen unter bestimmten Voraussetzungen vor Gericht zulässig.

Die Handhabung einer solchen Autokamera ist jedoch weiterhin rechtlich umstritten, da sie die DSGVO verletzen kann. Solche Aufnahmen dürfen weder permanent noch ohne Anlass getätigt werden. Technische Hilfsmittel wie eine Loop-Funktion, die die Aufnahmen nach einem bestimmten Zeitraum immer wieder überschreibt, sollen helfen, rechtliche Vorgaben einzuhalten. Mehr zum Thema erklären wir Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Besonders interessant sind Dashcams, die über eine SOS-Funktion verfügen. Der Beschleunigungssensor in der Kamera erkennt, wenn ein Auto möglicherweise in einen Unfall verwickelt wurde und liegenbleibt. Über das mit Bluetooth gekoppelte Smartphone setzt die Dashcam automatisch einen Notruf ab. Die Nextbase 422GW (Testbericht) und die Nextbase 622GW (Testbericht) bieten eine solche Funktion. Weitere empfehlenswerte Geräte zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Dashcams – Beweismittel nach dem Unfall.

Bei so vielen zusätzlichen elektronischen Geräten bietet sich ein Verteiler für die Mehrfachsteckdose für die 12-Volt-Büchse im Auto an. Allerdings sollte man alle Geräte wieder abstöpseln, wenn man das Auto abstellt. Sonst muss man hoffen, dass man einen Starthilfe-Booster zur Hand hat.

Wer sich nicht sicher ist, ob die elektronischen Helfer das Richtige ist, sollte zumindest für eine Grundausstattung an Winter-Autozubehör sorgen. Unverzichtbar sind ein Eiskratzer sowie Handfeger, um Schnee und Frost von der Windschutzscheibe zu bekommen.

Alternativ bieten sich auch Planen an, die man über Nacht über die Windschutzscheibe legt. Gegen vereiste Türschlösser hilft ein Universalspray mit Frostschutz. In Gegenden mit viel Schneefall sollten Autofahrer über Schneeketten nachdenken. Diese ersetzen niemals Winterreifen, sind aber eine sinnvolle Ergänzung bei starkem Schneefall. Hier ist zu beachten, dass mit Schneeketten eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt.

Eine heizbare Sitzauflage ist eine preiswerte Möglichkeit, um eine Sitzheizung für das Auto nachzurüsten. Ein guter Tipp ist zudem eine Powerbank als mobile Kfz-Starthilfe – wenn sie denn im richtigen Moment auch einsatzbereit sind. Um die Gefahr eines Ausfalls gering zu halten und auch Sicherheitsaspekte zu erfüllen, sollten Käufer nicht zum günstigsten Modell greifen.

Ein beheizter Eiskratzer hilft allerdings nur bei milder Vereisung. Im tiefsten Winter sind diese leider nur unpraktisch. Noch dazu besteht die Gefahr, sich Mikrokratzer in die Frontscheibe einzuarbeiten. Besser eignet sich hier eine Plane, die bereits am Vorabend über die Frontscheibe gelegt wird. Eine Dashcam wiederum kann helfen, die Schuldfrage nach einem Unfall zu klären. Der rechtlich konforme Einsatz ist aber umstritten. Wer dennoch eine Autokamera nutzen möchte, sollte über eine Variante mit eingebauter SOS-Funktion nachdenken. Eine Kaffeemaschine im Auto ist eine nette Spielerei, die aber nicht sehr alltagstauglich ist.

Mehr nützliches Kfz-Zubehör zeigen wir in der Themenwelt Auto. Einen groben Überblick bietet dabei unser Ratgeber Dashcam, Rückfahrkamera und mehr: Praktisches Autozubehör. Sowohl Head-Up-Displays (Ratgeber), als auch elektronische Parkscheiben (Ratgeber) sind sehr praktisch. Wer genug von alten CDs oder schlechtem Radioempfang hat, dem empfehlen wir den Ratgeber Autoradio günstig aufrüsten: Android, DAB+ und Bluetooth für ältere Fahrzeuge.

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