PS5 Upgrade

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

NFC-Tags für Android und iPhone ab 20 Cent

NFC-Tags für Android und iPhone ab 20 Cent

Ratgeber: Die besten Video-Streaming-Anbieter

Streaming: Netflix, Disney+, Spotify, Tidal & Co. im Überblick

Überblick kleine Smartphones: Display- und Power-Zwerge

Mini-Handys mit Android: Die kleinsten Smartphones bis 4 Zoll

Etikettendrucker ab 7 Euro: günstig, digital & mit App

Etikettendrucker ab 7 Euro: günstig, digital & mit App

Das September-Update schaltet den SSD-Slot der PS5 frei. TechStage zeigt, wo man den schnellen NVMe-Speicher günstig bekommt, wie man ihn einbaut und was man beachten muss.

Beim Test der Playstation 5 (Testbericht) war ein Kritikpunkt der Speicherplatz, knapp 600 GByte stehen für Spiele, Videos und Ähnliches zur Verfügung. Das klingt nach viel, wenn man aber sieht, dass populäre Shooter wie Call of Duty Black Ops Cold War in der aktuellen Version mehr als 283 GByte belegt, Spider-Man: Miles Morales oder Horizon Forbidden West um die 50 GByte liegen und alle anderen AAA-Spiele ebenfalls zwischen 50 GByte und 100 GByte möchten, dann wird es schnell eng im internen Speicherplatz.

Ja, die Playstation 5 kann Spiele auf externen SSDs auslagern, allerdings lassen sich die Spiele von der USB-Festplatte nicht starten. Deutlich besser ist es, einen schnellen Speicher nachzurüsten. Die Option gibt es seit dem Firmware-Update, das ab dem 14. September ausgerollt wurde.

Damit wird der NVMe-Port, den jede Playstation 5 mitbringt (sowohl die Disc-Version als auch die Playstation 5 Digital Version) für die allgemeine Nutzung freigeschaltet. Tatsächlich gefällt uns der Ansatz ziemlich gut, denn anders als etwa Microsoft mit seiner proprietären Speichererweiterung setzt Sony bei der PS5 auf Standard-NVMe-Speicher. Wie gut dieser ist und warum man NVMe allen anderen Speicherarten wie SATA-SSD oder HDD vorziehen sollte, zeigen wir im Ratgeber HDD, SSD, NVMe – wer braucht welchen Speicher?

Es gibt allerdings ein paar Vorgaben, die der Speicher erfüllen muss:

  • PCIe 4x4: Ganz wichtig, der NVMe-Speicher muss PCI Express 4.0 unterstützen. Das ist die interne Anbindung in der PS5 und bei PCIe 3 bricht das Setup ab - wir haben es ausprobiert.
  • Geschwindigkeit: Damit die Spiele flott laden, sollte die NVMe nicht unter 5500 MBit/s Lesegeschwindigkeit fallen. Für aktuelle PCIe-4-SSDs ist das kein normalerweise Problem.
  • Größe mit Kühlkörper: Sony rät zu einer NVMe mit passivem Kühlkörper. Wer sich für so einen Speicher entscheidet (keine Angst, den kann man nachrüsten), der muss allerdings die Abmessungen im Auge behalten.
  • Frei von Daten: Die PS5 formatiert den kompletten Datenspeicher und löscht alle eventuell darauf vorhandenen Informationen.
  • Einschränkungen: Auf der NVMe kann man PS5- und PS4-Spiele oder Streaming-Apps installieren. Screenshots, Spielevideos oder Speicherstände können nur auf dem Hauptspeicher gesichert werden.

Um die Playstation 5 für die Speichererweiterung vorzubereiten, muss die Konsole komplett heruntergefahren sein, ein Stand-By reicht nicht. Für den Einbau benötigt man nur einen mittleren Kreuzschraubendreher sowie die NVMe.

Zunächst legt man die PS5 flach vor sich, das Laufwerk sollte dabei nach vorne und oben zeigen, das PS-Logo sollte nach unten zeigen. Das gilt auch für die Digital-Version. Um an den NVMe-Port zu kommen, muss man die komplette weiße Seitenfront abnehmen. Das ist etwas trickreich, man muss die hintere obere Ecke anheben und dann mit etwas Kraft von unten an der unteren Ecke ziehen. Es ist schwer zu erklären, das offizielle Video zeigt aber gut, wie es geht.

Ist das Seiten-Cover entfernt, sieht man den NVMe-Slot unterhalb des Lüfters. Er steckt unter der grauen Abdeckung und wird mit einer Schraube gesichert (wer die Schraube genau ansieht, entdeckt die vier Playstation-Icons als kleines Easter-Egg darauf). Herausdrehen und das Cover abnehmen. Was uns überrascht hat: Sony legt sich nicht auf einen Formfaktor fest, sondern kann wie ein gutes PC-Mainboard mit verschiedenen Längen arbeiten. Die aufgedruckten Zahlen, 30, 42, 60, 80, 110 stehen für die Länge des NVMe-Speicherriegels in mm, die Höhe ist immer 22 mm. Diese Ziffern findet man immer auch in der Beschreibung der Speicher, etwa 2280 – 22 mm breit, 80 mm lang. Die meisten NVMe’s sind 80 mm lang, entsprechend muss man den Abstand darauf einstellen. Dazu entfernt man die Schraube ganz links und hebt den Ring darunter leicht an. Das ist der Abstandshalter, der in die jeweilige Vertiefung gelegt wird.

Im nächsten Schritt setzt man die NVMe vorne ein. Der Speicher hat eine Aussparung und lässt sich nur auf eine Art komplett einschieben – bitte nur mit sanftem Druck, ohne Gewalt. Am einfachsten geht es, wenn man den Speicher leicht schräg in den Slot schiebt und dann hinten nach unten drückt. Dann noch mit der Schraube sanft andrehen (auch hier nicht übertreiben), die Abdeckung festschrauben, den Seitendeckel wieder aufsetzen und fertig ist der Einbau.

Unser Video zeigt den Einbau im Schnelldurchlauf, mit Musik gibt’s das auf unserem TechStage-TikTok-Account zu sehen.

Sobald die Playstation 5 mit der neuen NVMe startet, zeigt sie zunächst den Formatierungsdialog an. Hier hat man nicht viel Wahl: Alle Daten löschen und für die Nutzung mit der PS5 formatieren oder herunterfahren, ausbauen und neu starten.

Die Formatierung selbst geht rasant, unser 500 GByte Modell war in weniger als einer Minute bereit. Danach zeigt die PS5 noch einen kurzen Benchmark zur Geschwindigkeit an. Der gibt eine grobe Schätzung darüber ab, wie schnell die NVMe ist, in unserem Fall lag die Lesegeschwindigkeit bei 6479 MBit/s und damit deutlich über der Mindestanforderung.

Und das war es. Die Playstation erkennt den Speicher anschließend problemlos. Die Spiele muss man allerdings manuell vom Hauptspeicher auf die NVMe verschieben. Das geht über den Bereich Speicher in den Einstellungen und dauert wenige Minuten. In unseren Tests merkten wir keinen Unterschied zu einem Spiel auf dem Hauptspeicher.

Außerdem lief die NVMe ohne Kühlkörper problemlos. Allerdings kann man diese wie oben erwähnt auch nachrüsten. Leider gibt die PS5 keine Werte zur Temperatur aus, wir werden hier noch zusätzliche Tests durchführen.

Eine M.2-SSD mit PCIe 4 kostet derzeit noch mehr als die PCIe-3-Versionen. Zum Testzeitpunkt kosten die 500 GByte-Varianten mindestens 72 Euro, die Speicher mit 1 TByte starten ab 133 Euro. Wie bei den PCIe-3-Speichern gehen die Preise aber nach unten. Um es klar zu sagen: Selbst ein TByte NVMe-Speicher kostet aktuell 100 Euro weniger als der Nachrüstspeicher für die Xbox Series X.

Wir empfehlen mindestens 500 GByte Speicher, besser gleich ein TByte. Kühler zum Nachrüsten bekommt man ab etwa 5 Euro.

Respekt, so viel Offenheit hätten wir Sony gar nicht zugetraut. Anders als bei Microsoft, wo nur spezielle Hersteller proprietäre Speichererweiterungen liefern dürfen, setzt Sony auf Standard-Hardware. Ja, es muss die aktuelle Version sein, aber das ist kein großer Verlust. Sieht man sich an, wie die Preise im letzten Jahr fielen, sind wir wahrscheinlich nur ein paar Monate davon entfernt, dass wir das 1-TByte-Modul unter 100 Euro bekommen.

Wer immer gesagt hat, dass diese Variante „kompliziert“ oder „gefährlich“ sei, hat offenbar wenig Ahnung. Denn es ist lange her, dass sich eine Konsole mit Standard-Hardware so einfach aufrüsten ließ. Wir empfehlen allen Käufern der PS5, egal ob Disc- oder Digital Version, eine NVMe einzubauen. Die Spiele werden nicht kleiner und es ist einfach praktisch, mehr Platz in der Konsole zu haben und nicht ständig die Daten von externen Laufwerken hin- und herkopieren zu müssen.

Der Artikel erscheint im Rahmen unserer Themenwelt zur Playstation. Neben einem Test zur PS5 zeigen wir dort praktisches Zubehör für die Konsole und klären, welche Next-Gen-Konsole man kaufen sollte. Wer mehr zum schnellen NVMe-SSD-Speicher erfahren möchte, dem empfehlen wir den Artikel NVMe wird günstig: Schnellen Speicher einfach nachrüsten und Windows kostenlos umziehen.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.