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Smartphones mit Android 9 und wechselbarem Akku ab 64 Euro

Bild:HMD Global

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Wechselbare Akkus versprechen schnelle und günstige Abhilfe bei Problemen: Einfach tauschen, wenn leer oder kaputt. Welche aktuellen Geräte gibt es?

Irgendwie wirkt der austauschbare Akku heute wie ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend. Spannend eigentlich, wenn man sich die Empörung vieler Kunden in Erinnerung ruft, als die ersten komplett verklebten Geräte auf den Markt kamen. In der Tat: Ein schneller und einfacher Wechsel des Kraftspenders ist heute nur noch bei wenigen Smartphone-Modellen möglich, die sich noch dazu überwiegend im untersten Preissegment tummeln. Entsprechend einfach ist die Ausstattung.

Wir haben zehn aktuelle Modelle aus höchstens 2020 herausgesucht, die abgesehen vom wechselbaren Akku auch aktuelles Android 10 (Go) vorweisen können. Das ist gerade in der Preisregion unter 100 Euro eine Seltenheit. Da Nutzer durch veraltetes Android nicht nur auf aktuelle Features verzichten, sondern ihre Daten auch einem höheren Sicherheitsrisiko aussetzen, sind die aufgeführten Modelle besonders für Menschen mit hohem Sicherheitsbewusstsein interessant. Vor allem im unteren Preissegment gilt, dass man sich nicht unbedingt auf regelmäßige Software-Updates seitens der Hersteller verlassen sollte.

Highend geht anders, aber Android 10 und ein Wechselakku machen das Cubot Note 7 zum passenden Modell für diese Auflistung. Und zum günstigsten: Gerade einmal 70 Euro kostet das Modell aus Fernost, dafür gibt es ein 5,5 Zoll großes Display mit Tropfen-Notch, aber gerade einmal 960 × 442 Pixel. Das entspricht nur 192 Pixel pro Zoll (ppi) und liefert entsprechend kein scharfes Bild. Auch der Rest erfüllt nur Minimalanforderungen: Ein einfacher Mediatek-Chip mit vier Kernen dient als Antrieb, er wird von 2 GByte RAM unterstützt. 16 GByte interner Speicher (erweiterbar) passen zum Rest, die Kamera bietet immerhin 13 Megapixel. Für Strom sorgt ein Akku mit 3100 mAh – wechselbar. Trotz des niedrigen Preises ist NFC mit an Bord.

Für gerade einmal 5 Euro mehr hat das Alcatel 1B (2020) schon etwas mehr zu bieten. Hier gibt es ein 5,5 Zoll großes Display mit immerhin schon 1440 × 720 Pixel, das sorgt für 100 ppi mehr als beim günstigeren Cubot. Die Kamera ist hier allerdings nicht erwähnenswert, im Alcatel-Modell werkelt aber immerhin schon ein Qualcomm-Chipsatz. Der hat ebenfalls nur vier Kerne und wird von 2 GByte RAM unterstützt. Clever: Alcatel setzt wegen der einfachen Hardware auf Android 10 Go, also auf die Version, die speziell für schwache Hardware optimiert wurde. Dadurch sollte das Modell im Alltag trotz allem halbwegs flüssig bedienbar sein. Der Wechselakku leistet 3000 mAh.

Ebenfalls auf Android 10 Go setzt Wiko beim Y61. Das Smartphone hat ansonsten trotz noch einmal minimal höherem Preis weniger als das Alcatel-Modell zuvor zu bieten. So steigt zwar die Display-Diagonale auf 6 Zoll, die Auflösung sinkt aber auf 980 × 480 Pixel, sodass die Bildschärfe nur bei 178 ppi liegt und damit noch weniger scharf als beim ohnehin schon zu niedrig auflösende Cubot Note 7 ist. Für den Antrieb setzt Wiko auf einen Helio A20 von Mediatek, aber sogar nur auf 1 GByte RAM – das ist zu wenig für 2021, auch mit Android Go. Da nützt auch der wechselbare Akku mit 3000 mAh nichts mehr.

Für gerade einmal einen Euro mehr bietet das Cubot J9 deutlich mehr. Das fängt beim 6,2 Zoll großen Screen mit 1520 × 720 Pixel (271 ppi) an, geht über die moderne Tropfen-Notch, über die immerhin 13 Megapixel leistende Kamera bis hin zu wieder 2 GByte RAM. Als Antrieb dient aber auch hier erneut ein einfacher Mediatek-Chip mit vier Kernen. Der Wechselakku leistet ordentliche 4200 mAh. Im Gegensatz zu den bisherigen Modellen bietet das J9 USB-C.

Durch den kleineren Screen von 5,7 Zoll bei ebenfalls 720p+-Auflösung erreicht Hersteller HMD Global beim Nokia 1.3 eine Pixeldichte von fast 300 ppi – nicht superscharf, aber ausreichend. Als Antrieb hat sich das Unternehmen für einen Quad-Core von Qualcomm entschieden, setzt aber nur auf 1 GByte RAM. Das ist trotz Android Go im Jahr 2021 zu wenig, zumal die restliche Technik auch nicht hervorsticht und zum Kauf animiert. Der Wechselakku leistet 3000 mAh.

Cubot zum Dritten: Das Cubot P40 stellt preislich einen Sprung dar – von zuvor nicht einmal 80 Euro auf etwa 130 Euro. Beim Display merkt man das noch nicht. Das bietet zwar eine moderne Tropfen-Notch und für den aufgerufenen Preis recht wenig Rand, aber bei 6,2 Zoll nur 1560 × 720 Pixel und bleibt dadurch deutlich unter 300 ppi. Dafür bekommt die einsame Kamera der günstigeren Modelle Verstärkung: Gleich vier Linsen platziert Cubot auf der Rückseite des P40, wirklich nutzbar sind davon aber nur die Hauptkamera mit 12 und – mit viel Fantasie – die Makrokamera mit 5 Megapixel. Einen großen Sprung macht auch die Frontkamera: Sie bietet 20 statt der in der Preisklasse um 100 Euro üblichen 5 oder 8 Megapixel. Etwas ernüchternd ist der Blick auf den Prozessor: Hier kommt erneut ein Helio A20 zum Einsatz, er wird hier allerdings von 4 GByte RAM flankiert. Auch beim internen Speicher macht Cubot keine halben Sachen und verpasst dem Modell satte 128 GByte – erweiterbar. Der Wechselakku verspricht mit 4200 mAh auch ohne Zweitakku ordentliche Laufzeiten.

Auch das Gigaset GS3 gibt sich modern mit Tropfen-Notch, setzt aber trotz noch einmal rund 15 Euro höherem Preis auf 6,1 Zoll und 720p. Bei der Kamera gibt es erstmals in dieser Auflistung Haupt- und Weitwinkellinse mit 13 und 8 Megapixel. Der eingesetzte Helio A25 ist erstmals ein Octa-Core, das sorgt zusammen mit 4 GByte RAM für ordentliche Alltagsleistung. 64 GByte interner Speicher gehen in Ordnung, ebenso der Wechselakku mit 4000 mAh, der als besonderes Schmankerl kabellos geladen werden kann. Ab dem GS3 haben die Geräte in dieser Auflistung einen Fingerabdrucksensor.

Nicht nur der Preis, auch die Ausstattung des Gigaset GS4 ist höher angesiedelt als beim GS3. Das beginnt beim Display: Das ist mit 6,3 Zoll nicht nur etwas größer, sondern bietet mit erstmals in dieser Topliste 2340 × 1080 Pixel eine Bildschärfe von knapp über 400 ppi und damit scharfe Darstellung. Für aktuell knapp 190 Euro legt Gigaset auch bei der Kamera nach: Haupt- und Weitwinkellinse bieten nun 16 und 5 Megapixel sowie einen zusätzlichen Tiefensensor. Die Frontkamera erstarkt auf 13 Megapixel. Auch beim Chipsatz legt der Hersteller beim GS4 eine Schippe drauf. Hier kommt ein Helio P70 zum Einsatz, dessen acht Kerne von 4 GByte RAM unterstützt werden. Der interne Speicher bleibt bei 64 GByte, der 4300 mAh leistende Akku kann natürlich weiterhin gewechselt werden und ist außerdem erneut kabellos ladbar. Letzteres bieten in dieser Liste nur die beiden Gigaset-Modelle.

Und wieder ein Preissprung: knapp 440 Euro verlangt der Hersteller für das Fairphone 3+, dabei ist der technische Fortschritt auf den ersten Blick gar nicht so groß. Das nur 5,65 Zoll große Display hat die gleiche FHD+-Auflösung wie bei Gigaset GS4, die Kamera bietet nur eine Linse, die dafür mit stolzen 48 Megapixel bestückt ist und vorne gibt es eine Optik mit 16 Megapixel. Als Antrieb dient beim Fairphone ein Snapdragon 632, der ebenfalls von 4 GByte RAM flankiert wird und der interne Speicher misst auch 64 GByte. Der wechselbare Akku leistet nur 3040 mAh. Doch bei Fairphone steht traditionell nicht die Technik, sondern Ökologie und namensgebende Fairness im Mittelpunkt. So wird bei der Herstellung unter anderem darauf geachtet, dass keine Materialien aus Krisengebieten Verwendung finden, der Transport und die Verpackung möglichst klimaneutral sind und einzelne Technikkomponenten wie eben der Akku oder das Kameramodul im Falle eines Defektes leicht ausgetauscht werden können. Der Preis spielt da – wie die Technik selbst – eine untergeordnete Rolle.

Das ist beim Samsung Galaxy Xcover Pro (Testbericht) anders, hier steht die Unempfindlichkeit gegen äußere Umstände im Zentrum der Entwicklung. Für ein Outdoor-Smartphone mit IP68- und MIL-STD-810G-Zertifizierung sieht das Modell fast schon wieder normal aus, ein genauerer Blick offenbart allerdings dann doch dicke Rahmen zur Sturzabsorbtion. Trotz des Preises von fast 450 Euro setzt Samsung bei seinem Xcover Pro nicht auf OLED, sondern wie die Hersteller der anderen Smartphones in dieser Aufzählung auf LCD. Dank Punchhole-Notch wirkt das aber dennoch ziemlich modern und dank FHD+ bei 6,3 Zoll ist die Darstellung angenehm scharf. Als Kamera setzt Samsung auf Haupt- und Weitwinkeloptik mit 25 und 8 Megapixel, vorne gibt es 13 Megapixel. Als Antrieb dient ein Exynos 9611, dessen acht Kerne von 4 GByte RAM mit Befehlen versorgt werden. 4/64 GByte Speicher wären bei einem “normalen” Smartphone in dieser Preisklasse etwas wenig, für ein Outdoor-Gerät ist das hingegen in Ordnung. Der Wechselakku leistet 4050 mAh.

Ein wechselbarer Akku erscheint auf den ersten Blick sinnvoll, gerade bei sehr günstigen Modellen ist er es in unseren Augen aber nicht. Denn diese Einsteiger-Smartphones bieten derart schwache Hardware, dass schon beim Kauf nur grundlegende Funktionen wie Telefonieren oder gelegentliches versenden von WhatsApp-Nachrichten halbwegs Spaß machen. Geräte unter 100 Euro mit Wechselakku richten sich daher an Puristen oder an Nutzer, die der Umwelt zuliebe auch einfachste Smartphones bei nachlassender Akkuleistung nicht einfach entsorgen wollen. Alle anderen sollten sich überlegen, ob sie nicht lieber bei schwächelndem Akku für einen vertretbaren Mehrpreis ein neues Modell kaufen, das dann über bessere Hard- und neuere Software verfügt.

Alternativ stellt sich die Frage, warum kein fest eingebauter Akku infrage kommt. Im Falle eines leeren Akkus bieten sich Möglichkeiten wie eine Powerbank an, außerdem werden moderne, hochwertigere Smartphones dank Techniken wie Quickcharge mittlerweile innerhalb kürzester Zeit wieder ausreichend geladen. Bis zum nächsten Nachladen reicht es außerdem auch bei niedrigem Akkustand meist, den Energiesparmodus zu aktivieren. Ansonsten bieten fest eingebaute Akkus überwiegend Vorteil – sie ermöglichen unter anderem flachere Smartphones und bieten durch das Verkleben der Gehäuse gleich ein Mindestmaß an Wasserdichtigkeit – auch ohne offizielle IP-Zertifizierung.

Empfehlen würden wir erst die Smartphones ab dem Cubot P40. Hier ist die Technik so stark, dass normale Alltagsaufgaben ohne größere Ruckler gelingen und das Modell nicht schon nach einem Jahr komplett veraltet ist. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Akkuwechsel nach Ablauf des ersten Akku-Lebens auch wirklich durchgeführt wird. Aus rein finanzieller und aus ökologischer Sicht ist das durchaus nachvollziehbar. Die meisten Nutzer dürften aber trotz Wechselakku zu einem neueren Modell greifen, da das dann mehr kann und wieder neu und spannend ist. Ein Wechselakku lohnt sich für die meisten Nutzer daher heutzutage bestenfalls noch als Geheimagent – schließlich garantiert nur ein herausgenommener Akku, dass niemand ungewollt den Standort oder die Mikrofone des Smartphones anzapft.

Ohne die Konzentration auf einen Wechselakku bekommen Interessenten mehr fürs Geld. Einen Überblick über die besten Smartphones nach Preis gestaffelt erhält man in unseren Top 10 der besten Smartphones bis 100 Euro , bis 200 Euro oder bis 300 Euro .

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