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Webcams ab 35€ im Vergleich: Bessere Bilder im Videochat

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Schon günstige Webcams reduzieren pixelige Bilder in Skype, Zoom und Co. Wir vergleichen vier Kameras zwischen 35 und 200 Euro und zeigen ihre Vor- und Nachteile.

Selbst teure Notebooks bieten häufig Webcams mit niedriger Auflösung und schlechter Bildqualität. In Monitoren fehlen die für Videokonferenzen benötigten Kameras in der Regel ganz. Auch weil Videokonferenzen wegen zunehmendem Homeoffice (Ratgeber: Maus, Tastatur, Adapter & Co fürs Homeoffice) an Bedeutung zunehmen, lohnt sich der Kauf einer Webcam umso mehr. Dabei bieten einige Kameras auch abseits von Videokonferenzen einen echten Mehrwert. Wir vergleichen vier Webcams zwischen 35 und 200 Euro und zeigen jeweils ihre Vor- und Nachteile.

Windows-Nutzer können Webcams mit Windows-Hello-Unterstützung zur biometrischen Anmeldung nutzen. Das ist beim Anschalten des Computers nicht nur komfortabel, sondern auch sicher. Zum Funktionsumfang einiger Webcams gehören auch Videoaufnahmen in 4K, umfangreiche Programme zur Verbesserung und Steuerung der Aufnahme und eingebaute LEDs. Diese leuchten das Gesicht des Gefilmten besser aus und sorgen für einen professionellen Look, wie man ihn von Streamern auf YouTube oder Twitch gewohnt ist. Webcams besitzen meist Mikrofone, mit denen das lästige Tragen eines Headsets oder der Anschluss eines zusätzlichen Mikrofons überflüssig wird.

Webcams im Vergleich
Modell Auflösung Video Auflösung Foto in MP Sichtfeld in Grad Autofokus Kabel integriert Stativgewinde Integriertes Licht Windows Hello Preis in Euro
Logitech Brio 4K 16 90 200
Razer Kiyo Full-HD 4 81,6 100
Aukey 1080p Webcam 1080p 2 > 75 50
Logitech C270 720p 3 60 35

Zur Webcam-Oberklasse gehört die über 200 Euro teure Logitech Brio, die neben Aufnahmen in 4K auch eine Unterstützung für die Gesichtserkennung per Windows Hello bietet. Hierfür arbeitet die Webcam mit Infrarot-Sensoren, die das Gesicht des Nutzers auch bei schwierigen Lichtverhältnissen erkennen. Die Anmeldung erfolgt dabei ohne umständliches vornüber lehnen und innerhalb weniger Sekunden. In der Praxis bietet diese Zusatzfunktion einen echten Mehrwert. Beim Starten des PCs oder Notebooks entsperrt sich dieser binnen weniger Sekunden. Diese Funktion soll zukünftig neben dem Windows-Login auch auf Webseiten mit Login-Zwang funktionieren.

Die Videoqualität der Logitech Brio ist aufgrund der hohen Auflösung sehr gut. Das Objektiv deckt zudem ein Sichtfeld von 90 Grad ab und Logitechs eigene Right-Light-Technik sorgt auch bei schwierigen Lichtverhältnissen für eine gute Ausleuchtung. So nennt Logitech einen HDR-Modus, der dunkle Bereiche des Bildes aufhellt und überbelichtete Zonen dimmt. In der Nutzung liefert die Logitech Brio auch in einer dunklen Umgebung eine sehr gute Bildqualität. Fotos nimmt die Kamera mit 16 Megapixeln auf.

Logitech Brio (10 Bilder)

Die Logitech Brio ist hochwertig verarbeitet und besitzt ein schlichtes Design.

In Videokonferenzen ist die Auflösung allerdings durch den jeweils genutzten Service limitiert. Google Meet beispielsweise schränkt die Auflösung auf 720p ein, Skype erlaubt maximale Auflösungen von Full-HD und Twitch lässt Nutzern nur in 1080p Streamen. Das Mehr an Pixeln ermöglicht es Nutzern jedoch, einen digitalen 5-fach-Zoom zu nutzen. Hierfür stellt Logitech eine bedienungsfreundliche Software zum kostenfreien Download bereit, die neben Belichtungseinstellungen auch Funktionen zum Zoomen und Verschieben des Bildausschnittes bietet.

Obwohl Logitech die Brio mit Stereo-Mikrofonen ausstattet, ist die Aufnahmequalität von Stimmen eher mittelmäßig. Hintergrundgeräusche wie einen Bluetooth-Speaker (Vergleichstest) auf mittlerer Lautstärke filtert die Kamera zuverlässig heraus. Insgesamt ist die Aufnahme von Stimmen aber flach, es fehlt vor allem an Bässen. Dank des flexiblen Standfußes mit Stativgewinde kann die Webcam entweder auf Monitoren, auf Tischen oder auf Kamerastativen Platz nehmen. Im Lieferumfang enthalten ist zudem eine Blende, die Nutzer aus Gründen der Privatsphäre über die Linse legen können. Auf Monitoren mit dünnen Displayrändern ragt die Kamera allerdings minimal oben in das gezeigte Bild hinein.

Ebenfalls zur Webcam-Oberklasse gehört die Razer Kiyo, die knapp über 100 Euro kostet. Als Alleinstellungsmerkmal bietet sie einen eingebauten Lichtring. Hierdurch richtet sich die Kamera laut Hersteller vor allem an Kunden, die eine Webcam zum Streamen von Videospielen suchen. Da das Ringlicht aber im Alltag sehr praktisch ist, empfiehlt sich die Webcam auch für den privaten oder beruflichen Einsatz.

Der Lichtring ist in mehreren Stufen dimmbar und die Bedienung erfolgt direkt an der Webcam. Hierfür besitzt die Razer Kiyo einen drehbaren Ring, der sich rund um das Gehäuse der Kamera zieht. Durch Drehen können Nutzer die Helligkeit des Ringlichtes in zwölf feinen Abstufungen regeln. Die integrierten LEDs sind farblich gut auf Hauttöne abgestimmt. Versäumt hat Razer allerdings eine Möglichkeit, die Lichter über eine Software zu steuern. Beim Dimmen oder Ausschalten müssen Partner in Videotelefonaten daher immer mit sehr lauten Geräuschen leben. Um das zu verhindern, sollten Nutzer das Mikrofon beim Dimmen stumm stellen.

Razer Kyio (12 Bilder)

Die Verpackung der Razer Kyio zeigt typische Designelemente des Herstellers und bietet eine Trageschlaufe.

Die Klangqualität des Mikrofons überzeugt im Test nicht. Bei einem natürlichen Sitzabstand zur Kamera klingen Stimmen sehr dünn und es ist ein deutliches Hintergrundrauschen zu vernehmen. Hintergrundmusik aus einem Bluetooth-Lautsprecher wird zudem kaum herausgefiltert. Hier empfiehlt sich die Nutzung eines zusätzlichen Mikrofons oder eines hochwertigen Headsets (Das perfekte Wireless-Gaming-Headset).

Im Vergleich zur Logitech Brio ist das Sichtfeld zudem eingeschränkt und auch die Schärfe kann bei der Ansicht über Microsofts Kamera-App nicht ganz mit dem 4K-Sensor mithalten. Das Razer-Modell löst maximal in 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Alternativ sind auch 60 Bilder pro Sekunde bei 720p möglich. Für Konferenzen und zum Streamen von Videospielen ( Let’s Play: Wie baue ich ein Streaming-Studio auf?) reicht das aus und gerade in dunklen Umgebungen kann das Razer-Modell dank des Lichtrings überzeugen.

Die Verarbeitung der Webcam ist insgesamt sehr hochwertig. Im Standfuß setzt Razer gleich zwei Scharniere ein, wodurch die Razer Kiyo sowohl auf Tischen als auch auf Monitoren sicheren Halt findet. Alternativ bietet die Razer Kiyo ein Stativgewinde an der Unterseite.

Der Hersteller Aukey bietet eine Full-HD-Webcam mit Full-HD-Auflösung mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis an. Im Internet ist sie unter der Modellnummer “PC-LM1E” zu Preisen um die 35 Euro erhältlich. Im Test überrascht sie vor allem mit einem sehr breiten Sichtfeld. Dieses beträgt laut Herstellerangaben über 75 Grad, in der Praxis liegt er aber eher bei 90 Grad. Der Blickwinkel gleicht dem Sichtfeld der Logitech Brio. Für Konferenzen mit mehreren Teilnehmern ist die Kamera somit sehr gut geeignet. Allerdings liefert Aukey keine Software zum digitalen Zoomen mit. Bei alleiniger Nutzung ist das Sichtfeld somit ein wenig zu groß und reicht bei einem komfortablen Sitzabstand zum Bildschirm vom Schoß bis weit über die Stirn.

Aukey HD Webcam (10 Bilder)

Die Webcam deckt auch bei Bildschirmen mit dünnen Displayränden nichts vom Sichtfeld ab.

Die Bildqualität der Webcam ist gut. Zwar fällt die Schärfe in der Kamera-App von Windows im Vergleich zu den teuren Modellen etwas ab, Teilnehmer in einer Videoübertragung bekommen davon aber aufgrund der limitierten Auflösungen nicht viel mit. Überzeugend sind die natürlichen Hauttöne und das ruckelfreie Bild. Bei Tonaufnahmen weist die Aukey-Webcam ein starkes Hintergrundrauschen auf, Stimmen sind insgesamt zu basslastig. Obwohl Aukey zwei Mikrofone in einer Stereo-Anordnung installiert, nehmen diese nur Mono auf. Als reine Videokamera ist die Aukey-Webcam dennoch empfehlenswert. Für die Nutzung bietet sich aber der Einsatz eines externen Headsets oder Mikrofons an. Zusatzfunktionen wie Windows Hello gibt es nicht.

Bei der Anbringung auf einem Monitor überzeugt die Kamera. Denn hier ragt sie im Vergleich zu den sonstigen Webcams im Vergleich am wenigsten über den oberen Bildschirmrand hinaus. Zudem ist sie die einzige Webcam im Vergleich, die nach der Anbringung schwenkbar ist. Für den Einsatz auf einem Zweitmonitor, der im Büro etwas seitlich steht, ist das sehr praktisch. Hier schauen viele Webcams am Betrachter vorbei, wenn der Monitor nicht genau auf ihn zeigt.

Mit einem Sichtfeld von 60 Grad, 720p-Aufnahmen und einem Fixfokus-Objektiv ist die Logitech C270 laut Datenblatt die leistungsschwächste Kamera im Vergleich. Zeitgleich ist das Modell im Internet schon zu Preisen ab 35 Euro erhältlich. Wie sich im Praxistest zeigt, reicht die Leistung der günstigen Webcam im Alltag vollkommen aus. Das schmale Sichtfeld eignet sich sogar sehr gut, um einzelne Personen vor Computermonitoren zu filmen. Die Auflösung von 720p ist für Videotelefonate mit Skype bereits unzureichend. Technisch ist hier 1080p möglich, das eigene Kamerabild kommt somit nicht ganz so scharf bei der Gegenseite an.

Logitech C270 (10 Bilder)

Das Design der Logitech C270 ist ründlich, auf der Vorderseite sitzt ein einzelnes Mikrofon.

Enttäuschend ist das integrierte Mikrofon, das ein sehr starkes Hintergrundrauschen produziert. Hierbei rücken Stimmen schon fast in den Hintergrund. Bei der Sprachaufnahme ist es empfehlenswert, ein Stück näher an die Webcam zu rücken, da Logitech bei der C270 ein Objektiv mit fixem Fokus einsetzt. Beim Heranrücken leidet die Bildqualität, wenn sich der Nutzer aus dem Fokusbereich der Kamera bewegt. Windgeräusche filtert die Kamera dafür sehr gut heraus, wie ein Test mit kräftigem Pusten zeigt.

Bei Monitoren mit dünnen Displayrändern ragt die Logitech C270 sehr weit über den oberen Bildschirmrand hinaus und verdeckt dabei einen Teil des Sichtfeldes. Da derartige Bildschirme immer beliebter werden, müssen viele Nutzer die Kamera womöglich ständig vom Monitor auf den Schreibtisch räumen. Die Anbringung auf einem Stativ ist aufgrund eines fehlenden Gewindes nicht möglich.

Insgesamt überzeugt die Logitech Brio im Vergleich. Sie bietet die mit Abstand beste Bildqualität, ist dank 4K und Windows Hello zukunftssicher und bietet eine sehr hohe Verarbeitungsqualität. Allerdings ist sie mit 200 Euro auch sehr teuer.

Webcams unter 100 Euro bieten im Vergleich zu Notebooks oder in Bildschirm integrierten Kameras kaum einen großen Qualitätsvorteil. Als Webcams für Desktop-PCs oder für alle, die im Homeoffice das Notebook zugeklappt lassen, eignen sich die kostengünstigen Modelle dennoch. Da die Streaming-Qualität bei Videotelefonaten limitiert ist, stört die geringere Auflösung im Vergleich zu hochpreisigen Kameras selten. Wir empfehlen hier die Aukey 1080p Webcam, die dank ihres niedrigen Einstiegspreises von 35 Euro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Enttäuschend zeigte sich die Audio-Qualität der getesteten Webcams. Selbst teure Modellen wie die Logitech Brio oder die Razer Kiyo schneiden höchstens mittelmäßig gut ab. Ein starkes Hintergrundrauschen und ein blecherner Klang sorgen dafür, dass die Nutzung eines Headsets oder eines Mikrofons eine klare Empfehlung ist. Richtig gute und dennoch günstige Headsets zeigen wir im Ratgeber: Das perfekte Wireless-Gaming-Headset. Was man sonst noch alles für produktives Arbeiten im Homeoffice braucht, sammeln wir im Ratgeber: Maus, Tastatur, Adapter & Co fürs Homeoffice.

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