Wasserkocher mit App: Optimale Temperatur ab 35 Euro | TechStage
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Wasserkocher mit App: Optimale Temperatur ab 35 Euro

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Smarte Wasserkocher gibt es von Anbietern wie Pearl, Vorwerk und Xiaomi. Wir zeigen, was die Modelle es zwischen 30 und 600 Euro können.

Kaffee und verschiedene Sorten Tee brauchen unterschiedliche Temperaturen für die optimale Geschmacksentfaltung. Wer einen Kaffee aufkocht, sollte das bei 80 bis 90 Grad machen. Schwarztee will 95 Grad, Grüntee 70. Der klassische Küchen-Wasserkocher mit einem Schalter kommt da schnell an seine Grenzen; Wasserkocher mit App von Xiaomi, Pearl & Co. helfen bei der optimalen Temperatur. Welche Produkte es gibt und ob auch ein Wasserkocher für 600 Euro seine Daseinsberechtigung hat, klären wir in diesem Ratgeber.

Wenn es nur um smarte Kaffee-Zubereitung geht, kann man sich das Hantieren mit dem klassischen Kaffeefilter und der Thermoskanne aber auch sparen: Smart, gut, aber auch vergleichsweise teuer sind etwa der Kaffee-Vollautomat Nivona NICR 789 (Testbericht) oder die sogar sehr gute Siebträgermaschine Sage Barista Touch (Testbericht).

Wasserkocher gibt es in drei Kategorien – dumm, multifunktional und smart. Die dummen kennt jeder, sie haben einen Hebel oder Knopf, um Wasser zu kochen. Hier wird in aller Regel eine Temperatur von um die 100 Grad Celsius erreicht, dann schalten sie ab.

Multifunktionale Kocher haben verschiedene Knöpfe für verschiedene Temperaturen. So erwärmt man Babybrei, zieht Grüntee oder hält Wasser für einen bestimmten Zeitraum warm.

Die smarten Geräte können grundsätzlich das gleiche wie die multifunktionalen, bringen aber eine App-Steuerung mit. Als Verbindungsstandards kommen je nach Modell WLAN und Bluetooth zum Einsatz.

Das aktuell günstigste Modell kommt von Xiaomi. Der chinesische Hersteller ist bekannt für eine breite Produktpalette und durchschnittlich guter Qualität wie unser Ratgeber: Von Smartphone bis Smart Home zeigt. Den Mi Smart Kettle gibt es für rund 35 Euro, zeitweise auch immer wieder für unter 30 Euro. Das Modell verbindet sich via Bluetooth ab Version 4.0 mit der App Mi Home für Android und iOS und leistet 1800 Watt.

Xiaomi Mi Smart Kettle (4 Bilder)

Die Kopplung funktioniert ohne Probleme dank einfacher Erklärung in der App

Nach der Verbindung von App und Wasserkocher wählt man auf dem Smartphone Wassertemperatur und Warmhaltezeit. Für die Wassertemperatur bietet die App fünf Temperaturstufen oder die manuelle Regulierung in 5-Grad-Schritten von 40 bis 90 Grad. Bis das Wasser seine Maximaltemperatur hat, braucht der Kocher rund 3 Minuten. Mit der Warmhaltefunktion bleibt das Wasser bis maximal 12 Stunden auf der gewünschten Temperatur. Wirklich sinnvoll erscheint uns ein so langer Zeitraum nicht, aber für das Warmhalten von Babynahrung ist die Funktion beispielsweise durchaus brauchbar. Der Wasserkocher lässt sich zudem mit dem Apple Homekit verbinden. Hierzu benötigt man den Aqara Hub. Wie die Anbindung damit funktioniert, erklärt unser Ratgeber: Gut und günstig? Smart-Home Xiaomi Aqara im Test.

Die Pearl-Marke Rosenstein & Söhne bietet für rund 53 Euro einen smarten Wasserkocher mit integriertem Bedienfeld, App-Steuerung und 1200 Watt Leistung. Dieser verbindet sich via WLAN mit dem Smartphone. Die zugehörige kostenlose App für Android und iOS heißt einfach Wasserkocher. App und Kocher verbinden sich, indem man das WLAN des Kochers Smart-Kettle auswählt. Im Anschluss kann man den Wasserkocher auch zum bestehenden Heimnetz hinzufügen. Nach dem Verbindungsaufbau steuert die App den Wasserkocher – etwa die Temperatur auf 65, 80, 95 oder 100 Grad einstellen oder die Warmhaltefunktion für 30 Minuten aktivieren. In der Praxis funktioniert das leider gar nicht. Die App ist zu stark veraltet, was auch viele User in den Rezensionen anmerken. Die Verbindung zum Wasserkocher konnten wir nicht aufbauen. Eine Integration ins Heimnetz ist ebenfalls nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Entsprechend bleibt der Wasserkocher leider doch dumm. Immerhin: Man kann noch die Temperatureinstellungen über das Bedienfeld vornehmen. Für 90 Grad braucht der Kocher aber stolze 4:30 Minuten.

Der relativ baugleiche WLAN-Kocher Proficook PC-WKS hat im Vergleich zum Modell von Rosenstein & Söhne noch einen Einsatz für losen Tee. Zudem lässt sich dieser Kocher auch tatsächlich via App bedienen, er setzt auf die kostenlose App Smart Life, die auch andere Hersteller nutzen – beispielsweise ACME mit seiner smarten Türklingel (Testbericht).

Wer alternativ auf eine App verzichten kann, dennoch aber ein physisches Bedienfeld möchte, findet entsprechende Modelle ab 28 Euro – etwa von Russel Hobbs.

Smarte Wasserkocher (5 Bilder)

Der Xiaomi Mi Smart Kettle ist das günstigste und minimalistischste Modell.

Für 158 € bekommt man hier beispielsweise den Ikettle 2 von Smarter. Der Kocher hat eine Leistung von 3000 Watt und fasst 1,8 Liter Wasser – die meisten smarten Modelle fassen maximal 1,5 Liter. Der Ikettle 2 verbindet sich via WLAN mit Android- und iOS-Geräten. Die App ist schön aufgemacht und funktional, eine Anbindung an die Sprachassistenten Alexa und Google Assistant ist möglich. Und leider hat auch Smarter wohl seine Update-Zyklen verschlafen. Nutzer auf Amazon beschweren sich seit 2018, dass der Kocher teilweise nicht ins WLAN kommt oder man die Verbindung regelmäßig neu einrichten muss.

Wer jetzt denkt, dass das die Preisgrenze für Wasserkocher war, der täuscht sich. Für stolze 600 Euro gibt es noch ein Modell von Vorwerk. Zugegeben, der Temial ist kein reiner Wasserkocher im klassischen Sinn. Vorwerk selbst bezeichnet ihn als Teevollautomat: Er brüht beispielsweise je nach Teesorte mehrmals auf und hat einen Wassertank mit 1,5 Liter Fassungsvermögen. Per WLAN-App kann man zudem eigene Aufbrühprogramme einstellen und abspeichern. Eine Kommunikation mit Alexa, Homekit oder Google Assistant ist nicht möglich.

Wasserkocher mit App sind unterm Strich eine nette Spielerei. Wer jeden Morgen vom Bett aus heißes Wasser aufkochen will, kann das damit machen. Wirklich smart sind aber die wenigsten Modelle. Der Xiaomi Mi Smart Kettle hat den Vorzug, dass er mit 35 Euro sehr günstig ist und sich mit Homekit steuern lässt. Die 600-Euro-Wertanlage Temial von Vorwerk hat den Vorzug, das sie die meisten Konfigurationsmöglichkeiten für den optimalen Teeaufguss bietet.

Wer auf beide Vorteile verzichten kann und dennoch bei unterschiedlicher Temperatur Wasser kochen will, sollte sich eher multifunktionale Wasserkocher ansehen. Die haben zwar keine App, bietet aber mitunter bis zu fünf Programme für verschiedene Temperaturgrade und eine Warmhaltefunktion.

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