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Virtual Reality: Spiele, Filme und Serien für VR

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Im dritten Teil unserer Serie zu Virtual Reality dreht sich alles um die Inhalte. Nachdem wir im ersten Teil High-End-VR-Brillen vorgestellt haben und im zweiten Teil eine Kaufberatung zu mobilen VR-Headsets lieferten, geht es jetzt darum, was man mit der Hardware machen kann.

Bei VR-Videos gibt es im Grunde zwei Kategorien: Normale Inhalte, die einfach auf einer scheinbar riesigen Fläche laufen, wie es beispielsweise die Netflix VR App macht. Und 360-Grad-Produktionen, bei denen man sich frei umsehen kann. Letzteres setzen auf spezielle Rundumkameras und stellt besondere Anforderungen an die Dramaturgie, denn der Film muss den Zuschauer deutlich mehr führen als in 2D-Filmen. Wie das gehen kann, zeigt der VR-Film Help von Regisseur Justin Lin (Star Trek: Beyond, Fast and the Furious) – ein Monsterstreifen, der kostenlos auf YouTube zu sehen ist. Das geht auch ohne VR-Brille, per Maus könnt ihr eure Blickrichtung verändern:

<div class="text">Help - 360-Grad-Film von Justin Lin<br></div>

Die meisten anderen Produktionen sind Reportagen oder Blicke hinter die Kulissen. In Deutschland probieren sich vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender an unterschiedlichen Formaten. Die ARD bietet auf dieser Seite Informationen zu VR-Videos, das ZDF hat unter VR.ZDF.de ebenfalls eine eigene Webseite eingerichtet.

Bild: Arte Arte lädt in seiner 360-Grad-App zu Opernbesuchen ein

Das ZDF wirkt dabei etwas experimentierfreudiger, so gab es etwa auch 360-Grad-Aufnahmen von den olympischen Winterspielen 2018. Schön, wenn es sowas auch zur Fußball-WM 2018 geben würde. Auch andere Sender, etwa BBC oder Arte, produzieren 360-Grad-Inhalte. Ein guter Anlaufpunkt ist YouTube. Der offizielle VR-Channel sammelt entsprechende Videos und kuratiert die Inhalte. Die Einstiegshürden für Filme sind erfreulich niedrig. Es muss kein Samsung Gear VR (Testbericht), ja nicht einmal ein Daydream View (Testbericht) sein. Google Cardboard reicht bereits aus, diese VR-Brillen für Smartphones gibt es bereits ab unter 10 Euro.Eine Übersicht zu aktuellen Brillen für Smartphones sowie Stand-Alone-Geräten wie der Oculus Go gibt euch unser Artikel "Kaufberatung: VR-Brillen für Smartphones".

Google Cardboard VR-Brille

Cardboard VR

Trust GXT 720 (21322)

GTX 720

Google Daydream View dunkelgrau

Daydream View

Samsung Gear VR SM-R325 (SM-R325NZVADBT)

Gear VR

Zeiss VR One Plus

VR One Plus

Auch der Einstieg für Filmemacher ist immer einfacher. Passende Kameras gibt es in einer breiten Preisspanne, von der Nikon KeyMission 360 (Testbericht) über die Insta360 One (Testbericht) bis hin zur GoPro Fusion (Testbericht). Mehr zu diesen Produkten findet ihr in unserem Thema „360-Grad-Kameras“.

GoPro Fusion (CHDHZ-103)

GoPro Fusion

Insta360 One

Insta360 One

Nikon KeyMission 360 schwarz (VQA020E1)

Nikon KeyMission 360

Kodak PixPro SP360-4K

Kodak PixPro SP360-4K

Als Zuschauer ist man auf die Position der Kamera fixiert. Filme wie das oben erwähnte Help von Justin Lin führen den Zuschauer an einer festgelegten Route durch den Film; das erinnert etwas an eine Achterbahnfahrt. Gerade bei Sportveranstaltungen wie dem Snowboard-Wettbewerb bei den olympischen Spielen funktioniert das sehr gut. Man hört den Kommentator den Trick erklären, gleichzeitig kann man Fahrer und Trick im eigenen Tempo folgen.

Die Königsklasse für VR sind Spiele. Ihr Vorteil ist, dass sie komplett digital sind und sich der Spieler im Idealfall frei bewegen kann. Der Nachteil: Gute Spiele brauchen hohe Hardware-Leistung. Außerdem waren sie bislang wenig kommerziell erfolgreich. CCP, die Macher von Eve Online und dem VR-Ableger Eve: Valkyrie planen erst einmal keine neuen VR-only-Spiele, da die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückblieben. Bis die ersten High-End-VR-Spiele kommen, dauert es also noch.

Spiele wie Rick & Morty VR verzichten auf aufwändige Grafik - sie brauchen dafür auch weniger leistungsstarke Hardware, um ein gutes Spielgefühl zu erzeugen.

Ein Aspekt, der sich derzeit gut entwickelt, sind Simulatoren-Spiele mit abgespeckter Grafik. Spiele wie der Job Simulator, Keep Talking and Nobody Explodes oder Rick & Morty: Virtual Rick-ality legen keinen gesteigerten Wert auf realistische Grafik und sind deswegen etwas weniger fordernd an die Hardware.

Besitzer einer HTC Vive oder einer Oculus Rift sind von diesem Problem weniger betroffen. Wer sich diese VR-Brillen kauf, der hat normalerweise das passende System dazu. Interessant ist das für die Windows Mixed Reality Headsets. Diese sind deutlich günstiger als Rift oder Vive und locken mit niedrigeren Systemanforderungen. Mehr zu diesen High-End-Headsets für VR findet ihr in unserem Ratgeber VR: Windows Mixed Reality atttackiert Rift & Vive.

Lenovo Explorer

Lenovo Explorer

Medion Erazer X1000 MR (130023616)

Medion Erazer

Samsung Odyssey

Samsung Odyssey

Oculus Rift + Touch Bundle (301-00095-01)

Oculus Rift

HTC Vive (99HAHZ0xx-00)

HTC Vive

Derzeit profitieren Besitzer einer PS4 und von Playstation VR. Das Headset von Sony ist nicht nur der günstigste Einstieg in VR, der japanische Konzern will das Angebot an Titeln auch massiv ausbauen. Sind es derzeit noch etwa 150 Titel, soll deren Zahl auf 400 steigen. Dazu gehören auch Blockbuster wie Skyrim VR oder Fallout 4 VR. Die Kollegen von Heise Online konnten 13 der kommenden PSVR-Titel anspielen und waren sichtlich beeindruckt.

Sony PlayStation VR Headset Rev. 2 (verschiedene Bundles)

Playstation VR

Elder Scrolls V: Skyrim - VR Edition (deutsch) (PSVR) (PS4)

Skyrim VR

(Kein Produktbild vorhanden)

Rick & Morty

Schon klar, „The Internet is for pr0n”, aber gilt das auch für VR? Ja, natürlich gibt es genügend Unterhaltung für Nutzer über 18 – und wie im normalen Web auch ist der Großteil Mist. Unser Kollege Jan-Keno Janssen von c’t ist im Artikel „Porno 4.0“ tiefer in dieses Thema eingestiegen und streift dabei neben VR Pornos auch das Thema Teledildonik – also die Fernsteuerung von Sexspielzeug übers Web. Das ist nicht nur für Sexarbeiter, sondern auch für Paare in einer Fernbeziehung interessant. Bislang machen solche Produkte aber eher durch eklatante Sicherheitsmängel auf sich aufmerksam.

Bild: Pornhub Insights Die Zugriffe auf die VR-Inhalte bei Pornhub. Weltweit gibt es interesse, die Zahlen wachsen verglichen mit klassischen Inhalten aber nur langsam.

Der große Durchbruch ist noch lange nicht da. Pornhub, eine der größten Seiten mit Nacktvideos, hat bereits im Frühjahr 2016 eine eigene VR-Kategorie gestartet. Deren Inhalte wachsen stetig an, sind aber weit hinter den klassischen Konsumformen. Einen Ausschlag gab es um Weihnachten: Scheinbar wollten viele Nutzer ihre neuen VR-Brillen testen. 2017 war VR unter den Suchbegriffen auf Platz 16. Das ist ein Zuwachs von immerhin 14 Plätzen gegenüber Vorjahr, aber immer noch nicht hoch genug, um klassische Pornografie zu verdrängen.

Das mag auch daran liegen, dass sich App-Store-Anbieter wie Apple und Google notorisch schwertun, Porno-Apps zuzulassen. Apple ist berühmt-berüchtigt, jede nackte Brust sofort zu verbieten – etwas, das 2010 auch die App zum BILD-Girl erfahren musste. Google hat für Cardboard einige Apps mit nackter Haut, deren Qualität aber eher gering ist.

Gute VR-Inhalt gibt es immer mehr. Das größte Potential sehen wir dabei bei klassischen Videos. Es macht einfach Spaß, sich einen hochaufgelösten Film schön groß anzusehen – auch wenn oder gerade weil die Gesellschaft anderer fehlt. Beim Thema Pornos bremsen die Zensoren der App-Stores die Entwicklung aus – die Hersteller könnten wahrscheinlich viel mehr liefern, bringen ihre Produkte aber nur schwer an den Mann.

Spiele haben immer noch den größten Reiz. Es fehlt aber an der Verbreitung von VR-Brillen und bezahlbaren Systemen. Also will derzeit kein Hersteller die Kosten für einen Tripple-A-Titel schultern, ein klassisches Henne-Ei-Problem: Solange es die nicht gibt, kauft niemand die Geräte und so weiter. Es braucht billiger Headsets und günstigere Hardware, die ein Massenphänomen wie Fortnite oder Playerunknown’s Battlegrounds in die virtuelle Welt heben können. Bis dahin haben müssen wir mit kleineren Titeln auskommen, die aber durchaus Spaß machen.

Neue Geräte wie das kürzlich vorgestellte Oculus Go (Übersicht), das alles Notwendige für gutes VR mitbringt und ab 219 Euro kostet, oder die weniger Hardware-Hungrigen Windows Mixed Reality Geräte (Übersicht) machen weiter Hoffnung. Denn Virtual Reality ist immer wieder einfach faszinierend, selbst wenn man es noch so oft ausprobiert hat.

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