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Vier Handyhalterungen fürs Fahrrad im Vergleichstest

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Es gibt unzählige Handyhalterungen fürs Fahrrad – doch nicht alle sind gut. Wir haben uns verschiedene Systeme angeschaut und verraten, welche sich wirklich lohnen.

Gute Handyhalterungen fürs Fahrrad sollen gut aussehen, einfach zu bedienen sein, wenig kosten und vor allem das Smartphone sicher am Fahrrad halten. Nichts wäre schließlich schlimmer, als das Handy bei voller Fahrt auf den harten Asphalt klatschen zu hören. Wir haben uns vier verschiedene Halterungen ganz genau angeschaut und zeigen hier ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.

Von den vier getesteten Handyhalterungen unterscheiden sich drei grundlegend. Die Yanho Rahmentasche (Testbericht) wird über Klettverschlüsse am Rahmen befestigt, das Handy kommt in einen durch eine transparente Folie geschützten Einschub an der Oberseite. Die Finn (Testbericht) ist nicht viel mehr als ein clever designtes Silikonband. Eine Schlaufe spannt das Smartphone ein und fixiert es am Lenker. Die Spigen Velo A250 (Testbericht) und der PNY Expand Bike Mount (Testbericht) sind „klassische" Handyhalterungen, die über eine Klammer, beziehungsweise Schelle am Lenker das Handy in Position halten.

Die von uns getestete Rahmentasche ist mittlerweile über zwei Jahre alt und so nicht mehr erhältlich. Allerdings gibt es jede Menge alternative und sehr ähnliche Produkte, dazu unten mehr. Trotz ihres recht hohen Alters und der augenscheinlich günstigen Materialwahl ist sie noch immer voll funktionstüchtig. Der Reißverschluss zickt nicht, das Kunstleder ist knittrig, aber ohne Risse und der Innenraum der Tasche sowie der Einschub für das Handy bleiben auch bei Regen trocken.

Bild: TechStage.de Rahmentaschen schützen zusätzlich vor Spritzwasser.

Die Außenmaße betragen 18 cm in der Länge 9,5 in der Breite und 9 in der Höhe. Während Länge und Höhe eher unproblematisch sind, sollten Käufer darauf achten, dass die Breite 9,5 cm nicht übersteigt, da sonst die Gefahr besteht, dass beim Radeln die Beine an der Tasche scheuern.

Die Finn Fahrradhalterung besteht komplett aus einem halbtransparenten Silikon. Sie ist knapp 20 cm lang und in ihrer Mitte auf Höhe des Bike-Citizens-Logos etwa 4 cm breit und 1 cm dick. Auch beim Starken auseinanderziehen der Ecken riss die Finn nicht und begab sich danach unbeschädigt in ihre Ursprungsform. Das Material der in Österreich gefertigten Handyhalterung ist bezüglich seiner Widerstandsfähigkeit gut gewählt.

Bild: TechStage Die Finn besteht ausschließlich aus Silikon.

Die Handyhalterung fürs Fahrrad Spigen Velo A250 besteht fast vollständig aus schwarzen Kunststoff. Das Smartphone selbst wird in eine U-förmige Klammer eingespannt, die um die Seiten des Smartphones greift und sich von etwa 5,5 cm auf knapp 9,5 cm aufziehen lässt. Direkt dahinter liegt ein spinnennetzartiges Gummi, um das Smartphone an seinen Ecken zu fixieren. Bei nicht eingespanntem Smartphone wackelt es lose hin und her.

Der PNY Expand Bike Mount ähnelt bauartbedingt der Spigen Velo A250, erweckt aber als einziger aus der Runde sofort einen robusten Eindruck. Die Klammer für die Montage am Lenker wirkt, als könnte ihr auch ein paar härtere Schläge nichts anhaben. Die Auflagefläche für das Smartphone ist gummiert und vergleichsweise groß. Hier wackelt nichts, alles sitzt fest an seinem Platz. Bezogen auf die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Materialien setzt sich die PNY Expand Bike Mount in der Kategorie „Design" an die erste Stelle.

Eine Befestigung für das Handy am Fahrrad soll in erster Linie das Gerät sicher halten und nicht wackeln, damit man das Display auch während der Fahrt noch ablesen kann. Am unteren und vorderen Teil der Rahmentasche befindet sich je ein Klettband mit Schlaufe. Die simple Konstruktion hält die Tasche sicher am Rahmen, allerdings schüttelt es sie vor allem Off-Road ordentlich durch. Auch sorgt die leicht wellige und spiegelnde Folie über dem Display dafür, dass ein Ablesen während der Fahrt schwierig wird.

Im Deckel der Tasche befindet sich ein breiter Klettverschluss mit Gummizug, hinter dem das Smartphone fixiert wird. Einmal dort eingespannt ist es vor Regen geschützt. Allerdings ist es recht fummelig, das Smartphone dort hinein zu bekommen. Bedienen lässt sich das Gerät durch die Folie nur schwer. Sie lässt zwar weiterhin Touch-Gesten zu, allerdings sind die seitlichen Handytaster und eventuelle Fingerabdrucksensoren nicht mehr erreichbar. Sobald das Handy ausgeht, beziehungsweise eine App mehr braucht als einen ungenauen Fingerwisch, muss es aus der Tasche, was auf Dauer nervt. Wer jedoch lediglich das Display im Blick behalten will, um eingehende Nachrichten oder Anrufe zu sehen, für den ist diese Lösung ausreichend.

Einen großen Haken hat der Handy-Einschub: Er nimmt nur Geräte bis zu 5,5 Zoll auf, was einen großen Teil der derzeit verkauften Geräte ausschließt. Viele neuere Taschen sind allerdings größer, was das Problem löst. Beim Kauf sollte man dringend auf die Maße achten.

Für die Montage wird das Ende der Finn (Testbericht) um den Lenker geführt und durch die gegenüberliegende Lasche gezogen. Achtung: Das Bike-Citizens-Logo muss in Richtung Lenker zeigen. Das ist so leider auf den drei Montage-Bildern der mitgelieferten Anleitung nicht zu erkennen, beziehungsweise sogar falsch dargestellt. Diese Video zeigt, wie man es richtig macht. Das Silikonband spannt sich, indem man die Enden um die Ecken des Smartphones legt. Das Ganze ist beim ersten Mal etwas gewöhnungsbedürftig, geht aber nach etwas Übung gut von der Hand. Vom kleinen 4,7-Zoll-iPhone bis zum großen 6-Zoll-Pixel-2-XL passen alle Smartphones auch mit Schutzhülle in die Handyhalterung.

Finn lässt zwischen Lenker und Handy weniger als 1 cm Platz. Deswegen passt die Handyhalterung nur an Lenker mit einer freien Fläche in der Breite des zu befestigenden Smartphones. Einmal angebracht, liegt das Handy auf einer recht geraden Fläche auf und wird dadurch stabilisiert. Beim Fahren lässt sich der Displayinhalt noch gut ablesen. Auch bei der Stabilität gibt es nichts zu beanstanden, das Smartphone hielt jederzeit die Position – egal ob bei Bordsteinen oder wilden Fahrten durchs Unterholz.

Der PNY Expand Bike Mount (Testbericht) und die Spigen Velo A250 (Testbericht) sind beide ähnlich aufgebaut. Eine Klammer, beziehungsweise Schelle fixiert die Halterung am Lenker. Ein Kugelgelenk hält das Smartphone im Quer- oder Hochformat und führt zu einer Klammer mit Gummibändern, in die das Handy eingespannt wird.

Die Befestigung am Lenker stellt den größten Unterschied dar. Die Schelle des Spigen Velo A250 besteht aus zwei Kunststoffteilen mit gummierten, halbkreisförmigen Aussparungen. Die zwei Teile werden auf der einen Seite in eine von vier Haken gehängt und auf der anderen Seite über eine Schraube mit Gegenmutter am Lenker festgezogen. Das funktioniert dank Flügelgriff an der Schraube auch ohne Werkzeug. Der Lenker darf dabei einem maximalen Durchmesser von 3,5 cm nicht überschreiten, was in den meisten Fällen kein Problem ist. Das Befestigen stellte sich als fummelige Geduldsprobe heraus, im Dunkeln werden einige daran verzweifeln. Hält die Schelle jedoch einmal, kann sie so fest gezogen werden, dass nichts verrutscht.

Die Klammer um die PNY Expand Bike Mount am Lenker zu befestigen ist deutlich besser konstruiert und verarbeitet. Über eine Flügelschraube öffnet sie sich bis maximal 4,5 cm und schließt bis auf wenige Millimeter komplett. Die Innenseite ist gummiert. Mit wenigen Handgriffen umschließt die Klammer den Lenker fest, verrutschen kann so nichts mehr.

Weniger gravierend ist der Unterschied bei der Auflagefläche, in die das Handy eingespannt wird. Beide lassen sich weit genug öffnen, um auch breite Handys zu halten. Die Arme der Klammer können dabei die Taster des Smartphones blockieren, mit etwas hin- und herschieben findet sich jedoch bei allen getesteten Handys eine gute Position. Bei beiden ist es möglich, für zusätzlichen Halt Gummibänder um die Ecken des Smartphones zu legen. Optisch gefällt uns an der Stelle der PNY Expand Bike Mount besser, funktional sind sie jedoch ebenbürtig.

Rahmentaschen bringen zwei Vorteile, welche die anderen Halterungen nicht haben. Zum einen bietet die Tasche mit den Innenmaßen 15 cm in der Länge, 7 cm in der Breite und 5,5 cm in der Höhe Stauraum, um Schlüssel, Sonnenbrille, Flickzeug, Pflaster, Sonnencreme und so weiter unterzubringen. Möglich wäre hier auch ein Akkupack, um das Smartphone während der Fahrt zu laden. Zum anderen schützen Rahmentaschen das Handy sowie den Inhalt der Tasche bei Regen vor Feuchtigkeit.

Bild: TechStage Die Klammer der PNY Expand Bike Mount ist exzellent.

Der große Vorteil der Finn ist sein geringes Gewicht von 22 g und sein hochflexibles Material. Dadurch lässt es sich problemlos auch in kleine Taschen stecken und überall hin mitnehmen. Das ist besonders zum Beispiel im Urlaub oder in fremden Städten praktisch. Dort kann es das Handy an Leihrädern befestigen.

Die sehr gute Klammer des PNY Expand Bike Mount kann mehr als nur Lenker umfassen. Sie fixiert das Handy an Haltestangen im Bus oder in der U-Bahn, an Möbelstücken, Fensterbrettern, Tischkanten und vielem mehr. Sie dient sogar auf dem Tisch als brauchbarer Smartphone-Ständer. Ihr Einsatz ist sehr flexibel.

Vergelichstabelle: Das Wichtigste auf einem Blick
Expand Bike Mount Velo A250 Rahmentasche Finn
Hersteller PNY Spigen Yanho Bike Citizens
TechStage Testnote 1 2 2 2
4,5 - 5,5 Zoll Handys
> 5,5 Zoll Handys
wasserabweisend
Gewicht 139 g 105 g 113 g 22 g
Extras flexibler Einsatz extra Stauraum sehr portabel

Die Spigen Velo A250 ist eine vergleichsweise günstige Fahrradhalterung. Wer die PNY Expand Bike Mount will, zahlt fast das doppelte. Allerdings scheint PNY dieses Produkt lediglich von einem chinesischen Hersteller gekauft und mit seinem Logo bedruckt zu haben.

Auf Alibaba kostet die ungelabelte Handyhalterung in fünf verschiedenen Farben ab einer Bestellmenge von 100 Stück je etwa 2,30 Euro. Deswegen gibt es in Deutschland Händler, welche die baugleiche Handyhalterung fürs Fahrrad deutlich günstiger anbieten. Hier im Preisvergleich haben wir eine davon herausgesucht.

Die Finn springt im Preisverlauf der letzten Monate regelmäßig zwischen 5 und 10 Euro hin und her. 5 Euro empfinden wir als angemessen, 10 Euro als zu teuer. Zusätzlich bietet der Hersteller Bike Citizens auf jeder Packung einen Gutscheincode für den Kartendownload einer Stadt der hauseigenen App Bike Citizens Fahrrad Navi GPS.

Die hier getestete Rahmentasche von Yanho ist nicht mehr erhältlich. Allerdings gibt es zahlreiche Alternativen ab 15 Euro. In einigen Bereichen bieten sie sogar mehr als die Yanho-Rahmentasche. So passen in viele Taschen Handys mit einer Bildschirmdiagonale von über 5,5 Zoll. Außerdem findet sich nun häufig eine Lasche, durch die ein Kabel in die Innentasche geführt werden kann sowie ein zusätzlicher Riemen für besseren Halt am Fahrradrahmen.

Spigen Velo A250

Spigen Velo A250

PNY The Expand Bike Mount

PNY Expand Bike Mount

(Kein Produktbild vorhanden)

Baugleich zum PNY Expand Bike Mount

Finn

Finn

(Kein Produktbild vorhanden)

Yoofan Rahmentasche

Speedpro Rahmentasche

Speedpro Rahmentasche

Alle von uns getesteten Handyhalterungen fürs Fahrrad tun, was sie sollen: Sie fixieren das Handy sicher am Lenker. Dabei waren wir im Test nicht zimperlich und heizten mit einem E-Mountainbike über unbefestigten Straßen. Allerdings zeigt dennoch jede einzelne Halterung ihre ganz individuellen Vor- und Nachteile. Wer zusätzlich etwas Stauraum und Spritzwasserschutz möchte, für den führt eigentlich kein Weg an einer Rahmentasche (Testbericht) vorbei. Die Handyhalterung schnell mal in die Hosentasche stecken? Das geht nur mit der Finn (Testbericht).

Wer abseits von diesen Punkten eine dauerhafte und stabile Befestigung für sein Smartphone sucht, ist mit unserem Testsieger PNY Expand Bike Mount (Testbericht) gut beraten. Er hält das Handy sicher, wirkt stabil verarbeitet und bietet im Gegensatz zum Spigen Velo A250 (Testbericht) eine sehr gute und flexibel einsetzbare Klammer zur Befestigung am Lenker.

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