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Amazon Echo Show & Co: Video-Calls mit Großeltern

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Mit Video-Calls ist man Großeltern und Verwandten ein Stück näher. Wir zeigen, welche Geräte sich auch für ältere Semester eignen.

Es muss ja nicht immer Corona sein. Größere Entfernung zu den Großeltern und anderen Familienmitgliedern sorgen für Distanz und wenig Austausch. Dann sieht man sich nur einmal im Jahr zum Familienfest oder zum runden Geburtstag.

Der Kontakt „Auge in Auge“ kann trotzdem mit den Großeltern stattfinden. Video-Calls sind eine gute Alternative. Wir zeigen, welche Video-Assistenten, Tablets und Smartphones sich im Preisrahmen bis 200 Euro dafür eignen. Unser Beitrag ist nach technischer Affinität aufgebaut – von „Opa kann noch nicht mal einen Toaster bedienen“ bis „Oma kennt sich mit Touchscreen aus“. Wer hingegen eher einen PC für die Großeltern bevorzugt, findet Alternativen in unserer Themenwelt Notebooks.

Es gibt Menschen, die einfach aufgrund ihres Alters oder fehlendem Wissen keinen PC, Smartphone oder Tablet bedienen können. Das ist auch nicht weiter schlimm, schließlich gibt es Technik, die man ohne jegliche Erfahrung nutzen kann. Sprachassistenz-Systeme mit Bildschirm sind ein Beispiel. Amazon Echo Show 2 (Testbericht) oder Google Nest Hub sind die bekanntesten Modelle. Die richtet Enkelin oder Sohn einmal ein und sie sind anschließend auf Abruf einsatzbereit. Der Vorteil: Die Systeme stehen wie ein kleiner Fernseher an einem Platz nach Wunsch, sind dauerhaft an und man kann sie per Sprache bedienen.

Echo Show 5 vs Show vs Spot (18 Bilder)

Für die Video-Telefonie mit Echo Show sind zwei Alexa-Accounts, Internet-Verbindung sowie mindestens ein Smartphone notwendig. Die Accounts braucht man, um Telefonate durchzuführen. Echo Show und Smartphone, Tablet oder einen weiteren Echo Show sind nötig, um sich gegenseitig zu sehen. Ist der Echo Show bei den Großeltern im Wohnzimmer entsprechend eingerichtet, kann es direkt losgehen. Sagt die Oma beispielsweise „Alexa, rufe Enkel an“, klingelt das Smartphone des Enkels und dem Video-Chat steht nichts im Wege.

Bei den Google-Pendants Nest Hub und Nest Hub Max funktioniert das im Endeffekt genauso. Nur die App hört auf einen anderen Namen und zwar Duo. Anmeldung und Nutzung sind ebenfalls kostenfrei.

Will man den Großeltern nur regelmäßig neue Bilder von Enkeln & Co. senden, reichen WLAN-Bilderrahmen aus. Preislich liegen die aber auf einem Niveau mit den Video-Assistenten.

Neben den Systemen von Amazon und Google findet man auch noch Alternativen von Archos oder Lenovo wie dem Smart Display (Testbericht). Aber auch diese Modelle setzen auf Google Assistant. Letztlich entscheidet hier also nur der persönliche Marken-Geschmack und Design. Preislich liegen alle Modelle zwischen 60 und 200 Euro.

Tipp: Wer für die Großeltern so ein System einrichtet, kann auch regelmäßig Bildschirmhintergründe ändern. So sind immer die aktuellen Fotos von Enkeln oder sonstigen Ereignissen zu sehen. Alternativ gibt es natürlich auch digitale Bilderrahmen mit WLAN (Vergleichstest), die haben dann aber eben keine Video-Telefonie.

Während Video-Assistenten dauerhaft am Strom hängen und keine Pflege durch die Großeltern benötigen, haben sie einen großen Nachteil – sie sind nicht mobil. Will Opa also beispielsweise seine Kartoffeln im Garten zeigen, braucht er ein anderes Gerät. Wer seinen Verwandten die grundsätzliche Bedienung eines Tablets zutraut, findet hier relativ simple Produkte und vor allem große Bildschirme für schlechte Augen & Co.

Ganz vorne spielen aus unserer Sicht ebenfalls Amazon-Geräte mit. Fire-HD-Tablets wie das HD 10 (Testbericht) haben eine sehr überschaubare Bedienoberfläche und können dank Alexa Hands-Free ebenfalls via Stimme genutzt werden. Wer seinen Großeltern also zumindest zutraut, dass sie das Tablet regelmäßig an den Strom zum Laden stecken, bekommt quasi ein portables Echo-Show-Gerät. Denn auch hier reicht ein Alexa-Account und schon funktioniert der Video-Anruf durch Ansprechen – „Alexa, ruf meinen Sohn an“. Preislich liegt man bei rund 100 Euro für ein Tablet mit 10 Zoll Bildschirmdiagonale.

Amazon Fire HD 8 (2018) - Testbilder (8 Bilder)

(Bild: Techstage)

Wer ein Pendant mit Google Assistant vorzieht, findet ebenfalls sehr günstige Modelle. Auch hier geht es preislich bei 100 Euro los. Einsteigermodelle wie das Samsung Galaxy Tab A 10.1 haben wir uns vertieft in der Kaufberatung: Wie viel Tablet ist wirklich nötig angesehen. Bei den Video-Apps kann man bei Bedarf auch auf eine breitere Auswahl zurückgreifen - beispielsweise Jitsi oder Skype. Mit Skype gibt es zudem die Möglichkeit, dass Anrufe automatisch angenommen werden. Das erspart den Großeltern im Zweifelsfall das Annehmen des Anrufs. Weitere Apps für Video-Telefonie haben die Kollegen von heise Downloads zusammengefasst.

Falls man weiß, dass die Großeltern besser mit iOS, statt mit Android umgehen, sollte man sich die Anschaffung eines Apple iPads überlegen. Denn auch hier ist die Bedienung per Sprache möglich – nur eben mit Siri statt Alexa. Preislich wird es hier aber deutlich teurer, vor allem ab einer Größe von 10-Zoll. Für das 2019er iPad 10.2“ zahlt man rund 330 Euro.

Es soll möglichst klein, handlich und auch außerhalb des Eigenheims nutzbar sein? Dann führt kein Weg an Smartphones vorbei. Die bieten nicht nur Video-Telefonie über unzählige Apps, sondern natürlich auch noch klassische Telefonieren und das gesamte Sortiment an Anwendungen aus den App-Stores. Das ist allerdings aus unserer Sicht nur für Großeltern etwas, die generell technisch affin sind und mit Bildschirmen zwischen 6 und 7 Zoll klarkommen. Für Video-Calls ist diese Größe noch akzeptabel.

Und dann stellt sich natürlich die Frage, ob es ein Senioren-Modell sein soll, oder, ob auch ein „normales“ Smartphone reicht. Was es bei Senioren-Smartphones zu beachten gibt, klärt unser Ratgeber: Smartphones für Silver Surfer. Modelle wie das aktuelle Doro 8080, das günstige Emporia Smart.3 oder das Gigaset GS195 LS (Testbericht) stehen aktuell zur Auswahl. Alle Smartphones haben einen Bildschirm mit mindestens 5,5 Zoll Diagonale, Zugriff auf den Google App Store sowie extra große Buttons für Bedienung und Apps. Für Video-Calls kann die Bildschirmgröße unter 6 Zoll allerdings schon zu klein sein.

Das Gigaset GS195 LS hat ein Display mit 6,2 Zoll Diagonale. Für Video-Calls mit Senioren reicht das in den meisten Fällen.

Mehr Auswahl und größere Displays gibt es freilich bei den richtigen Smartphones. Die sind zwar nicht ab Werk auf Senioren optimiert, aber ähnlich einfach zu bedienen – gesetzt den Fall, die Großeltern haben damit schon Erfahrung oder sind lernbereit. Welche Smartphones es bis 200 Euro gibt, zeigt unserer Bestenliste: Top 10 der Smartphones bis 200 Euro. Allerdings: Hier findet man ausschließlich Android-Geräte mit aktuellem Betriebssystem. Besonders große Bildschirme bieten etwa Honor 9X (Testbericht) mit 6,6, Huawei P40 Lite mit 6,4 sowie Xiaomi Redmi Note 8T (Testbericht), Nokia 6.2, Realme 5 Pro und Umidigi F1 Play mit jeweils 6,3 Zoll.

Das Xiaomi Redmi Note 8T kostet rund 160 Euro.

Passende Prepaid-Tarife zur mobilen Nutzung der Smartphones haben wir in unserem Ratgeber: Handy-Tarife bis 10 Euro zusammengefasst. Hier liegt der Fokus auf besonders viel Datenvolumen – etwa für Video-Telefonate von unterwegs.

Wer seine Großeltern selten sieht und nicht immer zum Telefon oder Briefpapier greifen will, hat mit der Video-Telefonie eine gute und simple Alternative. Auf diese Weise holt man sich ein bisschen Nähe und visuellen Austausch vor den Bildschirm. Am Einfachsten geht das mit den stationären Video-Assistenten wie Echo Show oder Google Nest Hub. Wer seinen Großeltern mehr technisches Know-how zutraut, kann natürlich auch zum Tablet oder Smartphone greifen.

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