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Vergleichstest: sechs Outdoor-Smartphones ab 180 Euro

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Inzwischen sind viele High-End-Smartphones wasserdicht, doch so richtige Outdoor-Smartphones für den Einsatz im Gebirge, auf Baustellen oder beim Extremsport sind selten geworden. Wir haben sechs aktuelle Modelle getestet und miteinander verglichen.

Viele echte Outdoor-Smartphones gibt es derzeit nicht. Kein Wunder, viele aktuelle Smartphones sind ab Werk bereits wasserdicht, und guter Schutz gegen weitere Unwägbarkeiten bringt viele Nachteile mit. Schwere Klötze, dicke Gummiwülste und große Akkus entsprechen nicht gerade dem aktuellen Design-Trend: flacher, größer, weniger Rand.

Für Outdoor-Aktivitäten und harten Arbeitseinsatz in schmutziger Umgebung braucht es andere Werte. Was Robustheit angeht, konnten alle unsere Testkandidaten überzeugen. Unser Prüfverfahren beinhaltete unter anderem jeweils um die 15 Falltests aus circa 1,50 Meter Höhe auf verschiedene Untergründe – darunter Asphalt, Schotter und Feldwege –, mehrfaches halbstündiges Untertauchen in ungefähr 50 Zentimeter tiefem Wasser, und Verbuddeln in Sand und Erde. Keines der getesteten Geräte nahm dabei größeren Schaden, von optischen Mängeln mal abgesehen.

Unterschiede gibt es bei der Ausstattung, der Qualität der Kameras, der Akkulaufzeit, dem Gewicht und den Abmessungen – und natürlich bei der Performance. Das spiegelt sich natürlich im Preis wieder: Unsere Kandidaten kosten zwischen etwa 180 und 460 Euro.

Unser Favorit ist das Cat S41, das uns in allen wesentlichen Bereichen überzeugt hat. Vor allem Display und Akkulaufzeit stechen aus dem Gesamtpaket heraus, aber auch die Performance ist sehr gut. Zwar konnte uns die Frontkamera nicht begeistern, die Hauptkamera auf der Rückseite schießt hingegen gute Fotos. Für knapp 350 Euro bekommt man ein robustes Outdoor-Smartphone, das keine Wünsche offen lässt.

Das Cat S41 hat ein sehr hell leuchtendes Display mit einer Diagonale von 5 Zoll und einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixel. Geschützt wird es von Gorilla Glass 5. Wie bei vielen Outdoor-Handys lässt sich das Cat S41 auch mit nassen Fingern bedienen. An Kameras gibt es eine 13-Megapixel-Knipse mit Autofokus und LED-Blitz, vorne eine 8-Megapixel-Frontcam mit Fixfokus. Die Bildqualität hat uns gut gefallen, andere Outdoor-Phones waren aber noch besser.

Bild: Techstage

Für den Vortrieb sorgt ein MediaTek-SOC, der Helio P20 mit acht Kernen. Es gibt solide 3 GByte RAM und 32 GByte internen Speicher, dazu noch einen Slot für microSD-Karten. Die Performance des Smartphones ist gut. Auch die Laufzeit des 5000-mAh-Akkus kann sich sehen lassen, das Gerät hält locker 2 Tage durch. Als Betriebssystem gibt es nicht mehr ganz zeitgemäßes Android 7.0.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Cat S41 Testbericht).

Auch gut hat uns das Action-X3 des Herstellers Crosscall gefallen. Zwar löst der Bildschirm geringer auf als der des Cat S41 und leuchtet nicht ganz so hell, das Display kann sich trotzdem im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Die Qualität der Hauptkamera überzeugt noch mehr als beim Cat S41. Performance und Akkulaufzeit sind ähnlich gut, auch wenn die Hardware diesbezüglich etwas hinterherhinkt – zumindest auf dem Papier. Das Action-X3 liegt preislich auf ähnlichem Niveau wie das Cat S41: Ab circa 350 Euro bekommt man das Gerät aktuell.

Das 5-Zoll-Display löst etwas maue 1280 × 720 Pixel auf, konnte uns in Sachen Schärfe, Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität jedoch überzeugen. Auch die Qualität der Kameras kann sich sehen lassen. Auf der Rückseite sitzt eine 12-Megapixel-Linse mit Phasenvergleich-Autofokus und LED-Blitz, die Frontcam löst 5 Megapixel auf.

Bild: Techstage

Für die anständige Performance des Smartphones zeigt sich ein Snapdragon-430-Chip von Qualcomm mit 8 Kernen verantwortlich, dem 3 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. An internem Speicher gibt es 32 GByte; er ist erweiterbar mit microSD-Karten. Der 3500-mAh-Akku lieferte im Test problemlos Laufzeiten von zwei Tagen oder mehr. Das Betriebssystem ist beim Action-X3 aktueller als bei den anderen Handys aus unserem Testparcour: Es kommt Android 7.1.2 zum Einsatz.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Crosscall Action-X3 Testbericht).

Der Knackpunkt des Ulefone Armor 2 ist die Hauptkamera, die nur eine mäßige Bildqualität bietet. Wer damit leben kann, der bekommt ein Outdoor-Smartphone, das in den Bereichen Performance, Akkulaufzeit und Bildschirm ein sehr gutes Bild abgibt. Was Abmessungen und Gewicht angeht, bekommt der Besitzer jedoch ein massives Telefon, das sich nicht so leicht in der Hosentasche verstauen lässt. Das Ulefone Armor 2 ist mit seiner Klingonen-Optik und dem klobigen Gehäuse nämlich ein ganz schöner „Klopper“. Das Ulefone Armor 2 gibt es schon ab um die 280 Euro, also ein gutes Stück günstiger als das Action-X3 und das Cat S41.

Das 5 Zoll große Display des Armor 2 löst Full HD auf und leuchtet sehr hell. Die Hauptkamera mit f/2.0-Blende und LED-Blitz löst 16 Megapixel auf, vorne gibt es eine 8-Megapixel-Kamera mit f/2.0-Blende. Die Bildqualität beim Ulefone Armor 2 konnte uns, wie schon erwähnt, nicht überzeugen.

Bild: Techstage

Im Inneren werkelt auch hier ein Octa-Core-Prozessor von Mediatek, in diesem Fall ein P25-Chip. Daneben gibt es satte 6 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte internen Speicher nebst einem microSD-Karten-Slot. Die Leistung des Smartphones ist gut und auch die Laufzeit ist dank 4700-mAh-Akku top. Zwei Tage bei starker Nutzung sind auch hier kein Problem. Auch hier kommt Android-OS in Version 7.0 zum Einsatz.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Ulefone Armor 2 Testbericht).

Ulefone Armor 2 schwarz/grau

Schwarz/Grau

Ulefone Armor 2 schwarz/orange

Schwarz/Orange

Auch das Cyrus CS40 präsentierte sich uns als solides Outdoor-Smartphone mit guter Performance, ansehnlichem Display und ordentlicher Akkulaufzeit. Die größte Schwäche des Smartphones ist die Hauptkamera, mit der es uns nicht gelang, ansehnliche Bilder zu schießen. Das Cyrus CS40 kostet um die 280 Euro, stellt also wie das Ulefone Armor 2 eine preislich interessante Alternative zu unseren um die 350 Euro teuren Favoriten Cat CS41 und Crosscall Action-X3 dar.

Beim Cyrus CS40 löst das 5,2-Zoll-Display 1280 × 720 Pixel auf. Farbwiedergabe und maximale Helligkeit sind gut. Die 16-Megapixel-Hauptkamera löst 16 Megapixel auf und hat einen Kontrastautofokus und einen LED-Blitz. Vorne gibt es eine 5-Megapixel-Frontcam. Die Qualität beider Kameras genügt nur für halbwegs brauchbare Schnappschüsse.

Bild: Techstage

In Sachen Performance agiert das Handy mit Octa-Core-Prozessor von Mediatek (MTK6750) und 4 GByte Arbeitsspeicher gut. Der per microSD-Karten erweiterbare interne Speicher fasst 32 GByte. Mit dem 3000-mAh-Akku kamen wir im Test auch bei starker Beanspruchung auf eine Laufzeit von zwei Tagen. Auch beim Cyrus CS40 kommt wieder Android 7.0 als Betriebssystem zum Einsatz.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Cyrus CS40 Testbericht).

Das Alleinstellungsmerkmal des Cat S60 ist eine Wärmebildkamera. Dafür muss auch mehr Geld auf die Theke gelegt werden als bei der Konkurrenz: Um die 500 Euro kostet das Smartphone. Display, Performance und Akkulaufzeit sind zufriedenstellend, das veraltete Betriebssystem (Android 6.0.1) stellt einen nicht unerheblichen Kritikpunkt dar. Auch die Qualität der normalen Kamera ist nicht besonders gut.

Beim Cat S60 löst das 4,7 Zoll große Display 1280 × 720 Pixel auf, als Schutz des Panels dient Gorilla Glass 4. Das Outdoor-Phone leuchtet nicht so hell wie das Ulefone Armor 2 und das Cat S41, bietet aber eine zumindest für den Außeneinsatz ausreichende Helligkeit. Nicht so gut gefallen hat uns ein ein leichter Gelbstich bei der Farbwiedergabe. Die Qualität der beiden Kameras (Hauptkamera mit 13-Megapixel-Auflösung, Autofokus und LED-Blitz, Frontkamera mit 5-Megapixel-Auflösung) hat uns nicht vom Hocker gehauen. Cool ist hingegen die verbaute Wärmebildkamera, die Temperaturen zwischen minus 20 und plus 120 Grad Celsius mit einer Entfernung von bis zu 30 Metern misst und entsprechende Bilder macht.

Bild: Techstage

Für den Antrieb zeigt sich ein Snapdragon-617-Chip von Qualcomm verantwortlich, ein Octa-Core-Prozessor mit 3 GByte RAM. Auch hier lässt sich der interne Speicher (32 GByte) per microSD-Karten erweitern. Die Leistung des Handys ist nicht ganz so gut wie beim Ulefone Armor 2, beim Action-X3 und beim Cat S41, jedoch zufriedenstellend. Auch die Leistung des 3800-mAh-Akkus kann es nicht ganz mit den zuerst beschriebenen Outdoor-Handys aufnehmen, über den Tag kommt der Nutzer jedoch problemlos. Android läuft in veralteter Version 6.0.1 auf dem Rugged-Phone von Cat.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Cat S60 Testbericht).

Das günstigste Outdoor-Handy in unserem Testparkour ist das Samsung Galaxy Xcover 4. Das merkt man auch an der Ausstattung. Im Vergleich zur Konkurrenz muss der Käufer Abstriche beim Display, der Performance und der Akkulaufzeit machen, allerdings empfanden wir diese Punkte im Test noch zufriedenstellend. Die Kameraqualität hingegen ist für ein so günstiges Handy ordentlich. Wer möglichst wenig Geld ausgeben möchte – der aktuelle Straßenpreis liegt bei circa 180 Euro –, der bekommt mit dem Xcover 4 ein brauchbares Rugged-Smartphone.

Das 5 Zoll-Display löst 1280 [x} 720 Pixel auf wirkt in Sachen Farbwiedergabe tendenziell etwas blass. Auch die Helligkeit dürfte einen Tacken höher sein. Die Hauptkamera des Galaxy Xcover 4 löst 13 Megapixel auf, hat einen Blitz, einen Autofokus und eine f/1.9-Blende. Vorne gibt es 5 Megapixel und eine Blende von f/2.2. Die Bildqualität ist für ein recht günstiges Outdoor-Handy gut.

Bild: Techstage

Die Leistung des Handys mit Exynos-750-Chip und 2 GByte Arbeitsspeicher ist gerade so noch zufriedenstellend. Der interne Speicher ist nur 16 GByte groß, per microSD-Karte jedoch erweiterbar. Mit dem 2800-mAh-Akku ist zumindest eine Laufzeit von einem Tag bei häufiger Nutzung drin. An Software gibt es Android 7.0.

Mehr Informationen zum Smartphone gibt es in unserem ausführlichen Test (Samsung Galaxy Xcover 4 Testbericht).

Am besten abgeschnitten haben bei uns im Test das Cat S41 (Testbericht), das Ulefone Armor 2 (Testbericht) und das Action-X3 (Testbericht). Preislich liegen diese Handys zwischen 280 und 350 Euro. Wer möglichst wenig Geld ausgeben möchte, der könnte aber auch mit dem Samsung Galaxy Xcover 4 (Testbericht) glücklich werden, das schon ab knapp 180 Euro erhältlich ist. Die Performance des Handys ist allerdings auch spürbar schlechter als bei den Konkurrenten im Testfeld.

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