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Vergleichstest: Vier DECT-Telefone für die Fritzbox

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Kabellose DECT-Telefone müssen eine gute Reichweite und ein gutes Handling bieten. Wir haben vier Modelle getestet und vergleichen die Funktionen.

DECT-Telefone, die zur Fritzbox von AVM kompatibel sind, gibt es von verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Preisklassen. Wir haben uns vier Telefone in Verbindung mit der Fritzbox 7590 (Testbericht) angesehen und geprüft, wie gut sie mit dem Router harmonieren. Folgende Produkte sind im Vergleichstest, der Link führt jeweils zum Einzeltest:

In Hinsicht auf die Verarbeitung hinterlassen alle Testgeräte einen guten bis sehr guten Eindruck. Die Kunststoffgehäuse sind allesamt sehr ordentlich verarbeitet und liegen vernünftig in der Hand.

In Sachen Design sticht das AVM C5 hervor. Das sehr schlanke Telefon hebt sich optisch am deutlichsten von den anderen Geräten ab. Allerdings ist es im Testfeld auch das einzige Telefon, welches auf eine empfindliche Hochglanzoberfläche setzt. Die glänzenden Teile des C5 ziehen Kratzer und Fingerabdrücke magisch an. Dank seiner Abmessungen ist das C5 für kleiner Hände am angenehmsten. Große Hände kommen mit dem AVM C6 und dem Gigaset CL660HX am besten zurecht.

Die Verarbeitung der vier Telefone ist ausnahmslos gut.

Die Tasten sind bei allen Testkandidaten bequem erreichbar und verfügen über einen guten Druckpunkt. Fehleingaben oder nicht erkannte Eingaben sind im Test bei keinem Telefon vorgekommen. Bei blinder Bedienung sind die Geräte von Gigaset und Panasonic leicht im Nachteil. Da die einzelnen Tastenblöcke nicht voneinander getrennt sind, fällt das Tippen, ohne hinzusehen schwerer, als bei den Telefonen von AVM.

Beim Modell von Panasonic sorgt die gummierte Tastatur für minimalen Punktabzug – sie ist verhältnismäßig weich, was zu unregelmäßigen Spaltmaßen bei den Tasten führt. Das Design mit verhältnismäßig dicken Gehäuse und kleinen Display ist zwar nicht altmodisch, aber sicherlich am wenigsten modern.

Tasten- und Displaygröße unterscheiden sich stark.

Das Gigaset sieht dagegen sehr modern aus. Die flache Bauform in Kombination mit dem großen Display macht das CL660HX zum schickesten Telefon im Testfeld.

Während die Telefone von Gigaset und AVM auf sehr kompakte Ladeschalen setzen, ist die Ladestation des Panasonic verhältnismäßig groß.

Hersteller AVM AVM Gigaset Panasonic
Modell C5 C6 CL660HX KX-TGJ310
Display 2,2" Farbe 2,2" Farbe 2,4" Farbe 1,8" Farbe
Abmessungen in mm 150 x 48 x 15 152 x 48 x 21 157 x 52 x 21 159 x 47 x 28
Gewicht 111 g 126 g 116 g 120 g
Headset-Anschluss
Gesprächszeit 10 h 16 h 14 h 18 h
Besonderheiten RSS-Feeds, E-Mail, IP-Kamera, Freisprecheinrichtung RSS-Feeds, E-Mail, IP-Kamera, Freisprecheinrichtung Freisprecheinrichtung Akzeptiert Fritzbox nicht als Basisstation, Freisprecheinrichtung
Fritzbox-Telefonbuch nur bei eingehenden Anrufen
Farben schwarz weiß anthrazit schwarz, weiß-
Babyfon-Funktion
Radio X X

Die Inbetriebnahme ist bei allen Telefonen unproblematisch und innerhalb von wenigen Sekunden erledigt. Trotzdem tanzt eines der Geräte aus der Reihe.

Eigentlich sollte bei allen Telefonen die Fritzbox als Basisstation funktionieren. Dazu wird das Telefon in den Pairing-Modus gesetzt und die DECT-Taste an der Fritzbox gedrückt. Im Test klappt das allerdings nur bei den Geräten von AVM und Gigaset. Das Panasonic KX-TGJ310 verweigert konsequent den Basisstationswechsel zur Fritzbox. Um es nutzen zu können, müssen wir es per Kabel mit dem Router verbinden. Dann wird es auch sofort erkannt und funktioniert – allerdings eben nur in direkter Reichweite zur Fritzbox. Wer das Telefon vom Router entfernt positionieren will, sollte deshalb auf ein anderes Gerät setzen.

Die Konfiguration der Telefone ist dank der logischen Menüführung bei allen vier Geräten einfach und intuitiv. Neben Hintergrundbildern und Klingeltönen ist auch das Sperren von Rufnummer problemlos möglich. Am angenehmsten ist die Konfiguration der voll in die Fritzbox-Software integrierten AVM-Telefone C5 und C6. Alle Einstellungen sind hier bequem per Webinterface und Browser zugänglich.

Beim Telefonieren unterscheiden sich die vier Telefone praktisch nicht voneinander. Alle Modelle haben einen erfreulich guten Empfang. Selbst beim Wechsel des Stockwerks oder beim Gang durch den Garten ist die Übertragung zuverlässig und störungsfrei. Die Klangqualität ist bei allen Geräten sowohl für uns als auch für unseren Gesprächspartner gut bis sehr gut; auch bei nachlassender Signalstärke. Die Klangfarbe der Telefone unterscheidet sich minimal, dies fällt aber nur im direkten Vergleich auf und spielt in der Praxis keine entscheidende Rolle. Auch die unterschiedlichen Akkulaufzeiten spielen praktisch keine Rolle. Alle vier Geräte halten auch bei sehr häufiger Benutzung locker einen Tag lang durch.

Nur bei Gigaset und Panasonic kommen AAA-Akkus zum Einsatz.

Das AVM C6 enttäuschte uns zwar beim ersten Telefonat mit einem unschönen Hintergrundrauschen – dieses verschwand allerdings sofort nach einem Firmwareupdate. Nach dem Aufspielen einer neuen Firmware liefert auch das C6 einen klaren und störungsfreien Klang.

Bei der Einrichtung eines neuen Telefons mit der Fritzbox ist insbesondere das zentral auf dem Router hinterlegte Telefonbuch praktisch. Hier lassen sich bequem per Weboberfläche neue Kontakte anlegen oder beispielsweise Google-Kontakte importieren. So müssen bei einem Telefonwechsel oder einem zusätzlichen Handteil nicht alle Nummern neu abgespeichert werden. Mit den Geräten von AVM und Gigaset klappt der Zugriff auf die zentrale Datenbank auf Anhieb.

Das Panasonic KX-TGJ310 zeigt uns die Kontakte des zentralen Telefonbuchs immerhin bei eingehenden Anrufen an. Auf der Fritzbox gespeicherte Kontakte liest das DECT-Telefon während des Klingelns sogar vor. In der Praxis ist das anfänglich zwar gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit ist es aber durchaus praktisch. Das Wählen mithilfe des Fritzbox-Telefonbuchs klappt mit dem KX-TGJ310 allerdings nicht. Zum Hinaus telefonieren müssen die Kontakte im Telefon gespeichert sein. An das Fritzbox-Telefonbuch kommen wir auch nach langem Herumprobieren nicht heran. Das ist extrem unpraktisch und nervt.

Wer ein Headset zum Telefonieren nutzt, kann dies bei allen vier Geräten tun. Allerdings nur per Kabel. Zu Bluetooth-Headsets ist keines der Geräte kompatibel. Schade, dies wäre mal eine wirklich praktische Funktion. Kabelgewirr ist schlicht nicht mehr zeitgemäß.

Neben dem Telefonieren beherrschen alle vier Telefone Sonderfunktionen. Die größte Funktionsvielfalt haben die beiden DECT-Telefone von AVM. Wer möchte, kann mit dem C5 und dem C6 auf im Heimnetzwerk eingebundene IP-Kameras zurückgreifen, E-Mails lesen und schreiben und RSS-Feeds abrufen. In der Praxis funktioniert das zwar reibungslos, der Nutzwert ist aber gering. Für ein sinnvolles Ablesen längerer Texte sind die DECT-Telefon-Displays schlicht zu klein und zu niedrig aufgelöst. Wer ein Smartphone besitzt, wird diese Funktionen deshalb selten bis nie verwenden. Praktischer ist da schon die integrierte Internet-Radio-Funktion der AVM-Telefone. Zwar ist die Soundqualität der Lautsprecher nur mäßig, für gelegentliche Musikuntermalung ist sie aber ausreichend. Schade finden wir, dass sich die Ladeschalen der AVM-Serie unterscheiden und nicht kompatibel zueinander sind. Die beiden Fritz Fons haben, anders als das Gigaset und das Panasonic, einen eigenen Lautstärken-Taster.

Die Geräte von AVM haben eine Lautstärken-Wippe.

Zumindest für Eltern sinnvoll ist die in allen vier Geräten integrierte Babyfon-Funktion. Wer sie aktiviert, wird bei anhaltendem Geräuschpegel automatisch vom DECT-Telefon angerufen und kann so mithören, was gerade im Kinderzimmer vor sich geht. Die Weiterleitung funktioniert sowohl mit internen als auch mit externen Rufnummern. Im Praxistest hat die Babyfon-Funktion bei allen Telefonen zuverlässig und gut funktioniert.

AVM FRITZ!Fon C5 Mobilteil

AVM Fritz Fon C5

AVM FRITZ!Fon C6 Mobilteil (20002848)

AVM Fritz Fon C6

Gigaset CL660HX Sculpture anthrazit (S30852-H2862-B101)

Gigaset CL660HX

Panasonic KX-TGJ310 weiß

Panasonic KX-TGJ310 weiß

Panasonic KX-TGJ310 schwarz

Panasonic KX-TGJ310 schwarz

Wer ein bezahlbares und ordentlich funktionierendes Telefon für die Fritzbox sucht, kann grundsätzlich auf alle vier Geräte zugreifen. In Sachen Sprachqualität, Reichweite und Verarbeitung gibt es keinen klaren Sieger. Hier schneiden alle vier Modelle gut ab.

In Sachen Integration in die Fritzbox-Umgebung gibt es allerdings ein klares Schlusslicht. Das günstigste Telefon im Testfeld, Panasonic KX-TGJ310 (Testbericht), verweigert im Test die Fritzbox als Basisstation. Wer das Telefon nutzen will, muss es in direkter Reichweite zum Router aufstellen und es per Kabel verbinden. Außerdem greift das Panasonic-Telefon lediglich bei eingehenden Anrufen auf das Fritzbox-Telefonbuch zurück. Wer seine Kontakte per Telefonbuchfunktion anrufen will, muss sie beim KX-TGJ310 lokal im Gerät speichern. Größter Pluspunkt des Panasonic-Telefons ist das Ansagen der Kontaktnamen bei eingehenden Anrufen.

Das Gigaset CL660HX (Testbericht) ist da deutlich praktischer. Neben dem internen Telefonbuch steht dem Nutzer hier das zentrale Fritzbox-Telefonbuch zur Verfügung. Neben dem gelungenen Design überzeugen auch Sprachqualität und die praktische Timer-Funktion. Zwar sind nicht alle Geräteeigenschaften per Fritzbox-Software konfigurierbar, die Integration ist insgesamt aber gelungen.

Das bequemste Handling bieten, wie erwartet, die AVM-eigenen Telefone Fritz Fon C5 (Testbericht) und Fritz Fon C6 (Testbericht). Wer will, kann praktisch alle Einstellungen der Telefone mithilfe der übersichtlichen Fritzbox-Weboberfläche vornehmen. Die Telefone können mp3-Dateien als Klingeltöne verwenden, Kontakt-Fotos anzeigen oder auf das Bild von Netzwerk-Kameras zurückgreifen. Abgesehen von einer minimal verbesserten Akkulaufzeit und dem unterschiedlichen Design, sind die beiden Telefone annähernd identisch. Zwar gefällt uns das eigenständige Design des C5 besser, das C6 ist wegen der matten Oberfläche aber weniger anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke.

Da sich die vier Telefone alle in einem ähnlichen Preissegment bewegen, würden wir uns auf jeden Fall für eines der beiden AVM-Geräte entscheiden. Wer nicht plant alle Einstellungen per Fritzbox-Software vorzunehmen, kann auch zum minimal schlechter ausgestatteten Gigaset CL660HX greifen.

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