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Vergleichstest: Staubsauger-Roboter von 270 bis 980 Euro

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Kein Bock zu saugen und trotzdem eine saubere Wohnung? Das versprechen Staubsauger-Roboter. Unser Vergleichstest zeigt: Teurer ist nicht besser.

Wie unsere sechs Einzeltests zeigen, sind die Unterschiede zwischen teuren und günstigen Staubsauger-Robotern kleiner, als erwartet. Wir gehen ins Detail und zeigen die Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte. In diesem Vergleich geht es um die folgenden Modelle, die wir bereits einzeln getestet haben:

Alle Roboter kommen ordentlich verpackt und zusammen mit einer Ladestation beim Kunden an. Die Basisstationen sehen sich alle sehr ähnlich. Die Variante von Dyson ist als einziges kompakt zusammenklappbar. Einen Vorteil erkennen wir darin aber nicht.

Was die beigepackten Ersatzteile angeht, unterscheiden sich die Modelle deutlich. Sehr positiv fällt der Lieferumfang der günstigsten Modelle auf. Beim Proscenic Coco Smart 790t und dem Sichler PCR-2000 sind ein Satz Ersatzfilter und Ersatzbürsten beigepackt. Außerdem gehören Wischtücher zum Lieferumfang.

Die günstigsten Roboter haben den größten Lieferumfang.

Den Modellen Neato Botvac D5 und Roomba 980 liegt immerhin ein Ersatz-Luftfilter bei. Bei den Robotern von Dyson und Vorwerk sind, trotz der hohen Preise, keinerlei Ersatzteile im Lieferumfang enthalten.

Oberflächlich reinigen alle Roboter erfreulich ordentlich, und das sowohl auf Teppich als auch auf Hartböden. Auch mit langen Haaren und Tierhaaren hat keines der getesteten Geräte Probleme. Am leisesten arbeiten der Roomba 980, der Botvac D5 und der Coco Smart 790T. Der PCR-2000 vom Versandhändler Pearl ist verhältnismäßig laut.

Dank einer besonders hohen Saugleistung ist die Tiefenreinigung von Teppichen bei den Modellen von Dyson, Vorwerk und iRobot am besten. Der Dyson eye 360 verfügt allerdings als einziges nicht über eine Seitenbürste. Die Reinigung von Ecken und Kanten fällt dementsprechend schlechtester aus. Grundsätzlich haben aber alle Geräte Probleme in den Ecken. Das Prinzip der Saugroboter: Hier sammeln sich weniger Wollmäuse, weil täglich für eine Grundreinigung gesorgt wird.

Einzelne Fussel bleiben bei allen Probanden übrig.

Bis auf den Kobold V200 und den Neato D5 sind alle Sauger mit einem hochwertigen HEPA-Filter (Erklärung) ausgestattet. Die Sauger von Proscenic und Sichler haben zudem eine integrierte Wischfunktion. Um die Räume von Staub oder Pollen zu reinigen, ist dieses Feature durchaus sinnvoll. Zu viel sollte man sich aber nicht erwarten: Eingetrocknete Kaffee-Flecken sind auch nach dem Wischen noch deutlich erkennbar.

Die Navigation geht bei allen Robotern in Ordnung. Keines der Geräte lässt große Flächen aus oder stürzt Treppen herunter. Wenige Quadratzentimeter große Flecken übersehen aber alle Modelle. Auch hier gilt: So schlimm ist das eigentlich nicht, morgen oder übermorgen kommt der Roboter da sicherlich noch mal vorbei.

Mit hohen Teppichen hat keiner der Roboter Probleme.

Am präzisesten und genauesten fährt der Roomba 980 durch die Räume. Das Top-Modell von iRobot bleibt im Test außerdem am seltensten an herumliegenden Kabeln hängen. Lediglich bei einem Modell haben wir ein echtes Defizit festgestellt: Der Coco Smart 790T hat im Test Probleme mit starker Sonneneinstrahlung auf hellen Fliesen. Diese interpretiert er falsch und umfährt den Bereich, statt ihn zu reinigen.

Kleine Absätze und hohen Teppiche erklimmen alle Roboter. Hohe Türschwellen in Altbauwohnungen können aber zum Problem werden. Hier hat der Eye 360 die größten Erfolgsaussichten. Der kraftvolle Raupenantrieb des Dyson und das hohe Gewicht des Vorwerk Kobold V200 machen allerdings bei leichten Läufern Probleme: Die Roboter schieben sie zusammen und bleiben im schlimmsten Fall daran hängen.

Soll der Sauger zwischen Stuhlbeinen hindurchfahren, ist der schmale Dyson Eye 360 am besten geeignet. Geht es um die Reinigung unter Möbeln, ist der Dyson – weil er nicht nur der schmalste, sondern auch der höchste Sauger im Testfeld ist – klar im Nachteil. Hier machen sich die flachen Roboter von iRobot, Proscenic und Vorwerk besser.

Alle getesteten Geräte verfügen über ein integriertes WLAN-Modul und eine App-Anbindung, über die sie gesteuert und Zeitpläne programmiert werden. Zusätzlich stehen Statistiken und Statusmeldungen zur Verfügung. Die Apps von Dyson, iRobot, Proscenic und Sichler bieten zudem eine interessante Kartenansicht. Hier kann der Nutzer prüfen, wo der Roboter überall gereinigt hat. Wer sich hier allerdings einen Grundriss erhofft, wird enttäuscht: Die Zeichnungen sind sehr grob.

Wer seinen Staubsauger per Zuruf steuern möchte, muss zum Botvac D5, Coco Smart 790T oder Kobold V200 greifen. Alle drei Modelle unterstützen den Sprachassistenten Alexa von Amazon.

Die Apps sind alle ähnlich aufgebaut. Die von iRobot ist besonders übersichtlich.

Wirklich enttäuschend ist die Tatsache, dass keiner der Roboter 5-GHz-WLAN unterstützt. Bei günstigen Geräten mag dies noch in Ordnung sein, für Staubsauger jenseits der 500-Euro-Grenze ist das aber ein absolutes Unding. Gerade in Großstadtwohnungen ist das 2,4-GHz-Netz häufig hoffnungslos überlastet.

Bis auf beim Coco Smart 790T ist es bei allen Modellen möglich, No-Go-Areas zu definieren und diese von der Reinigung auszunehmen. Das ist sinnvoll, damit die Roboter nicht gegen Vasen stoßen oder sich in Kabeln verfangen. Bis auf den Hersteller iRobot nutzen die Hersteller dafür magnetische Bänder, die am Boden verlegt werden. Der Roomba 980 greift stattdessen auf Infrarot-Türmchen zurück.

Die Standard-Raumreinigung läßt sich bei allen Modellen auch per Knopfdruck am Sauger starten. Eine Fernbedienung gibt es nur zu den Saugern von Vorwerk und Sichler. Der Mehrwert ist allerdings nur gering. Im Test haben wir die Sauger entweder am Gerät gestartet oder per Zeitplanung auf Tour geschickt.

Hinsichtlich der Wartung und dem Entleeren des Schmutzbehälters schneiden alle Testprobanden ähnlich gut ab. Das Konzept des Staubbehälters mit integriertem Absaugstutzen von Vorwerk gefällt uns trotzdem am besten – hier steckt man einfach seinen normalen Haushaltsstaubsauger an und saugt den Behälter hygienisch sauber leer.

Die Akkulaufzeiten liegen bei allen Geräten zwischen ein und zwei Stunden. Lediglich der Dyson Eye fällt aus der Reihe. Bei maximaler Saugkraft muss der Roboter bereits nach einer halben Stunde wieder auf die Ladestation.

Staubsauger-Roboter
Hersteller Dyson iRobot Neato Proscenic Vorwerk Sichler
Modell 360 Eye Roomba 980 Botvac D5 Coco Smart 790T Kobold VR200 PCR-2000
Farbe silber/blau braun/schwarz schwarz schwarz/gold weiß/grau dunkelgrau
Druchmesser/Höhe in Zentimeter 23/13 35/9 34/10 33/9 34/9 34/10
Gewicht in KG 3,4 4 3,4 3,9 4,5 2,8
Reinigung gut gut gut gut gut gut
Navigation gut sehr gut gut befriedigend gut befriedigend
Steuerung per App
IR-Fernbedienung
Alexa-Sprachsteuerung
Wischfunktion
automatisches Aufladen
HEPA-Filter
WLAN 2,4 GHz
WLAN 5 GHz
Dyson 360 Eye beutellos nickel/blau (64978-01/RB01NB)

Dyson 360 Eye

iRobot Roomba 980

iRobot Roomba 980

Neato Robotics BotVac D5 Connected

Neato Botvac D5

Proscenic 790T

Proscenic Coco Smart 790T

Vorwerk Kobold VR200

Vorwerk Kobold VR200

Sichler PCR-2000 (NX6738)

Sichler PCR-2000

Egal ob günstig oder teuer: Eine Unterstützung im Haushalt sind alle getesteten Roboter. Wer hofft, dass ihm der Roboter alle Arbeit abnimmt, wird allerdings enttäuscht. Selber Hand anlegen muss man trotzdem noch: In den Zimmerecken und zwischen und unter Möbeln bleibt bei allen Geräten Dreck zurück. Da macht auch unser Testsieger, der leise und gründliche iRobot Roomba 980 keine Ausnahme.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis haben die günstigen Staubsauger von Proscenic und Sichler. Diese verfügen zudem als einzige über eine integrierte Wisch-Funktion.

Allergiker sollten auf einen Roboter mit hochwertigen HEPA-Filter und hoher Saugkraft zurückgreifen. Hier kommen der Dyson und der iRobot in Frage. Wer einen HEPA-Filter nachrüstet möchten, kann auch zum Vorwerk-Roboter greifen.

Trotz des hohen Preises haben die Markengeräte einen großen Vorteil: Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist auch langfristig sehr viel sicherer als bei den günstigen Modellen.

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