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Vergleichstest: Smart-Home-Thermostate für die Heizung

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Smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur per App. Das bringt Komfort, schont die Umwelt und spart Geld. Doch nicht alle sind gut, wie der Vergleichstest zeigt.

In der schönen neuen Smart-Heiz-Welt programmieren wir nicht einfach nur die Heizzeiten per App. Wir steuern von unterwegs die Temperatur und bekommen Benachrichtigungen, wenn sich Fenster öffnen oder Schimmelgefahr herrscht. Im besten Fall regeln die Thermostate die Heizung gar autonom anhand unseres Verhaltens und unserer Vorlieben, der Außentemperatur und unseres Standortes. Ein paar Systeme aus unserem Testfeld machen das schon ganz gut. Andere weniger. Der Vergleichstest zeigt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Die einzelnen Heizkörperthermostate kommunizieren drahtlos mit einer Bridge, die am Router hängt. Nur Eve Thermo nimmt hier eine Sonderrolle ein – die Thermostate verbinden sich via Bluetooth direkt mit dem iPhone, iPad oder Macbook, eine Bridge gibt es nicht. Als Funkstandard verwendet Innogy CosIP, Tado ein proprietäres Protokoll auf 868 MHz und Wiser Heat das weit verbreitete Zigbee. Obwohl auch alternative Bridges zum Beispiel von Philips Hue (Testbericht Starter-Kit) den weit verbreiteten Zigbee-Standard in der Theorie verstehen, verlangt Wiser zwingend die eigene Bridge. Wiser versprach auf Nachfrage, dies zu ändern. Ein Datum verrieten sie jedoch nicht.

Die Bridge selbst ist bei Tado angenehm klein, kaum größer als ein Packung Kaugummis. Sie steckt per Lan-Kabel am Router und zieht sich Strom über ein Kabel mit USB-Anschluss. So ist häufig kein gesondertes (ohnehin nicht beiliegendes) Netzteil nötig, wenn der Router – wie beispielsweise viele Fritzboxen – über einen entsprechenden USB-Port verfügt. Die Bridge von Innogy ist etwa so groß wie ein Din-A5-Buch, hängt ebenfalls per Lan-Kabel am Router und benötigt für den Betrieb das beiliegende Netzteil. Die Bridge von Wiser Heat gefällt uns besonders gut. Sie hat die Größe von zwei aufeinander liegenden Ritter-Sport-Tafeln und verbindet sich als einzige per Wlan. Dadurch lässt sie sich flexibel aufstellen.

Um Eve Thermo auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite von überall aus zu regeln, benötigt man eine Steuerzentrale in Form eines Homepods, eines Apple TVs 4K, eines Apple TVs der 4. Generation oder eines iPads. Eine genaue Dokumentation findet sich hier.

Die softwareseitige Installation stellt Smart-Home-erfahrene Nutzer vor keine größeren Herausforderungen. Alle anderen nimmt die jeweilige App an die Hand. Käufer von Eve Thermo sparen sich bei der Installation wegen der fehlenden Bridge nochmal ein paar Schritte.

Auch die Montage der Hardware – also das Anbringen der Thermostate am Heizkörper – ist vergleichsweise simpel. Schraubring des alten Thermostats mit einer Rohrzange lösen, neues Thermostat aufstecken und dessen Schraubring handfest anziehen, fertig. Kompliziert wird es nur, wenn sich der Heizkörper zum Beispiel hinter der Einbauküche versteckt. Dann sind die Thermostate von Wiser und Tado V3+ im Vorteil, da sie etwas kleiner sind als die von Innogy und Eve. Einen Wasserschaden muss man nicht befürchten. Die Ventile bleiben an den Heizkörpern, so wird der Heizkreislauf nicht gestört.

Optisch haben uns die Thermostate von Tado und Wiser am besten gefallen. Sie strahlen ein minimalistisches Understatement aus, das an Apple-Ästhetik erinnert. Und dass sogar mehr als die zwar ebenfalls gefälligen, aber etwas zu groß geratenen Thermostate von Eve, obwohl diese ausschließlich mit Apple-Produkten zusammenarbeiten. Die Innogy-Thermostate fallen hier aus dem optischen Rahmen. Sie sind die klobigsten im Bunde und zeigen ein unpassend wirkendes LC-Display, welches eine schwache Beleuchtung hat und aus spitzem Winkel kaum abzulesen ist.

Die Solltemperatur-Anzeigen von Tado und Eve sind dagegen fast schon perfekt. Sie leuchten sehr gut lesbar durch den Kunststoff und sind im ausgeschalteten Zustand unsichtbar. Die Anzeige von Wiser ist dagegen komplett unsichtbar: Es gibt keine.

Nutzer aller Modelle können die Solltemperatur über das Gerät anpassen. Es ist also nicht zwingend eine App nötig, wenn man morgens im Bad die Heizung aufdrehen möchte. Bei Tado und Innogy funktioniert das intuitiv und zuverlässig auf ein halbes Grad genau über einen Drehring. Eve nutzt dafür Touch-Buttons. Hier benötigten wir häufiger mehrere Versuche, bevor das Thermostat unsere Eingabe erkannte.

Tado V3+ Wiser Heat Innogy Eve Thermo
Note 2 2 4 3
Preis - - + -
Maße (h x b x t) 49 x 49 x 65 50 x 50 x 75 68 x 68 x 83 68 x 55 x 75
Design ++ + - 0
Display
beiliegende Adapter
Qualität der App ++ + - +
Ohne Cloud steuerbar
Alexa / OK Google / Siri ✔/✔/✔ ✔/✔/✖ ✔/✔/✖ ✖/✖/✔
Android / iOS ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✖/✔
IFTTT
optionales Abomodell
Verbindungsstandard proprietär auf 868 MHz Zigbee CosIP Bluetooth
Bridge + ++ - nicht vorhanden
Batterien 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA

Bei Wiser Heat fehlt die Grad-Anzeige. Zunächst dachten wir, dass dies ein großer Nachteil sei. Im Alltag vermissten wir sie jedoch nicht. Dreht man seinen Ring kurz in Richtung Minus, senkt sich die aktuelle Solltemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Äquivalent erhöht das kurze Drehen in Richtung Plus die Raumtemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Das erwies sich als praktisch.

Wenn der Motor das Heizkörperventil bewegt, ist die Geräuschentwicklung bei allen Modellen moderat. Empfindliche Naturen könnten sich jedoch davon im Schlafzimmer gestört fühlen. Tado dreht am flottesten, Innogy am gemächlichsten. Wirklich schlimm fanden wir es jedoch nicht, dass Innogy sich ein paar Sekunden mehr Zeit lässt.

In die Geräte passen jeweils zwei AA-Batterien. Über die Laufzeiten können wir keine quantifizierte Aussage treffen, dafür hatten wir sie zu kurz im Einsatz. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Batterien je nachdem, wie oft sie die Temperatur anpassen, zwei bis sechs Monate durchhalten.

Die Thermostate von Tado kommen noch mit einer Besonderheit: Sie verfügen über einen Bajonett-Verschluss. So gelingt zum einen die Installation an schwer zugänglichen Stellen einfacher. Zum anderen lösen sie sich mit einem Handgriff vom Heizkörper, um zum Beispiel die Batterien zu tauschen.

Die App ist das Herzstück der Systeme, schließlich steuert sie neben der Solltemperatur alle weiteren Funktionen. Deswegen ist hier eine logische und möglichst selbsterklärende Struktur wichtig. Uns gefällt die App von Tado ganz besonders gut, sie wirkt mit ihren Kacheln aufgeräumt und übersichtlich. Trotzdem bietet sie sehr viele Funktionen. Auch die Apps von Wiser und Eve sind gut. Allerdings sind sie teilweise nicht ganz so durchdacht, beziehungsweise bieten keine vergleichbare Funktionstiefe wie Tado. Die Innogy-App fällt hier klar ab. Sie wirkt überfrachtet und uneinheitlich, fast so, als hätten über Jahre verschiedene Programmierer mal hier, mal dort Funktionen hinzugefügt und wieder in Teilen gestrichen.

Die Systeme sind genauso umfangreich wie unterschiedlich. So bieten sie teilweise Timer-Funktionen, Komfort-Modi, Offset-Einstellungen, Statistiken oder beziehen aktuelle Wetterinformationen und die Standorte der Bewohner in den Heizplan mit ein. Sie erkennen mehr oder weniger zuverlässig durch plötzlichen Temperaturabfall offene Fenster oder nutzen dafür externe Sensoren. Einige verstehen komplexe Wenn-Dann-Programmierungen, und alle außer Eve unterstützt IFTTT, was den Funktionsumfang noch einmal deutlich erhöht.

Innogy und Tado verlangen für ihren vollen Funktionsumfang eine regelmäßige Gebühr. Gerade bei Bestandskunden von Tado stieß diese Entscheidung auf Kritik. Das Unternehmen ruderte deswegen teilweise zurück.

Für eine genaue Beschreibung, welches System was kann, empfehlen wir die Einzelkritiken der Thermostate Wiser Heat (Testbericht), Tado V3+ (Testbericht), Innogy (Testbericht) und Eve Thermo (Testbericht).

In Sachen Datenschutz geht Eve einen eigenen Weg. Denn als einziges System benötigt es nicht zwingend eine Registrierung und funktioniert auch ohne Internetzugang. Eve verspricht außerdem, die Daten lediglich auf dem Gerät zu sammeln und sie weder auszuwerten, noch zu verkaufen.

Alle Systeme reagieren auf Zuruf, aber nur Tado hört auf Alexa, Okay Google und Hey Siri gleichermaßen. Eve Thermo ist im Apple-Kosmos gefangen und unterstützt nur Apple Homekit. Wiser und Innogy kennt alles außer Apple, nämlich Amazon Echo und Google Home. Einmal initiiert verraten die jeweiligen Sprachassistenten verbal die aktuelle Isttemperatur und passen die Solltemperatur an. Die Steuerung der Heizung über diese Assistenten ist sowohl funktionell, als auch praktisch.

Innogy ist in der Anschaffung das mit Abstand günstigste System. Tado, Wiser und Eve nehmen sich untereinander nicht viel. Hier ist allerdings zu beachten, dass bei Innogy nach zwölf Monaten und bei Tado V3+ von Anfang an für wichtige Funktionen Folgekosten in Form eines Abo-Modells anfallen.

tado Smartes Heizkörperthermostat Starter Kit V3+, horizontale Montage (V3P-SK-SRT01HIB01-TC-ML/103111)

tado Starter V3+

tado Smartes Funk-Heizkörperthermostat, vertikale Montage (V3P-SRT01V-TC-ML/103108)

tado Thermostat V3+ vertikal

tado Smartes Funk-Heizkörperthermostat, horizontale Montage (V3P-SRT01H-TC-ML/103107/HLMF2ZM/A)

tado Thermostat V3+ horizontal

tado Smart Funk-Heizkörperthermostat Duo Pack, horizontale Montage (V3P-2SRT01H-TC-ML/103113)

2x tado V3+

tado Smart Funk-Heizkörperthermostat Quattro Pack, horizontale Montage (V3P-4SRT01H-TC-ML/103115)

4x tado V3+

(Kein Produktbild vorhanden)

Wiser Heat Starter Kit

Eberle Wiser Heizkörperthermostat (WV704R0A1804)

Wiser Thermostat

Eberle Wiser Raumthermostat (WN704R0A1804)

Wiser Raumthermostat

Eve Thermo Funk-Heizkörperthermostat (Rev. 2) (10EAR1701)

Eve Thermo

Eve Door and Window, Schließ-/Öffnungssensor [Rev. 2] (1ED109901001)

Eve Door & Window

Eve Room Raumklima- & Luftqualitäts-Monitor 2018, Multisensor (10EAM9901)

Eve Room

Innogy SmartHome Paket Heizung, Set (11168111)

Innogy Starter Set

Innogy SmartHome RST 2.0 Funk-Heizkörperthermostat (10265151)

Innogy Thermostat

Innogy SmartHome Funk-Raumthermostat (10267400)

Innogy Raumthermostat

RWE SmartHome Zentrale SHC, Gateway (10122173)

RWE SmartHome Zentrale

Smarte Heizkörperthermostate sind vor allem für all jene praktisch, die genervt sind vom manuellen hoch- und runterdrehen der manuellen Thermostate oder genau das gerne mal vergessen und ihre Räume heizen, wenn dies gar nicht nötig ist. Genau für diese Zielgruppe sind sie ein Komfort-Gewinn, sparen Geld in Form von Heizkosten und schonen damit gleichzeitig die Umwelt.

In unserem Testfeld gefielen uns die Lösungen von Tado V3+ (Testbericht) und Wiser Heat (Testbericht) am besten, auch wenn sie nicht perfekt sind. Wer sich überwiegend im Apple-Kosmos bewegt und eine kleine Wohnung hat, kann sich auch die Eve Thermo (Testbericht) genauer anschauen. Lediglich von Innogy (Testbericht) raten wir trotz des geringen Preises ab. Hier muss der Nutzer an zu vielen Stellen Abstriche machen und nach zwölf Monaten regemäßig Gebühren abtreten, will er weiterhin alle Funktionen nutzen.

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