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Vergleichstest: Sechs mobile Mini-Fotodrucker

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Sie sind klein, mobil und drucken ohne Tinte: Mini-Fotodrucker. Doch es gibt große Unterschiede, nicht alle sind empfehlenswert. Wir haben sechs Mini-Drucker miteinander verglichen.

Mini-Fotodrucker sind Fun-Drucker. Sie drucken Bilder direkt vom Smartphone, sind dank Akkus mobil und kommen komplett ohne Tinte aus. Vier der sechs von uns getesteten Drucker nutzen das Zink-Druckverfahren. Die anderen beiden Thermosublimation, beziehungsweise eine LED-Belichtung mit Flüssigkristallverschluss. Die Druckqualität variiert dabei nicht nur zwischen den verschiedenen Druckverfahren, sondern auch unter den Zink-Druckern deutlich.

Des weiteren bedeutet mobil nicht gleich mobil. So arbeitet zwar auch der Canon Selphy CP1300 mit einem optional erhältlichen Akku und ist damit per Definition mobil. Allerdings wiegt er mit Akku mehr als seine fünf Konkurrenten zusammen und ist im Gegensatz zu ihnen alles andere als hosentaschentauglich. Weitere Unterscheidungsmerkmale finden sich in der Kompatibilität, im Preis pro Bild und in der App. Für wen welcher Drucker am besten geeignet ist, soll dieser Vergleichstest klären.

Diese Minidrucker setzen alle auf das Zink-Druckverfahren. v.l.n.r.: HP Sprocket Plus, Canon Zoemini, Polaroid ZIP, Prynt Pocket

Die drei Zink-Drucker HP Sprocket Plus (Testbericht), Canon Zoemini (Testbericht) und Polaroid Zip (Testbericht) ähneln sich sowohl optisch, als auch bezüglich ihrer Verarbeitungsqualität. Alle drei sind hosentaschengeeignet, sehr gut verarbeitet und kommen mit einem einzigen physischen Knopf zum Ein- und Ausschalten aus. Unter der abnehmbaren Oberschale haben jeweils bis zu zehn lose Fotopapierchen Platz.

Der Prynt Pocket (Testbericht) nutzt ebenfalls das Zink-Druckverfahren, macht aber einiges anders als die Konkurrenz. Zum einen steckt er zum Drucken direkt am iPhone, mit Android ist er nicht kompatibel. Zum anderen nutzt er eine mit Fotopapier befüllbare Kassette. Beides funktioniert nicht sehr gut, die Mechanik klappert und man hat ständig das Gefühl etwas kaputt zu machen.

Der Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) ähnelt optisch den drei ersten Zink-Druckern, nutzt aber eine andere Drucktechnik. Er ist deutlich schwerer und dicker, dennoch ebenfalls sehr gut verarbeitet. Die Kassette mit dem Fotopapier sitzt unter einer Klappe. Sie öffnet sehr schwer, was in dem Fall durchaus sinnvoll ist, darf sie doch erst geöffnet werden, wenn die Kassette mit den zehn Bildern leer ist, um nicht die unbelichteten Bilder zu zerstören.

Der Canon Selphy CP1300 (Testbericht) tanzt bezüglich seiner Optik etwas aus der Reihe. Er ist deutlich größer und schwerer, hat ein Farbdisplay und jede Menge Anschlüsse sowie Knöpfe. Auch er nutzt vergleichbar mit dem Pocket Prynt eine Kassette, die der Nutzer selbst mit Fotopapier befüllt. An sich ist er gut verarbeitet, lediglich den Einschub der Papierkassette hätte man stabiler entwerfen können. Für die nächste Version wünschen wir uns, dass Canon auf die abnehmbare Kassette verzichtet und einen Weg findet, das Papier direkt in den Drucker einzulegen, auch wenn das auf Kosten der Maße geht.

Vergleichstabelle Mini-Fotodrucker
Produkt Canon Zoemini HP Sprocket Plus Polaroid Zip Prynt Pocket Fujifilm Instax Share SP-3 Canon Selphy CP1300
Gewicht in g 160 204 186 164 312 860
Display
Verarbeitung Sehr gut Sehr gut Sehr gut Mangelhaft Sehr gut Gut
Bilder pro Akkuladung ca. 15 - 20 ca. 15 - 20 ca. 15 - 20 ca. 15 - 20 ca. 10 ca. 30 - 40
Kompatibilität Android / iOS Android / iOS Android / iOS iOS Android / iOS / Kamera Android / iOS / Kamera
Konnektivität Bluetooth Bluetooth Bluetooth Lightning-Port WLAN WLAN / USB-Stick / SD-Karte
Druckverfahren Zink Zink Zink Zink OLED-Belichtung Thermosublimation
Bildgröße in cm 5 × 7,6 5,8 x 8,7 5 × 7,6 5 × 7,6 6,2 x 6,2 10 x 15
Bilder selbstklebend − / ✔
Druckqualität Gut Befriedigend Gut Befriedigend Sehr gut Sehr gut
TechStage Note 1 2 4 5 2 1
Preis in Euro (Stand: Okt. 18) 120 105 95 120 165 115 (+ 50 für Akku)
Bildpreis in Euro (Stand: Okt. 18) ca. 0,50 ca. 0,50 ca. 0,50 ca. 0,50 ca. 1 ca. 0,20

Die drei Zink-Drucker HP Sprocket Plus, Canon Zoemini und Polaroid Zip verbinden sich alle via Bluetooth mit dem Android- oder iOS-Smartphone, beziehungsweise -Tablet. Der Zink-Drucker Prynt Pocket geht einen anderen Weg. Er steckt über einen Lightning-Port direkt am iPhone und kennt keine drahtlosen Übertragungstechniken. Ein echter Nachteil. Der Fujifilm Instax Share SP-3 nutzt WLAN. Das funktioniert gut, ist jedoch etwas umständlicher als Bluetooth. Dafür verbindet sich der Mini-Drucker auf Wunsch mit kompatiblen Fujifilm-Fotokameras, um Bilder direkt auszudrucken.

Der Canon Selphy CP1300 kann mehr. Neben einer Direktverbindung via WLAN mit dem Smartphone und einigen Canon-Kameras hat er außerdem Anschlüsse für einen USB-Stick und eine SD-Karte, um darauf abgelegt Bilder zu drucken. Das Display hilft bei der Auswahl der Bilder von Stick oder Karte.

Alle hier getesteten Mini-Fotodrucker kommen mit einer kostenfreien App. Allerdings unterscheiden sie sich sowohl vom Funktionsumfang, als auch von der Nutzbarkeit teilweise sehr deutlich. Die besten Apps bieten der HP Sprocket Plus, der Canon Zoemini und der Fujifilm Instax Share SP-3. Sie lassen sich vergleichsweise selbsterklärend bedienen, kennen viele Optionen beim Gestalten der Fotos und greifen auch auf externe Plattformen mit Bildern wie Facebook, Instagram und Google Fotos zu.

Die App des Prynt Pocket ist im Grunde okay. Allerdings gibt es hier weniger Anpassungsmöglichkeiten und wir vermissten die Möglichkeit, Bilder von Cloud-Diensten zu importieren. Noch rudimentärer zeigt sich die App des Canon Selphy CP1300. Bilder vom internen Speicher auswählen, drucken, fertig. Sehr viel mehr geht nicht. Hier merkt man, dass die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt befindliche Canon-Selphy-Reihe erst seit kurzem überhaupt eine App-Unterstützung bietet. Alles wirkt sehr ausbaufähig.

UPDATE: Zum 3.9.18 veröffentlichte Canon die App Selphy Photo Layout, die mit vielen neuen Optionen kommen soll und möglicherweise einige der oben angesprochenen Mängel behebt. In unserer Wertung floss sie nicht mit ein.

Die App des Polaroid Zip (Testbericht) zeigt, dass es noch deutlich schlechter geht. Denn obwohl sie recht viele Funktionen bietet, hapert es an vielen Stellen. Das fängt bei der mangelhaften Lokalisierung an, geht weiter mit der unnötigen Abfrage des Geburtsdatums, der ungenauen Druckvorschau sowie fehlerhaften Optionen und hört mit Bugs und häufigen Abstürzen nicht auf. Die schlechte Umsetzung führte im Test des Polaroid Zip zu einer starken Abwertung der Gesamtnote.

Der HP Sprocket Plus, der Canon Zoemini, der Polaroid Zip und der Prynt Pocket nutzen die Zink-Drucktechnik. Alle Farbinformationen befinden sich bereits auf dem unbelichteten Papier und kommen über verschiedene Temperaturen und Einwirkdauer zum Vorschein. Das Patent dafür liegt bei Zink Imaging, einer Tochterfirma von Polaroid.

Streng genommen druckt der Fujifilm Share SP-3 keine Bilder, er belichtet sie. Dafür kommt eine Oled-Leiste zum Einsatz, welche die Bildinformationen beim Herausfahren des Bildes auf Papier bringt. Deswegen darf ähnlich einer analogen Fotokamera die Klappe mit den unbelichteten Bildern nicht geöffnet werden, um sie nicht versehentlich zu belichten.

Der Canon Selphy CP1300 nutzt für den Druck das Thermosublimationsverfahren. Dem Fotopapier liegt dafür immer eine Wachsfolienkartusche bei, die in den CP1300 gesteckt wird. Aus dieser Kartusche rollt er beim Druck vier Farbfolien hintereinander über das Bild. Die ersten drei Folien tragen die Farben Cyan, Magenta und Gelb über eine Leiste mit 300 bis 400 Grad warmen Heizelementen auf das Papier auf. Der letzte Schritt fixiert die Farbe mit einer transparenten Schicht. Bei jedem dieser Schritte fährt das Fotopapier beinahe komplett aus dem Drucker heraus und wieder hinein.

Die Zink-Drucker nutzen ein 5 × 7,6 cm großes, selbstklebendes Fotopaier mit einer Glanzbeschichtung. Lediglich der HP Sprocket Plus schraubt etwas an den Maßen und bietet mit 5,8 × 8,7 cm 30 Prozent mehr Bildfläche. Sie kosten im Schnitt etwa 50 Cent das Stück.

Richtig teuer ist dagegen das Fotopapier des Fujifilm Instax Share SP-3. Es kostet etwa einen Euro pro Abzug. Dafür bietet es eine bemerkenswerte Haptik, die sehr stark an die kultigen Polaroids aus längst vergangenen, analogen Zeiten erinnert. Über dem 6,2 × 6,2 cm großen Bild liegt eine transparente Kunststoffschicht. Sie ist zwar anfällig gegenüber Fingerabdrücken, aber mit einem Wisch auch schnell wieder sauber. Die Schicht schützt den Ausdruck vor Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen.

Das Fotopapier des Canon Selphy CP1300 ist mit dem Postkartenformat von 10 × 15 cm das mit Abstand größte im Vergleichstest. Es besitzt eine glänzende Oberfläche und erinnert stark an Fotodrucke aus dem Drogeriemarkt. Eines hat das Fotopapier allen anderen im Test voraus: Es kostet lediglich 20 Cent pro Stück.

Neben dem klassischen Fotopapier bietet Canon auch teurere Fotosticker an. Hier kosten 18 Blatt im Format 54 × 54 mm gut sieben Euro, also knapp 40 Cent pro Ausdruck. 18 Blatt mit je acht Ministickern kosten gut 10 Euro, das sind gut 55 Cent für einen Ausdruck, beziehungsweise acht Ministicker. Die Fotosticker KC-18IF im Kreditkartenformat kosten etwa genauso viel.

Canon ZINK ZP-2030 2x3\

Canon Zoemini 20 x Fotopapier

Polaroid Premium ZINK Papier 2x3\

Polaroid Zip 30 x Fotopapier

HP ZINK Sprocket Plus 2.3x3.4\

HP Sprocket Plus 20 x Fotopapier

(Kein Produktbild vorhanden)

Prynt Pocket 40 x Fotopapier

Fujifilm Instax Square Sofortbildfilm, 10 Aufnahmen (16549278)

Fujifilm Instax Share SP-3 10 x Fotopapier

Canon KP-108IN Fotopapier 10x15cm inkl. Tinte (3115B001)

Canon Selphy CP1300 108 x Fotopapier

Die Zink-Drucker bieten allesamt ähnliche Stärken und Schwächen: Der reine Druck dauert zwischen 30 und 40 Sekunden. Die randlosen Bilder sind danach sofort fertig. Dunkle Bilder und harte Kontraste werden deutlich besser dargestellt als helle Farbverläufe.

Doch es gibt auch Unterschiede. So zeigt der HP Sprocket Plus und der Prynt Pocket vor allem in hellen Bereichen wie zum Beispiel bei Wolken deutliche Cluster und Pixel. Bei den anderen Zink-Druckern ist das weniger ausgeprägt. Hier scheint die dahinterstehende Software sehr viel auszumachen. Bei allen Zink-Druckern sind bei genauem Hinsehen leichte Querstreifen zu sehen, die wahrscheinlich beim Durchziehen des Papiers entstehen. Trotzdem ist die Druckqualität besonders bei dunklen Bildern mit vielen Details gut und deutlich besser, als wir im Vorfeld von den Hosentaschendruckern erwarteten.

Die Ausdrucke der Zink-Drucker im Vergleich. v.l.n.r.: HP Sprocket Plus, Canon Zoemini, Polaroid ZIP, Prynt Pocket

Bei dem Fujifilm Instax Share SP-3 dauert der Druck nur etwa 15 Sekunden, dafür kommen die Bilder erst einmal schwarz aus dem Gerät. Ähnlich wie bei alten Polaroid-Bildern zeigt sich das fertige Bild nach wenigen Minuten. Dieses langsame herauskristallisieren des fertigen Bilds hat etwas magisches und sorgt nach wie vor für staunende Blicke. Man sollte jedoch dem Impuls widerstehen, die Bilder zu schütteln, da sich dies negativ auf das Druckergebnis auswirken kann.

Die Qualität der Bilder aus der Fujifilm Instax Share SP-3 setzt nochmal einen drauf. Sie verschlucken zwar in dunklen Bereichen im Vergleich zu den Zink-Druckern ein paar Details, vermitteln aber insgesamt einen runderen Gesamteindruck. gerade bei Farbverläufen spielt der Drucker seine Stärken aus. Teilweise wirkt es, als läge eine leichter „Retro-Filter” darüber. Das passt perfekt zum Format sowie zur Idee des Fotodruckers und verleiht den Bildern ihren ganz individuellen Charme.

Beim Canon Selphy CP1300 dauert der Druck etwa eine Minute. Die Bildqualität ist sehr gut, vergleichbar mit Sofortdruckern in Müller, Rossmann, DM und Co. Die Bilder zeigen viele Details und knackige Farben. Weder in hellen, noch in dunklen Bereichen waren hier Schwächen auszumachen.

Nutzer berichteten online häufig von einem hässlichen Querstreifen, der bei uns im Test jedoch nicht auftrat. Allerdings sollte man auf eine staubfreie Umgebung achten. Die Bilder fahren beim Druck mehrfach beinahe vollständig aus dem Gerät heraus und wieder herein. Verfängt sich dabei ein Staubkorn auf dem Papier, mündet das in einem hässlichen Fleck auf dem Papier.

Canon Zoemini ZINK Photo Printer, weiß (3204C006)

Canon Zoemini

HP Sprocket Plus Photo Printer, schwarz (2FR86A)

HP Sprocket Plus

Polaroid Zip weiß

Polaroid Zip

Canon Selphy CP1300 schwarz (2234C002)

Canon Selphy CP1300

Fujifilm Instax Share SP-3 weiß

Fujifilm Instax Share SP-3

Prynt Pocket Graphite, schwarz (PW320001-DG)

Prynt Pocket

Mini-Drucker sind Spaß-Drucker. Man braucht sie nicht wirklich, dennoch sorgen sie zum Beispiel auf Events für Aufsehen. Aber auch um schnell mal witzige Bilder für Freunde, Familien und Kollegen auszudrucken und im Falle der Zink-Drucker gleich auf Gegenstände zu kleben, sorgt für einige Lacher.

Die Zink-Drucker haben uns besonders gut gefallen, da sie den besten Kompromiss aus bezahlbaren Einzelbildern, unkomplizierter Bedienung und hoher Mobilität bilden. Interessanterweise gibt es auch unter den Zink-Druckern große Unterschiede. Dabei bietet der relativ neue Canon Zoemini (Testbericht) das beste Gesamtpaket. Der Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) bietet zwar nochmal eine etwas bessere Bildqualität auf wunderschönem Fotopapier. Allerdings muss er sich dem Canon Zoemini knapp geschlagen geben, da die Einzelbilder mit einem Euro doppelt so teuer sind. Für wen Geld keine Rolle spielt, greift zum Fujifilm Instax Share Sp-3.

Der Canon Selphy CP1300 (Testbericht) ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Er ist nicht nur dank seines Displays und der vielen Anschlüsse flexibel einsetzbar. Besonders die sehr gute Druckqualität in Verbindung mit dem günstigen Einzelpreis von 20 Cent pro Bild hat uns überzeugt.

Der HP Sprocket Plus (Testbericht) bietet 30 Prozent größere Bilder als seine Zink-Kollegen und ist im Grunde auch kein schlechter Drucker. Allerdings überzeugt uns die Bildqualität nicht. Abraten müssen wir vom Polaroid Zip (Testbericht), da seine App die mit Abstand schlechteste im Test war. Auch der Prynt Pocket (Testbericht) bekommt keine Empfehlung. Er ist nur mit iPhones kompatibel, kann keine Drahtlosverbindung, wirkt wenig durchdacht und schlecht verarbeitet. Finger weg!

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