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Vergleichstest: Sechs Powerline-WLAN-Adapter ab 80 Euro

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Bild: Harald Karcher

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Powerline ist umstritten, kann aber WLAN-Lücken zuverlässig füllen. Wir testen und vergleichen sechs Lösungen von AVM, Devolo, Netgear & Co.

Power Line Communications, kurz PLC, Power-LAN oder Powerline, ist oft die letzte Hoffnung, wenn WLAN nicht alle gewünschten Räume erreicht und eine komplette Gigabit-LAN-Verkabelung unmöglich ist. PLC nutzt die üblichen 230-Volt-Stromleitungen als Träger für ein lokales Netzwerk.

Für diesen Vergleich haben wir folgende sechs Lösungen getestet.

Mit Ausnahme des Outdoor-Adapters von Devolo handelt es sich um Sets, mit denen Anwender direkt loslegen können. Die Funktionsweise bei allen Geräten ist identisch: Ein PLC-Adapter ist mit dem Router oder einem anderen Netzwerkgerät verbunden und speist die Daten ins Hausstromnetz ein. Ein weiterer Adapter in einem anderen Raum greift die Informationen ab und verteilt sie über sein eigenes WLAN an verbundene Endgeräte. Natürlich gibt es auch einen Rückkanal, so dass eine ganz normale Kommunikation mit dem Web möglich ist. Weiter Informationen zur Powerline-Technik sowie den Vor- und Nachteilen haben wir in diesem Grundlagenartikel zu Powerline zusammengestellt.

Alle Geräte bestehen aus Hartplastik und sind mit Ausnahme des Devolo WiFi Outdoor weiß, beziehungsweise weiß mit roten Streifen beim AVM Fritz!Powerline 1260E. Die Verarbeitung ist insgesamt gut. Bei den Geräte von Netgear und D-Link lassen sich Antennen für einen besseren WLAN-Empfang ausklappen.

Bei der Ausstattung unterscheiden sich die Sets merklich: Nur die PLC-Adapter von AVM und Devolo bringen etwa Durchschleifsteckdosen mit. Alle andern belegen mindestens eine Steckdose komplett. Mit Ausnahme des Outdoor-Adapters von Devolo unterstützen alle Geräte WLAN nach 2,4 GHz und 5 GHz sowie 802.11a/b/g/n/ac. Im Bereich Netzwerk hat das COVR-Set von D-Link die Nase vorne: Jeder Adapter bietet dreimal Gigabit-Ethernet. Bei den anderen Geräten gibt es das entweder in einer 2/1- oder einer 1/1-Kombination. Auch bildet das Outdoor-Gerät eine Ausnahme: Dieses besitzt keine Ethernet-Buchse.

Die Sets kommen ab Werk paarweise zu den Kunden. Es genügt, sie einzustecken und einen der Adapter am Router anzuschließen. Die Daten werden automatisch übertragen, die Zugangsinformationen für das jeweilige WLAN liegen bei oder sind aufgedruckt. Sind die Geräte nicht gekoppelt, wie etwa der Outdoor-Adapter, geht das erfreulich einfach: Bei diesen Outodoor-Geräten gilt es, an beiden Adaptern innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine Taste zu drücken. Anschließend funktioniert auch die Kommunikation an diesen Geräten. Alle Produkte unterstützen übrigens den Standard HomePlug AV2, sind also untereinander kompatibel. Wir würden dennoch raten, die Sets verschiedener Herstellers nicht zu mischen.

Wer weiter in die Konfiguration einsteigen möchte, kann das über die Software-Oberfläche auf den jeweiligen Produkten tun. Beim D-Link-COVR-Adapter gibt es hierfür eine praktische App: Hier lässt sich der WLAN-Name und das Passwort anpassen sowie weitere Einstellungen vornehmen. Die AVM-Powerline-Adapter bieten eine Mesh-Funktion und integrieren sich direkt in eine bestehende AVM-Umgebung. Das COVR-System baut ein eigenes Mesh auf und zieht ein einziges WLAN über mehrere Geräte und Funkkanäle.

Bild: Harald Karcher Der Testaufbau ist für alle Geräte gleich.

Die Leistung der Geräte unterscheidet sich teilweise massiv. Das hängt sowohl vom verwendeten Powerline-Standard wie auch dem verbautem WLAN-Standard ab. Dabei ist es aber nicht so, dass etwa der TP-Link mit einer Powerline-Übertragungsrate von 2000 Mbps doppelt so schnell ist wie der Netgear mit 1000 Mbps. Die reellen Unterschiede sind deutlich kleiner.

Im Test messen wir den Durchsatz jeweils an sieben Stellen in einem Haus und vergleichen ihn mit dem Durchsatz des Router-WLAN. Für die Messung stehen die Powerline-WLAN-Adapter an der gleichen Stelle wie die kürzlich getesteten WLAN-Repeater, so dass sich die beiden Techniken gut vergleichen lassen.

Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Aktivität Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Surfen ab 1 Mbps
Musik Streaming 96 Kbps (Spotify) / 256 Kbps (iTunes) /
Video Streaming ab 3 Mbit/s
Skype-Call (Audio) ab 300 Kbps
Skype-Call (Video) ab 500 Kbps / 1,5 Mbps (HD)
Gruppen-Calls ab 2 Mbps
Online-Gaming 3 -6 Mbps
IoT: Sicherheitskamera ab 25 Kbps

Der WLAN-interne Durchsatz ist etwa für die Kommunikation von Geräten innerhalb des eignen Netzwerks interessant. Wenn etwa WLAN-Sensoren oder -Kameras Daten an ein zentrales System melden sollen, dann müssen sie mit diesem zuverlässig kommunizieren können.

Wahrscheinlich relevanter für die meisten Nutzer ist der Speed ins Web. Der Test-Router ist mit VDSL 50 angeschlossen, entsprechend sind 50 Mbps der Maximalwert, den es zu erreichen gilt. Der Einfachheit halber haben wir für diesen Test die Werte von 2,4-GHz- und 5-GHz-Messungen konsolidiert.

Vergleich Durchsatz VDSL 50
VDSL Durchsatz Fritz!Powerline 1260E dLAN 1200+ WIFi ac WiFi Outdoor Adapter COVR-P2502 PLW-1000-100PES TL-WPA9610
Dach 50 49,2 50,2 48,5 49,9 37,7
OG-Z1 49,5 49,9 49,8 49,6 50 49,6
OG-Z2 49,9 49,8 41,4 49 50 49,2
OG-Z3 49,8 49,8 49,7 48,2 49,5 49,2
OG-Z4 49,8 49,9 49,7 47,7 49,7 49,9
EG 49,9 15 15,3 11,2 42,7 14,4
KG 0 7,2 0 5,7 0 3,5

Es zeigt sich schön, dass die Adapter von Devolo, D-Link und TP-Link die größte Reichweite im Test haben. Selbst im Keller kam noch WLAN an.

devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit (9390)

Devolo dLAN 1200+

TP-Link AV2000 Gigabit-WLAN Powerline Extender Kit (TL-WPA9610 KIT)

TP-Link AV2000

D-Link Covr PowerLine P2502 (COVR-P2502)

D-Link COVR

Schaut man nur auf die Leistung, so liefern sich alle teuren Adapter-Paare mit 1200, 1300 und 2000 Mbps PLC ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztendlich hat aber das Devolo-1200-Kit mit 7,2 Mbps ein Quäntchen mehr Speed in den Keller gefunkt als D-Link COVR und TP-Link TL-WPA6910. Zudem hat das Devolo-1200-Kit zwei Durchschleif-Steckdosen, das AVM-1260E-Kit hat nur eine und alle anderen gar keine. Am Ende sehen wir das Devolo-1200-Kit als denkbar knappen Testsieger.

Netgear Powerline 1000+ WLAN Kit (PLW1000)

Netgear Powerline 1000+

devolo dLAN WiFi Outdoor (8189)

Devolo dLAN WiFi Outdoor

AVM FRITZ!Powerline 1260E Kit (20002795)

AVM Fritz!Powerline 1260E

Aber auch das Netgear-Paar mit dem PLC-1000-Backbone und sogar der Devolo-BEGA-Outdoor-Funker mit der noch viel älteren PLC-500-Technik schafften ebenfalls einen soliden Durchsatz. Der Devolo-Outdoor-Adapter ist jedoch im Vergleich sehr teuer. Damit ist der Netgear PLW-100-100PES unser Preis-Leistungs-Sieger.

Produktvergleich
Produkt Fritz!Powerline 1260E dLAN 1200+ WIFi ac WiFi Outdoor Adapter COVR-P2502 PLW-1000 100-PES TL-WPA9610
Hersteller AVM Devolo Devolo D-Link Netgear TP-Link
Powerline-Durchsatz 1200 1200 500 1200 1000 2000
WLAN Adapter 1 / Adapter 2 ✔ / - ✔ / - ✔ / - ✔ / ✔ ✔ / - ✔ / -
WLAN-Standard 802.11a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac 802.11b/g/n 802.11a/b/g/n/ac/h 802.11a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac
Mesh-Funktionen - - - -
GBit-Ethernet/Dosen (pro Adapter) ✔ / 2 / 1 ✔ / 2 / 1 - ✔ / 3 / 3 ✔ / 1 / 1 ✔ / 2 / 1
Durchschleifsteckdose ja, ein Adapter ja, beide Adapter nein nein nein nein
Konfiguration Browser Browser Browser Browser / App Browser Browser
Stromverbrauch 9,2 Watt 10,3 Watt 6,6 Watt 14 Watt 7,7 Watt 12 Watt
Indoor/Outdoor ✔ / - ✔ / - ✔ / ✔ ✔ / - ✔ / - ✔ / -
Note 1 1 3 2 2 2

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