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Vergleichstest: Sechs 3D-Drucker von 99 bis 600 Euro

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3D-Drucker für Einsteiger kosten kein Vermögen. Wir haben sechs Modelle ausprobiert und zeigen, worauf es beim Kauf ankommt.

Für den Vergleich nutzen wir unsere Testergebnisse folgender Drucker. Sie geben unserer Meinung nach einen guten Querschnitt durch die aktuellen Geräte im Einstiegs- und unteren Mittelbereich. Alle Drucker verwenden eine feste Grundplatte, der Druckkopf fährt auf der Y- und X-Achse darüber.

Wer einen günstigen Drucker will, muss diesen erst zusammenbauen – dieses Vorurteil ist mittlerweile weitgehend überholt. Die Geräte von Davinici, Renkforce und Wanhao und kommen fertig aufgebaut beim Kunden an und kosten weniger als 300 Euro. Auch der teuerste Drucker vom Werkzeughersteller Dremel kommt fertig aufgebaut. Wer sich für eines dieser Modelle entscheidet, muss diese nur auspacken, von den Transportsicherungen befreien und die Halterung für die Filament-Rollen anschrauben. Der Aufbau dauert somit gerade einmal 5 bis 10 Minuten.

Der Nachbau des Prusa i3 für 99 Euro kommt immerhin schon als vormontierter Bausatz zum Nutzer. Wer hier spart, braucht im Ausgleich gute Nerven und jede Menge Know-How: die Montage des Prusa-Klons ist schlecht, beziehungsweise teilweise falsch dokumentiert und dementsprechend anspruchsvoll. Bevor unser Drucker erste Ergebnisse lieferte, mussten wir defekte Hardware identifizieren und nachbestellen. Wer keine Lust auf stundenlanges Schrauben, Tüfteln und Tunen hat, sollte unbedingt die Finger vom Billig-Drucker lassen.

Der Zusammenbau des Prusa-i3-Klons ist frustrierend.

Ganz anders sieht es beim 200-Euro-Modell Ender 3 aus. Die Endmontage ist gut dokumentiert und dank ordentlicher Beschriftung auch für Einsteiger unproblematisch. Falls nach dem Zusammenbau Fragen auftauchen, gibt es in Gruppen und Foren ausreichende Hilfestellung und Tipps. Wer sich zutraut, IKEA-Schränke zu montieren, sollte keine Probleme beim Zusammenbau des Ender 3 haben.

Bei allen Druckern steht nach dem eigentlichen Aufbau das Kalibrieren des Druckbetts und das Einlegen des Filaments. Die exakte Ausrichtung der Druckunterlage ist sehr wichtig, da das Filament sonst nicht vernünftig hält. Beim Davinci Mini w+ klappt das dank Vollautomatik sehr komfortabel. Bei den anderen Modellen muss der Nutzer selbst Hand anlegen. Dabei ist es wichtig, sehr genau zu arbeiten. Wie genau zeigen zahlreiche Tutorials im Internet, etwa dieses Video.

Das Einlegen des Filaments ist bei allen getesteten Druckern unproblematisch. Am komfortabelsten finden wir die Vorgehensweise bei den Druckern von Dremel und Davinci. Hier sind nur wenige Befehle nötig und die Arbeitsschritte werden logisch, mit Hilfe von Grafiken, erklärt. Beim Renkforce RF100 ist das Gegenteil der Fall. Hier muss der Nutzer zig Befehle ausführen und sich dabei im unübersichtlichen Menü zurechtfinden.

Das Schlusslicht in Sachen Qualität bildet mit großem Abstand der Prusa-i3-Klon mit seinem wackligen Holzrahmen. Sowohl für den Zusammenbau, als auch für einen dauerhaften Einsatz fallen hier jede Menge Tuning-Maßnahmen an.

Das Design des Ender 3 ist zwar auf das Wichtigste reduziert, der Bausatz-Drucker ist trotzdem sehr stabil und gut verarbeitet. Wer möchte, kann sich für den Drucker eigene Tuningteile und optische Verbesserungen selbst Drucken. Anregungen finden sich beispielsweise auf Thingiverse.com.

Der günstige Duplicator i3 Mini ist sehr ordentlich verarbeitet.

Die restlichen Drucker legen deutlich mehr Wert auf Design, die Verarbeitung ist bei allen mindestens so gut wie beim Ender 3. Optisch sieht der Dremel 3D20 sieht dank des geschlossenen Gehäuses schick aus, zudem besitzt er als einziger Drucker im Test ein Farbdisplay.

Die Lautstärke während des Drucks ist bei allen Geräten zu hoch, um sie ins Wohn- oder Arbeitszimmer zu stellen. Der Ender 3 und der Duplicator i3 Mini sind die leisteten Geräte im Testfeld – sie sind nicht viel lauter als ein Desktop-Computer. Aus Erfahrung wissen wir allerdings, dass die verbauten Lüfter nicht hochwertig sind und so mittelfristig deutlich lauter werden. Wer einen leisen Drucker sucht, ist mit den beiden Geräten trotzdem gut beraten – der Austausch mit leisen Lüftern ist unkompliziert möglich. Erschreckend laut ist der Drucker von Dremel, dessen Geräuschkulisse deutlich über normaler Zimmerlautstärke liegt. Das Gehäuse ist nicht in der Lage die verhältnismäßig hohen Betriebsgeräusche zu mindern.

Die Grundfunktion, das Schmelzen und schichtweise zusammenfügen des Kunstsoff-Filaments, funktioniert bei allen Modellen. Die Drucker unterscheiden sich durch andere Merkmale. So ist zum Beispiel der Bauraum, der für den Druck verfügbare Platz, sehr unterschiedlich bemessen Während die Drucker von Davinci, Renkforce und Wanhao nur für verhältnismäßig kleine Objekte in Frage kommen, steht beim Dremel schon etwas mehr Raum zur Verfügung (Maximalgröße 23 × 15 × 14 cm). Die größten Drucke mit 22 × 25 × 22 cm schafft Ender 3.

Für die erfolgreiche Verarbeitung von stabilem ABS-Filament (Ratgeber Standardfilamente) ist unbedingt ein beheiztes Druckbett notwendig. Dieses haben im Testfeld lediglich der Prusa-Klon und der Ender 3 verbaut. Diese beiden verzichten allerdings auf ein geschlossenes Gehäuse, was bei ABS durchaus gut wäre. Wer trotz des Heizbettes Probleme beim Druck von ABS hat, sollte den Drucker in ein selbstgebautes Gehäuse oder ein Schränkchen stellen.

Der 3D20 von Dremel hat als einziges Modell ein geschlossenes Gehäuse. Da hier aber kein Heizbett für die Verarbeitung von ABS vorhanden ist, dient der geschlossene Bauraum lediglich als Schutz gegen Staub.

Bei 3D20 sitzen alle Komponenten geschützt im geschlossenen Gehäuse.

Bis auf den RF100, handelt es sich bei allen Modellen um sogenannten Bowden-Drucker. Das heißt, ein Fördermotor schiebt das Filament in den Druckkopf. Wer flexibles Filament verarbeiten will, bekommt hier Probleme. Beim Ender 3 ist die Verarbeitung mit einigen Tricks immerhin möglich, wirklich gut geeignet ist ab Werk nur der Drucker von Renkforce.

Die größten Einschränkungen hinsichtlich der Materialauswahl hat auf jeden Fall der Mini W+. Er funktioniert ab Werk nur mit Filament des Herstellers. Es gibt zwar Kniffe, den Zwang zu umgehen, allerdings geht dann die Garantie verloren. Die Nutzung des teuren Original-Materials lohnt sich für Nutzer, die nur selten drucken und sich möglichst wenig mit den Einstellungen beschäftigen wollen.

Bei den Modellen Ender 3, RF100 und Dremel ist das Druckbett nicht fest montiert. Nach dem Druck kann man es bequem aus dem Drucker nehmen, was das Entfernen des fertigen Druckobjektes deutlich vereinfacht.

Die Bedienung ist bei allen Geräten sehr unterschiedlich umgesetzt. Der Davinci Mini w+ verfügt als einziges Modell über WLAN – dafür verzichtet er komplett auf eine Steuerungsmöglichkeit am Gerät selbst. Wer den Drucker nutzen will, braucht deshalb immer einen Computer mit Software des Herstellers xyzprinting. Die Einstellungsmöglichkeiten sind gering und auf das Nötigste begrenzt. Dafür ist die Bedienung des Davinci mit Abstand am einfachsten und am besten dokumentiert.

Die Bedienung per Drehtaster und Display ist einfach und komfortabel.

Alle anderen Drucker werden alternativ zur Steuerung per Freeware (Cura) direkt per Bedienteil gesteuert. Wer vorbereitete Daten auf Speicherkarte hat, braucht für den Betrieb keinen Rechner neben seinem Drucker. Am komfortabelsten und einfachsten finden wir die Bedienung des Dremel 3D20 per Touchscreen. Die Modelle Duplicator i3 Mini, Prusa i3-Klon und Ender 3 sind sich von der Bedienung sehr ähnlich. Wer sich strukturierte, und deutschsprachige Menüführung wünscht, wird bei den China-Modellen allerdings enttäuscht. Trotzdem, wer die Steuerung einmal verstanden hat, kommt gut damit zurecht. Gut verständlich, allerdings unnötig umständlich, ist die Steuerung des Renkforce-Druckers. Egal ob es um das Wechseln vom Filament oder um das Kalibrieren des Druckbetts geht, so viele Einzelschritte sind bei keinem anderen Gerät nötig.

Die bei den meisten Druckern beigelegte Freeware Cura schickt die Daten nicht nur an den Drucker, sie bereitet die 3D-Modelle auch vor. Wer will, kann alternativ auch andere Programme wie Simplify3D benutzen.

Die Druckergebnisse sind, bis auf beim Billig-Selbstbau-Drucker, insgesamt erfreulich gut. Wer beim 99-Euro-Modell nur einigermaßen ansehnliche Drucke haben möchte, muss sehr viel Zeit und Nerven investieren. Wirklich gute Ergebnisse haben wir, trotz vieler Bemühungen, nicht hinbekommen. Bei diesem Drucker ist der Weg das Ziel – Auspacken, Aufbauen, Losdrucken klappt hier nicht.

Der erste Druck hat sich vom Druckbett gelöst. Beim Zweiten stimmen einige Einstellungen nicht. Erst der dritte Versuch gelingt.

Alle anderen Testkandidaten liefern erstaunlich gute Ergebnisse – sogar mit Standardeinstellungen. Lediglich beim Renkforce waren einige Einstellungen in der Software nötig, bis wir zufrieden waren. Um die höchstmögliche Druckqualität zu erreichen, ist es grundsätzlich nötig, sich an die Idealeinstellungen heranzutasten. Die exakten Anforderungen an Temperatur, Geschwindigkeit oder Materialfluss sind dabei von Drucker zu Drucker und von Filament zu Filament sehr unterschiedlich. Wirklich groß sind die Qualitätsunterschiede mit guten Settings nicht – der Ender 3 hat sich in den Tests insgesamt am gutmütigsten gezeigt. Die anderen Drucker sind bezüglich der Einstellungen deutlich penibler.

Selbst mit allerlei Software- und Hardwaretuning ist das Ergebnis des 99-Euro-Druckers ernüchternd.

Der Davinci Mini w+ hat eine Sonderrolle. Er überzeugt durch ein tolles Druckbild, ohne dass der Nutzer viel dafür tun muss. Das Geheimnis des Mini w+ liegt im Filament-Zwang. Dank eines in der Filament-Rolle verbauten RFID-Chips, weiß der Drucker immer, mit welchen Einstellungen er drucken soll. Das Ergebnis ist zwar nicht ganz perfekt, für Einsteiger trotzdem vollkommend ausreichend.

Creality 3D Ender 3

Creality Ender 3

XYZprinting da Vinci Mini W+, weiß (3FM3WXEU00C)

Davinci Mini w+

Dremel 3D Idea Builder 3D20

Dremel 3D20

Renkforce RF100 v2 Starter-Kit

Renkforce RF100

CTC Prusa i3 pro B, Bausatz

Prusa-i3-Klon

Wanhao Duplicator i3Mini

Wanhao Duplicator i3 Mini

Wer auf der Suche nach einem vernünftigen Drucker mit gutem Druckbild ist, muss kein Vermögen ausgeben. Die Unterschiede der Geräte liegen im Detail. Welches Modell geeignet ist, hängt von den persönlichen Ansprüchen ab.

Wer keine Angst vor Montagearbeit hat, sollte auf jeden Fall zum Creality Ender 3 (Testbericht) greifen. Der Drucker ist günstig, hat eine hervorragende Druckqualität und ist für viele Filament-Sorten geeignet. Lediglich bei flexiblem Material muss der Nutzer nacharbeiten. Für uns ist der Ender 3 der beste Drucker im Testfeld.

Dies ist der erste Druck mit dem Ender 3.

Wer sich möglichst wenig mit dem Drucker und seinen Einstellungen beschäftigen will, sollte zum Davinci Mini w+ (Testbericht) greifen. Nachteilig am Modell von Davinci sind das teure Filament, das fehlende Heizbett und der beschränkte Bauraum.

Der 3D-Drucker von Dremel (Testbericht) eignet sich, dank des geschlossenen Gehäuses, am besten für den Einsatz in staubigen Werkstätten. Die Bedienung ist dank Touchscreen und deutscher Menüführung sehr einfach. Nachteile des 3D20 sind der hohe Preis, der beschränkte Bauraum und das unbeheizte Druckbett.

Wer einen günstigen, kompakten und fertig aufgebauten Einsteiger-Drucker sucht, der sollte sich für den Wanhao Duplicator i3 Mini (Testbericht) entscheiden. Nachteile des Druckers sind der kleine Bauraum und das unbeheizte Druckbett. Aktuell ist das Modell allerdings bei keinem deutschen Händler gelistet.

Wer gerne flexibles Filament drucken will, sollte zum Renkforce RF100 (Testbericht) greifen. Die Nachteile des Druckers aus dem Hause Conrad sind die umständliche Menüführung und das Fehlen eines Heizbetts.

Vom Kauf des billigen Prusa-i3-Klons (Testbericht) raten wir ab. Im Preisvergleich ist unser Testmodell derzeit auch nicht mehr gelistet.

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