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Vergleichstest: Outdoor-Leuchten mit WLAN-Kamera

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Personenerkennung, Nachtsicht und Datensicherung – wer schon eine Bewegungsmelder-Leuchte hat, kann diese mit smarten Modellen mit WLAN-Kamera leicht ersetzen. Im Vergleichstest zeigen wir, worauf man beim Kauf achten muss.

Licht schreckt Diebe ab. Das sagt auch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen. Noch praktischer ist es, wenn die Leuchte eine integrierte Kamera besitzt. In unserem Ratgeber: Technik gegen Dämmerungseinbrüche geben wir einen Überblick zur Absicherung von Außen- und Innenräumen. Outdoor-Leuchten mit integrierter Kamera gehören zu den komfortabelsten Lösungen, denn sie ersetzen klassische Außenleuchten, schrecken ab, sichern Beweise und verlangen keine aufwändige Neumontage.

In diesem Vergleichstest stellen wir fünf Outdoor-Leuchten mit WLAN-Kamera gegenüber. Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Produkten gibt es in den zugehörigen Einzeltests:

Hersteller Steinel war leider nicht in der Lage, uns ein Testgerät der L600 zur Verfügung zu stellen.

Bei Netatmo legen Anwender ihre Daten wahlweise in einer Dropbox, auf einem FTP-Server oder lokal auf der Kamera ab

Outdoor-Leuchten mit Kamera ersetzen klassische Außenleuchten mit grellen LED- oder Halogen-Strahlern, die Einfahrten oder kleine Gärten voll ausleuchten. Sie senden im Falle eines Alarms Push-Meldungen auf das Smartphone des Besitzers. Sie haben üblicherweise Nachtsichtbeleuchtung, Bewegungssensoren und Mikrofone sowie Lautsprecher.

Alle fünf Modelle lassen sich per Smartphone-App ansprechen. Dort kann man einen Live-Stream mit Bild und Ton aufbauen sowie Aufzeichnungen einsehen. Die Videoclips werden bei Abus und Blaupunkt in der Kamera gesichert, bei Bosch und Ring in der Cloud. Netatmo lässt das Speichern von Daten auf der Kamera, Dropbox oder FTP-Server zu.

Bosch, Netatmo und Ring ermöglichen die Freigabe der Kamera mit Freunden und Familie, die dann mit ihren Smartphones ebenfalls auf die App zugreifen können. Zudem verbindet sich die Bosch Eyes mit Amazon Alexa via Echo Show, die Netatmo Presence und Ring Floodlight zusätzlich mit Apple Homekit via iPhone und iPad und Google Assistant beispielsweise via Nest Hub. Im Ratgeber Ring & Echo Show: Smarte Türsprechanlage für wenig Geld? zeigen wir, wie Ring und Alexa zusammenarbeiten.

Alle Leuchten werden fest an der Wand mit Schrauben und Dübel montiert und an eine 230-Volt-Leitung angeschlossen. Die Netatmo Presence fordert die wenigsten Handgriffe. Für die Montage an einer Anschlussdose liegt eine Befestigungsschelle bei, die genug Spiel für kleine und größere Abstände hat.

Bosch ist der einzige der getesteten Hersteller, der billige Schrauben und Dübel der Outdoor-Leuchte beilegt

Die Bosch Eyes kommt ohne große Probleme an die Wand. Die Halterung kann man nach der Bohrung oder Befestigung an der Wand noch ausrichten. Das erlaubt etwas mehr Spielraum bei der Montage.

Weniger begeistern die Modelle von Abus, Blaupunkt und Ring. Bei allen drei Herstellern ist keinerlei Spiel für eine nachträgliche Justierung vorhanden. Schrauben und Dübel sind bei allen Herstellern hochwertig, außer bei Bosch.

Wichtig: Bis auf die Bosch schwärzt keine der Kameras Bildbereiche aus, sondern nimmt sie maximal aus dem Erkennungsbereich. Entsprechend darf man die Modelle von Abus, Blaupunkt, Netatmo und Ring nur so montieren, dass sie keinen öffentlichen Raum filmen.

Die Kameras benötigen eine App für die Einrichtung. Die Apps sind kostenlos für Android und iOS erhältlich. Netatmo verlangt nur E-Mail-Adresse und ein Passwort zur Anmeldung, Bosch zusätzlich den Namen und Ring will sogar den Standort und die genaue Adresse. Abus und Blaupunkt verzichten völlig auf die Eingabe persönlicher Daten. Die App ist somit ausschließlich auf einem Gerät nutzbar, der Hersteller sammelt aber keine Userdaten. Fast alle Anbieter bieten den vollen Service ohne Zusatzkosten. Nur Ring reduziert den Umfang der App-Features auf Live-Stream und Push-Meldung, wenn man nicht mindestens 3 Euro pro Monat bezahlt.

Bei der Einrichtung macht Ring das Rennen. Die App führt einen Schritt für Schritt inklusive Videos und Sprachansagen der Kamera durch die Konfiguration. Bei der Bosch Eyes läuft ebenfalls problemlos. Die App zeigt die Installationsschritte detailliert, der Verbindungsaufbau zur Kamera gelingt in knapp einer Minute.

Bei Blaupunkt hilft nur die Anleitung. Mit Klick auf Einstellungen gelangt man in das hier dargestellte Menü. Um wirklich in die Einstellungen zu gelangen, muss man allerdings noch auf "erweitert" drücken

Die Presence von Netatmo macht einen guten Job, obwohl wir unser Testprodukt nicht auf Anhieb mit der App verbinden konnten. Bei Netatmo scheint das Problem bekannt. Deshalb liegt der Outdoor-Leuchte ein ausgedruckter QR-Code bei. Scannt man diesen mit der App, klappt die Einrichtung sofort.

Schlusslichter bei der Einrichtung sind die Abus Lichtkamera und Blaupunkt Lampcam. Eine Erklärung via App gibt es nicht. Die beigelegten Betriebsanleitungen führen ans Ziel, allerdings mit umständlichen Formulierungen. Zudem erwähnen beide erst nach der Montage an der Wand, dass man den QR-Code bei Blaupunkt auf der Rückseite der Kamera und bei Abus im Inneren der Halterung scannen muss, um die Cam einzurichten. Sehr ärgerlich.

Während alle Cams einen PIR-Bewegungssensor, Lautsprecher, Mikrofon und Infrarot-Nachtsichtbeleuchtung besitzen, fehlt der Netatmo Presence als einziges Modell in der Reihe eine Alarmsirene.

Die Ring Floodlight punktet mit vollem Funktionsumfang und guter App. Bosch und Netatmo folgen auf Rang zwei mit jeweils nur einem Kritikpunkt – fehlende Personenerkennung beziehungsweise fehlende Sirene.

Licht schreckt ab: Im Testverlauf hat die Netatmo Presence mit ihrem LED-Licht einen ungebetenen Gast vertrieben

Abus und Blaupunkt belegen den dritten Platz mit komplizierter App und ohne Personenerkennung. Das nervt mitunter, denn die Kameras zeichnen jedes Tier und jeden sich im Wind bewegenden Ast als Alarm auf und senden diesen als Push-Meldung aufs Smartphone.

Die App zur Bosch Eyes ist übersichtlich und leicht verständlich

Was haben Bosch, Netatmo und Ring gemeinsam? Richtig, eine gute App. Diese funktioniert bei allen drei Herstellern einwandfrei und führt gut durch Haupt- und Untermenüs.

Die Apps von Abus und Blaupunkt sind fast identich und sehr kompliziert. Wer das erste Mal damit arbeitet, braucht die Betriebsanleitung, um sich zurechtzufinden – logisch und intuitiv ist das nicht.

Alle Kameras zeichnen Aufnahmen mit 1920 × 1080 Pixeln (Full-HD) auf und haben ein Mikrofon. Bis auf die Netatmo Presence besitzen alle Outdoor-Leuchten einen Lautsprecher. Bei der Bildqualität gewinnen Abus und Blaupunkt deutlich an Boden. Beide Modelle liefern Tag wie Nacht sehr detailreiche Aufnahmen – bei Nacht mit der mit Abstand höchsten Helligkeit, bei Tag mit den kräftigsten Farben.

Abus und Blaupunkt liefern die knackigsten Farben und meisten Details

Die Modelle von Bosch und Ring liefern bei Tag und Nacht ein helles und ausreichend detailreiches Bild. Netatmo Presence schwächelt hingegen bei den Nachtaufnahmen. Die verbauten IR-LEDs leuchten nicht alles aus. Nur unter Zuhilfenahme der Schweinwerfer-LED erkennt man Details im gesamten Aufnahmefeld.

Die Presence von Netatmo liefert bei Nachtaufnahmen das schlechteste Ergebnis

Abus und Blaupunkt machen bei der Tonqualität ebenfalls das Rennen. Die integrierten Mikrofone sind mit Abstand die sensibelsten – man hört Details in gut zehn Meter Entfernung und kann sie einer Richtung zuordnen. Die verbauten Lautsprecher beider Modelle sorgen für ordentlich Lärm – egal ob als Sirene, oder wenn man die Gegensprechfunktion nutzt. Bosch und Ring folgen auf Platz zwei mit guter Hardware, aber keiner außergewöhnlich hohen Empfindlichkeit des Mikrofons oder starker Lautstärke. Netatmo belegt den letzten Platz. Hier fehlt ein Lautsprecher, um potenzielle Einbrecher anschreien zu können.

Gewinner bei der lokalen Speicherung sind Abus, Blaupunkt und Netatmo. Bei allen drei Herstellern sichert die Kamera die Aufnahmen lokal auf einer Micro-SD-Karte. Die App erlaubt lediglich den Fernzugriff auf die WLAN-Kameras und damit auf die dort gesicherten Daten. Der manuelle Download von Aufzeichnungen ist bei allen drei Modellen möglich. Nachteil: Wird die Kamera geklaut, sind die Daten weg.

Bosch und Ring sichern ihre Daten in der Cloud. Hersteller Bosch setzt auf eine Cloud in Deutschland, bei Ring landen die Daten auf Servern weltweit, die Anbindung einer lokalen Datensicherung ist nicht möglich. Und wer seine Aufnahmen herunterladen will, muss mindestens 3 Euro im Monat bezahlen – denn ohne Cloud-Abo bekommt man bei Ring nur den Live-Stream der Kamera, die Gegensprechfunktion und Push-Meldungen im Falle eines Alarms.

ABUS Smart Security PPIC36520

Abus Lichtkamera

Blaupunkt LampCam HOS-X20

Blaupunkt Lichtkamera

Bosch Smart Home Eyes Aussenkamera

Bosch Eyes

Netatmo Presence NOC01

Netatmo Presence

Ring Floodlight Cam, schwarz (8SF1P7-BEU0)

Ring Floodlight

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  • Unseren Vergleichstest gewinnt die Bosch Eyes (Testbericht). Sie liefert gute Aufnahmen, erkennt zuverlässig Bewegungen, bietet eine komfortable App und sichert Daten in der deutschen Cloud. Netatmo Presence (Testbericht) folgt auf Platz zwei. Sie zeichnet sich vor allem durch die hervorragende Unterscheidung von Menschen, Tieren und Gegenständen aus. Abus Lichtkamera (Testbericht), Blaupunkt Lampcam (Testbericht) und Ring Floodlight (Testbericht) belegen den dritten Platz.

    Im Bereich besten Funktionsumfang liegt Bosch, Netatmo und Ring auf einem Level. Im Bereich Datensicherung Netatmo. Wer zudem kein Problem damit hat, für ein Cloud-Abo zu zahlen, sollte sich auch die Ring Floodlight ansehen.

    Bei der Nutzerfreundlichkeit liegt Ring vorne, dicht gefolgt von Bosch und Netatmo. Die Kameras von Abus und Blaupunkt belegen im Bereich Bild- und Tonqualität den ersten Platz.

    Entsprechend bleibt es bei den Allroundern Bosch und Netatmo. Wer einzelne der genannten Unterbereiche vorzieht, kann natürlich auch zu den Outdoor-Leuchten von Abus, Blaupunkt und Ring zugreifen.

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