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Vergleichstest: Outdoor-Kameras mit Akku

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Nachtsicht, Personenerkennung und lange Laufzeit – das bieten Outdoor-Cams mit Akku. Wir zeigen, welche Modelle sich lohnen.

Wer seinen Garten oder Außenbereich überwachen will, braucht entsprechende Kameras. Akkubetriebene Cams sind besonders flexibel; eine Stromversorgung ist nicht nötig – lediglich die Montage in WLAN-Reichweite. Wir zeigen, welche Modelle sich lohnen und welche Unterschiede es gibt.

In unserem Ratgeber: Technik gegen Dämmerungseinbrüche geben wir einen Überblick zur Absicherung von Außen- und Innenräumen. Wer hingegen Beleuchtung mit integrierter Kamera sucht, findet in unserem Vergleichstest: Outdoor-Leuchten mit WLAN-Kamera passende Produkte.

In diesem Vergleichstest stellen wir sieben Outdoor-Cams mit Akku von 60 bis 500 Euro gegenüber. Alle Produkte haben wir in einer Entfernung von maximal 10 Metern zum WLAN-Router getestet, außerdem sind selbstverständlich alle nach IP-Zertifizierung ausreichend gegen Wasser und Staub geschützt. Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Produkten gibt es in den zugehörigen Einzeltests:

Outdoor-Cams senden im Falle einer Bewegung auf Wunsch Push-Meldungen auf das Smartphone des Besitzers. Sie haben üblicherweise Nachtsichtbeleuchtung, Bewegungssensoren und Mikrofone sowie Lautsprecher. Den größten Unterschied gibt es bei der Akkulaufzeit. Hier kommt die Kami Wire Free Camera beispielsweise auf einen Monat und die Eufycam 2 auf ein Jahr mit einer einzigen Akkuladung.

Alle sieben Modelle kommunizieren mit einer Smartphone-App. Die Apps gibt es für Android und iOS; Anbieter Arlo bietet zudem ein Web-Interface. Dort sieht man unter anderem Live-Streams mit Bild und Ton sowie Aufzeichnungen. Apps und Web-Interface ermöglichen zudem die direkte Einstellung der Kameras – etwa Auflösung der Aufnahmen oder Benachrichtigungsoptionen im Falle eines Alarms.

Aufgrund des integrierten Akkus braucht man lediglich einen Ort, an dem man die Kameras befestigen kann. Dort muss die WLAN-Versorgung ausreichend sein. Wie man den Empfang im Garten ausbaut, zeigt unser Ratgeber: Besseres WLAN im Garten.

Den Kameras liegen immer passende Wandhalterungen bei. Bei den Modellen von Heimvision, Eufycam, Arlo und Ezviz gibt es welche mit magnetischen Kugelgelenk oder Schraubgewinde. Einzig die Blink XT2 (Testbericht) von Amazon kommt mit einer festen Halterung an die Wand – hier hat man nach der Montage keine Möglichkeit, den Blickwinkel auszurichten. Während man bei Kugelgelenk oder Schraubgewinde also die Kamera im Anschluss noch in die gewünschte Richtung bewegen kann, sitzt die Blink XT2 fest an der Wand.

Outdoor-Cams mit Akku in der Übersicht (11 Bilder)

Der nervtötend laute Alarm der Arlo-Bridge kann entweder über die App oder den entsprechenden Knopf auf der Gehäuseoberseite der Basisstation ausgeschaltet werden.

Die Halterung der Heimvision HMD2 (Testbericht) fühlt sich an, als wäre sie aus Plastikresten einer Einwegflasche gefertigt. Fest an die Wand verschrauben kann man sie auch nicht, sondern nur an eine Schraube hängen – ähnlich wie ein Wandbild. Das wirkt weder stabil noch langlebig. Bei allen Modellen bestehen die Halterungen aus Plastik und lassen sich mit den mitgelieferten Schrauben und Dübeln befestigen. Unser Tipp: Bei Blink XT2, Heimvision HMD2 und Kami Wire Free Cam (Testbericht) lieber die mitgelieferten Schrauben und Dübel wegwerfen und hochwertige Komponenten kaufen.

Die Eufycams bieten sowohl die Montage per Gewinde als auch per Magnet.

Generell empfehlen wir, alle Kameras auf mindestens 3 Meter Höhe anzubringen. Das erschwert Manipulation oder Diebstahl. Eine komplett diebstahlsichere Montage ist aus unserer Sicht nicht möglich. Mit ein bisschen Gewalt bricht auch das Plastik der fest verschraubten Halterungen. Immerhin: Modelle wie die Eufycam besitzen eine Diebstahlwarnung. Bewegt ein Einbrecher die Kamera, sendet die Kamera einen Alarm aufs Smartphone.

Eufycam 2 und 2c, Arlo Pro 2, Blink XT2 und Kami Wire Free Camera benötigen für den Betrieb eine Bridge. Diese kümmert sich um die Kommunikation der Kameras mit dem Heimnetz; die Kameras selbst setzen dabei auf einen proprietären Funk statt auf WLAN – das schont die Energieressourcen. Die entsprechende Bridge ist, sofern nötig, allen Modellen im Set enthalten. Komplett ohne Zusatz-Hardware kommt die Heimvision HMD2 aus.

Einrichtung und Verwaltung erfolgen über die jeweils zugehörige App für Android oder iOS. Zur Account-Registrierung muss man E-Mail-Adresse, Benutzername und Passwort festlegen. Einzig der Blink-Kamera reicht die Eingabe einer E-Mail-Adresse.

Die Einrichtungs-Assistenten in den Apps führen den Nutzer vorbildlich durch die Installation: Wo und wie stellt man die Bridge auf, WLAN-Verbindung, Kommunikation mit der Kamera aufbauen. Je nach Modell scannt man für den Verbindungsaufbau einen QR-Code auf der Kamera mit dem Smartphone, verbindet die Cams via Schallwellen oder findet sie im Netzwerk – alle drei Varianten erweisen sich in der Praxis als nutzerfreundlich. Einzig die Bedienoberfläche der Heimvision HMD2 ist lieblos gestaltet, aber dennoch funktional.

App-Übersicht der Outdoor-Cams mit Akku (6 Bilder)

Die Arlo-App unterstützt auch parallele Live-Views. Größere Bildschirme, wie bei einem Tablet sind dann empfehlenswert.

Die Arlo Pro 2 lässt eine weitere Konfigurationsoption zu, nämlich via Webportal. Webportal und App sind aber leider nicht komplett identisch. Wir haben im Test für administrative Arbeiten das Webportal bevorzugt. Auf dem großen Desktop-Bildschirm ist mehr Platz als auf dem Smartphone. Das gestaltet das Arbeiten angenehmer. Durch den kleineren Bildschirm auf den Smartphones muss man häufiger zwischen Seiten wechseln oder scrollen, was weniger nutzerfreundlich ist. So kann man beispielsweise nur im Webportal den Livestream von zwei Kameras parallel in voller Größe betrachten.

Wer seine Sicherheitskamera zusätzlich mit einem Sprachassistenten verbinden will, hat bei Eufycam 2 und 2c sowie der Arlo Pro 2 die größte Auswahl. Diese Modelle unterstützen Alexa, Google Assistant und Apple Homekit. Die Ezviz C3A (Testbericht) spricht mit Alexa und Google Assistant und die Blink XT2 sowie die Kami Wire Free Camera ausschließlich mit Alexa. Sinnvoll wird das Sprach-Feature, wenn man das Kamerabild auf einen Bildschirm übertragen bekommt; also etwa ein Google Home Hub oder ein Amazon Echo Show (Testbericht). So lassen sich Befehle wie „Alexa, zeig das Bild im Garten“ steuern. Heimvision verzichtet als einziger Hersteller auf eine Smart-Home-Integration.

Alle Outdoor-Cams arbeiten mit einer Cloud-Anbindung; für die Bedienung und die Funktion müssen Kameras und Eingabegerät – Smartphone oder Desktop – entsprechend mit dem Internet verbunden sein.

Zum Funktionsumfang gehören Aufnahmen bei Bewegung, Nachtsicht mit Infrarot-LED, Alarm-Empfindlichkeit sowie Live-Stream. Aktivitätszonen, also Bereiche, in denen die Kamera Bewegungen registrieren soll, kann man bei den Modellen von Arlo, Blink, Eufycam und Ezviz einstellen. Bei keinem der Modelle ist ein Ausschwärzen von Bereichen möglich. Um nicht gegen Recht und Gesetz zu verstoßen, muss man diese Kameras so ausrichten, dass sie keinen öffentlichen Raum filmen. Dazu gehören auch Straße oder Geweg, der Nachbar-Garten ist natürlich ohnehin tabu.

Alle getesteten Modelle integrieren Mikrofon und Lautsprecher. Entsprechend eignen sich die Kameras als Gegensprechanlage. Die Sprachqualität ist bei der Arlo Pro 2 (Testbericht) und Heimvision HMD2 am schlechtesten, den besten Ton bekommt man bei den Eufycams.

Nicht jedes Modell ist komplett durchdacht: Bei der Arlo Pro 2 sind sich Stativgewinde und Ladebuchse im Weg. Beim Nachfolger, der Pro 3, hat Arlo dieses Problem beseitigt.

Die Bewegungserkennung erfolgt bei allen Modellen via Infrarotsensor (PIR) und ist zuverlässig – deutlich besser, als bei manchen Netzwerkkameras, die auf die Bildauswertung setzen. Bei Blink und Arlo kommt es allerdings immer wieder zu Fehlalarmen. Die Kameras von Blink und Ezviz verzichten zudem auf eine Personenerkennung. Somit löst alles, was sich vor der Linse bewegt, einen Alarm aus.

Während bei fast allen Kameras die Push-Meldung zu einer Aktivität binnen weniger Sekunden auf dem Smartphone ankommt, wartet man bei der Kami Wire Free Camera (Testbericht) mitunter schon einmal eine Minute auf die Benachrichtigung. Das ist zu lang.

Bei der Aufnahmedauer schneiden hingegen die Blink XT2 (Testbericht) und Ezviz C3A (Testbericht) mit 5 und 15 Sekunden schlecht ab. Bei einem möglichen Einbruch ist das viel zu kurz. Hier führen die Arlo Pro 2, Heimvision HMD2 (Testbericht) und Eufycam 2 (Testbericht) beziehungsweise Eufycam 2c (Testbericht): Bei diesen Cams wird die gesamte Aktivität aufgezeichnet. Heimvision erlaubt als einziger Anbieter zudem die Aufzeichnung von 24-Stunden-Videos. Allerdings geht die längere Übertragung des Videostreams natürlich auf die Energiereserven der Akku-Cams – es ist also alles immer ein Kompromiss.

In der Praxis unterscheiden sich die Outdoor-Cams bei der Akkulaufzeit beachtlich. Die Hersteller sprechen hier von Laufzeiten von bis zu einem Jahr – etwa bei der Eufycam 2. Die Eufycam 2c kommt laut Herstellerangaben auf ein halbes Jahr.

Fakt ist, dass die Akkulaufzeit von der Häufigkeit von erkannten Bewegungen, Länge der übertragenen Videos und der Bildqualität abhängt. Höhere Auflösung oder häufige Alarme benötigen mehr Strom. Der Akku der Heimvision HMD 2 mit 3500 mAh schafft beispielsweise rund 3000 Aufnahmen à sechs Sekunden in SD-Qualität (720 × 576 Pixel). Die Eufycam 2c hat einen Akku mit 6700 mAh verbaut. Rechnet man entsprechend hoch, würde dieser Akku bei zehn Aufnahmen am Tag rund 600 Tage durchhalten – abzüglich des Strombedarfs, der benötigt wird, wenn man die Kamera einstellt oder die Gegensprechfunktion nutzt. Unterm Strich gilt aber eine einfache Regel: Je größer der Akku, desto seltener muss die Kamera ans Ladekabel. Die Kameras der Arlo Pro 2 haben lediglich eine Akkuleistung von 2440 mAh und müssen direkt über Kabel geladen werden. Das kann nerven, schließlich muss man jedes Mal die Kamera demontieren oder ein Kabel zur Kamera ziehen.

Ausnahmen sind die Kami Wire Free Camera und die Blink XT2: Bei der Kami gibt es einen Ersatzakku, das erspart den Ausfall der Kamera, wenn der erste Akku leer ist. Die Blink wird mit AA-Batterien oder -Akkus betrieben.

Sinnvoll: Der Akku der Kami-Kamera hält zwar nur einen Monat, dafür ist ein zweiter Akku für den raschen Austausch direkt dabei.

Die Auflösung aller getesteten Kameras beträgt 1920 × 1080 Pixel, also Full-HD. In der Realität unterscheidet sich aber das Ergebnis. Bei Tageslicht machen alle Cams einen guten Job – die meisten Details und Farben bekommt man aus unserer Sicht bei der Ezviz C3A (Testbericht) sowie der Eufycam 2 (Testbericht) und Eufycam 2c (Testbericht).

Bei Nacht machen diese Cams ebenso das Rennen und liefern das beste Ergebnis. Die Arlo Pro 2 (Testbericht) folgt an vierter Stelle. Die weiteren Cams haben mit Lichtquellen und Spiegelungen zu kämpfen. Das trübt das Bild im wahrsten Sinne des Wortes. Dennoch, keine Cam ist unbrauchbar – die Blink XT2 (Testbericht) liefert aber die mieseste Nachtaufnahme.

Nachtaufnahmen der Outdoor-Cams mit Akku (8 Bilder)

Die IR-LEDs der Arlo Pro 2 leuchten den Tatort auch in kompletter Dunkelheit gut aus. Die Detailverluste durch die Bildkompression sind im IR-Modus besonders gut sichtbar.

Bildqualität ist bei Überwachungskameras aber nicht alles. Schließlich geht es auch darum, möglichst viel vor die Linse zu bekommen. Entsprechend besitzen alle getesteten Cams einen Weitwinkel. Die Blink XT2 belegt mit 110 Grad den letzten Platz, am meisten bekommt man mit 140 Grad bei der Kami Wire Free Camera vor die Linse. Danach folgen die Eufycams mit 135, die Heimvision und Arlo mit 130 und die Ezviz mit 120 Grad. Wer noch mehr will, sollte sich die aktuelle Arlo Pro 3 ansehen; die schafft 160 Grad im Weitwinkel. Unterm Strich bieten aber alle Kameras ein gutes Blickfeld, selbst die XT2 von Blink.

Alles in der Cloud? Nein, einige Anbieter vermeiden Cloud-Speicherung und bieten eine lokale Datensicherung. Damit sind die Eufycams, die Ezviz C3A, Arlo Pro 2 und die Heimvision HMD2 unsere Favoriten. Allerdings haben diese Modelle mit lokalem Speicher einen Nachteil. Bei den Eufycams ist der Speicher auf 16 GByte beschränkt. Ist der Platz voll, überschreibt die Kamera die jeweils ältesten Aufnahmen. Die Ezviz C3A HMD2 haben einen Micro-SD-Karten-Slot direkt in der Kamera. Somit ist der Speicher erweiterbar und zwar um bis zu 128 GByte (Ratgeber Micro-SD-Karten). Der Nachteil: Klaut ein Dieb die Kamera, sind die Aufnahmen weg – wenig sinnvoll, wenn man einen Diebstahl nachweisen will. Dafür gibt es bei Heimvision optionale Cloud-Abos ab 5 US-Dollar. Nur Arlo erlaubt die Speichererweiterung per Festplatte. In der Basisversion bekommt man zudem 7 Tage Speicher für maximal fünf Geräte kostenfrei. Ein längerer Zeitraum oder mehr Kameras kostet Geld. Selbst für simple Funktionen wie Benachrichtigungen auf den Sperrbildschrim des Smartphones will Arlo rund 3 Euro im Monat.

Monatliche Kosten kommen auch auf den Nutzer bei Kami zu. Die Wire Free Cam beschränkt im Gratis-Modus die Aufnahmen auf sechs Sekunden und eine tägliche Löschung. Natürlich haben Cloud-Abos auch Vorteile, etwa die sorglose Datenarchivierung. Dennoch ist jedes Abo mit Mehrkosten verbunden. Ganz schmerzfrei und sicher geht es nur mit den Modellen von Eufy – wenn denn 16 GByte Speicher ausreichen. Immerhin: Alle Apps erlauben den manuellen Download einzelner Video-Clips auf das Smartphone.

Unseren Vergleichstest gewinnen die Eufycam 2 (Testbericht) und Eufycam 2c (Testbericht). Beide Produkte bieten lange Akkulaufzeiten zwischen einem halben und ganzen Jahr, gute Bildqualität, zuverlässige Personenerkennung und leichte Handhabung der App. Zudem ist die lokale Datensicherung aus unserer Sicht ein Pluspunkt.

Arlo Pro 2 (Testbericht) und Kami Wire Free Camera (Testbericht) kosten zwar monatlich Geld, doch dafür liegen die Videoaufnahmen sicher auf einem Server im Netz. Ob man dem Anbieter mehr vertraut oder darauf, dass die Kamera wie die Ezviz C3A (Testbericht) oder Heimvision HMD2 (Testbericht) nach einem potentiellen Einbruch noch da ist, hängt von den persönlichen Vorlieben ab.

Dennoch, die Heimvision HMD2 (Testbericht) ist mit nur 60 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger. Arlo Pro 2, Kami Wire Free Camera und Blink XT2 (Testbericht) haben aus unserer Sicht jeweils kleinere Nachteile. Unter anderem muss man hier bei der Bildqualität Abstriche machen, monatlich für ein Cloud-Abo bezahlen, um alle Funktionen zu nutzen, oder mit geringerer Akkulaufzeit rechnen.

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