TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Vergleichstest: Neun Fitness-Tracker mit Pulsmessung (2019)

25
von  //   //  Stand: Twitter

Bewegungs-Tracker, Schlafüberwachung, Stressmessung, Smartphone-Steuerung: Fitness-Tracker können mehr als Schritte zählen. Im Update vergleichen wir neun aktuelle Geräte.

Fitness-Tracker sind super, um die allgemeine Fitness zu steigern und einen Überblick über die tägliche Bewegung, den eignen Puls oder das Schlafverhalten zu bekommen. Folgende Produkte haben wir im Rahmen von Einzeltests genauer unter die Lupe genommen. Alle messen den Puls und überwachen den Schlaf, vier Geräte haben zudem ein integriertes GPS:

Neu in diesem Update

Die Frage ist: Welcher Fitness-Tracker eignet sich für wen? Die Geräte ähneln sich, besitzen aber individuelle Stärken und Schwächen. Im Vergleich zeigen wir, worauf ihr beim Kauf achten solltet.

Die gute Nachricht zuerst: Alle Tracker im Test ermitteln die täglichen Schritte sauber und messen zuverlässig den Puls. Die Fitbit-Geräte erinnern den Nutzer auf Wunsch regelmäßig daran, noch ein paar Schritte zu gehen, um das Stundenziel zu schaffen. Die Tracker von Huawei machen etwas Ähnliches: Sie vibrieren, wenn man zu lange sitzt, und erinnern den Nutzer so an etwas Bewegung.

Alle Tracker haben ein tägliches Ziel; eine Mindestmenge an Schritten. Beim Erreichen melden sie sich per Vibrationsalarm. Interessant sind hier vor allem die Garmin-Produkte: Deren App passt die täglichen Ziele auf Wunsch automatisch an. Wer sein Ziel oft erreicht, steigert das Tagesziel; wer es nicht schafft, der muss die nächsten Tage weniger weit gehen.

Die Pulsmessung erfolgt bei allen Geräten über optische Sensoren am Handgelenk. Laut einer Studie von Epson ist das nicht wesentlich ungenauer als mit einem Pulsgurt. In der Studie erreichten Pulsgurte im Vergleich zu einem EKG eine Genauigkeit von 95,3 Prozent. Die optische Messung lag bei 95 Prozent bis 93,3 Prozent. Der Vorteil der optischen Messung ist die dauerhafte Aufnahme der Daten. Solange der Nutzer den Tracker trägt, misst er die Daten. Daraus lassen sich langfristige Trends erstellen. Garmin etwa nutzt die Informationen, um den Stresslevel des Nutzers zu bestimmen.

Im Training gibt es größere Unterschiede. Die Vivosport, Band 2 Pro und Band 3 Pro sowie die Gear Fit 2 Pro messen dank der integrierten GPS-Funktion die zurückgelegte Strecke und zeichnen sie auf einer Google-Maps-Karte ein. Dafür frisst GPS den Akku leer. Das Band 2 Pro leidet hier besonders, eine 30-minütigen Trainingsstrecke kostet im Test fast 50 Prozent der Akkuleistung. Der Nachfolger schlägt sich deutlich besser. Garmins Vivosport hält deutlich länger durch, Dauertrainings mit mehreren Stunden sind kein Problem. Allerdings hat es teilweise lange gedauert, um einen GPS-Fix zu erhalten. Die Gear Fit 2 Pro liegt zwischen den anderen Geräten.

Wasserdicht sind alle Tracker, zumindest für die Nutzung im Schwimmbad oder unter der Dusche. Da die optische Pulsmessung unter Wasser allerdings aussetzt, muss man umdenken, wenn man den Puls aufzeichnen will. Dann braucht man einen Tracker von Garmin, diese können sich per Bluetooth mit einem klassischen Brustgurt verbinden.

Wer Gerätetraining betreibt, sollte sich die beiden Garmin-Produkte ebenfalls genauer ansehen. Sie können die Wiederholungen, etwa beim Hanteltraining, automatisch erkennen und mitzählen. Das funktioniert in der Praxis mit etwas Übung ziemlich gut. Fitbit hat diese Funktionen ebenfalls in den aktuellen Modellen eingeführt, das Trainingsprogramm heißt „Gewichte” und muss über die App manuell hinzugefügt werden.

Die GPS-losen Tracker versuchen entweder die Strecke durch die Schrittlänge zu bestimmen oder, viel besser, sie nutzen das GPS eines verbundenen Smartphones. Das machen etwa Mi Band 3, Inspire HR oder Charge 3 sehr gut. Meist hat man im Training das Smartphone sowieso dabei. Der große Vorteil ist, dass die GPS-Funktion die Akkus der kleinen Tracker nicht oder weniger belastet.

Die meisten Tracker setzen auf einfache Schwarz-Weiß-Displays. Der große Vorteil ist, dass sich die Anzeigen sowohl im normalen Alltag wie auch im Sonnenlicht ordentlich ablesen lassen. Eine Ausnahme ist das günstige Mi Band 3. Dessen Display ist einfach zu Dunkel.

Ein Problem ist die Steuerung im Training: Die meisten Touchscreens sind nicht darauf ausgelegt; mit verschwitzten Fingern ist die Steuerung schwierig. Das zeigt sich leider beim Inspire HR. Huawei macht es beim Band 2 Pro und dem Band 3 Pro deutlich geschickter. Durch Drehen des Handgelenks kann man die Anzeigen durchschalten. Das klappt nicht nur im Alltag gut, sondern gerade auch beim Training.

Wer lieber ein farbiges Display hat, der sollte das Huawei Band 3 Pro oder das Samsung Gear Fit 2 Pro wählen. Beide haben Oled-Displays, die Inhalte mit knackigen Farben darstellen.

Bis auf den Samsung-Tracker setzen alle Geräte zwingend die Installation einer App auf einem Smartphone sowie das Anlegen eines Account voraus. Selbst der Samsung-Tracker braucht spätestens dann eine App samt Account, wenn man neue Funktionen installieren oder die Daten auswerten möchte. Gelinde gesagt: Das nervt, vor allem, weil Samsung oder Huawei gleich mehrere Dienste installiert haben möchten. Garmin und Fitbit haben dagegen einzelne Apps, die alles Notwendige mitbringen. Das Anlegen eines Kontos ist also leider ein notwendiges Übel.

Dafür sind die Apps an sich durch die Bank sehr solide. Alle haben uns gut gefallen, alle sind ein wenig anders aufgebaut. Fitbit etwa legt den Schwerpunkt auf Minimalismus. Die Apps von Xiaomi, Huawei und Samsung ähneln sich. Die Garmin-Apps treiben es noch etwas weiter. Sie wirken auf den ersten Blick einfach, offenbaren aber in den Einstellungen zahlreiche Zusatzfunktionen, etwa die Verwaltung von Ausrüstung oder Live-Tracking.

Noch weiter geht der Samsung-Tracker. Wer einen Account anlegt, kann Apps direkt auf dem Armband installieren, etwa Spotify. Damit lassen sich ganze Playlisten direkt aufs Handgelenk laden. In Kombination mit einem Bluetooth-Headset kann man Trainings durchführe, ohne dass ein Handy notwendig wäre. Leider gestaltet sich die Suche nach Anwendungen katastrophal, der Samsung-Store ist einfach unübersichtlich.

Alle Tracker zeigen auf den Displays Informationen vom Smartphone an. Eingehende Chats, E-Mails, Anrufe, alles landet am Handgelenk, wenn man den Zugriff freigibt.

In der Huawei-App hat uns das Schlaf-Tracking mit am besten gefallen.

Das Schlaf-Tracking hat uns in allen Apps gut gefallen. Huawei und Fitbit stechen dabei besonders durch ihr Design hervor. Alle Geräte haben uns bei der Überwachung des Schlafs überzeugt. Natürlich darf man keine minutengenaue Auflistung der jeweiligen Phase erwarten. Auch mit einem professionellen Schlaflabor kann es ein Armband nicht aufnehmen.

Dennoch liefern sie vor allem über längere Zeit einen sehr guten Einblick und Trend über das eigene Schlafverhalten. Wie oft wacht man auf, welche Schlafphase dauert wie lang und wann geht man ins Bett – das alles kann Hinweise darauf geben, was man ändern sollte, um einen besseren Schlaf zu erzielen. Die Apps bereiten die Informationen gut auf, unserer Meinung nach am besten schaffen das Fitbit und Huawei. Doch auch die anderen zeigen die Qualität des Schlafs gut an.

Huawei Band 2 Pro und Band 3 Pro weckten uns dank des smarten Weckers am bequemsten auf: Der Nutzer definiert einen Zeitraum, und der Fitness-Tracker versucht, in diesem Bereich zu erkennen, wann der Nutzer bereits am Aufwachen ist und vibriert dann. Diese Funktion fehlt leider bei allen anderen Armbändern. Es kann sein, dass es nur Einbildung ist, aber wir fühlten uns beim Wecken durch die Huawei-Tracker deutlich fitter als bei den anderen. Wünschenswert wäre es, wenn Fitbit, Samsung und Garmin das Feature nachrüsten – einen Wecker haben alle Geräte integriert. Beim Mi Band 3 lässt sich die Funktion über eine zusätzliche, aber kostenpflichtige App nachrüsten.

Die Akkulaufzeit teilt sich in zwei Bereiche: Beim passiven Einsatz, also beim einfachen Tragen der Tracker, halten alle Geräte locker eine Woche durch. Die Ausnahme ist das Samsung Gear Fit Pro 2. Gegenüber den anderen Trackern ist die Akkulaufzeit deutlich kürzer, rund zweieinhalb Tage schafft es. Das liegt am deutlich größeren Oled-Bildschirm und integrierten Funktionen wie WLAN. Wer unbedingt Oled möchte, der sollte eher zum Huawei Band 3 Pro greifen. Das hat weniger Funktionen, ist aber genauso schick wie der Samsung-Tracker und hält länger durch. Die Gear Fit 2 Pro sticht aufgrund ihrer breiten App-Unterstützung etwas aus dem Testfeld heraus, sie ist eher ein Hybrid zwischen Fitness-Tracker und Smartwatch.

Der absolute Langläufer ist das Xiaomi Mi Band 3. Einmal geladen, hält es locker zwei Wochen am Stück durch, selbst wenn Laufzeitfresser wie häufige Pulsmessung und erweitertes Schlaf-Tracking aktiv sind.

Das Band 2 Pro von Huawei verliert bei der GPS-Nutzung am meisten Akkuleistung, nach knapp 30 Minuten waren 50 Prozent der Batterie weg. Das Garmin Vivosport brachte nach circa 2 Stunden GPS-Tracking beim Radfahren die Akkulaufzeit um die Hälfte nach unten. Ähnlich gut schlägt sich die Gear Fit 2 Pro. Dabei ist wichtig zu sagen, dass alle drei GPS-Geräte Stromsparfunktionen nutzen, wenn die Akkulaufzeit nach unten geht. Übrigens, das Huawei Band 3 Pro hält deutlich länger durch als sein Vorgänger.

Das Laden der Akkus läuft jeweils über proprietäre Ladekabel. Diese sind für jedes Modell anders, sogar die zwei Garmin-Tracker nutzen unterschiedliche Verbinder. Allen Trackern gemein ist, dass sie zügig laden, von unter einer Stunde bis um die zwei Stunden dauert der Ladevorgang.

Das Problem, warum die Tracker so schwer zu vergleichen sind, sind ihre Besonderheiten. Ähnlich wie bei Smartphones haben alle Stärken und Schwächen. Die Gear Fit 2 Pro etwa setzt auf das Tizen-Betriebssystem von Samsung. Das erlaubt nicht nur die Installation von neuen Designs, sondern auch von zusätzlichen Applikationen. Durch die WLAN-Integration arbeitet es komplett unabhängig vom Smartphone. Das zeigt die Spotify-App ganz gut: Per WLAN lassen sich Playlisten offline speichern. Ein mit dem Tracker gekoppeltes Bluetooth-Headset gibt die Songs anschließend während des Sports wieder – das Smartphone kann beim Joggen daheim bleiben.

Das Fitbit Alta HR dagegen setzt auf Style. Der Tracker bietet mehr Designoptionen als jeder andere, die Armbänder lassen sich ohne Werkzeug und enorm einfach austauschen. Wer keine Lust auf Schwarz hat, kann die Bänder bequem durchmixen. Auch die einfache und übersichtliche App konnte im Test punkten. Die Armbänder lassen sich bei allen Fitbit-Geräten einfach wechseln, doch auch wenn die Charge 3 und die Inspire HR sich so gut anpassen lassen, sie sind etwas weniger stylisch als die Alta HR.

Huawei Band 2 Pro und Band 3 Pro gefallen durch ihre Vielseitigkeit. Sie unterstützen Laufen ebenso wie Radfahren – und schalten beim Schwimmen in einen speziellen Modus, der versehentliche Eingaben verhindert. Für die gelieferten Funktionen sind beide Tracker erfreulich günstig.

Beim Mi Band 3 kommen die besonderen Funktionen nicht vom Anbieter, sondern von Drittentwicklern. Mit den Mi Tools gibt es eine (kostenpflichtige) App, die deutlich mehr aus dem Armband herausholt. Inzwischen gibt es den Tracker übrigens auch mit deutscher Firmware.

Die Garmin-Geräte punkten mit den Funktionen. Die Apps etwa passen die Schrittziele dynamisch an und unterstützen so ziemlich alle Sportarten, inklusive Hanteltraining und Yoga. Zudem arbeiten die Tracker als Pulsmesser, per ANT+ können sie die Daten an andere Geräte übertragen – beispielsweise ein Laufband oder ein Fahrradcomputer.

Garmin vivosport L Aktivitäts-Tracker limelight (010-01789-03)

Garmin Vivosport, L, Limelight

Garmin vivosport L Aktivitäts-Tracker grau (010-01789-02)

Garmin Vivosport, L, grau

Huawei Band 3 Pro Aktivitäts-Tracker obsidian black

Huawei Band 3 Pro, obsidian black

Huawei Band 3 Pro Aktivitäts-Tracker quicksand gold

Huawei Band 3 Pro, quicksand gold

Huawei Band 2 Pro Aktivitäts-Tracker schwarz

Huawei Band 2 Pro, schwarz

Unser Testsieger ist weiter der Garmin Vivosport (Einzeltest). Bei dem Gerät treffen eine sehr gute Akkulaufzeit auf eine umfassende, intelligente App und ein gutes Tragegefühl aufeinander. Vor allem für Sportler eignet sich der Tracker mit GPS sehr gut zum Aufzeichnen des Alltags und von Trainingseinheiten. Der Preis-Leistungs-Sieger ist das Xiaomi Mi Band 3 (Einzeltest). Die Huawei-Tracker Band 2 Pro (Einzeltest) und das Band 3 Pro von Huawei (Einzeltest) folgen. Gerade das Band 2 Pro ist mit Erscheinen des Nachfolgers billiger geworden, aber immer noch ein ordentlicher Tracker. Die App ist sehr gut, besonders gefallen haben uns die Schlafdaten sowie der intelligente Wecker.

Samsung Gear Fit 2 Pro Large R365 schwarz

Samsung Gear Fit 2 Pro, L, Schwarz

Samsung Gear Fit 2 Pro Large R365 schwarz/rot

Samsung Gear Fit 2 Pro, L, Rot-Schwarz

Garmin vivosmart 3 L Aktivitäts-Tracker schwarz (010-01755-03)

Garmin Vivosmart 3, L, Grau

Fitbit Charge 3 Aktivitäts-Tracker schwarz/aluminium/graphitgrau (FB409GMBK)

Fitbit Charge 3, schwarz / graphitgrau

Fitbit Charge 3 Aktivitäts-Tracker blaugrau/aluminium/rosegold (FB409RGGY)

Fitbit Charge 3, schwarz / rosegold

Die Gear Fit 2 Pro (Einzeltest) von Samsung empfehlen wir Schwimmern und allen, denen ein Tracker zu klein, aber eine Smartwatch zu groß ist. Gerade die Spotify-Integration macht sie zu einem Allrounder für Sportler, die noch dazu ein großartiges Display hat.

Fitbit Alta HR Large Aktivitäts-Tracker blaugrau (FB408SGYL)

Fitbit Alta HR, Blaugrau

Fitbit Alta HR Large Aktivitäts-Tracker coral (FB408SCRL)

Fitbit Alta HR, Coral

Xiaomi Mi Band 3 Aktivitäts-Tracker

Xiaomi Mi Band 3

Fitbit Inspire HR Aktivitäts-Tracker schwarz (FB413BKBK)

Fitbit Inspire HR, schwarz

Fitbit Inspire HR Aktivitäts-Tracker lilac (FB413LVLV)

Fitbit Inspire HR, lilac

Der Garmin Vivosmart 3 (Einzeltest) sowie die drei Fitbit-Tracker Alta HR (Einzeltest), Charge 3 (Einzeltest) und Inspire HR (Einzeltest) sind unsere Tipps für alle, die einfach mehr Informationen über ihren normalen Alltag haben wollen. Alle Geräte liefern solide Daten zu Bewegung & Co. und erreichen eine sehr gute Laufzeit. Die wechselbaren Armbänder der Fitbit-Tracker sind ein netter Weg, um im Einheitsbrei optisch etwas hervorzustechen. Der Vorteil von Fitbit Charge 3 und Inspire HR ist, dass Fitbit endlich ein Wechselarmband beilegt, so dass man nicht mehr darauf achten muss, ob man die M- oder S-Version kauft.

Vergleich Fitness-Tracker
Vivosport Huawei Gear Fit 2 Vivosmart Fitbit Mi Band 3 Band 2 Pro Alta HR Fitbit
Hersteller Garmin Band 3 Pro Samsung Garmin Charge 3 Xiaomi Huawei Fitbit Inspire HR
GPS / WLAN ✔ / − ✔ / − ✔ / ✔ − / − − / − - / − ✔ / − - / − − / −
Display Farbe Farbe Farbe S/W S/W S/W S/W S/W S/W
Laufzeit 7 Tage Bis 3 Tage Bis 7 Tage 7 Tage 14 Tage und mehr Bis 14 Tage 7 Tage 7 Tage
Laufzeit GPS Sehr Gut Gut Mittel
Pulsmesser
Schlafüberwachung
Smarter Wecker
Funktionert ohne App Ja
Schrittzähler
Stockwerkzähler
Armband wechselbar
Gesamtwertung 1 2 2 2 2 2 1 2 2

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige