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Vergleichstest: Die besten Smartphones bis 250 Euro

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Wie viel Smartphone bekommt man für bis zu 250 Euro? TechStage hat neun Geräte aus dem Jahr 2018 nach Design, Ausstattung, Akku, Kamera sowie Software getestet. Wir verraten, wo sich der Kauf lohnt.

Der Vergleichstest zieht aktuelle Smartphones der Mittelklasse heran. Geräte mit Charakteristiken eines Einsteiger-Handys wurden außer Acht gelassen – wie mäßige Performance, schwache Kamera oder einfache Verarbeitung aus Kunststoff. Neun Geräte haben wir für diesen Vergleich ausgewählt.

Als günstigstes Telefon der Mittelklasse nennen wir das HTC Desire 12 (Testbericht) zu einem Preis ab 168 Euro. Das ZTE Blade V9 (Testbericht) für 250 Euro führt den Test in diesem großen Vergleich preislich an.

ZTE Blade V9
ZTE Blade V9

Mit dem Huawei Y7 (Testbericht) sowie dem P Smart (Testbericht) ist der chinesische Hersteller Huawei gleich zweimal vertreten. Auch das Honor 9 Lite (Testbericht) der Tochtermarke Honor ist dabei.
Das Desire 12+ (Testbericht) von HTC kommt mit Android 8 Oreo und einem großen 6-Zoll-Display daher. Mit diesen Merkmalen unterscheidet es sich unter anderem von seinem kleinen Bruder, dem Desire 12.

Außerdem dabei: die beiden Preis-Leistungs-Kracher Motorola Moto G6 (Testbericht) von Lenovo sowie das aktuelle Nokia 6 (Testbericht) von HMD Global. Eher unbekannter dagegen ist das Neffos N1 (Testbericht) des Marktneulings und Netzwerk-Spezialisten TP-Link.

Bei den neun getesteten Smartphones kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Trotz dieser Verschiedenartigkeit ist die Verarbeitung bei allen Geräten ausgesprochen gut.

TP-Link Neffos N1
TP-Link Neffos N1

Wer ein Gehäuse aus eloxiertem Aluminium – farblich beschichtet – in der Hand halten möchte, sollte sich das Nokia 6 (2018), das Neffos N1 oder das Huawei P Smart genauer ansehen. Nachteil dieser Alu-Smartphones ist die Empfindlichkeit: Schon ein Schlüssel in der Hosentasche reicht aus, um das Gerät einen unschönen Kratzer zu verpassen.

Das Desire 12 und das Desire 12+ sind aus buntem Acrylglas gefertigt, sie machen einen soliden Eindruck.

Bei den Smartphones Moto G6, ZTE Blade V9, Honor 9 Lite sowie Huawei Y7 greifen die jeweiligen Hersteller zum Glasgehäuse. Bis auf das Motorola-Gerät bestehen sie aus mehrschichtigem Glas. Der Effekt: Die Rückseite mit ihrem Metallic-Look schimmert je nach Lichteinfall in verschiedenen Nuancen – das hat etwas von Premium. Als Nachteil der Glas-Geräte in dunkler Farbe und nicht fettabweisender Schicht zeigen sich Fingerabdrücke besonders deutlich.

Honor 9 Lite von Huawei
Honor 9 Lite von Huawei

Das leichteste Smartphone ist das Desire 12 mit 137 g, das schwerste und dickste ist HMD Globals Nokia 6 mit 172 g und 8,6 mm Tiefe. Eine Dicke von lediglich 7,45 mm weist das Huawei P Smart aus und ist damit das schmalste Gerät in diesem Vergleich.

Was den Haltekomfort betrifft, so stehen drei Smartphones ganz weit vorn: Moto G6, Desire 12 und Desire 12+. Aufgrund stark geschwungene Rückseite liegen die Telefone bequem und fest in der Hand. Am unhandlichsten ist das Nokia 6 (2018) mit seinen hart geschliffenen und scharf umrissenen Metallkanten.

Keines der neun Smartphones ist staub- und wasserdicht gemäß einer IP-Zertifizierung. Das Moto G6 ist das einzige Telefon, das – genau wie seine Vorgänger – auch wasserabweisend ist. Regen und Wasserspritzer machen dem Gerät nichts aus.

Bei der Hardware der neun Smartphones gibt es große Unterschiede: Das Nokia 6 (2018) ist beispielsweise mit einem Snapdragon-630-Prozessor ausgerüstet und damit – zumindest auf dem Papier mit 90.000 Punkten – das leistungsstärkste Gerät im Test. Das Moto G6, Blade V9 und Desire 12+ laufen mit einem ebenfalls aktuellen Snapdragon 450 und erreichen um die 70.000 Punkte. Damit sind sie etwa 23 Prozent leistungsschwächer. Überraschend stark: das Neffos N1 mit einem Punktwert von 78.000 sichert sich den zweiten Platz.

HTC Desire 12+
HTC Desire 12+

Die Huawei- und Honor-Geräte arbeiten etwa 34 bis 30 Prozent langsamer als das Nokia 6. Das leistungsschwächste Smartphone in diesem Vergleichstest ist das HTC Desire 12 mit 43.000 Punkten. Damit bietet es 53 Prozent weniger Leistung als der Spitzenreiter.

Sieben der neun getesteten Smartphones besitzen 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Ausnahme bildet das Neffos N1 mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte für das Speichern von Apps und Dateien. Das Huawei Y7 bringt lediglich 2 GByte an Kurzspeicher und 16 GByte an internem Speicher.

HMD Global Nokia 6 (2018)
HMD Global Nokia 6 (2018)

Bei allen Smartphones lässt sich der Speicher mittels einer MicroSD-Karte erweitern; im Test haben alle eine 400 GByte große MicroSDHC-Karte erkannt. Welche Speicherkarten sich besonders gut für Android-Smartphones eignen, hat TechStage ausführlich getestet in der Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Auch überall vorhanden: Dual-SIM. Die Smartphones Moto G6, Desire 12+, Desire 12 und Huawei Y7 unterstützen Dual-SIM und eine Speicherweiterung zur selben Zeit. Bei den restlichen fünf Handys müssen sich Nutzer entscheiden: Entweder eine zweite Nano-SIM- oder eine Speicherkarte.

Ins Internet gehen alle Smartphones über LTE und WLAN. Bluetooth ist überall vorhanden, beim Huawei Y7, Neffos N1, Desire 12 und Desire 12+ fehlt jedoch der NFC-Chip. Damit ist die bequeme und kontaktlose Interaktion mit Lautsprechern und Co. nicht möglich.

Den Akku mit der größten Nennladung bietet das Neffos N1 mit 3260 mAh, danach folgt das ZTE Blade V9 mit 3200 mAh. Die geringste Kapazität hat der Energiespeicher des Desire 12 mit 2730 mAh.

Beim den Geräten Nokia 6 (2018), Moto G6, Neffos N1 und ZTE Blade V9 liegt ein Schnellladegerät bei. Die Netzteile füllen den Akku in kürzester Zeit auf, sodass eine kurze Ladezeit das Gerät für weitere Stunden wieder einsatzbereit macht.

Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Videostream über WLAN und bei maximaler Display-Helligkeit hat das Motorola Moto G6 mehr als 10,5 Stunden ausgehalten – das ist der beste Werte. Mit sechs Stunden und fünf Minuten schneidet das Desire 12 am schlechtesten ab.

Smartphone Nokia 6 Motorola Moto G6 TP-Link Neffos N1 Huawei P Smart Honor 9 Lite HTC Desire 12+ HTC Desire 12 Huawei Y7 ZTE Blade V9
Betriebszeit in Stunden 12:47 16:37 11:52 15:09 14:54 10:51 12:33 14:34 12:07
Videostream in Stunden 6:21 10:32 7:06 8:11 7:44 7:22 6:05 8:55 7:23
Ladezeit 1:33 1:37 1:35 2:37 2:50 2:35 2:41 2:38 1:45
Huawei Y7
Huawei Y7

Eine Dual-Kamera besitzen sechs Geräte. Die günstigeren Smartphones Desire 12 und Huawei Y7 schießen Bilder mit einer einzigen Kamera. Ein zweites hinteres Auge fehlt auch dem Nokia 6 (2018). Diese Abgrenzung unterscheidet das Nokia 6 vom nächst größeren Modell – dem Nokia 7 Plus (Testbericht). Die Kamera des Nokia 6 macht bei Sonnenlicht ordentlichen Bilder. Bei Dunkelheit versagt sie leider, genau wie alle anderen Artgenossen in diesem Preisbereich. Lediglich das ZTE Blade V9 und Moto G6 sind bei schwachem Licht besser aufgestellt und liefern tatsächlich hellere Bilder.

HTC Desire 12
HTC Desire 12

Was ist der Vorteil einer Dual-Kamera? Mithilfe der zweiten Kamera schießt das System zwei Bilder gleichzeitig und erzeugt damit Schärfentiefe. Beim den Geräten Moto G6, P Smart und Honor 9 Lite ist dieser Effekt qualitativ am besten und vergleichbar mit Bildern aus High-End-Smartphones.

Huawei P Smart
Huawei P Smart

Bis auf Neffos N1 und Desire 12 laufen alle anderen Geräte mit Android 8 Oreo. ZTE und Nokia liefern ihre Telefone sogar mit Version 8.1 Oreo aus. Hinzu kommt, dass das Nokia 6 (2018) mit Android One arbeitet. Damit ist Versorgung mit aktueller Betriebssoftware gesichert: Mit dem Kauf des Nokia 6 (2018) bekommen Nutzer das Versprechen von HMD Global und Google, dass das Gerät ab Vorstellung/Martkeinführung zwei Jahre lang Updates und Upgrades erhält. Dies ist häufig ein unterschätztes Qualitätsmerkmal.

Genau wie beim Nokia 6, ist auf dem Motorola Moto G6 eine saubere und übersichtliche Oberfläche installiert, wie es Google für mehr Benutzerfreundlichkeit empfiehlt. Das Moto G6 kommt ab Werk mit ein wenig Bloatware zu den Kunden: Apps wie Linkedin, Microsoft Outlook und Dolby-Audio-Equalizer vorinstalliert. Das Nokia 6 (2018) ist komplett frei von Werbe-Apps.

Huawei, Honor, HTC, Neffos und ZTE schwören auf ihre eigenen Oberflächen. Besonders nervig sind sie bei den drei Huawei-Geräten Y7, P Smart und Honor 9 Lite: Das System bietet eigene Apps, dessen Funktionen sich mit den ebenfalls vorhandenen Google-Apps decken. Das kostet Speicher und bremst das System.

Nokia 6

Nokia 6

Motorola Moto G6

Motorola Moto G6

TP-Link Neffos N1

TP-Link Neffos N1

Huawei P Smart

Huawei P Smart

Honor 9 Lite

Honor 9 Lite

HTC Desire 12+

HTC Desire 12+

HTC Desire 12

HTC Desire 12

Huawei Y7

Huawei Y7

ZTE Blade V9

ZTE Blade V9

Lenovo Motorola Moto G6
Lenovo Motorola Moto G6

Von den neun getesteten Smartphones bis 250 Euro ist das Motorola Moto G6 das Smartphone mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist 8 Prozent günstiger als das teuerste Gerät im Test, das ZTE Blade V9. Letzteres zeigt im Testbericht jedoch Schwächen beim Fingerabdrucksensor und Fehler bei der Kamera.

Das Nokia 6 (2018) ist eine absolute Kaufempfehlung, vor allem aufgrund seiner sauberen und schlanken Oberfläche. Hier können Huawei und Honor nicht mithalten und liefern schlechteste Übersicht. Die Prozessoren sind leistungsstark und im Vergleich zu den restlichen Merkmalen in Ordnung. Doch beiden fehlt die Dual-Kamera. Außerdem scheint das Display nicht sehr hell. Diese Defizite gleicht das Moto G6 aus.

Das Neffos N1 sowie das Desire 12 schneiden aufgrund der alten Software mit Android 7.1 Nougat bei unserem Test schlecht ab. Die Hersteller TP-Link und HTC planen nicht, ein Upgrade auf Android 8.X Oreo anzubieten. Das Desire 12+ von HTC gefällt optisch und haptisch. Kritikpunkte aus dem Testbericht des Desire 12+: Micro-USB-Anschluss statt USB Type-C und geringe Display-Auflösung.

Wer also ein Budget von 250 Euro hat und für dieses Geld das beste Smartphone möchte, sollte zum Moto G6 mit Glasgehäuse greifen. Wenn Dual-Kamera weniger wichtig ist als eine stets aktuelle Software, der sollte das Nokia 6 (2018) mit Metallrücken kaufen.

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