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Vergleichstest: Die beste Kamera-Drohne von DJI & GoPro

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DJI hat diese Woche eine neue Drohne vorgestellt, die Mavic Air. Sie ist eine Kombination aus der Mavic Pro Platinum und der DJI Spark. Doch ist neu auch immer besser? In dieser Kaufberatung werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Modelle. Welche Drohne die richtige und welches Zubehör wirklich nötig ist, zeigt der Vergleichstest von TechStage.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir diverse Drohnen getestet. Für diesen Vergleich greifen wir auf unsere Erfahrungen zurück, die wir mit den Modellen gemacht haben.

Das günstigste Flug-Paket bietet GoPro mit dem Flight Kit for Karma Grip an. Für 429,99 Euro gibt es jedoch nur den Kopter mit Tasche im Rucksackformat. Eine kompatible GoPro-Kamera – zum Beispiel die Hero5 Black (Testbericht) oder Hero6 Black (Testbericht) – muss separat gekauft werden. Ideal ist das für alle, die bereits eine GoPro besitzen. Selbst eine alte Hero4 Silver funktioniert in der Karma-Drohne. In den anderen Paketen von GoPro liegt noch weiteres Zubehör bei: Ersatzrotoren oder ein Gimbal-Halter für Bodenaufnahmen. Im Vergleich zu den DJI-Drohnen wird die Karma immer mit einer Fernsteuerung mit integriertem Touch-Bildschirm bedient; das eigene Smartphone kann in der Tasche bleiben.

DJI verkauft seine kompakte Spark (Testbericht) schon ab 499 Euro. Auch hier gibt es nur die Drohne – allerdings bereits mit der montierten Kamera. Darüber hinaus sind noch Ersatzrotoren, ein Ladegerät sowie eine einfache Transportbox aus Styropor dabei. Für die Steuerung greift man auf WLAN und das Smartphone beziehungsweise das Tablet zurück. Das schränkt die Reichweite allerdings stark ein. Wer die Bedienung mit Joystick und Knöpfen vorzieht oder weiter fliegen will als 20 Meter, muss noch einmal 100 Euro für das mittelgroße Bundle drauf legen. Aus unserer Sicht am Interessantesten ist das große Paket namens Spark Fly More Combo für insgesamt 699 Euro. Es beinhaltet drei Akkus, eine Ledertasche sowie Schutz für die Rotoren. Mit einer Akkuladung fliegt die Spark rund 15 bis 16 Minuten, danach geht es wieder zum Laden für 50 Minuten. Die weiteren Akkus sind also durchaus sinnvoll, um den Flugspaß nicht zu unterbrechen.

Die teuerste Drohne in unserer Kaufberatung sind die Modelle Mavic Pro für ab 1199 sowie deren Schwestermodell Mavic Pro Platinum für knapp 1300 Euro. Letztere fliegt deutlich leiser und bleibt länger in der Luft. Die gut zwei Jahre alte Mavic Pro erreicht Flugzeiten von 24 bis 25 Minuten, die Platinum kommt auf 28 Minuten. Eine spezielle Antriebstechnik sowie neu gestaltete Rotoren machen sie um bis zu 60 Prozent leiser, sagt der Hersteller. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das 4 Dezibel weniger. Lohnt sich also das bessere Modell? Der Unterschied ist sicht- und hörbar. Im Test hat uns die Mavic Pro Platinum gefallen; der Aufpreis von 100 Euro gegenüber der herkömmlichen Mavic Pro kann für manche Nutzer einen Mehrwert haben.

Unabhängig davon, ob es eine Mavic Pro oder Mavic Pro Platinum sein soll, gibt es auch hier von DJI wieder ein größeres Paket mit viel Zubehör. Die Fly More Combo kostet 300 Euro mehr. Dafür gibt es eine Komplettausstattung mit insgesamt drei Akkus, Ladestation, Powerbank, Ledertasche, Ersatzrotoren sowie Ladegerät für das Auto. Eine Fernsteuerung mit einem kleinen Display ist übrigens in allen Modellen und Ausführungen dabei.

Sowohl bei der GoPro Karma als auch bei der Mavic-Pro-Familie ist die Kamera an einem Gimbal mit drei Achsen befestigt, das Bewegungen, Wind und so weiter reduziert – dadurch sehen die Aufnahmen so sanft und wackelfrei aus. Bei der Spark ist die Kamera lediglich über zwei Achsen stabilisiert. Den Unterschied merkt man, er ist aber kleiner, als wir erwartet haben.

Die Spark nimmt Videos als Einzige in Full-HD auf. Der große Bruder sowie die Karma können da schon mehr: 4K und höhere Bildwiederholfrequenzen mit teilweise bis zu 240 Bildern pro Sekunde in 1080p. Auch die neue Mavic Air zeichnet Videos in hoher Auflösung mit 4K UHD bei 30 fps auf.

Die Fotoauflösung beträgt bei allen Modellen 12 Megapixel auf einem 1/2,3 Zoll großen Bildsensor. Sehr gut gefallen hat uns die Hero6 Black an der Karma-Drohne. Vor allem die exzellente Bild- und Videoqualität sowie die unglaublich starke Videostabilisierung sammeln Punkte. Hier macht sich die jahrelange Erfahrung des Kameraherstellers deutlich bemerkbar. Gerade bei wenig Licht, zum Beispiel bei Dämmerung über einer Wiese, profitiert man von der Restlichtverstärkung der GoPro-Kameras. Auf Platz 2 landet die Mavic Pro mit ebenfalls gutem Bild und vielen Funktionen.

Bei allen drei Drohnen handelt es sich um Quadrocopter; also um Fluggeräte mit vier Motoren. In Sachen Geschwindigkeit hat DJI die Nase vorn. Die Mavic Pro hat ein Abfluggewicht von rund 750 Gramm und steigt mit 18 Metern pro Sekunde. Die GoPro Karma (Testbericht) hingegen kratzt mit Kamera an der 1,9-Kilogramm-Marke und steigt 15 Meter pro Sekunde. Die kleine und handliche Spark wirkt mit ihren 300 Gramm und einer Steig- und Sinkgeschwindigkeit von 3 m/s dagegen wie ein Spielzeug. Das Fliegen macht mit allen Drohnen Spaß, doch die größte Freude bereitet die Mavic Pro Platinum: Ihre Agilität und Geschwindigkeit im Sportmodus sind bemerkenswert. Einzige Voraussetzung: Viel Platz und gute Sicht.

Ein signifikanter Unterschied zwischen den DJI-Drohnen und der GoPro Karma liegt im Bereich der Sensorik. Mavic Pro und Spark verfügen über Ultraschallsensoren an der Front sowie im Bodenbereich. Die GoPro Karma dagegen fliegt nur mit GPS und Kompass. Sie sieht nicht, ob sich ein Hindernis wie eine Person, eine Wand oder ein Baum vor ihr befindet. Die Kopter von DJI dagegen bremsen rechtzeitig und kommen zu einem Stillstand, bevor es kracht – zumindest theoretisch. Wirklich 100 Prozent zuverlässig ist die Hinderniserkennung nicht, weil sie einzelne Zweige nicht immer erkennt. Aber sie hilft ungemein im Alltag und sollte immer aktiv sein, wenn der Pilot nicht genau weiß, was er tut.

GoPro Karma Copter Light Kit

GoPro Karma Copter Light Kit

GoPro Karma Copter Kit

GoPro Karma Copter Kit

DJI Spark (weiß)

DJI Spark (weiß)

DJI Spark Fly More Combo (weiß)

DJI Spark Fly More Combo (weiß)

DJI Mavic Pro

DJI Mavic Pro

DJI Mavic Pro Platinum

DJI Mavic Pro Platinum

DJI Mavic Pro (Fly More Combo)

DJI Mavic Pro (Fly More Combo)

DJI Mavic Pro Platinum (Fly More Combo)

DJI Mavic Pro Platinum (Fly More Combo)

Die GoPro Karma ist mit einer High-End-Kamera ausgestattet, idealerweise ist eine aktuelle Hero5 Black oder Hero6 Black montiert. Der Vorteil gegenüber den Systemen von DJI ist die eigenständige Funktion der Kameras: abmontieren und als Actionkamera nutzen. Ab einer bestimmen Ausstattungsvariante ist sogar noch das Handgimbal für Bodenaufnahmen dabei. Das alles gibt es bei DJI nicht; die Foto- und Videokameras sind fest angebracht.

Genau wie bei der Spark gibt es auch für die Mavic Pro oder die Mavic Pro Platinum (Testbericht) einen optionalen Propellerschutz, der bei einer Kollision verhindert, dass Propeller brechen – und im Idealfall sogar, dass die Drohne vom Himmel fällt.

Eine weitere Stange Geld, nämlich rund 400 Euro, kostet ein passendes VR-Headset. Die DJI Googles ermöglichen First-Person-View direkt aus der Kamera der Mavic Pro oder Spark. Alternativ kann man die Brille dank HDMI-Eingang auch zu Hause für Filme, Serien und Spiele nutzen.

Die Akkus der jeweiligen Drohnen gibt es auch einzeln. Mit rund 50 Euro ist die Flugspaßverlängerung der Spark am günstigsten. Der Akku der Mavic Pro liegt bei ungefähr 80 Euro. Am teuersten ist es bei GoPro: 120 Euro.

– Das fliegende Auge – DJI Goggles: First-Person-View-Brille für Drohnen im Test –

DJI Karma Grip

DJI Karma Grip

GoPro HERO5 Black

GoPro HERO5 Black

GoPro HERO6 Black

GoPro HERO6 Black

DJI Goggles

DJI Goggles

ND Filter für Mavic Pro

ND Filter für Mavic Pro

DJI Propellerschutz für Mavic Pro

DJI Propellerschutz für Mavic Pro

DJI Spark Intelligent Battery

DJI Spark Intelligent Battery

DJI Mavic Pro Intelligent Battery

DJI Mavic Pro Intelligent Battery

DJI Mavic Pro Platinum Intelligent Battery

DJI Mavic Pro Platinum Intelligent Battery

Welche Drohne darf es nun sein? Wer oft unterwegs ist und nicht viel schleppen möchte, sollte grundsätzlich auf Kompaktheit achten. Hier sind die Modelle Mavic Pro, Mavic Pro Platinum oder Spark ideal. Die Spark ist noch deutlich kleiner, allerdings lassen sich die Arme der Mavic Pro zum Transport wegklappen. Dann ist der Copter so klein, dass er in eine etwas größere Jeanstasche passt. Die Karma eignet sich wegen des Gewichtes und der Größe, trotz einklappbarer Arme, nicht zum spontanen und schnellen Transport. Dafür ist sie die perfekte Ergänzung, wenn bereits eine GoPro-Hero-Kamera im Haus ist.

GoPro will sein Drohnengeschäft aufgeben, die Karma mit allen Funktionen und Apps aber weiterhin unterstützen. Ein Preisverfall ist wahrscheinlich, weshalb der Kauf irgendwo doch verlockend sein kann. Dennoch: Im direkten Vergleich zu Mavic Pro und Spark kann die Karma nicht mithalten.

Unsere erste Wahl ist die Mavic Pro. Wenn es finanziell drin ist, würden wir sogar zur Platinum-Ausführung greifen, die länger und leiser fliegt. Noch wichtiger als das Platinum-Upgrade sind aus unserer Sicht die Zubehörpakete mit Akku, Tasche und den anderen Extras zu nehmen.

Und was ist mit der Spark? Am Ende des Tages kann sie mit einer einzigartigen Bedienung überzeugen: Sogar komplett ohne Fernsteuerung lässt sie sich fliegen. Gesten per Hand und Armen steuern Drohne und Kamera, und das klappt in der Praxis erfreulich gut. Wer zur Spark greift, sollte aber unbedingt ein Paket mit Fernsteuerung nehmen. Denn nur per WLAN-Verbindung wird der Ausflug schnell zur Frusterfahrung.

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