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Vergleichstest: 5 WLAN-Repeater von 15 bis 150 Euro

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Bild: Harald Karcher

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Ist das WLAN zu langsam oder die Reichweite zu kurz, dann hilft ein Repeater. Wir haben fünf WLAN Range Extender von 15 Euro bis 150 Euro getestet.

Welches Fahrzeug ist das Beste? Moped? Golf? S-Klasse? Porsche? Reisebus? Klare Antwort: Es kommt darauf an, was Sie damit machen wollen! Alle haben Räder. Alle kommen vorwärts. Alle können mindestens eine Person transportieren. Klar werden die Unterschiede erst bei Geschwindigkeit, Komfort und Kapazität.

Fast genau so unterschiedlich sind die fünf von uns getesteten WLAN-Repeatern. Alle vergrößern das Funk-Netz eines WLAN-Routers und schließen Funklöcher. Aber bei Speed, Reichweite und Komfort gibt es große Unterschiede.

Wir koppeln alle Repeater mit dem WLAN-Router, in unserem Fall einer Fritzbox 7590. Das klappt am einfachsten per WiFi-Protected Setup (WPS). Alle Geräte haben dazu einen Taster am Gehäuse. Den drückt man einige Sekunden, bis die Koppel-LEDs hektisch blinken. Kurz drauf drückt man den WPS-Knopf am Router. Sekunden später ist das jeweilige Duo verbunden. Das hat bei allen Repeatern auf Anhieb geklappt, außer beim Belkin N300 Mini für 15 Euro.

Bild: Harald Karcher Die drei weißen WLAN-Repeater (2x AVM, 1x Devolo) haben ihren WPS-Taster direkt an der Front. Der weiß-graue Belkin N300 hat ihn unten. Der große, schwarze Netgear EX7000 hat den WPS-Knopf an seiner Hinterseite.

Alle fünf Repeater haben einen kleinen Webserver zur Konfiguration. Mit einem Browser kann man via WLAN darauf zugreifen. Alternativ klappt der Zugriff auch über die LAN-Buchse der Repeater. Die Ausnahme ist der AVM 310: Er besitzt keinen LAN-Port.

Über das Web-Interface lassen sich alle Repeater per Mausklick mit dem Router verbinden. Das ist nicht nur gut, wenn die Koppelung per Hardware-Taster mal nicht funktionieren sollte. Außerdem lassen sich alle fünf Repeater per Software viel präziser konfigurieren, als mit dem WPS-Taster, der unter Netzwerk-Experten auch als pauschale Holzhammer-Methode bekannt ist.

Bei der Software gibt es gewaltige Unterschiede: Der Belkin N300 Mini aus dem Jahre 2012 hat immer noch die knochige, sechs Jahre alte Firmware drauf, keine Updates, kein Dienst am Bestandskunden. Das Gegenteil findet man bei AVM: Der 1750E und sein kleiner Bruder AVM 310 bekommen offenbar alle paar Monate ein Update. Auch für Bestandskunden, natürlich kostenlos. Devolo und Netgear liegen irgendwo zwischen diesen zwei Extremen.

Die Gerätetests im Einzelnen:

Bild: Harald Karcher Hier waren gerade alle fünf Repeater gleichzeitig mit dem Funknetz der Fritzbox 7590 verbunden. Drei sogar mit grafischen Symbolen.

Für die folgende Grafik haben wir alle fünf Repeater gleichzeitig mit dem Funknetz der Fritzbox 7590 verbunden, aber nur für diesen einen Screenshot. Ansonsten haben wir jeden Repeater natürlich gesondert und alleine an der 7590 getestet: Die AVM-Repeater 310 und 1750E (Bild-Mitte) haben sich mit vollem Namen sowie schönen Symbolen in die Heimnetzgrafik der Fritzbox 7590 eingefügt. Der Devolo-Repeater (unten mittig) zeigt ebenfalls ein Symbol, aber keinen Namen. Der Netgear (rechts außen) verrät dagegen seinen Namen (EX7000), aber kein Symbol. Der Belkin N300 Mini schließlich zeigt weder Symbol noch Namen, bloß einen schwer identifizierbaren Zeichen-Salat.

Wieviel Repeater-Leistung braucht man denn überhaupt? Das kommt drauf an, wie schnell man in der hintersten Ecke des Heims noch Surfen, Mailen oder Videos gucken will. Netflix gibt Anhaltspunkte, wie viel Download-Kapazität für das Video-Streaming nötig ist:

  • 3 MBit/s: empfohlen für SD-Auflösung
  • 5 MBit/s: empfohlen für HD-Auflösung
  • 25 MBit/s: empfohlen für Ultra-HD-Auflösung

Will Jemand im hintersten Zimmer ein Video in HD gucken, dann muss der Repeater eben mindestens 5 MBit/s in dieses Zimmer schaufeln können. Wollen zwei Leute im hintersten Zimmer zwei verschiedene Netflix-HD-Filme schauen, dann muss der Repeater das Doppelte schaffen.

Soll die volle Leistung eines VDSL-50-Anschlusses bis ins hinterste Zimmer reichen, dann muss der Repeater diese 50 MBit/s über die gewünschte Strecke transportieren, bei DSL 16.000 entsprechend 16 MBit/s und so weiter.

Es gibt Single-, Dual- und Tri-Band-Repeater. Details dazu in unserer Grundlagen-Story: Wie WLAN-Repeater die Reichweite vergrößern. Als kurzer Überblick:

  • Single-Band-Repeater funken nur im 2,4-GHz-Band, wie etwa der AVM 310. Diese Geräteklasse erweitert das Funknetz nur im 2,4 GHz Bereich. In der Praxis reicht das häufig bereits aus. Das 2,4-GHz-Frequenzband kommt gut durch Wände, der passende Repeater kann hier Lücken effektiv schließen.
  • Dual-Band-Repeater unterstützen Funknetze im 2,4- und im 5-GHz-Band. Vier Modelle im Test unterstützen diese Technologie: AVM 1750E, Belkin N300 Mini, Devolo AC, Netgear EX7000.
  • Tri-Band-Repeater sind aktuell noch teuer und stromhungrig. Da die meisten Router derzeit sowieso nur im Dual-Band funken, haben wir sie in dieser Testrunde nicht aufgenommen.

WLAN-Repeating im 2,4 GHz Band ist die Pflicht-Übung: Das beherrschen alle fünf Repeater unserer Test-Reihe, aber mit unterschiedlicher Effizienz.

Auswertung 2,4 GHz-Durchsatz
Produkt 2,4-Max 2,4-OG 2,4-EG 2,4-KG 2,4-SUM
AVM FRITZ!WLAN Repeater 310 450 98,2 91,8 27,4 214,4
AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E 300 94,7 29,4 13,7 137,8
Belkin N300 Mini 150 14,4 15,2 3,1 32,7
Devolo Wifi Repeater AC 300 88,9 44,6 8,1 141,6
Netgear EX7000 600 104 43,8 19,3 167,1

Die erste Spalte, 2,4-Max, zeigt den nominalen Brutto-Speed des jeweiligen Repeaters in Megabit pro Sekunde. Netto bleibt natürlich weniger. Die zweite Spalte, 2,4-OG, zeigt die gemessene Geschwindigkeit im LAN.

Die dritte Spalte zeigt den 2,4-GHz-Speed im EG, die vierte Spalte dann im Keller, und ganz rechts steht die Addition der Messwerte aus den Spalten OG, EG und KG. Diese zeigt unser Praxisergebnis als Gegensatz zur theoretischen Maximalgeschwindigkeit. Für den Vergleich sind die im EG und Keller gemessenen Werte am wichtigsten. Bis dort reicht das WLAN des Routers nicht mehr, entsprechend springen die Repeater hier in die Lücke.

Abgesehen vom schwächelnden Belkin N300 Mini sind die Unterschiede im 2,4-GHz-Band nicht allzu heftig: Der AVM 1750E und der Netgear EX7000 liegen beim Gesamtwert vorne, das Devolo-Gerät in der Mitte. Sieht man genauer hin, dann fällt auf, dass der nicht einmal 30 Euro teure AVM 310 im schwierigen Keller mit 13,7 Mbit/s sowohl den günstigen Repeater von Belkin wie auch das etwa 50 Euro teure Gerät von Devolo schlägt. Das gibt dem kleinsten Repeater, dem AVM 310, eine sehr gute Preis-Leistungs-Position.

Deutlicher sind die Unterschiede in der 5-GHz-Performance: Der Devolo-Repeater funkte damit fast nur dort, wo man ihn sowieso nicht braucht, nämlich im OG. Bis dort reicht auch das WLAN der Fritzbox. Einen Stock tiefer, im EG, hat der Devolo schon sehr geschwächelt und im Keller ging gar nichts mehr. Der 150 Euro teure Netgear EX7000 brachte eine ordentliche Leistung. Bei 2,4 GHz konnte er auch im Keller punkten. Noch etwas besser war der AVM 1750E: Dieser funkte die Daten auch bei 5 GHz noch einen Zacken schneller in den Keller als der Netgear Repeater.Der Dual-Band-Repeater Belkin N300 Mini ist eine Ausnahme: Er ist enorm günstig, ließ sich aber nicht mit der Fritzbox 7590 auf 5 GHz verbinden. Wir empfehlen ihn daher nur für 2,4-GHz-Netzwerke.

Auswertung 5 GHz-Durchsatz
Produkt 5,x-Max 5,x-OG 5,x-EG 5,x-KG 5,x-SUM
AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E 1300 440 89,4 21,7 551,1
AVM FRITZ!WLAN Repeater 310 0 0 0 0 0
Belkin N300 150 0 0 0 0
Devolo Wifi Repeater AC 866 141,12 9 0 150,12
Netgear EX7000 1300 273,75 35,7 1,9 311,35

Um den Messaufwand in einem vernünftigen Rahmen zu halten und den Test dennoch alltagstauglich zu machen, haben wir uns für die Fritzbox 7590 als zentralen Router entschieden. Der Grund dafür: Das Modell ist vom Sommer 2017 und das aktuelle Volumenmodell von AVM. Es wird nicht nur im Einzelhandel, sondern auch über Internetanbieter vertrieben. Entsprechend groß ist die Verbreitung. In Deutschland ist der Marktanteil von AVM erheblich. Im Rest der Welt sind andere WLAN-Marken oft bekannter, etwa Asus, Cisco, D-Link, Linksys, Netgear, TP-Link, Ubiquiti und Zyxel. Da die Repeater aber auf Standards setzen, sollten sie mit den Routern aller Hersteller funktionieren.

Bei LAN-Buchsen, USB-Ports und beim Stromverbrauch zeigen die Repeater große Unterschiede:

Ausstattung
Produkt Preis (ca) LAN (Mbit/s) USB Watt-VDSL
AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E 70 1 × 1.000 0 4,2
AVM FRITZ!WLAN Repeater 310 30 0 0 1,8
Belkin N300 13 1 × 100 0 2,5
Devolo Wifi Repeater AC 50 1 × 1.000 0 3,0
Netgear EX7000 150 5 × 1.000 1 9,9

Der Fritz Repeater 310 hat, will, und braucht weder USB-Port noch LAN-Buchse. Das macht ihn zum Strom-Spar-Sieger: Beim aktiven VDSL-Surfen auf kurze Distanz zog der Kleine nur 1,8 Watt. Das ist nicht nebensächlich, weil so ein Repeater oft 365 Tage im Jahr 24 Stunden an der 230-Volt-Dose hängt. Der Belkin N300 Mini wirkt auf den ersten Blick mit 2,5 Watt ebenfalls sparsam. Im Test mit 2,4 GHz war er aber weniger effizient als der AVM 310 mit seinen 1,8 Watt. Im Nachtest gegen eine alte Fritzbox 7390er dann auch auf 5 GHz gefunkt und sich 0,2 bis 0,3 Watt mehr gegönnt.

Der AVM Repeater 1750E zieht 4,2 Watt beim aktiven Surfen. Dabei ist er auf beiden Funk-Bändern präsent, bei 2,4 und 5 GHz. Außerdem hat der 1750E eine Gigabit-LAN-Buchse. Der Repeater von Devolo bietet einen LAN-Anschluss und benötigt 3 Watt.

Bild: Harald Karcher Der kleinste Repeater im Test, der AVM 310, hat gar keine LAN-Buchse. Der größte, der schwarze Netgear EX7000, hat sogar 5 LAN-Ports. Der Rest hat jeweils einen LAN-Anschluss.

Weit außerhalb dieser Skala liegt der Netgear EX7000: Er verbraucht 9,9 Watt, wenn bloß ein Handy auf kurze Distanz einen Download über den Repeater zieht. Dafür bekommt der User aber neben guten Connections auf 2,4 und 5 GHz einen sehr flotten 1-GHz-Dual-Core-Prozessor, der unter anderem auch die USB-3.0-Schnittstelle plus die fünf Gigabit-LAN-Buchsen des EX7000 mit flottem Daten-Verkehr bedient. Wer so einen Alleskönner benötigt; zum Beispiel auf einem Audio-Video-Fernseh-Sideboard mit mehreren Netzwerk-Geräten ohne WLAN, der findet auf dem Markt nicht viele Alternativen zum EX7000.

AVM FRITZ!WLAN Repeater 310 (20002576)

AVM 310

AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E (20002686)

AVM 1750E

Belkin Wireless Mini Range Extender (F9K1111DE)

Belkin N300 Mini

devolo WiFi Repeater AC (9789)

Devolo WiFi Repeater ac

Netgear EX7000 Nighthawk (EX7000-100PES/EX7000-100UKS)

Netgear EX7000

Zurück zur Eingangsfrage: Was ist besser? Moped? Golf? S-Klasse? Porsche? Reisebus? Klare Antwort: Das kommt darauf an, was Sie damit machen wollen! Und wie viel Geld sie ausgeben wollen. So ähnlich ist es auch bei unseren Repeatern:

Am leichtesten fällt uns ein Urteil noch beim Kleinsten, beim AVM WLAN Repeater 310 (Testbericht). Der kann zwar am wenigsten, aber was er kann, nämlich WLAN auf 2,4 GHz, macht er sehr ordentlich bei wenig Stromverbrauch. In vielen Fällen dürfte dieses Gerät reichen, um ein Zimmer mit passablem Speed zu versorgen. Der AVM 310 ist unser klarer Preis-Leistungs-Sieger bei 2,4-GHz-Netzerken. Er schlägt den Belkin N300 Mini (Testbericht), dieser ist zwar billiger, hat aber Probleme mit modernen Routern.

Bei 2,4 GHz und 5GHz sind die Repeater von Netgear, AVM und Devolo ähnlich gut. Hier kommt es auf die Anforderungen des Nutzers an. Der Netgear EX7000 (Testbericht) hat eine enorm gute Reichweite und bietet eine gute Geschwindigkeit, kostet aber auch am meisten. Der AVM 1750E (Testbericht) bietet ebenfalls eine solide Leistung und integriert sich sehr gut in die Management-Oberfläche der Fritzbox. Der Repeater von Devolo (Testbericht) ist der günstigste in diesem Umfeld, braucht wenig Strom, reicht aber nicht so weit wie die anderen beiden.

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