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Vergleichstest 2020: Die besten smarten Heizkörperthermostate

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Smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur per Heizplan, App und Sprachassistent. Das bringt Komfort und spart im besten Fall Geld. Wir vergleichen die zehn besten Modelle.

In der schönen neuen Smart-Heizwelt programmieren wir nicht einfach nur die Heizzeiten per App. Wir steuern von unterwegs die Temperatur, bekommen bei geöffnetem Fenster oder Schimmelgefahr durch zu hoher Luftfeuchtigkeit Push-Benachrichtigungen aufs Smartphone und sagen Alexa im Wohnzimmer, sie soll die Heizung im Band aufdrehen. Im besten Fall regeln die Thermostate die Heizung autonom anhand unseres Verhaltens und unserer Vorlieben, der Außentemperatur und unserer persönlichen Ortsdaten. Ein paar Systeme aus unserem Testfeld machen das schon ganz gut. Andere weniger. Der Vergleichstest zeigt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Im Rahmen unserer Themenwelt smarte Heizkörperthermostate testen wir folgende Produkte und fassen die Ergebnisse in diesem Vergleichstest zusammen.

Die einzelnen Heizkörperthermostate kommunizieren drahtlos mit einer Bridge, die wiederum per Kabel am Router hängt oder sich über WLAN mit dem Netzwerk verbindet. Nur Eve Thermo, AVM Fritzdect 301 sowie Comet DECT nehmen hier eine Sonderrolle ein. Die Eve-Thermo-Thermostate verbinden sich via Bluetooth direkt mit dem iPhone, iPad oder Macbook, eine Bluetooth-Bridge gibt es seit Ende 2019 optional. AVM Fritzdect 301 und Comet DECT sind zueinander kompatibel. Sie kommunizieren direkt mit einer DECT-fähigen Fritzbox (7490, 7580 und 7590 im Vergleich) über DECT ULE (Ultra Low Energy) und sparen sich so eine Bridge.

Als Funkstandard der Thermostate zur Bridge verwendet Innogy, Tado, Bosch, Netatmo und Homematic IP ein proprietäres Protokoll auf 868 MHz. Devolo setzt auf Z-Wave, Wiser Heat auf Zigbee. Obwohl auch alternative Bridges zum Beispiel von Philips Hue (Testbericht Starter-Kit) den weit verbreiteten Zigbee-Standard in der Theorie verstehen, verlangt Wiser zwingend die eigene Bridge. Wiser versprach Anfang 2019 auf Nachfrage, dies zu ändern. Auch ein Jahr nach der Ankündigung hat sich jedoch nichts getan.

Wiser Heat (6 Bilder)

Die Bridge selbst ist bei Tado angenehm klein, kaum größer als ein Packung Kaugummis. Sie steckt per LAN-Kabel am Router und zieht sich Strom über ein Kabel mit USB-Anschluss. So ist kein gesondertes (ohnehin nicht beiliegendes) Netzteil nötig, wenn der Router – wie beispielsweise viele Fritzboxen – über einen stromführenden USB-Port verfügt. Die Bridge von Innogy ist etwa so groß wie ein Taschenbuch, hängt ebenfalls per Lan-Kabel am Router und benötigt für den Betrieb das beiliegende Netzteil. Die Bosch-Bridge ist groß, schick, kabelgebunden und hell. Dauerhaft leuchten und blinken zwei LEDs.

Die Bridge von Wiser Heat hat die Größe von zwei aufeinander liegenden Ritter-Sport-Tafeln und verbindet sich per WLAN mit dem Router. Dadurch lässt sie sich flexibel aufstellen. Das gleiche gilt für die Bridge von Netatmo. Die beiden sind die einzigen, die keine Kabelverbindung zum Router brauchen, was uns besonders gut gefällt.

Die Homematic-IP-Bridge (Homematic Access Point / HAP) ist vergleichbar groß und kabelgebunden. Alternativ zu ihr können Kunden auch die CCU3 nutzen. Sie gehört zur weit verbreiteten Homematic-Reihe (ohne IP). Ihr Vorteil: Sie speichert die Nutzerdaten lokal.

Um Eve Thermo außerhalb der Bluetooth-Reichweite von überall aus zu regeln, benötigt man entweder eine Steuerzentrale in Form eines Homepods, eines Apple TVs 4K, eines Apple TVs der 4. Generation oder eines iPads. Eine genaue Dokumentation findet sich hier. Alternativ verkauft Eve seit Ende 2019 den Extend. Dieser macht im Grunde das gleiche wie das Apple-Gerät, ist nur deutlich günstiger. Er hängt dauerhaft am Stromnetz, fängt das Bluetooth-Signal der Thermostate ein und gibt es via WLAN an den Router weiter.

AVM Fritzdect 301 (22 Bilder)

Die softwareseitige Installation stellt Smart-Home-erfahrene Nutzer bei keinem System vor größeren Herausforderungen und sollte auch von den meisten Neulingen machbar sein. Die jeweilige App gibt Schritt für Schritt vor. Käufer von Eve Thermo, AVM Fritzdect 301 und Comet DECT sparen sich bei der Installation wegen der fehlenden Bridge ein paar Schritte.

Die Montage der Hardware – also das Anbringen der Thermostate am Heizkörper – ist vergleichsweise simpel. Schraubring des alten Thermostats mit einer Rohrzange lösen, neues Thermostat aufstecken und dessen Schraubring handfest anziehen, fertig. Kompliziert wird es nur, wenn sich der Heizkörper zum Beispiel hinter der Einbauküche versteckt. Dann sind die Thermostate Wiser Heat, Fritzdect 301 und Tado V3+ im Vorteil, da sie kleiner sind als Innogy, Homematic IP, Comet DECT, Bosch und Eve Thermo. Einen Wasserschaden muss man bei keinem der Modelle befürchten. Die Ventile bleiben an den Heizkörpern, so wird der Heizkreislauf geschlossen.

Die Thermostate von Tado bieten einem Bajonett-Verschluss. So gelingt zum einen die Installation an schwer zugänglichen Stellen einfacher. Zum anderen lösen sie sich mit einem Handgriff vom Heizkörper, um zum Beispiel Batterien zu tauschen.

Während der Installation bereiten uns die Heizkörperthermostate von Devolo noch die meisten Probleme. Das liegt zum einen daran, dass die Software zunächst die Verbindung verweigerte. Zum anderen hat der genutzte Verbindungsstandard Z-Wave abgesehen vom bei Eve verwendeten Bluetooth die geringste Reichweite, was in größeren Wohnungen oder in Häusern zu Problemen führen kann.

Innogy Heizungsthermostat (13 Bilder)

Optisch gefallen uns die Thermostate von Tado, Netatmo und Wiser am besten. Sie strahlen ein minimalistisches Understatement aus, das an Apple-Ästhetik erinnert. Und dass sogar mehr als die zwar ebenfalls gefälligen, aber etwas zu groß geratenen Thermostate von Eve, die ausschließlich mit Apple-Produkten zusammenarbeiten. Auch die Bosch-Termostate spielen abgesehen von ihrem grausigen Display in der oberen Design-Liga.

Die Innogy-Thermostate fallen aus dem optischen Rahmen. Sie sind die klobigsten im Bunde und zeigen ein unpassend wirkendes LC-Display, welches eine schwache Beleuchtung hat und aus spitzem Blickwinkel kaum abzulesen ist. Die Comet DECT sind sogar noch schlimmer, ihr Display ist nicht einmal hintergrundbeleuchtet. Etwas besser sind die Homematic-IP-Heizkörperthermostate. Trotzdem sind auch sie zu groß, altmodisch geschwungen und schwer ablesbar.

Die Thermostate von Devolo sind zwar angenehm klein und sehr robust verarbeitet. Auch hier ist das Display jedoch schlecht. Die Knöpfe sind zudem zu klein und bieten einen schwammigen Druckpunkt.

Bosch smartes Heizkörperthermostat (8 Bilder)

Die Fritzdect 301 sind erfreulich kompakt, allerdings längst nicht so gefällig wie Tado und Wiser Heat. Ihr großer Vorteil ist das E-Paper-Display. Es ist zwar nicht beleuchtet, dennoch aus allen Winkeln sehr gut lesbar und es zeigt immer die aktuelle Solltemperatur an.

Nur die Solltemperatur-Anzeigen von Tado und Eve sind noch besser. Sie leuchten sehr gut lesbar durch den Kunststoff und sind im ausgeschalteten Zustand so gut wie unsichtbar. Die Anzeige von Wiser Heat ist dagegen komplett unsichtbar: Es gibt nämlich keine.

Nutzer aller Modelle können die Solltemperatur am Thermostat regeln. Es ist also nicht zwingend eine App nötig, um morgens im Bad die Heizung aufzudrehen. Bei Tado, Netatmo, Homematic IP und Innogy funktioniert das selbsterklärend und zuverlässig über einen Drehring. Eve nutzt dafür Touch-Buttons, die uns schnell nervten. Wir benötigten im Test häufig mehrere Versuche, bevor das Thermostat unsere Eingabe erkannte. Mit nassen Fingern verschlimmerte sich das Problem. Mit der 2019 erschienen 3. Generation ist dieses Problem weniger stark, die Tasten geben nur ein akkustisches Feedback. Nicht schön aber funktionell ist die Steuerung der Fritzdect-301- und der Devolo-Thermostate über ihre mechanischen Tasten.

Tado V3+ Wiser Heat Innogy Eve Thermo Fritzdect 301 Homematic IP Comet DECT Bosch Netatmo Devolo
Note 2 2 4 2 2 3 2 2 2 4
Maße (h x b x t) in mm 49 x 49 x 65 50 x 50 x 75 68 x 68 x 83 68 x 55 x 75 53 x 53 x 72 58 x 71 x 97 65 x 55 x 85 57 x 48 x 103 58 x 58 x 80 49 x 49 x 75
Design ++ + - 0 0 - -- 0 ++ 0
Display
Qualität des Displays ++ - ++ + - -- - + --
beiliegende Adapter
Qualität der App ++ + - + + + + ++ ++ -
Ohne Cloud steuerbar ✔ (mit CCU3)
Alexa / OK Google / Siri ✔/✔/✔ ✔/✔/✖ ✔/✔/✖ ✖/✖/✔ ✔/✔/✔ (über Umwege) ✔/✔/✖ ✔/✔/✔ (über Umwege) ✔/✔/✖ ✔/✔/✔ ✔/✔/✖
Android / iOS ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✖/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔
IFTTT
optionales Abomodell
Verbindungsstandard proprietär auf 868 MHz Zigbee CosIP Bluetooth DECT ULE proprietär auf 868 MHz DECT ULE proprietär auf 868 MHz proprietär auf 868 MHz Z-Wave
Bridge + ++ - + (optional erhältlich) nicht vorhanden 0 nicht vorhanden + ++ 0
Batterien 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA 2 x AA
Angabe Batterielaufzeit in Monaten 6 24 24 12 6 24 6 24 24 k.a.

Zunächst dachten wir, dass die fehlende Gradanzeige bei Wiser Heat ein großer Nachteil sei. Im Alltag vermissten wir sie jedoch nicht. Dreht man seinen Ring kurz in Richtung Minus, senkt sich die aktuelle Solltemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Äquivalent erhöht das kurze Drehen in Richtung Plus die Raumtemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Das erweist sich im Alltag als praktische Lösung.

Wenn der Motor das Heizkörperventil bewegt, ist die Geräuschentwicklung bei allen Modellen moderat. Empfindliche Naturen könnten sich jedoch davon im Schlafzimmer gestört fühlen. Die Thermostate von Homematic IP kennen für den Einsatz in solchen Szenarien seit Februar 2019 einen Leisemodus. Tado dreht am flottesten, Innogy am gemächlichsten. Wirklich schlimm fanden wir es jedoch nicht, dass Innogy sich ein paar Sekunden mehr Zeit lässt.

Devolo Home Control Smart Heizen Paket 2.0 (13 Bilder)

In die Geräte passen jeweils zwei AA-Batterien. Innogy, Homematic IP und Wiser Heat geben bei einer durchschnittlichen Nutzung eine Batterielaufzeit von zwei Jahren an. Wiser Heat hatten wir eine komplette Heizperiode im Einsatz. Das Batteriesymbolbild der App suggeriert, dass die Batterie noch etwa 80 Prozent ihrer Ladung besitzt, entsprechend dürften die Angaben des Herstellers passen.

Die Batterien der Tado-, Comet-DECT- und Fritzdect-301-Thermostate sollen eine Heizperiode durchhalten, die der Eve Thermo ein Jahr. Dabei spielen bei allen Geräten Faktoren wie die Anzahl der Schaltzyklen, die Beweglichkeit des Ventils und die Nutzung manueller Funktionen eine entscheidende Rolle.

Bei Netatmo haben wir Schwierigkeiten beim Öffnen der Batterieabdeckung, da ihr Gewinde leicht nach innen versetzt und kaum greifbar ist.

Tado Thermostat V3+ (11 Bilder)

Die App ist das Herzstück der Systeme, schließlich steuert sie neben der Solltemperatur alle weiteren Funktionen. Deswegen sind hier eine logische und möglichst selbsterklärende Struktur und eine hohe Übersichtlichkeit wichtig. Uns gefällt die App von Tado ganz besonders gut, sie wirkt mit ihren Kacheln aufgeräumt und übersichtlich. Trotzdem bietet sie sehr viele Funktionen. Die Bosch-App gehört zu den funktionellsten. Gerade die Programmierung der Heizzeiten wurde geradezu genial gelöst. Die Netamo-App ist von ähnlich liebevoll durchdesignt wie ihre Hardware. Ihre Besonderheit: Sie fragt zu Beginn das Verhalten der Nutzer ab und erstellt darauf basierend einen anpassbaren Zeitplan.

Die Apps von Wiser Heat und Eve Thermo sind gut. Allerdings sind sie teilweise nicht ganz so durchdacht, beziehungsweise bieten keine vergleichbare Funktionstiefe wie Tado. Die Apps von Innogy (Testbericht) und Devolo Home Control Smart Heizen 2.0 (Testbericht) fallen hier klar ab. Sie wirken überfrachtet und uneinheitlich, fast so, als hätten über Jahre verschiedene Programmierer mal hier, mal dort Funktionen hinzugefügt und wieder in Teilen gestrichen.

Netatmo smartes Heizkörperthermostat (18 Bilder)

Das hat EQ-3 bei Homematic IP besser gemacht. Dessen App ist zwar nicht besonders schön, allerdings funktionell und klar strukturiert. Auf die Spitze treibt dies AVM Fritzdect 301 (Testbericht) mit ihrer App, die auch für Comet DECT (Testbericht) genutzt wird. Die App aus dem Store kann kaum mehr als die Solltemperatur anzupassen. Alle anderen Optionen finden sich im Web-Interface des Routers, welches AVM-typisch nicht schön, aber hochfunktionell ist. Wer darauf von außerhalb seines heimischen WLAN zugreifen will, muss dafür ein VPN aufbauen oder die https-Fernsteuerung seiner Fritzbox aktivieren. Das ist umständlich, aber datensicher.

Die Systeme sind genauso umfangreich wie unterschiedlich. So bieten sie teilweise Timer-Funktionen, Komfort-Modi, Offset-Einstellungen, Statistiken oder beziehen aktuelle Wetterinformationen und die Standorte der Bewohner in den Heizplan mit ein. Sie erkennen (meist wenig zuverlässig) durch plötzlichen Temperaturabfall offene Fenster oder nutzen dafür (zuverlässig) externe Sensoren. Einige verstehen komplexe Wenn-Dann-Programmierungen und alle außer Eve Thermo, Homematic IP und dem Fritzdect-301-Comet-DECT-Gespann unterstützen den Dienst IFTTT, was den Funktionsumfang für automatische Programme massiv erhöht.

Innogy und Tado verlangen für ihren vollen Funktionsumfang eine regelmäßige Gebühr. Gerade bei Bestandskunden von Tado stieß diese Entscheidung auf Kritik. Das Unternehmen ruderte deswegen teilweise zurück.

Eve Thermo (12 Bilder)

In Sachen Datenschutz gehen Eve und AVM/Comet mit ihren Thermostaten einen eigenen Weg. Denn sie benötigen nicht zwingend eine Registrierung und funktionieren auch ohne Internetzugang. Eve verspricht außerdem genauso wie AVM, die Daten lediglich auf dem Gerät zu sammeln und sie weder auszuwerten noch zu verkaufen. Auch die Thermostate von Homematic IP können ohne Cloud verwendet werden. Dafür dürfen Kunden dann allerdings nicht den in Startersets enthaltenen Homematic Access Point verwenden, sie brauchen die Homematic-Komponente CCU3, welche die Daten lokal speichert.

Alle Systeme reagieren auf Zuruf, aber nur Tado V3+ (Testbericht) und Netamo (Testbericht) hört auf Alexa, Okay Google und Hey Siri gleichermaßen. Eve Thermo (Testbericht) ist im Apple-Kosmos gefangen und unterstützt nur Apple Homekit. Wiser Heat (Testbericht), Homematic IP (Testbericht) und Bosch (Testbericht) kennen Siri nicht, dafür aber Amazon Echo und Google Home. Fritzdect 301 und Comet DECT hören über ein paar Umwege dank offener APIs auf Okay Google, Alexa und Hey Siri reagieren. Einmal initiiert verraten die jeweiligen Sprachassistenten verbal die aktuelle Isttemperatur und passen die Solltemperatur an. Die Steuerung der Heizung über diese Assistenten ist sowohl funktionell als auch praktisch. Heizpläne können so jedoch nicht programmiert werden.

Homematic IP Thermostat (17 Bilder)

Die Preise der Einzelthermostate variieren von etwa 25 bis 70 Euro. Da ein Thermostat jedoch selten allein kommt, können sich vor allem in größeren Haushalten mit vielen Heizkörpern die Preisunterschiede zu beachtlichen Summen aufaddieren. Das günstigste Thermostat kommt von Comet, gefolgt von Innogy. Etwas mehr müssen Käufer für die Temperaturregler Homematic IP, Bosch, Fritzdect 301 und Wiser auf den Tisch legen. Das mit Abstand teuerste System kommt von Tado. Hier ist zu beachten, dass bei Innogy nach zwölf Monaten und bei Tado V3+ von Anfang an für wichtige Funktionen Folgekosten in Form eines Abo-Modells anfallen.

Das Tado-Starterset V3+ kostet mit einem Thermostat und Bridge etwa 120 Euro. Wer seine Hände noch an ein V3-Modell (ohne Plus) bekommt, sollte zugreifen. Denn bei der Vorgängerversion kann man das Abomodell noch umgehen. Bei Eberle Wiser Heat ist der Einstieg recht teuer. So kostet das Starter-Set mit zwei Thermostaten und der Bridge stolze 225 Euro. Jedes weitere Thermostat kostet 50 Euro.

Die Eve Thermo kosten jeweils etwa 55 Euro. Für Einrichtung und Betrieb ist jedoch zwingend ein iPhone, iPad oder Macbook nötig. Das Innogy Starterset ist mit 135 Euro für drei Thermostate und die Bridge im Vergleich zu den anderen fast schon ein Schnäppchen. Jedes weitere Thermostat kostet etwa 45 Euro. Innogy verkauft noch viele weitere kompatible Smart-Home-Komponenten.

Ein AVM Fritzdect 301 kostet etwa 45 Euro, das dazu kompatible Comet DECT aktuell nur 25 Euro, sonst auch mal 30 Euro. Sie verbinden sich direkt mit einer Fritzbox, eine zusätzliche Bridge gibt es nicht. Damit ist der Einstieg in die Smart-Heiz-Welt mit der AVM/Comet-Lösung verhältnismäßig günstig. Im Starterset von Homematic IP finden Käufer neben einem Thermostat und dem Access Point außerdem einen optischen Fensterkontakt. Wer die Homematic-IP-Thermostate in sein bestehendes Homematic-System integrieren möchte, kann auf den Access Point verzichten und greift lieber gleich zu den Einzelthermostaten, die ab etwa 47 Euro kosten. Bosch will für sein Starter-Set bestehend aus zwei Thermostaten, einem Fensterkontakt und der Bridge 200 Euro.

Der Preis des Netatmo-Startersets mit zwei Heizkörperthermostaten und der Bridge schwankt zwischen 120 und 170 Euro. Ein einzelnes Thermostat kostet zwischen 60 und 75 Euro. Damit sind sie zwar vergleichsweise teuer. Allerdings gehören sie bezüglich der Hard- und Software zu den besten am Markt.

Das Devolo Home Control Smart Heizen Paket mit zwei Heizkörperthermostaten, der Bridge und einem Raumthermostat kostet ab 140 Euro, jedes weitere Heizkörperthermostat ab 55 Euro. Der Preis kann je nach Händler aber auch deutlich darüber liegen. Mahr sollte man jedoch nicht zahlen, da eines der größten Kaufargumente für dieses System sein günstiger Preis ist.

Smarte Heizkörperthermostate sind vor allem für all jene praktisch, die genervt sind vom Hoch- und Runterdrehen der manuellen Thermostate oder genau das gerne mal vergessen und ihre Räume heizen, wenn dies gar nicht nötig ist. Genau für diese Zielgruppe sind sie ein Komfortgewinn, sparen Geld in Form von Heizkosten und schonen damit gleichzeitig die Umwelt.

In unserem Testfeld gefallen uns die Lösungen von Tado V3+ (Testbericht), Bosch (Testbericht), Netamo (Testbericht) und Wiser Heat (Testbericht) am besten, auch wenn keine von ihnen perfekt ist. AVM Friztdect 301 (Testbericht) und Comet DECT (Testbericht) arbeiten zuverlässig miteinander und mit den meisten Fritzboxen zusammen. Sie benötigen weder Bridge noch Internetzugang. Sie sind in Kombination ein guter und vergleichsweise günstiger Weg, seine Heizkörper smart zu machen. Auch Eve Thermo (Testbericht) verzichtet im ersten Schritt auf Bridge und Internetzugang. Es funktioniert jedoch nur mit Apple-Hardware und wegen dem Verbindungsstandard Bluetooth nur in kleinen Wohnungen. Immerhin mildert Eve die Bluetooth-Problematik dank des 2019 veröffentlichten Eve Extend etwas ab.

Das Homematic IP Thermostat (Testbericht) hat den Vorteil, sich auf Wunsch in das große Homematic-Universum zu integrieren. Auch sind sie vergleichsweise günstig und bieten eine gute App. Allerdings wirken sie optisch altbacken und werden in dem Punkt nur von den Innogy-Thermostaten (Testbericht) unterboten, von denen wir aus mehreren Gründen abraten: Hier muss der Nutzer an zu vielen Stellen Abstriche machen und nach zwölf Monaten regelmäßig Gebühren abtreten, will er weiterhin alle Funktionen nutzen.

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