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Teuer gegen Billig: Drei Akku-Staubsauger ab 75 Euro

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Ist ein billiger Akkustaubsauger wirklich so viel schlechter als ein Mittelklassemodell oder gar ein Teures? Wir haben drei Modelle von Deerma, Jimmy und Roborock von 75 bis 330 Euro miteinander verglichen.

Dyson ist für vermutlich fast jeden der Inbegriff für akkubetriebene Staubsauger. Dass die Modelle tatsächlich gut sind, hat etwa unser Test des Dysson V10 (Testbericht) gezeigt. Allerdings gibt es viel mehr Hersteller solcher Modelle – und die sind fast alle günstiger. Nachdem unser Vergleich des etwas günstigeren Jimmy JV85 Pro mit dem teuren Dysson V10 (Vergleich) zwar Vorteile für den teureren Marktführer ausmachte, allerdings auch klar zeigte, dass der Leistungsvorsprung in keinem Verhältnis zum Mehrpreis steht, wollten wir wissen, wie sich andere günstige Modelle im Vergleich schlagen.

Wir haben daher das Modell Deerma VC25 bestellt, das es bei Banggood aus dem tschechischen Lager für 72,23 Euro gibt (mit Code BGCZGERVC25), außerdem den Jimmy JV83, ebenfalls von Banggood aus dem tschechischen Lager für 158,06 Euro (mit Code BGCZGERV83 oder von deutschen Händlern ab 249 Euro). Als teures Modell ziehen wir Roborock H6 heran, auch wenn er immer noch deutlich günstiger als ein aktueller Dyson ist. Mit aktuell rund 328 Euro von deutschen Händlern ist er in diesem Vergleich das Premiummodell. Kann ein Sauger für nicht einmal 75 Euro da mithalten?

Beim Design oder zumindest bei der Qualitätsanmutung hat der günstige Deerma VC25 das Nachsehen. Beim Design lässt sich darüber allerdings streiten, denn das hat seinen ganz eigenen Charme. Der Staubsauger erinnert von den drei Modellen im Vergleich am ehesten an eine Laser-Waffe eines Science-Fiction-Films der 50er Jahre. Grund ist die runde Pistolenform mit etwas klobig unter dem Griff angebrachtem Akku, zudem sitzt der abnehmbare Schmutzbehälter liegend oben auf dem Gerät und erinnert entfernt an ein Trommelmagazin – oder eben die Energiezelle eines Lasers. Der mattweiße Kunststoff wirkt in Kombination mit einigen roten Druckknöpfen im Vergleich etwas billig, das silberfarbene Saugrohr aus Aluminium muss sich hingegen nicht vor der Konkurrenz verstecken. Etwas kurios ist der „Powerschalter“. Er erinnert entfernt an einen zu dick geratenen Abzug einer Pistole aus dem 3D-Drucker, verfügt allerdings nicht über einen Fingerschutz.

Der Jimmy JV83 nähert sich optisch trotz blauer statt roter Farbgebung weitaus mehr dem Roborock-Modell an, ist dabei aber insgesamt etwas fülliger. Bei beiden Modellen hängt der transparente Schmutzbehälter aufrecht unter dem Sauger, der Jimmy ist aber gerade im oberen Bereich in der Nähe der Hand wesentlich pummeliger und wirkt mit seinen Lüftungsschlitzen und der silber-blauen Zweiton-Farbgebung wie ein US-Haushaltsgerät aus den 60ern. Das ist allerdings nicht negativ gemeint – retro statt altbacken ist hier die Devise. Vorteil: Der flache Akku, der vor dem Handgriff angebracht ist, lässt sich problemlos wechseln. Das ist auf lange Sicht gut und erlaubt kurzfristig eine Verdoppelung der Saugzeit, sofern ein Zweitakku dazugekauft wird. Beim filigraner und moderner wirkenden Roborock-Modell haben wir dazu keine Möglichkeit gefunden, auch wenn der unter dem Handgriff montierte Akku bei genauerem Hinsehen entsprechende Fugen zeigt, die eine Austauschbarkeit nahelegen.

Wie schon das günstigste Modell verfügen auch die beiden teureren Akkusauger über Saugrohre aus Alu, der Rest ist Kunststoff. Auffällig: Beim H6 als teuerstem Modell in diesem Vergleich wackelt das Saugrohr leicht in seiner Befestigung, das wirkt nicht sehr hochwertig. Bei allen drei Saugern lässt sich das Saugrohr entnehmen, um Bürste oder andere Aufsätze direkt am Sauger zu befestigen und das Gerät damit kürzer und handlicher zu machen. Das ist bei Reinigung in Auto oder Treppenhaus praktisch. Insgesamt macht der Roborock den hochwertigsten Eindruck, der Deerna wirkt aber trotz des sehr niedrigen Preises nicht unbedingt billig.

Alle Bilder zum Deerma VC25 im Test (17 Bilder)

Richtig leicht geht das beim günstigsten Modell. Denn wie bereits angedeutet befindet sich der Schmutzfangbehälter oben auf dem Sauger und er lässt sich mit nur einem Klick auf eine Entriegelungstaste komplett abnehmen. Ein Vorteil ist dabei die geringste Größe des Behälters der Modelle im Test. Der Hersteller gibt ihn mit 700 Milliliter an, bei den anderen Saugern dürfte das in Richtung 900 oder 1000 Milliliter gehen. Im Alltag ist der beim VC25 aber natürlich auch deutlich schneller voll als bei der Konkurrenz. Sehen kann man den Füllstand leider schlecht, denn zwar ist der seitliche Deckel durchsichtig, das Gehäuse des Behälters ansonsten aber nicht. Im Normalfall wird der Schmutz durch den bereits erwähnten per Federkraft aufschwingenden Deckel entleert, wie bei allen Modellen fallen Wollmäuse und Tierhaare aber nicht so einfach heraus. Hier muss der Nutzer mit den Fingern nachhelfen oder den Behälter ganz zerlegen. Dyson punktet bei seinen Modellen mit einer cleveren Schubvorrichtung, durch die die Finger sauber bleiben.

Nicht so gut gefallen hat uns der hohe Kraftaufwand, der zum Zerlegen nötig ist. Dann lässt sich der überraschend einfach aufgebaute HEPA-Staubfilter aus Papier und der mechanische Schmutzfilter aus Kunststoff herausnehmen. Außerdem wirkt der Befestigungsmechanismus des günstigen Deerna VC25 mit seiner Kunststoffnase und dem recht starken Druck, bis er mit lautem Klick wieder einrastet, nicht so, als ob er lange halten würde – das ist aber nur ein subjektiver Eindruck, der sich während des Tests nicht bestätigte. Filter und Schmutzbehälter dürfen laut der bebilderten Anleitung ausgewaschen werden, die Erklärungen dazu konnten wir leider nicht lesen.

Beim günstigsten Modell ist die Staubentleerung am einfachsten, weil der Behälter ganz abgenommen werden kann. Aber ob das lange hält?

Beim Jimmy JC83 geht das alles mit deutlich weniger Kraftaufwand vonstatten, allerdings sind Schmutzbehälter, Akku (sofern er nicht extra abgenommen wird) und Motor eine Einheit. Mit einem leichten Zug lässt sich der Staubfilter nach oben entnehmen, ein Druck auf den Entriegelungsknopf und eine leichte Teildrehung nach rechts trennt den durchsichtigen Schmutzbehälter vom restlichen Korpus. Anschließend entfernt eine erneute leichte Drehung den Grobfilter mit Metallsieb, dessen Innenleben nur gesteckt ist. Die eigentliche Entleerung des Schmutzbehälters erfolgt unter Zuhilfenahme der Schwerkraft durch einfache Öffnung des Behälters nach unten.

Beim Roborock H6 funktioniert das ganz ähnlich. Der HEPA-Filter wird hier ebenfalls nach oben abgenommen, allerdings wird er hier mittels einer leichten Schraubdrehung gehalten. Ein Entriegelungsmechanismus unter dem Akku ermöglicht die Entnahme des ganzen Staubbehälters, der Filter für groben Schmutz aus Kunststoff und Metallsieb wird ebenfalls mit einer Teildrehung entsichert. Wie bei den anderen Saugern ist auch beim Roborock-Modell das Auswaschen der Festfilter erlaubt. Wichtig ist wie immer eine vollständige Trocknung aller Komponenten vor erneuter Inbetriebnahme. Der Schmutz fällt ähnlich dem Jimmy-Sauger bei Entriegelung nach unten aus dem Behälter. Bei der Handhabung des Staubes tun sich Jimmy und Roborock nicht viel, das Innenleben wirkt allerdings beim H6 etwas hochwertiger.

Alle Bilder vom Jimmy JV83 im Test (15 Bilder)

Bei der Handhabung tut sich erstaunlich wenig zwischen den drei Akkusaugern. Alle Testgeräte wiegen rund 2,4 Kilo mit der größeren Hauptbürste und sind daher leicht zu führen. Beim günstigen Deerma VC25 fällt wieder der etwas sehr einfache Pistolenabzug als Startknopf auf, der für Personen mit kleineren Händen etwas zu weit vom Griff entfernt ist. Einmal betätigt bleibt er in der jeweiligen Position, der Nutzer muss ihn also nicht ständig zurückziehen, um zu saugen. Das günstige Modell verfügt nur über zwei Saugstufen, zum Umschalten benötigen Nutzer des VC25 zwingend eine zweite Hand. Bei Jimmy JC83 und Roborock H6 kommen Nutzer problemlos an den Umschalter der hier jeweils drei Saugstufen. Der Roborock-Sauger erhöht zudem auf Teppich selbständig die Saugleistung auf einen Zwischenschritt zwischen Saugstufe zwei und drei. Der Jimmy wirkt wegen des vergleichsweise dicken Handgriffs nicht nur äußerlich etwas pummelig, liegt aber dennoch gut in der Hand. Alle drei Modelle haben ein flexibles Gelenk am Motorbürstenkopf, dass sie beim Saugen geradezu leichtfüßig ums Eck führen lässt.

Der Handgriff des Deerna-Saugers wirkt optisch etwas unergonomisch und ist es wegen der bereits beschriebenen Einschränkungen zum Teil auch. Insgesamt liegt der Sauger aber weit besser in der Hand, als sein Äußeres vermuten lässt. Der filigrane Handgriff beim Roborock H6 ist etwas zu dünn geraten, außerdem fällt er für große Hände etwas klein aus. Mit normalgroßen Händen liegt er hingegen am besten in der Hand. Während der Jimmy JC83 einen Power-Knopf hat, der ähnlich wie beim Modell von Deerna immer in der jeweiligen Stellung verbleibt und so kontinuierliches Gedrückthalten überflüssig macht, bietet Roborock seinen Nutzern die Wahl: Entweder halten sie zum Saugen gedrückt oder sie betätigen einen separaten Druckknopf, damit der Sauger automatisch an bleibt. Wie die Wahl der Saugstufen klappt das bequem mit dem Daumen der führenden rechten Hand.

Auch bei der Darstellung der verschiedenen Saugzustände wählt Roborock einen anderen Weg als der Rest. Beim günstigen Deerma-Sauger erkennt der Nutzer die anhand der Stellung eines einfachen Schiebeschalters, beim Jimmy JC83 erkennt er sie nur am Motorgeräusch. Roborock baut hingegen in den H6 ein kleines OLED-Display ein. Darauf stellt der Hersteller gut sichtbar die eingestellte Saugstufe, den Ladezustand des Akkus in Prozent und den Zustand der Daueraktivierungstaste an. Auch Wartungshinweise tauchen hier auf. Die Prozentanzeige wechselt nach kurzer Zeit um und zeigt dann die verbleibenden Minuten Restlaufzeit im jeweiligen Saugmodus. Im Test zeigte sich diese Anzeige als ziemlich verlässlich.

Auffällig ist die Reaktionszeit, mit der die drei Geräte Motor und Motorbürste anwerfen. Der günstige Deerma-Sauger braucht am längsten, bis die geforderte Motordrehzahl erreicht und wieder auf Null zurückgefahren ist. Die Motorbürste springt zwar etwas zeitversetzt an, ist aber betriebsbereit, wenn der Motor seine Arbeitsdrehzahl erreicht hat. Der Jimmy JC83 wirft zuerst die Bürste an, erst eine halbe Sekunde später folgt der Motor, der sehr schnell hochfährt. Der H6 macht es genau anders herum. Die Reihenfolge des Jimmy finden wir besser, letztendlich handelt es sich hier aber um wenige Millisekunden Zeitversatz, sodass das kein echtes Problem darstellt.

Alle Bilder vom Roborock H6 im Test (16 Bilder)

Deerma, Jimmy und Roborock geben die Saugleistung der Vergleichsmodelle mit 10, 20 und 25 kPa an – das passt in etwa zu unserer Praxiserfahrung. Der Jimmy bläst die eingesaugte Luft gefiltert direkt auf den Nutzer. Der günstige VC25 pustet sie ebenfalls nach hinten, allerdings wird der Luftstrom hier in alle Richtungen abgelenkt. Der H6 geht er nach oben hinaus. Der Unterschied von Stufe 1 und Stufe 2 beim günstigen VC25 ist recht groß, gefühlt liegt er in seiner höchsten Stufe aber immer noch knapp unter der zweiten Stufe von JV83 und H6. In der zweiten Stufe sind Jimmy und Roborock mehr oder weniger gleichauf. Der H6 saugt in Stufe 1 und 2 ähnlich stark wie der Jimmy, in Stufe 3 ist er mit bloßer Hand probiert etwas stärker. Der günstige Deerma ist klar schwächer als Stufe 3 der beiden Kontrahenten. Das passt zu den Herstellerangaben. Während Deerma VC25 und Roborock H6 in der zuletzt eingestellten Saugstufe bleiben, startet der Jimmy immer wieder in der untersten Stufe.

Die reine Saugleistung von Akkusaugern ist nach wie vor deutlich niedriger als bei kabelgebundenen Modellen, daher ist hier der Aufbau der Bürste besonders entscheidend. Deerma und Roborock setzen bei ihrer Hauptbürste auf eine Kunststoffrolle mit Borstenreihen. Beim günstigen VC25 sind die Borstenreihen geradlinig angeordnet und wechseln sich mit Gummilamellen ab. Beim H6 wechseln sich spiralförmig angebrachte weiche und harte Borstenreihen ab. Der Jimmy VC83 kommt hingegen mit einer reinen Filzrolle ohne Borsten zum Kunden. Letztere finden sich in schwach ausgeprägter Form am deutlich kleineren zweiten Motorbürstenkopf.

Der Jimmy kommt mit einer normalgroßen Filzbürste, die gegen Tierhaare und auf Teppich wenig Efekt hat. Die dafür deutlich bessere zweite Motorbürste ist leider zu klein.

Auf Hartboden saugen alle drei Modelle gut. Kleine Krümmel, Katzenstreukörnchen oder Wollmäuse verschwinden schon auf der untersten Stufe direkt im Staubfangbehälter. Beim Jimmy vergisst man schnell, in den zweiten der drei Betriebsmodi zu schalten. Etwas schwerere Schmutzpartikel wie kleine Steinchen werden dann nicht in den Staubbehälter gezogen, sondern verbleiben in der Bürste und fallen bisweilen beim Abschalten wieder heraus. In der zweiten Stufe ist uns das nicht mehr passiert.

Starke Unterschiede gibt es bei Teppich und der Königsdisziplin: Tierhaare auf Teppich. Bauart-bedingt schafft es der Jimmy JV83 nur, oberflächlichen Schmutz wie Flusen vom Teppich zu entfernen. Leichter, feiner Sand dürfte zum Teil zumindest in der höchsten Saugstufe auch aus dem Inneren kurzflooriger Auslegeware entfernt werden, zu viele Hoffnungen sollte man sich dahingehend aber generell bei Akkusaugern nicht machen. Deerma VC25 und Roborock H6 schaffen durch ihre Bürstenform zumindest theoretisch eine deutlich bessere Tiefenreinigung. Bei Tierhaaren, die auf kurzfloorigem Teppich gern anhaften und daher von der Filzbürste des Jimmy JV83 kaum aufgenommen werden können, leistet der H6 mit Abstand die beste Arbeit. Er entfernt sie mit den unterschiedlich harten Borsten meist schon beim ersten Saugdurchgang und zieht sie dank der sehr zuverlässig agierenden automatischen Saugkrafterhöhung auf Teppich in den Schmutzbehälter. Der Deerma VC25 bietet deutlich weichere Borsten und zudem Gummilamellen – damit bekommt er längere Tierhaare nicht so gut zu fassen. Mit einer schmalen Lippe aus Stoff wie bei manchen Fusselbürsten, die sich unten auf dem Bürstengehäuseboden befindet, werden die Tierhaare dann zwar teilweise auch von der Teppichoberfläche gelöst, beim Zurückziehen und dem folgenden erneuten Richtungswechsel aber in Form kleiner Fellwülste auf dem Teppich liegengelassen. Der Nutzer muss dann den Sauger so anheben und positionieren, dass die Bürste diese Wülste direkt aufnehmen kann – umständlich und zeitraubend. Die zweite Motorbürste des Jimmy mit Borsten lieferte in diesem Vergleich bei Tierhaaren auf Polster oder Teppich das zweitbeste Ergebnis – schade, dass sie deutlich schmaler als die Hauptbürste des JV83 ist.

Der Roborock leistet hier mit Abstand die beste Arbeit. Er bietet sowohl die Saugleistung, als auch die passende Bürstenform, um Tierhaare mit einer oder spätestens zwei Saugbewegungen direkt aufzunehmen. Daher enttäuscht uns ein anderes Ergebnis: Auf etwas längerfloorigem Teppich (etwa 1 oder 1,5 Zentimeter) kam die mit 50 Watt angegebene Motorbürste mit ihren kurzen, harten Borsten in unserem Test an ihre Grenzen und stoppte immer wieder. Erst Ein- und Ausschalten aktivierte sie dann wieder. Die ähnlich, wenn auch mit weicheren Borsten ausgestattete, aber nur 15 Watt starke Motorbürste des billigen Deerma-Modells hatte hier genau wie der Jimmy keine Probleme. Die kleinere zweite Motorbüste des H6 mit längeren und weicheren Borsten hatte damit ebenfalls nicht zu kämpfen.

Die Motorbürste des H6 ist in diesem Vergleich klar die Beste - auf Hartböden und auch auf Teppich sowie gegen Tierhaare. Die zweite Motorbürste ist für Polster gedacht, ähnlich gut und kleiner und handlicher.

Dafür hoppelte die Bürste des Deerma VC25 beim Zurückziehen auf kurzem Teppich gern, statt zu gleiten. Denn statt großer Rollen wie beim H6 soll genau das hier nur eine offenbar nicht stark genug gekrümmte Kunststoffnase verhindern – mit mäßigem Erfolg.

Bei der Geräuschemission gibt es zwar Unterschiede, richtig leise ist aber keins der Modelle. Unserer persönlichen Meinung nach liegt auch hier der H6 mit maximal 72 Dezibel vorn, der bei ähnlicher Klangart (eher ein hohes Pfeifen bei deutlich wahrnehmbarer Motorbürste) wie der Jimmy in jeder vergleichbaren Saugstufe leiser ist. Beim Jimmy ist die Motorbürste mangels Borsten oder Lamellen dafür am wenigsten zu hören. Der günstige Deerma ist in der geringeren Saugstufe wegen einer niedrigeren Frequenz bei vergleichbarer Lautstärke etwas angenehmer, allerdings ist die Motorbürste am lautesten. In der höheren Stufe ist der Sauger hingegen am lautesten (der Hersteller nennt 80 Dezibel) und das Heulen des Motors klang dann für uns am nervigsten. Da das bei allen drei Saugern ohnehin nur über einen begrenzten Zeitraum zu hören ist, geht das Thema Lautstärke bei allen Modellen in diesem Vergleich in Ordnung.

In einem Meter Abstand mit der Bürste auf Hartboden haben wir folgende Lautstärken gemessen:

Lautstärkenvergleich
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Deerma VC25 67 db 79 db na
Jimmy JV83 67 db 68 db 73 db
Roborock H6 64 db 66 db 71 db

Deerma gibt für den VC25 mit 35 und 20 Minuten im schwächeren und stärkeren Saugmodus an. Jimmy nennt mit Motorbürste 7 bis 35 Minuten, Roborock 10 bis 90 Minuten. Mit 20 Minuten in seinem stärksten Modus liegt der Deerma auf den ersten Blick gar nicht so schlecht in diesem Vergleich. Setzt man das mit der niedrigsten Saugkraft des Testfeldes in Relation, sieht es da schon wieder anders aus. Denn während selbst seine höchste Saugkraft nicht ganz an die mittlere Stufe der Kontrahenten heranreicht, in der aber vor allem der H6 mit getesteten und hochgerechneten 40 Minuten klar ausdauernder ist, wirkt der Deerma geradezu kurzatmig. Der Jimmy liegt irgendwo um 30 Minuten in der zweiten Saugstufe. Bei Maximum erreichten Jimmy und Roborock die angegeben 7 und 10 Minuten knapp. Generell hängt das auch davon ab, wie stark die Motorbüste belastet wird – auf Teppich ist der Verbrauch also höher.

Unter 10 Minuten Laufzeit im Turbomodus klingen unbrauchbar? Dachten wir zuerst auch. In unserem praxisorientierten Alltagstest stellten wir aber schnell fest, dass aufgrund der Motorbürsten selbst beim Deerma VC25 auf Hartböden der schwächste Modus in den meisten Fällen ausreicht – hier störten eher die anderen beschriebenen Probleme auf Teppich. Der H6 lief meist auf unterster Stufe, auf Teppich erhöht er seine Leistung ohnehin selbständig. Beim Jimmy erhöhten wir bisweilen auf Stufe 2 (wenn wir es im Alltag nicht vergaßen), wegen der Bürstenform brachte das aber auf Teppich zumindest bei Tierhaaren nicht viel.

Die Restlaufzeit sieht man nur beim H6 richtig gut dank OLED-Display.

Als sehr positiv empfanden wir im Test übrigens das Display des H6, das uns stets auf einen Blick alles Wissenswerte – vor allem zum Akkustand – mitteilte. Nur für direkte Sonneneinstrahlung ist dessen Leuchtkraft nicht ausreichend. Deerma signalisiert den Akkustand über die Anzahl der bis zu drei leuchtenden blauen LED auf dem Akku, Jimmy über eine grün, gelb und rot leuchtende LED seitlich neben dem Powerbutton. Im Vergleich zur genauen Anzeige via OLED-Display sind das aber nur Anhaltspunkte.

Beim Lieferumfang patzt Deerma. Das beginnt damit, dass dem Deerma VC25 ein ausschließlich auf Chinesisch geschriebenes Mini-Handbuch beiliegt, die komplette Beschriftung auf dem Gerät ebenfalls chinesisch ist, der Sauger abgesehen von dem Haupt-Motorbürstenkopf nur mit zwei einfache Bürstenaufsätze zum Kunden kommt und kein deutscher Netzstecker im Lieferumfang ist. Einen weiteren Motorbürstenkopf gibt es nicht, auch eine Wandhalterung, um Zubehör und Sauger bequem Laden und aufbewahren zu können, fehlt.

Der Jimmy JV83 macht das schon deutlich besser. Er kommt mit mehrsprachiger Anleitung, darunter auch Deutsch. Das liest sich zwar zum Teil sehr hölzern und erinnert an eine Google-Translate-Übersetzung, ist aber meist trotz teils grober Schnitzer (warum man den Sauger mit einer Grundgebühr statt an der beiliegenden Wandhalterung aufbewahren soll, bleibt uns verborgen…) verständlich. Zudem bietet das Modell mit drei zusätzlichen Bürsten, einem zusätzlichen Motorbürstenkopf, Knickgelenk, flexiblem Verlängerungsschlauch und einem Ladegerät für deutsche Steckdosen den deutlich vertrauenerweckenderen und umfangreicheren Lieferumfang. Bei der Wandhalterung handelt es sich nur um eine reine Halterung, zum Laden muss der Sauger jedes Mal manuell angestöpselt werden.

Der Lieferumfang ist beim Jimmy am umfangreichsten.

Das teuerste Modell im Vergleich, der Roborock H6, ist hier überraschend sogar etwas zurückhaltender. Er kommt zwar ebenfalls mit einem zweiten Motorbürstenkopf, allerdings zusätzlich nur mit flexiblem Schlauch, Polsterbürste und einer Fugendüse – die anderen beiden Anbieter – auch beim 75-Euro-Modell – geben letzteres zumindest als 2-in-1-Lösung bei, beim teuersten Modell im Vergleich ist das einzeln ausgeführt. Die mehrsprachige Bedienungsanleitung ist deutlich besser übersetzt, ein Ladegerät für deutsche Steckdosen sowie eine Wandbefestigungs- und Aufbewahrungsvorrichtung sind ebenfalls vorhanden. Zum Laden muss der H6 einfach nur in die Halterung gehängt werden, das Ladekabel wird zuvor einmalig mit der Halterung verbunden.

Den günstigen Deerma VC25 gibt es hierzulande nicht zu kaufen, dafür müssen Interessenten auf Online-Händler wie Banggood zugreifen. Dort bekommt man ihn aus dem tschechischen Lager für 72,23 Euro (mit Code BGCZGERVC25). Dort ist auch der Jimmy JV83 deutlich günstiger, wie ein Blick unten auf unseren Preisvergleich zeigt. Bei Banggood kommt er aus dem tschechischen Lager und kostet mit 158,06 Euro (mit Code BGCZGERV83) fast 100 Euro weniger als hierzulande. Der Roborock H6 ist immer noch deutlich günstiger als ein aktueller Dyson, mit rund 328 Euro von deutschen Händlern aber eine andere Liga als Deerma und Jimmy.

Es geht sogar noch günstiger:

Klarer Sieger in unserem Vergleich von Akkustaubsaugern von günstig bis teuer ist der Roborock H6. Da er deutlich hochpreisiger als seine beiden Kontrahenten ist, überrascht das kaum. Er ist allerdings nicht nur der beste Sauger in diesem Vergleich, sondern zumindest für Tierbesitzer auch der Einzige, der einen herkömmlichen kabelgebundenen Sauger ersetzen kann. Zudem ist er dank des anfangs belächelten OLED-Displays am komfortabelsten zu bedienen und am leisesten. Auch das einfache Einhängen in die Wandhalterung, wo er automatisch geladen wird, macht seine Nutzung am bequemsten.

Am meisten überrascht hat uns der Deerma-Sauger. In Relation zum extrem niedrigen Preis (rund 72 Euro bei Banggood mit Code BGCZGERVC25) liefert er zumindest für tierfreie Haushalte mit überschaubarer Wohnfläche durchaus ausreichende Leistung ab. Schnäppchenjäger müssen allerdings neben der Tatsache, dass er neutral betrachtet in so gut wie allen Punkten der teureren Konkurrenz unterlegen ist, beachten, dass der Sauger nur für den chinesischen Markt gedacht zu sein scheint und somit auch nicht über ein CE-Kennzeichen verfügt. Ein Adapter für das Ladekabel und minimales technisches Verständnis machen den Umgang mit dem Sauger zwar problemlos möglich, sollte der VC25 allerdings das Haus in Brand setzen, dürfte das kaum eine Versicherung einfach so hinnehmen. Auch eine gewisse Gefährdung für Leib und Leben ist – obwohl das im Test zu keinem Zeitpunkt so aussah – nicht auszuschließen.

Preis-Leistungssieger ist der Jimmy JV83. Er bietet für tierfreie Haushalte die beste Mischung aus Alltagsnutzen und Kosten, zumindest, wenn er für rund 158 Euro (Banggood mit Code BGCZGERV83) ergattert wird. Als leicht zu handhabender Zusatzsauger für schwer zugängliche Orte wie Treppen oder als Ergänzung zu Saugrobotern ist der JV83 perfekt. Für Tierbesitzer ist er hingegen ähnlich eingeschränkt geeignet, wie der Deerma.

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