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Von Stifthandy bis Telefonuhr: Schräge Handys ab 10 Euro

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Besonders ausgefallene Handys haben die Form einer Uhr oder eines Stiftes, manchmal bringen sie sogar einen Ventilator mit. Wir haben uns kuriose Mini-Handys bis 30 Euro angeschaut.

Gute Smartphones kosten ab 250 Euro (Ratgeber). Aber auch unter 100 Euro bekommt man schon brauchbare Geräte, wie unsere Bestenliste: Smartphones bis 100 Euro zeigt. Wer auf smarte Funktionen verzichten kann und überwiegend telefoniert oder SMS verschickt, dem zeigen wir in unserer Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro sehr kostengünstige Alternativen.

Doch es gib auch deutlich ausgefallenere Feature-Phones – beziehungsweise Handys –, die mit wirklich verrückten Funktionen überraschen. Wir haben uns eine beliebte Handyuhr angeschaut, mit der man nach dem Einlegen einer SIM-Karte telefonieren kann. Das wirklich Verrückte: Die Handyuhr kostet beim billigsten Händler gerade einmal 7,50 Euro inklusive Versand.

Noch ausgefallener sind Handys in Stiftform. Mit ihnen kann man nicht nur Telefonieren, SMS verschicken, Musik hören und Fotografieren. Unter einer Klappe unseres Exemplars versteckt sich außerdem ein Stift, unter einer anderen sogar ein Ventilator, um sich bei Hitze etwas Abkühlung zu verschaffen.

Das Angebot an mehr oder weniger smarten Uhren mit SIM-Kartenslot ist riesig und günstig. Bei einigen Händlern gibt es sie inklusive der Versandgebühren bereits ab 7,50 Euro. Immer wieder stolpert man dabei über die V8, die je nach Händler im Namen etwas variiert.

Wir haben eine V8 vorliegen, die mit dem Händlernamen Sepver gebrandet ist. Sie könnte jedoch genauso von Mazhar, Sodial, Chenang oder einem anderen chinesischen Verkäufer sein. Baugleich sind sie alle, die einzige wirkliche Variation gibt es bezüglich der Farben.

Zunächst wirkt die V8 etwas klobig. Sie ist mit 13 mm relativ dick und der Rahmen des Bildschirms ist mit fast 9 mm deutlich zu breit, um Eleganz auszustrahlen. Fast wirkt das winzige 1,2-Zoll-Display wie ein Bullauge. Das haben wir auch bei günstigen Smartwatches bis 50 Euro (was sie können und was nicht) schon besser gesehen. Dafür ist die Auflösung des touch-sensitiven Displays mit 240 × 240 Pixel ganz ordentlich – zumal für diesen Preis.

Trotz kompakter Maße hat in der Uhr neben der SIM-Karte auch eine Micro-SD-Karte Platz.

Angetrieben wird die V8 von einem Mediatek MTK6261D, unterstützt von 32 MByte RAM. Klingt nach wenig, reicht aber aus, um halbwegs flüssig durch die Menüs zu navigieren – schließlich gibt es hier kein Smartwatch- oder gar Smartphone-Betriebssystem. An internem Speicher stehen 32 MByte zur Verfügung, die sich per Micro-SD-Karte erweitern lassen. Dies wird zum Beispiel dann nötig, wenn man Musik auf die V8 lädt. Sound kann man entweder über die überraschend lauten integrierten Lautsprecher abspielen, oder man nutzt dafür ein Bluetooth-Headset, beziehungsweise Bluetooth-Kopfhörer. Wer auch hier sparen will, findet interessante Produkte ab 20 Euro in unserem Ratgeber: Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer.

Alternativ braucht man die Micro-SD-Karte, um darauf die mit der integrierten 0,3-Megapixel-Frontkamera aufgenommenen Bilder zu speichern. Die Qualität der Kamera ist schlecht, selbst für gelegentliche Schnappschüsse ist ihre Auflösung zu gering.

Tippen gleicht auf der V8 einem Glücksspiel.

Die V8 arbeitet mit einem eigenen Betriebssystem, dessen Name oder Version in den Einstellungen nicht zu finden ist. Immerhin kann man dort die Systemsprache unter anderem auf Deutsch stellen. Wer will, kann sich einen Wecker oder Timer stellen, Ton aufnehmen, einen Kalender führen (Synchronisationsfunktionen fehlen allerdings), seine Schritte zählen und sogar den Schlaf überwachen. Eine annähernde Tracking-Qualität wie bei den Geräten unserer Bestenliste: Top 5 Fitness-Tracker für Sport und Alltag braucht man hier jedoch nicht zu erwarten.

Um die SIM-Karte einsetzen zu können, muss man zunächst die Kunststoffrückseite mit dem Fingernagel leicht anheben und entfernen. Hinter dem 280 mAh großen Akku verbergen sich der Micro-SD- und der SIM-Kartenslot. Der Micro-USB-Port zum Laden der Smartwatch versteckt sich hinter einer Gummiabdeckung. Diese ist nur mit spitzen Fingernägeln zu lösen. Benutzt man dafür einen Gegenstand aus Metall, ist Vorsicht geboten. Wir sind mit einem Kaffeelöffel leicht abgerutscht und haben sofort einen häßlichen Kratzer in den offensichtlich nicht sehr hochwertigen schwarzen Lack gezogen. Wer die Uhr im Alltag nutzt, muss schnell mit Gebrauchsspuren rechnen – aber nochmal: 7,50 Euro.

Die Uhr hat eine Selfie-Kamera.

Die wirkliche Herausforderung besteht darin, auf dem kleinen Touchdisplay die winzigen Knöpfe zu treffen, zum Beispiel zum Einstellen der Uhrzeit. Das ist übrigens immer dann nötig, wenn man den Akku entfernt. Noch übler wird es, wenn man versucht, einen Text für eine SMS zu schreiben. Die virtuellen Zifferntasten mit dem hinterlegten Buchstaben sind derart klein, dass deren korrekte Bedienung bei normalgroßen Fingern einem Glücksspiel gleichkommt. Besonders schlimm sind die teilweise abgeschnittenen Tasten am Display-Rand. Text-to-Speech kennt die V8 genauso wenig wie smarte Sprachassistenten oder Internet-basierte Messenger wie WhatsApp.

Der virtuelle Ziffernblock beim Telefonieren ist glücklicherweise deutlich größer und nutzerfreundlicher. Die Sprachausgabe erfolgt beim Telefonieren über den Lautsprecher auf der Rückseite der Uhr. Grundsätzlich wäre er laut genug, um das Gegenüber zu verstehen. Trägt man die V8 jedoch an ihrem angestammten Platz, nämlich am Handgelenk, ist der Lautsprecher verdeckt und das Gegenüber kaum noch zu verstehen. Bei der uns vorliegenden V8 ist das Mikrofon defekt. Das sollte bei einer 7,50-Euro-Smartwatch nicht weiter verwundern, ist aber dennoch ärgerlich und natürlich ein valider Reklamationsgrund. Wir nutzten im Test anschließend ein Bluetooth-Headset und hatten keine weiteren Probleme – außerdem wirkt Sprechen und Hören am Handgelenk ohnehin sehr unpraktisch und merkwürdig auf die Mitmenschen.

Alternativ zur V8 gibt es zum Beispiel die SIM-Kartenuhr Styledress Fitness Armband für 17 Euro inklusiv Versand. Mit den Maßen von 53 × 45 × 13 mm ist sie sogar noch etwas dicker aus die V8. Der Rest der Hardware ähnelt sich stark. Auch hier kommt der Mediatek MTK6261D, unterstützt von 32 MByte RAM zum Einsatz. Als Betriebssystem nutzt die Styledress Fitness Smartwatch das uns unbekannte Nucleus OS. Laut den Produktbildern kann es sogar Whatsapp und Facebook.

Auch die A-Artist Bluetooth Smartwatch nutzt den Mediatek MTK6261D mit 32 MByte RAM und 32 GByte erweiterbaren Speicher. Sie misst 40,5 × 45,5 × 13 mm, nimmt SIM-Karten auf und hat ein 1,22 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 240 × 240 Pixeln. Im Gegensatz zu den anderen Handyuhren kommt hier jedoch die Zertifizierung IP68 zum Tragen. Außerdem trackt sie verschiedene Trainings, unter anderem die Trainingsmodi Laufen, Joggen, Radfahren, Wandern, Fitness, Laufband, Basketball, Tennis, Klettern, Badminton, Yoga, Fußball und Tanzen.

Handyuhren gibt es auch speziell für Kinder. Auch ihre Hardware gleicht in den wichtigen Punkten den anderen hier erwähnten Telefonuhren. Sie sind jedoch zusätzlich bunt eingefärbt und ihre Software soll besonders Kindern gefallen. Das zeigt sich zum Beispiel an Watchfaces mit Eulen und einem bunten Hintergrundbild mit lachenden Kindern. Qualitativ sollte man hier wie von den anderen vorgestellten Uhren nicht zu viel erwarten.

Eines ist sicher: Der häufig als K08 bezeichnete Stift zum Telefonieren mit integriertem Ventilator erzeugt auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Dass die chinesischen Entwickler hier etwas ganz besonders entwerfen wollten, merkt man schon der Verpackung an. Die zerdellte Pappschachtel glänzt golden und zeigt je nach Winkel einen kitschigen Regenbogeneffekt. Gut schaut das nicht aus, aber es fällt auf.

Der Stift selbst ist knapp 17 cm lang und hat an seiner dicksten Stelle einen Durchmesser von 2,5 cm. Das fühlt sich beim Schreiben etwas zu bullig an, längere Text würden wir damit nicht verfassen wollen. Eine Kappe schützt die Kugelschreiberspitze. Sollte die einmal leer sein, liegen der goldenen Verpackung vier weitere Wechselspitzen bei.

Unter der Kappe am Kopf des Stifthandys verbirgt sich ein kleiner Ventilator. Leider ist dessen Qualität derart mies, dass er bereits nach dem ersten Ausprobieren auseinanderfiel. Mit etwas Sekundenkleber hält er nun wieder an Ort und Stelle. Trotzdem ist auch das ohne Frage ein Reklamationsgrund.

Man kann mit dem Stifthandy Fotos aufnehmen. Die Qualität ist beschränkt.

Das nicht touch-sensitive Hochkant-Display misst in seiner Diagonalen knapp 1 Zoll, über seine genaue Auflösung ist nichts bekannt. Allerdings ist es in vielen Menüs nicht breit genug. Hier sieht der Nutzer nur etwa sieben Buchstaben und muss anschließen warten, bis die Schrift durchscrollt, um den Rest der Zeile lesen zu können.

Unter dem Display sitzt unter anderem ein kleiner Kreis, um nach links, rechts, oben und unten zu navigieren. Um diese Tasten zu treffen, braucht es viel Fingerspitzengefühl, aber es geht. Nochmal darunter sitzen die Zifferntasten 0 bis 9 und zwei Tasten für Sonderzeichen.

Der Ventilator zerbrach im Test nach kurzer Nutzung.

Die Kamera sitzt auf der Rückseite und nimmt Bilder mit 0,3 Megapixel, beziehungsweise 80 × 160 Pixel auf. Der interne Speicher von 32 MByte reicht genau für zwei Bilder. Wer mehr will, kann eine Micro-SD-Karte einlegen. Auf der kann man auch Musik speichern und sie anschließend über den lauten Speaker wiedergeben. Mehr Sinn ergibt die Musikwiedergabe über ein Bluetooth-Gerät.

Über den eingebauten Prozessor ist genauso wenig bekannt wie über den Arbeitsspeicher. Allerdings ist das K08 flott genug. Viel muss es schließlich auch nicht können. Einen App-Store für Fremdsoftware gibt es nicht.

Die beiden SIM-Kartenslots des Dual-SIM-Geräts verbergen sich hinter dem sehr großen 2000-mAh-Akku, der über einen Micro-USB-Port geladen wird. Telefonieren kann man mit dem K08 erstaunlich gut. Wir verstehen unser gegenüber genauso klar, wie wir selbst auch verstanden werden. Das Verschicken von SMS macht jedoch wenig Spaß. Zwar funktioniert die Texteingabe dank der physischen Tasten viel besser als beim Uhrenhandy. Allerdings fühlt sich die Eingabe über die Zifferntasten aus heutiger Sicht unfassbar umständlich an.

Das Simvalley Mobile RX-492 ist ein Handy im Scheckkartenformat. Dadurch passt es sogar in das normale Kartenfach eines Geldbeutels (Ratgeber smarte Gadgets). Ein guter Platz, um sein Notfallhandy immer dabei zu haben.

Eine IP-Zertifizierung hat bei den kleinen Handys der unteren Preiskategorie einen echten Seltenheitswert.

Das Cyrus cyr10041 ist mit den Maßen von 8,9 × 5,2 × 1 cm und etwa 50 g nur minimal größer. Das OLED-Display misst 2,5 cm in der Diagonalen und löst 128 × 64 Pixel auf. Das wirklich besondere ist aber, dass es sich hier um ein Outdoor-Handy mit IP68-Zertifizierung handelt. Es hält damit einem Tauchgang von einer Stunde in einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern stand, bevor Wasser eindringt. Ihm sollen nach Herstellerangaben auch Stürze aus zwei Metern Höhe nicht anhaben können – ein echtes Novum bei dem günstigen Preis und kleinen Formfaktor.

Die gesamte Technik des Zanco Tiny T1 steckt in einem 4,7 × 2,1 × 1,2 cm großen Gehäuse, es wiegt dabei zarte 13 g. Trotzdem hat darauf ein monochromes OLED-Display mit einer Diagonale von 1,2 cm Platz, das mit einer Auflösung von 64 × 32 Pixel sogar SMS-Nachrichten anzeigen kann. Die T9-Tastatur ist voll funktionsfähig. Das Zanco Tiny T1 besitzt einen Lautsprecher und ein Mikrofon zum Telefonieren im 2G-Netz, es kann sich via Bluetooth aber auch mit Headsets verbinden. Als Prozessor kommt ein Mediatek MTK6261D zum Einsatz, der von 32 MByte RAM unterstützt wird.

Warum der Handy-Winzling Long-CZ J8 und nicht Short-CZ J8 heißt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Denn mit 6,8 × 2,3 × 1,1 cm und 18 g gehört es klar zu den zu kurz geratenen Handys. Es bietet ein 1,7 cm großes OLED-Display, Micro-USB, Speicher für 500 Telefonnummern, eine Gesprächszeit von fünf Stunden und eine Standby-Zeit von vier Tagen. Außerdem verbindet es sich via Bluetooth zum Beispiel mit einem Bluetooth-Kopfhörer, um zu Telefonieren oder den FM-Transmitter für UKW-Empfang zu nutzen. Es kommt in einer schwarzen und einer goldenen Ausführung und kostet etwa 25 Euro.

Für 7,50 Euro bekommt man eine passable Flasche Wein, ein T-Shirt bei H&M, 750 g Hack vom Metzger – oder eine Smartwatch direkt aus China. Die füttert man mit einer SIM-Karte und kann mit ihr telefonieren, SMS verschicken, Fotos aufnehmen, Musik abspielen und einiges mehr.

Etwa 30 Euro fallen für den Stift an, der auch Telefonieren kann. Sein Ventilator hat jedoch bereits nach kurzer Nutzung den Geist aufgegeben. Für die gebotene Qualität und den geringen Nutzwert finden wir 30 Euro zu viel. Dann wiederum wird sich wohl kaum jemand ein derartiges Gerät kaufen, weil er es wirklich braucht. Sowohl das Stifthandy als auch das Uhrentelefon sind Gags, die sich zum Beispiel als kleines Geschenk für Nerds eigenen. Hier empfehlen wir jedoch eher 7,50 Euro für das Uhrenhandy als 30 Euro für das Stifttelefon mit Ventilator auszugeben und das Thema Nachhaltigkeit auszuklammern. Wer etwas brauchbares zum vernünftigen Preis will, sollte lieber zu einem Notfallhandys bis 20 Euro (Kaufberatung) greifen.

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