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So gelingen die Aufnahmen mit Drohne und Actioncam

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4K, Raw-Format und Bildstabilisierung bilden eine gute Basis für hohe Bildqualität. Mit dem richtigen Zubehör bekommt man noch bessere Ergebnisse. TechStage zeigt, wie die besten Aufnahmen gelingen.

Immer häufiger ersetzen Actioncam und/oder Drohne die klassische Kamera oder den Camcorder. Actioncams und Video-Drohnen bieten zu moderaten Preisen viel Technik auf kleinstem Raum. Trotz dieser diversen Anforderungen bieten sie eine insgesamt eine ordentliche Bildqualität. Der Kompromiss aus Größe, Gewicht und Preis macht sich allerdings bei der in manchen Aufnahmesituationen enttäuschenden Bildqualität bemerkbar macht. Wir zeigen, welche Einstellungen sinnvoll sind und worauf es beim Kauf der Technik ankommt.

Grundvoraussetzungen für ansehnliche Videoaufnahmen aus Hand oder Sicht der Drohne ist eine Stabilisierung per Gimbal oder Software. Ohne ist das Bildmaterial derart verwackelt, dass es sich bestenfalls für kurze Social-Media-Beiträge eignet. Geht es um längere Videos, lohnt es sich aus Qualitätsgründen immer die Aufnahmen nachzubearbeiten um Farbraum, Kontrast und Schärfe per Software anzupassen. Ein sehr umfangreiches und in der Standardversion kostenloses Programm ist beispielsweise Davinci Resolve. Der Download der kostenlosen Version erfordert lediglich eine Registrierung auf der Herstellerseite.

Für die maximale ausbeute an Bildinformationen braucht die Kamera außerdem hohe Auflösung. 4K gehören selbst in der Budgetklasse zum guten Ton. Allerdings muss man hier genau hinsehen, denn die Bildwiederholungsrate in Bildern pro Sekunde (fps) ist für die Qualität mitentscheidend. Die Kombination aus hoher Auflösung und vielen Bildern pro Sekunde ergeben die maximale Ausbeute an Bildinformationen und die höchste Qualität. Insbesondere bei günstigen Kameras muss man diesbezüglich kompromissbereit sein. Für stationäre Aufnahmen und einen gemäßigten Anspruch reichen beispielsweise 30 fps bei 1080p. Bei schnellen Bildwechseln in Drohnen-Videos und bei actionreichen Einsätzen sind Bildwiederholungsraten von 60 fps ratsam. Diese schaffen viele günstige Actioncams allerdings dann nur mit reduzierter Auflösung. Für Zeitlupenaufnahmen sollte die Kamera 240 Bilder pro Sekunde schaffen. Die tatsächliche Qualität der Aufnahme ist auch von der sogenannten Bitrate abhängig. Je höher sie ausfällt, desto mehr Informationen werden letztlich erfasst. Waren Bitraten von 100 Mbit/s bis vor wenigen Monaten nur einigen teuren Modellen wie Insta360 One R (Testbericht) oder der Highend-Drohne DJI Mavic 2 (Testbericht) vorenthalten, ist dieser Wert auch mit der kürzlich veröffentlichten Einsteiger-Drohne DJI Mini 2 (Testbericht) möglich. Die Vorgängerversion, die Mavic Mini (Testbericht) schafft maximal 40 Mbit/s, was sich beispielsweise durch einen geringeren Dynamikumfang zeigt. Wie folgendes Video zeigt, sind im Automatikmodus unter guten Lichtbedingungen aber auch damit brauchbare Videoaufnahmen möglich.

Mittelklasse-Actioncams wie die Yi 4K (Testbericht) oder die Einsteigerdrohne DJI Mini 2 (Testbericht) bieten 4K bei 30 fps und Full-HD-Aufnahmen in maximal 100 bzw 60 fps. Teurere Modelle wie die DJI Mavic Air 2 (Testbericht) oder die modulare Actioncam Insta360 One R schaffen bei 4K 60 fps und bis zu 240 fps bei 1080p und das bei einer Bitrate von 100 Mbit/s. Von Low-Budget-Kameras mit unter 1080p Auflösung oder Bildwiederholungsraten von 10 fps würden wir grundsätzlich die Finger lassen.

Das beste Ergebnis erreicht man, wenn man sich mit den manuellen Einstellungen beschäftigt, statt nur im Automatikmodus zu arbeiten. Insbesondere die ISO-Einstellungen sollte man nie der Kamera überlassen. In der Regel stehen manuelle Einstellungen bereits ab der mittleren Preisklasse zur Verfügung. Bei normalen bis guten Lichtbedingungen helfen beispielsweise niedrige ISO-Wert im Bereich 100 bis 400, um Bildrauschen im Automatikmodus zu vermeiden. Hohe ISO-Einstellungen sollten nur bei schlechten Lichtbedingungen genutzt werden. Für gelungene Highspeed-Aufnahmen in Zeitlupenvideos muss es grundsätzlich sehr hell sein, um die kurze Belichtungsdauer überhaupt auszuleuchten.

Niedrige fps-Einstellungen von 24/25 ergeben eine Bewegungsunschärfe und können als Stilelement benutzt werden. Um aus einer stationären Position gefilmte Bewegungen scharf darzustellen, sollten in der Regel mindestens 60 fps zum Einsatz kommen. Bei extrem hellen Aufnahmebedingungen reicht das allerdings noch nicht. Denn wenn die Belichtungszeit zu kurz ist, wirken Bewegungen unnatürlich. In solch einem Fall helfen Grau- oder ND-Filter, um längere Belichtungszeiten und eine damit verbundene Bewegungsunschärfe zu erreichen. Es gilt: Das beste Ergebnis ist immer vom persönlichen Anspruch und der Aufnahmesituation abhängig. Hier hilft ausprobieren und testen, was persönlich gefällt und funktioniert. Für wirklich gelungene Aufnahmen muss man genügend Zeit mitbringen. Der automatische Weißabgleich der Actioncams liegt ebenfalls immer mal wieder daneben und so lohnen sich hier ebenfalls manuelle Einstellungen.

Bei schwierigen Lichtverhältnissen sind HDR-Aufnahmen eine gute Lösung (aufgenommen mit der DJI Mavic Air 2).

Hochwertige Drohnen und Actioncama, wie DJI Osmo Action (Testbericht) oder DJI Mavic Air 2 (Testbericht) bieten mittlerweile die Möglichkeit HDR-Videos aufzuzeichnen. Das ist bei schwierigen Bedingungen ein bequemer Weg, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Grundsätzlich gilt beim Filmen: Weniger ist mehr. Bewegungen und Schwenks sollten gleichmäßig und nicht ruckartig sein.

Sollen die Aufnahmen im Nachhinein nicht nur geschnitten, sondern auch Farblich angepasst werden, bieten hochwertige Kameras spezielle Farbprofile. Das Protune-Profil von Gopro oder das D-Cinelike genannte Profil von DJI regelt Sättigung, Kontraste und Schärfe herunter. Für die Nachbearbeitung und das händische Color-Grading sind diese abgeflachten Bildinformationen deutlich besser geeignet. Wer die Videos zwar schneiden, nicht aber farblich anpassen möchte, sollte mit dem Standard-Profil aufzeichnen.

Damit es trotz manueller Settings und guter Kamera zu keinen bösen Überraschungen kommt, muss gerade bei 4K-Aufnahmen unbedingt eine schnelle Speicherkarte zum Einsatz kommen. Günstige Karten führen zu Rucklern oder Aufnahme-Abbrüchen.Mehr dazu in der Kaufberatung: Speicherkarten für 4K-Kameras und Drohnen.

Anbei eine Auswahl der beliebtesten Actioncams und Drohnen die mindestens 30 fps bei 4K schaffen.

Der Bildsensor ist für die Qualität von Fotos entscheidend! Je größer, desto mehr Informationen und Details werden erfasst. Die allermeisten Actioncams und Video-Drohnen nutzen einen verhältnismäßig kleinen CMOS-Bildsensor mit einer Größe von lediglich 1/2,3 Zoll. Ausnahmen sind beispielsweise die Actioncam Insta360 One R (Testbericht) mit dem 1-Zoll-Modul von Leica oder die Video-Drohne DJI Mavic 2 Pro mit der 1-Zoll-Hasselblad-Kamera (Ratgeber). Zusammen mit den sehr weitwinkligen Objektiven sind Fotos mit 12 Megapixeln und einem sehr breiten Sichtfeld möglich. Die Blende der Kameras ist verhältnismäßig Lichtstark und liegt zwischen f/1,8 und f/2,8.

Die verhältnismäßigen Abmessungen der verschiedenen Bildsensoren haben wir auf folgender Grafik skizziert.

Sensorgrößen im Vergleich.

In Betrachtung der Größenunterschiede ist es wenig verwunderlich, dass weder Gopro noch Mavic 2 in punkto Bildqualität mit einer Spiegelreflexkamera mithalten können. Im Umkehrschluss heißt es aber nicht, dass mit Actioncam und Drohne keine schönen Fotos möglich sind. Allerdings sind natürlich Abstriche im Vergleich zur DSLR spürbar. Um Bildrauschen zu vermeiden, sollten Fotos deshalb ebenfalls mit möglichst niedrigen ISO-Werten angefertigt werden. Für Actionfotos ist dies wegen der dann längeren Belichtungszeiten und der daraus resultierenden Bewegungsunschärfe allerdings nur bei guten Lichtbedingungen realisierbar. Umgekehrt bietet sich diese Unschärfe bei Fotos ebenfalls als spannendes Stilmittel an. Bei Langzeitbelichtungen darf die Kamera allerdings nicht bewegt werden. Hier ist der Einsatz eines Statives ratsam. Durch das geringe Gewicht einer Actioncam muss dieses auch gar nicht teuer sein. Bei Drohnen klappen solche Aufnahmen nur mit Hilfe eins GPS und bei ruhigen Windverhältnissen. Wer Bewegung im Bild festhalten will, kommt unter normalen Lichtbedingungen schnell an Grenzen. In solch einem Fall helfen Grau- und ND-Filter. Um Spiegelungen beispielsweise auf der Wasseroberfläche zu reduzieren, eignen sich Polarisationsfilter.

Bei Unterwasseraufnahmen helfen Filter gegen unerwünschte Farbstiche.

Speziell Macro-Aufsätze oder Fisheye-Linsen für Actioncams klingen zwar verlockend, allerdings sagt uns die Erfahrung, dass man hier nicht sparsam sein sollte. Günstige Aufsätze sorgen für Unschärfe und verwaschene Aufnahmen. Sinnvoll sind hingegen Rot- oder Magenta-Filter für Unterwasseraufnahmen. Wer Gopro & Co. mit auf Tauchgang nimmt, bekommt so den Blau- oder Grünstich aus dem Foto.

Dank dng-Format können abgesoffene Bildbereiche gerettet werden - auch wenn wir es hier mit der Helligkeit etwas übertrieben haben.

Bei hohen Ansprüchen an die Bildqualität ist das jpeg-Format grundsätzlich problematisch. Sollen die Fotos per Bildbearbeitungssoftware optimiert werden, ist das stark komprimierte Dateiformat nur bedingt geeignet. Die beste Voraussetzung für die Nachbearbeitung bietet das digitale Negativ der Aufnahme, ein RAW-Foto. Das DNG-Format ist zwar letztlich eine reduzierte Form von RAW, allerdings sind auch hier noch deutlich mehr Bildinformationen vorhanden. Wer seine Fotos nachbearbeitet sollte unbedingt darauf achten, dass die Kamera die Aufnahmen im RAW- oder DNG-Format abspeichern kann. Um die Fotos nur eben in den sozialen Netzwerken hochzuladen ist das jpeg-Format ausreichend.

Bei den Drohnen des Herstellers DJI gehört das dng-Format seit Veröffentlichung der Mini 2 (Testbericht) zur Standardausstattung. Das Vorgängermodell Mavic Mini (Testbericht) konnte lediglich jpegs abspeichern. Anbei noch eine Auswahl an Actioncams, die Fotos im RAW oder DNG-Format aufzeichnen.


Zeitraffers und Hyperlapse-Videos sehen spektakulär aus und sind mit hochwertigen Kameras von beispielsweise Gopro oder Insta360 einfach umzusetzen. Auch der Drohnen-Hersteller DJI hat die entsprechenden Automatikprogramme in den Modellen ab der Mittelklasse integriert. Bei den Einsteigermodellen Mavic Mini und Mini 2 ist die Funktion nicht implementiert.

Für Zeitrafferaufnahmen mit der Actioncam lohnt sich die Nutzung eines Stativs. Um eine möglichst lange Zeit aufnehmen zu können, sollten die Kameras per Powerbank mit Strom versorgt werden. Bei der Insta360 One R ist mit dem internen Standard-Akku eine maximale Aufnahmedauer von dreieinhalb bis vier Stunden möglich. Befeuern wir die Kamera mit Strom aus einer großen USB-Powerbank sind 12 Stunden und mehr möglich.

Mit manuellen Einstellungen, dem richtigen Equipment und einer schnellen Speicherkarte ist die Aufnahmequalität von Einsteigerdrohnen und Mittelklasse-Actioncams in der Regel deutlich besser als im Automatikmodus. Allerdings müssen die Einstellungen an die jeweilige Situation angepasst werden.

Um Einfluss auf die Belichtungsdauer zu nehmen, lohnt sich der Einsatz von Graufiltern. Der ISO-Wert sollte nämlich grundsätzlich so niedrig wie nur möglich gewählt werden. Für Langzeitaufnahmen und Zeitraffer lohnt sich die Anschaffung eines Statives.

Mehr Informationen zu den technischen Unterschiede bei unterschiedlichen Preisklassen gibt es im Ratgeber Actioncams von 30 bis über 400 Euro: Was ist wirklich nötig?, sowie in unserer Drohnen-Bestenliste.

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